Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92265
Momentan online:
618 Gäste und 13 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
The first Handy-Baby is born - Ein Bericht unseres Reporters K.P.H.
Eingestellt am 08. 09. 2001 08:30


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Elmar Feische
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2001

Werke: 111
Kommentare: 46
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

In einer Kleinstadt im √∂stlichen Fonhendistan ereignete sich gestern - nein, nicht gegen, sondern exakt um 10.34 h -etwas, dessen Folgen und Auswirkungen f√ľr unsere zuk√ľnftige Lebensweise noch absolut unvorherbar sind. Dem Ehepaar Dial und Press Teleby wurde zu diesem Zeitpunkt ein Kind geboren, √ľber dessen Geschlecht wir in dem weiteren Verlauf dieses Exklusiv-Berichts noch zu sprechen haben werden.

Was zun√§chst nur wie eine weitere Geburt eines neuen Erdenb√ľrgers erscheint, erlangt durch die Tatsache, da√ü es sich um die erste Geburt eines Kindes handelt, bei dem ein Handy aktiv am Zeugungsproze√ü beteiligt war, eine Bedeutung, deren Folgen f√ľr die menschliche Evolution gravierend sind.

Ein erster Hinweis darauf, da√ü sich etwas Besonderes ereignete, ergab sich, als das Neugeborene anstelle des √ľblichen "Urschreis" sofort nach der Geburt mit einer computer-√§hnlichen Stimme den Hinweis "Please hold the line" von sich gab, was die Hebamme dazu brachte, da√ü sie die Nabelschnur noch vorsichtiger als sonst √ľblich behandelte. Als dann nach einer mit dem Lied "Here we are" musikalisch untermalten Pause der Satz "Falls Sie zu diesem Vorgang etwas zu sagen haben, dann sprechen Sie nach dem n√§chsten Schrei" aus dem Mund des Neugeborenen kam, verlie√üen die anwesenden Schwestern genau bei diesem Schrei den Krei√üsaal.

Es oblag nun den im Kreu√üsaal anwesenden √Ąrzten sowie der Hebamme, nach der S√§uberung des Kindes eine genaue Untersuchung vorzunehmen. Nachdem ja, wie vorerw√§hnt, v√∂llig untypisch bereits eine sprachliche Artikulation m√∂glich war, konnte diese nach einigem Suchen durch einen in der N√§he der Stimmb√§nder vorhandenen Chip lokalisiert werden. Ob weitere und welche Erkl√§rungen auf diesem Chip vorhanden sind, konnte noch nicht gekl√§rt werden, da noch nicht festgestellt werden konnte, durch welche √§u√üeren oder inneren Anl√§sse diese Erkl√§rungen abgerufen werden. Dem Assistenzarzt fiel als n√§chstes hinter dem rechten Ohr des Kindes ein weiterer Chip auf, der offensichtlich dazu dienen sollte, H√∂rger√§usche auch aus gr√∂√üeren Entfernungen wahrnehmebar zu machen.

Als die Hebamme die zusammengeballte linke Hand des Kindes √∂ffnete, sahen alle Anwesenden sofort ein weiteres wichtiges Merkmal. In der Hand war, wenn auch nicht komplett ausgebildet, aber doch in seiner Anlage unverkennbar, die Tastatur eines Telefons vorhanden. Wie gesagt, die Tastatur war noch nicht komplett ausgebildet, aber alle waren sich dar√ľber einig, da√ü diese Tastatur, √§hnlich der Entwicklung der Z√§hne, zur gegebenen Zeit voll ausgebildet und funktionsf√§hig sein w√ľrde.

Als man daran ging, das Geschlecht des neugeborenen Kindes festzustellen, ergab sich die gr√∂√üte Sensation in diesem sicherlich an √úberraschungen nicht armen Vorgang. In der N√§he der √ľblichen Geschlechtsmerkmale fand sich ein Button, bei dessen Eindr√ľcken ein Dropdown-Men√ľ mit den Wahlm√∂glichkeiten "male" und "female" erschien. Zun√§chst ratlos, konnte sich die Hebamme doch entschlie√üen, die zwei m√∂glichen Optionen auszuprobieren, mit dem Ergebnis, da√ü bei der Option "male" durch Knopfdruck die m√§nnlichen √§u√üeren, und wie gleich anschlie√üend vorgenommene Untersuchungen ergaben, auch inneren Geschlechtsmerkmale vorhanden waren und bei der Option "female" dann eben die weiblichen √§u√üeren und inneren Geschlechtsmerkmale.

Es ist gerade diese durch einfachen Knopfdruck innerhalb von Sekunden m√∂gliche Geschlechtsumwandlung, die die uns bekannte Welt bei Ausweitung dieser, nennen wir es einmal "Handy-Befruchtung" v√∂llig umkrempeln, nein, sogar aus ihren Fugen heben k√∂nnte. Wir werden an einer weiteren Stelle dieses Berichts mit einigen √úberlegungen noch auf diesen sehr wichtigen Aspekt zur√ľckkommen.

An dieser Stelle wenden wir uns einmal den Eltern des "Dual-Sex"-Babys zu, die ja an dem Ergebnis sicherlich nicht unwesentlich beteiligt waren. Das ganze geht zur√ľck auf eine Versuchsreihe der kleinen und noch unabh√§ngigen Firma KONIA, die sich mit der Entwicklung und Produktion von Mobil-Telefonen besch√§ftigt. Man hatte damals Handy-Ger√§te mit genauen Gebrauchsanweisungen an interessierte Ehepaare abgegeben. Bei Zusage der Eltern, nach diesen Gebrauchsanweisungen zu handeln, war die einzige Bedingung der Firma KONIA gewesen, da√ü man das aus diesem Versuch hervorgehende Kind den Vornamen "Konia" geben sollte. Die Firma versprach sich hierdurch, sicherlich nicht unberechtigt, eine globale Verbreitung ihres Firmennamens.

Bez√ľglich des Gebrauchs des Handys bei dem Zeugungsakt wurde zwischen den Vertragspartnern absolutes Stillschweigen vereinbart. Durch Indeskretion wurde lediglich bekannt, da√ü es sich bei dem im hier geschilderten Fall benutzten Handy noch um eine Handy der 1. Generation mit ausfahrbarer Antenne gehandelt hat. Auf Anfrage teilt die Firma KONIA jedoch mit, da√ü daran gearbeitet wird, auch die neueren Handys mit dem kleinen, dicken Antennen-Auswuchs oder sogar mit im Ger√§t integrierter Antenne kurzfristig f√ľr den Gebrauch beim Zeugungsakt verwendbar zu machen. Auch eine Befragung der Eltern brachte keine weiteren Erkenntnisse, wie man sich die praktische Abwicklung vorstellen m√ľsste. Das Ehepaar konnte sich lediglich zu der Stellungnahme entschlie√üen, da√ü das Handy nach einer gr√ľndlichen Reinigung und dem Auswechseln der Batterien sofort wieder voll funktionsf√§hig war, was das Telefonieren betrifft. Zu dem Vorhandensein weiterer Funktionen wollte das Ehepaar sich nicht √§u√üern, auch nicht zu der Frage, ob bei der Zeugung eines 2. Handy-Babys die Wahl des Vornamens dann den Eltern oder wieder der Firma KONIA vorbehalten sein w√ľrde.

In den jetzt anstehenden weiteren Untersuchungen wird auch gro√üer Wert auf die Frage gelegt, inwieweit die Ausf√ľhrung des jeweils verwendeten Handys Auswirkungen auf die Merkmale bei der sp√§teren Geburt hat. Wir haben in den einf√ľhrenden Kapiteln gesehen, da√ü das neugeborene Kind bereits in der Lage war, englisch zu sprechen. Es kann im nachhinein nicht mehr gekl√§rt werden, ob im vorliegenden Fall das Men√ľ des Handys bei dem Zeugungsakt auf "englisch" gestellt war und ob bei einer Stellung "franz√∂sisch" (oder auch weiterer Sprachen) die entsprechende Sprache in den noch zu entwickelnden Anlagen des Kindes bereits vorhanden sind. Da bei der Geburt - auch nicht bei der Nachgeburt - kein Bedienungshandbuch oder √§hnliches gefunden wurde, bleibt es nur abzuwarten, welche Funktionen im Kind selbst durch das Zeugungs-Handy bereits hinterlegt sind. Hier sind wir also - wie revolution√§r alles andere auch ist - wie bei der bisherigen Entwicklung eines Kindes darauf angewiesen, die Merkmale und Funktionen abzuwarten, die sich im Laufe der Jahre ergeben werden. Nur am Rande wurde die Frage gestellt, ob eventuell bei der Benutzung eines Handys mit Etui zu einem sp√§teren Zeitpunkt (bei der Geschlechtsreife) bei dem m√§nnlichen Teil bereits eine "Kondom-L√∂sung" vorgegeben ist. Aber hier denke ich, da√ü wir in das Reich der Spekulation geraten und wir die Entwicklung abwarten sollten.

Wie in diesem Bericht bereits angedeutet, nun jedoch zu einigen Überlegungen zu der "Dual-Sex"-Problematik in dem vorliegenden und weiteren Fällen und den sich daraus ergebenden Fragen und Problemen.

Als Kleinkind ist die doppelte Sexualit√§t sicher am wenigsten problematisch. Gel√∂st ist endlich die Frage, ob "rosa" oder "blau". Hier kehrt sich die bisherige Praxis ins Gegenteil, in dem das Kleidchen oder der Anzug nicht mehr dem Geschlecht angepa√üt werden mu√ü, sondern das Geschlecht mittels Knopfdruck dem Kleidungsst√ľck angepa√üt werden kann. √úberhaupt wird gerade die Frage der Kleidung in Zukunft nicht mehr zu einem so gro√üen Problem werden, abgesehen von der finanziellen Seite, denn je nach "Lust und Laune" ben√∂tigt eine Person in Zukunft ja durchaus Kleidungsm√∂glichkeiten f√ľr beide Geschlechts-Optionen - eine Frage, die in den Etagen der Bekleidungshersteller sicher positiv gesehen wird.

Die Frage auf Auswirkungen auf geschlechstspezifische Personen oder Berufe ist ein sehr weites Feld. Hier k√∂nnen jetzt Phantasien per Knopfdruck ausgelebt werden, die bisher noch in der gesellschaftlichen Diskussion mit Vorbehalten und Vorurteilen belastet sind. Beispielsweise ist vorstellbar, da√ü der "Mann" einer "Dual-Sex-Person" mit der "Frau" einer "Dual-Sex-Nachbar-Person" einl√§√üt, um sich kurz darauf als "Frau" von dem Nachbar-"Mann" verf√ľhren zu lassen. Aber auch hier geraten wir in den Bereich der Spekulation.

Ebenfalls spekulativ ist die Frage, wie möglicherweise später der Klerus mit dieser elementaren Veränderung umgehen wird. Weibliche Päpste hat es zwar schon gegeben, aber meines Wissens nach noch keinen Papst, der vormittags "Paul" und nachmittags "Pauline" heißt, mit allen sich daraus ergebenden Problemen und Möglichkeiten. Aber auch hier bleibt abzuwarten, ob die jetzt und später geborenen Handy-Babys in diese höheren Bereiche vorstoßen können.

F√ľr den heutigen ersten Bericht soll es hiermit genug sein. Wir bleiben jedoch am H√∂rer und werden Sie √ľber die weitere Entwicklung des ersten "Handy-Babys" auf dem laufenden halten. F√ľr hier und jetzt sagen wir: "Please hold the line".

(Ihr Reporter vor Ort war: "Konia P. Handy" (die Übereinstimmung meines Vornamens mit dem Vornamen des "Handy-Babys" ist rein zufällig).




Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur√ľck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!