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Leselupe.de > Kurzgeschichten
The man with the world´s shit at his feet
Eingestellt am 16. 02. 2002 01:11


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Stefan_Senn
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Registriert: Jan 2002

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Meine allererste Kurzgeschichte!!! Datiert vom Sommer 1999.
Dedicated to te genious of Charles Bukowski


"Das Jahr 1998 war bestimmt das beschissenste Jahr meines Lebens!" meinte ich. "Nimm´s nicht so schwer, Kev", antwortete Charley "gab es überhaupt jemals ein Jahr in dem du mit dir zufrieden warst?"
Er hatte ja so recht und ich hasste ihn dafür. Immer er. Immer er, der die besten Sprüche auf Lager hatte. Immer er der am schlagfertigsten war,
immer er der die besten Mädels hatte. Ich bereute es schon jetzt, diese Feier mit meiner Anwesenheit entwertet zu haben. Wie immer war es Charley
gewesen der mich nach halbstündigem Nerven dazu gebracht hatte. "Come on, Alter", hatte er gemeint," du kannst doch nicht immer auf deiner Bude
rumhocken und Trübsal blasen!"
Wie gerne wäre ich jetzt in meinem Zimmer gewesen, um der gepflegten Einsamkeit zu frönen "Hello, my name is Jimmy Pop and I´m a dumb white guy!" Musik von der
Bloodhound Gang dröhnte aus den Boxen und Charley
wandte sich wieder den weiblichen Partygästen zu. Für extrovertierten Weltschmerz gab wirklich keinen unpassenderen Zeitpunkt. Ich beschloss zur Bar
zu gehen und mir noch einen Wodka Lemon einzuschenken. Wenn ich mich schon nicht amüsieren durfte, wollte ich wenigstens betrunken sein.Ich flätzte mich
auf den nächsten Sessel und beobachtete aus den Augenwinkeln Charley beim Tanzen
mit einem neuen Aufriss. Er war ja so perfekt. Das genaue Gegenteil von mir.´Er 1,80 m groß, blond, braungebrannt und muskulös, ich 1,65 m schmutzigblondes Haar und übergewichtig. Während ich mich 8 Stunden am Tag in meinem Mc Job abquälen musste, konnte er seinen Charme im Gymnasium versprühen Er hatte glatte, reine Haut, während bei mir die Pickel nur so sprießten...
Ich ergab mich meinen Depressionen und kippte dabei einen Drink nach dem anderen. Der Wodka begann nach und nach seine Wirkung zu entfalten und meine Wahrnehmungskraft zu beeinflussen.
Als die ersten Takte von Nirvanas Verse Chorus Verse erklangen überkam es mich. Ich MUSSTE einfach aufspringen und mitgröhlen:" ÄND IF YOU FUHL YOURSELF THEN YOU´LL THINK YOU´RE HÄPPI NAU..." weiter kam ich nicht mehr. Ein Schwall Wodka Lemon ergoss sich auf dem Tanzboden. Ich kotzte mich so richtig aus. Trotz dieser Blamage war es ein unglaublich gutes Gefühl, meine Verachtung diesen Lackaffen gegenüber dadurch auszudrücken, dass ich ihnen vor die Füße kotzte. Angewiedert wichen die Paare, die noch vorhin die Tanzfläche bevölkert hatten zurück und bildeten einen Kreis um mich. Jemand reichte mir ein Taschentuch. Während ich damit beschäftigt war, meine Klamotten notdürftig zu säubern, erhielt ich einen Stoss in den Rücken, so dass ich unter allgemeinem Gejohle bäuchlings in der Kotze landete. Nun war ich über und über mit dem Zeug beschmiert. Das war zuviel. Ich rappelte mich hoch, drehte mich um und sah in das feixende Gesicht von Hermann Rewich, einem arroganten Poser, der "Herm" genannt wurde. "Dir polier´ ich die Fresse, du Lackaffe!" "Nur zu, Pickelfresse, wenn ich mit dir fertig bin, kannst du deinen Dreck vom Boden lecken!" Ich stürzte mich auf ihn. Er wich zurück und konterte mit einer Linken ans Kinn. Ich hatte nicht den Hauch einer Chance. Er zerlegte mich nach allen Regeln der Kunst und beendete mit einem Kniestoß in den Solarplexus. Geschlagen kauerte ichin einer Ecke, während sich dieser Fatzke von seinen Kumpels feiern ließ.Ich bemerkte, wie mich jemand am Kragen packte. "Mensch, was ham ´se denn mit dir gemacht?" Es war Charley. Schon seit langem hatte ich mich nicht mehr so gefreut, ihn zu sehen. "Mensch, Scheiße, wo hast du denn so lange gesteckt?" "Komm mit!" Ich folgte ihm schwankend zu seinem 84-er Polo und ließ mich ächzend auf die Rückbank fallen. Ich bemerkte etwas Klebriges unter meinem Hintern und griff danach. Ein Kondom. Feucht, schleimig und noch warm. Charley Benkmann, der Stecher der Nation.
Auf dem Heimweg hätte ich fast zu heulen angefangen. Nach diesem Abend hatten sich meine Chancen, jemals ein Girl abzubekommen drastisch verschlechtert. Gern hätte ich gebetet:"Lieber Gott, ich bin jetzt 24. Bitte schenk mir endlich einen verdammten Fick. Bitte, einen einzigen nur!" Aber Gott war für solche Angelegenheiten vermutlich der falsche Ansprechpartner. Und zu Allah und Buddha hatte ich als Protestant wohl auch nicht gerade den allerbesten Draht.
__________________
violent sorrows seem
a modern ecstasy

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