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Leselupe.de > Ungereimtes
The winner takes it all: Barack Obama
Eingestellt am 09. 11. 2008 12:03


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Inu
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Ich habe jetzt die erste, spontane
Fassung, die mir in der Wahlnacht in den Sinn kam, wieder eingestellt:

*

Barack Obama


In Afrika – heißt es -
steht die Wiege des Sapiens.

Aus Afrika kommt ER.
‚Die Zeit ist reif,
zu heilenden Taten
ist Er bestimmt’,
sagen die Weisen,
‚Er,
der in sich Wille und Kraft
und Klugheit vereint.’

Hätt’ ich gelebt in früheren Tagen,
wo das Wünschen noch half,
ich wünschte,
er würde
der Retter ...

Aber ungläubig bin ich,
vom
dunklen Geschehen
auf unsrem Planeten
in der Seele gezeichnet,
nicht mehr verführbar.
Doch jauchzte auch ich
wie all die Millionen.
Wir jauchzten und weinten:
wunderbar wäre es, wenn ...


One moment in time.

Als dann die Sterne
leuchteten
über Chicago
als der Schöne uns mit seinem Zauber
die Herzen nahm,
da schien die Welt eine neue.

One moment in time.

In diesem Augenblick
zelebrierte die Menschheit

sich selbst.


*





Das ist die etwas mehr durchdachte und gefeilte Version.


Barack Obama

In Afrika – heißt es -
steht die Wiege des Sapiens,
steht die Wiege des Geistes.
Black people … lang ausgebeutet, entehrt,
meldet sich kraftvoll zurück auf die Bühne
der Welt

Denn:
ER ist einer von ihnen.
‚Die Zeit ist reif,
zu großen, heilenden Taten
ist Er bestimmt’,
sagen die Weisen,
‚Er,
der in sich Stärke und Wille
und Klugheit vereint.’

Hätt’ ich gelebt in früheren Tagen,
wo das Wünschen noch half,
ich wünschte,
er würde
der Retter ...

Aber ungläubig bin ich,
vom
dunklen Geschehen
auf unsrem Planeten
in der Seele gezeichnet,
nicht mehr verführbar.
Doch jauchzte auch ich
wie all die Millionen.
Wir jauchzten und weinten:
wunderbar wäre es, wenn ...

Special moment in time!

Als dann die Sterne
leuchteten
über Chicago
als der Dunkle, Schöne
uns die Herzen nahm,
da schien die Welt eine neue.

In diesem Augenblick
zelebrierte die Menschheit

sich selbst.


*


Version vom 09. 11. 2008 12:03
Version vom 09. 11. 2008 15:15
Version vom 10. 11. 2008 09:19
Version vom 10. 11. 2008 09:37
Version vom 10. 11. 2008 09:57
Version vom 10. 11. 2008 21:44
Version vom 11. 11. 2008 00:45
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Version vom 13. 11. 2008 08:55

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

whitneys wunderbares schmalznüdelchen in allen ehren, liebe @inu - zu anbetungsgesängen an zeitgenössische politiker sind wir, zumindest seit dem fall der mauer, nicht mehr verpflichtet. solche gesänge stimmen für gewöhnlich nur jene an, die sich persönlichen vorteil davon versprechen oder bezahlt werden dafür.

vorschusslorbeeren der von dir hier gewährten art bergen gleich ein paar giftige stacheln auf einmal in sich; man könnte dir vorwerfen, du wüsstest wohl nicht, welcher systematik der von dir offenbar hochverehrte seinen platz an der spitze verdankte.

solche lieder wären nur dann ungefährlich für ihre urheber, wenn sie entweder posthum erfolgten und damit lediglich romantischer geschichtsklitterung dienten oder aber, wenn tatsächlich das salböl, das der "person" eines präsidenten zu lebzeiten aufgeschmiert wurde, nicht vertan wäre.

mit einfacheren worten: wenn der neue amerikanische präsident guantanamo nicht sofort dicht machen, den irak- und den afghanistankrieg nicht beenden, die israelis nicht endlich mal auf die gosche hauen lässt und den häuslebauern die hütten nicht schenkt, die sie ohne eigenkapital in die sümpfe floridas gebaut haben, dann hat zwar er kein problem damit, aber jeder dichter, der ihn besungen hat.

desahlb die empfehlung: lieber keine öffentlichen polit-oden mehr. sie geraten nie wirklich süß; ganz egal, wieviel zucker darin verblasen wird - wer nah genug kommt, spürt den aasgeruch. die walfische jedenfalls riechen ihn, aber die gehören ja nicht zu der spezies, die du samtverbindlich jauchzen und singen lässt.

sorry, wenn ich dir das jetzt so ungeschminkt sage. aber wenn ich whitney das lied sigen höre, das dir offenbar ebenso gut gefällt wie mir, dann seh ich innerlich trotzdem immer ben johnson und alle anderen, zugedopten würste und weiß, um was die "jugend der welt" bei den games beschissen wurde und wird.

whitney wusste es auch und hat's deshalb am schluss nicht mehr ausgehalten.

lebe grüße aus münchen

bluefin

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Christoph Sturm
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Ich vermute, daß dieses Gedicht keine blinde Huldigung an Obama ist. Finde deswegen die Kritik meines Vorkommentators ein wenig ins Leere gehen, auch wenn ich allgemein gesehen vielem zustimme.
Verschiedene Formulierungen betonen den Zweifel an der Hoffnung, die geweckt wird.
Aber, daß der Moment der inszenierten "Inthronisierung", bei vielen Menschen, bestimmte Gefühle geweckt hat, beschreibt das Gedicht doch recht treffend.
Ob hier auf den Whitney Houston Titel angespielt wird bei den Einschüben, vermag ich nicht eindeutig erkennen.
Mir gefallen diese nicht zu gut, sie zerreissen das Gedicht in meinen Augen. Wie bei dem Vorkommentator zu sehen ist, werden da Assoziationen gesehen, die für den Betrachter von aussen nicht nachvollziehbar und in diesem Zusammenhang nicht als sinnvoll zu erkennen sind.
Wenn die Formulierung "One Moment In Time" für die Autorin, aber in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung hat, dann steht sie da natürlich dennoch zu Recht.

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bluefin
Guest
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wenn zitate gebraucht werden, müssen sie im kontext gesehen werden. und der ist Hier klicken ganz und gar eindeutig, lieber christoph.

mag sein, dass dich personenbezogene massenhysterien nicht grundsätzlich abstoßen wie mich, und dass du feiner unterscheiden kannst als ich, ab wann man - vorauseilend - einem potentaten zujubeln soll und wann nicht.

mir erscheint das gedicht nicht als beschrieb einer massenhysterie, sondern gibt - unter bezugahme auf einen welthit - mehr oder weniger deutlich die ansicht eines lyrichs wieder. ob diese mit jener der verfasserin übereinstimmt, weiß ich nicht. ich weiß nur, dass ich diese ode im hinblick auf die tatsächlichen zustände in der weltpolitik (das wort "verhältnis" wäre mir da zu beschönigend) für scheußlich halte.

sorry dafür, inu. meinst du nicht, es wär besser, wir würden die politik aus der lyrik ganz rauslassen? denk doch nur, wie viele scheiß-parteien es auf der ganzen welt gibt, und wie die sich fertig machen, gegenseitig...ich will dich mögen, weil du eine coole lyrikerIn bist, und nicht dick haben müssen, weil du irgendeinem präse den hintern mit blattgold verdichtest.

liebe grüße aus münchen

bluefin

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Christoph Sturm
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@bluefin:
Wie gesagt, kann ich mich mit vielem, was Du geschrieben hast identifizieren.
Ich emfand das Poem eben nur nicht so eindeutig.

Politiker würde bei mir wahrscheinlich nur in Spottschriften auftauchen.
Generell würde ich aber auch sagen, daß kein thema ausgeschlossen sein sollte.
Auch ich bin oft angeekelt von der Politik und dem Weltgeschehen.
Ich wiederhole mich erneut, wenn ich betone, daß wir da nicht soweit auseinander liegen.

Aber ich denke auch, daß auch die politische Anaylyse, solange sie nicht in unreflektierte Lobhudelei von Ideen oder Personen niederschlägt, sich in der Dichtung wiederfinden darf.

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bluefin
Guest
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als ER zu den klängen des badenweiler marsches vor das volk hintrat, war es aus mit der ruhe. es riss ihnnen allen die arme nach vorne-oben:

quote:
One moment in time.

In diesem Augenblick
zelebrierte die Menschheit

sich selbst.

wohl wahr (gewesen), @leisewege, wohl wahr. leni riefenstahl hat's festgehalten mit ihren kameras, und wir können es uns immer wieder ansehen.
quote:
Als dann die Sterne
leuchteten
über Chicago
als der Schöne uns mit seinem Zauber
die Herzen nahm,
da schien die Welt eine neue.

One moment in time.
auch wahr. damals war's in nürnberg, und hübsch war ER nicht, aber die frauenherzen eroberte ER doch, bevor ER sich an die ganze welt machte.

ER war aber auch zu fesch, in seiner braunen wichs. von manchen wird ER noch heute geliebt.

ziemlich nachdenkliche grüße aus münchen

bluefin

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