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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Tierwelt Theaterstück
Eingestellt am 29. 09. 2001 23:25


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
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Szene 1

Wüterich: Wildschwein
„Stümper! Stümper!“ (raschel, raschel, such such)
„Wo steckt diese miese Ratte, wenn ich die erwische?“

Krähe Kracks:
„Was hast du nur, Wüterich? So ein Wildschwein wie du, kann doch nicht ständig so wütend sein!“

Wüterich:
„Ich bin so wütend, wie ich will und wenn ich diese miese Ratte erwische, mache ich Hackfleisch aus ihr.“

Krähe Kracks:
„Das traue ich dir sogar zu, das bedarf gar keiner Frage. Schließlich bist du hier im Umkreis das wildeste Schwein, das Gott unter der Sonne hat. Ich, als Krähe hier kann das beurteilen, weil ich mich in der Gegend hier voll auskenne.“

Wüterich:
„Verschone mich mit deinem Gezwitscher! Zwitschere anderen in den Ohren herum, aber nicht mir. Hast du mich verstanden? Verzisch dich!“

Krähe Kracks:
„Na gut, wenn du es so willst! Bitteschön. Ich hätte dir bei der Suche nach Stümper ja helfen können, aber ganz wie du willst!“ (abdampfen)

Wüterich:
„Ganz wie du willst! Ganz wie du willst!“ (nachäffen) „Diese Nervensäge Kracks redet den ganzen Tag von morgens bis abends. Von wegen helfen! Das ich nicht lache! Die Würmer fressen, die ich bei der Suche aufbuddele und mir mächtig auf die Nerven gehen!“


Szene 2
Ratte Stümper:
„Hahaha, da sucht das Blödschwein nach mir! Aber dieser Wüterich wird mich nicht finden! Es macht Laune ihn wütend zu machen! Wildschweinchen wird ja leicht wütend, aber diesmal hatte es auch allen Grund dazu! Ich habe nämlich in der Erde den Baum abgenagt, an den es sich ständig die Schwarte kratzt. Ist es meine Schuld, dass es dabei vom Baum fast erschlagen wurde? Muss es sich ausgerechnet dort kratzen, wo ich arbeite? Selbst Schuld, kann ich da nur sagen!“

Krähe Kracks:
„Hey, Ratte, mit wem redest du denn da? Führst du Selbstgespräche?“

Ratte Stümper:
„Ach, Kracks, hast du dich mal wieder ordentlich satt gefressen bei Wüterich?“

Krähe Kracks:
„Ja, aber jetzt hat er mich gefeuert. Ich ging ihm mächtig auf die Nerven. Lass dich bloß nicht von ihm erwischen! Aus lauter Wut würde er dich sicher zerfleischen. Hast du mit Absicht seinen Lieblingsbaum angenagt?“

Ratte Stümper:
„Ach, mit Absicht, mit Absicht! Was denkst du von mir! Der Baum war krank, er musste weg! Seine Rinde war vom vielen kratzen schon abgeschabt. Die Ameisen beschwerten sich schon. Sie kamen die Rinde nicht mehr hinauf.“

Krähe Kracks:
„Warum hast du dann den Baum nicht gleich ganz durchgenagt? Warum so stümperhaft?“

Ratte Stümper:
„Wozu? Weshalb soll ich so hart arbeiten, wenn Wüterich für mich den Rest der Arbeit erledigt und außerdem, warum heiße ich Stümper?“


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anemone
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Tierwelt Szene 3

Sprecher:
Schon geraume Zeit sieht man Krax aufgeregt von Baum zu Baum fliegen. Es muss ein besonderer Tag sein. Irgendetwas liegt in der Luft. Mal sehen, was die anderen Tiere so treiben!

Wüterich:
„Was nützt mir eine Schweinekuhle ohne Wasser! Kann mir das mal jemand sagen? Ich brauche ein Bad, mir juckt die Schwarte! Ich wette, dieser Nager steckt wieder mal dahinter. Der Boden sieht aus wie ein Sieb, überall kleine Löcher. Aufspießen werde ich diesen Stümper. An meinen widerspenstigen Borsten werde ich ihn aufspießen, wenn ich ihn nur erwische!“

Sprecher:
Bei Wüterich scheint alles in Ordnung zu sein. Mal sehen, wie es bei Stümper aussieht!: Nanu, ich glaube, dort liegt das Problem, Stümper scheint verschwunden zu sein!

Krähe Krax:
„Jetzt habe ich aber auch wirklich schon jeden gefragt: Keiner weiß, wo Stümper ist. Selbst die Mäuse haben ihn nicht gesehen! Wüterich wird doch wohl kein Hackfleisch aus ihm gemacht haben! Ich muss ihn mal fragen!“

Wüterich:
„Was denn? Diese miese kleine Ratte suchst du? Dann such mal schön weiter und wenn du sie hast, dann bringe sie mir zum Abendessen! Ich werde sie mit Genuss verspeisen! Meine Kratzbäume nagt der Stümper an, dass sie mir auf dem Kopf fallen und meinen Suhl legt er trocken, damit ich mir die juckende Schwarte nicht mehr abkühlen kann. Ich habe eine Stinkwut auf diesen Nager. Hau bloß ab!“

Krähe Krax:
„Wenn Wüterich schnauft, dann kann man besser das Weite suchen, sonst schmeißt er mit Erde um sich. Meine Federn mögen das nicht! Außerdem hindert das beim Fliegen. Was hat er gesagt? Stümper hat den Suhl trockengelegt? Wie hat er das denn angestellt? Dann muss Stümper ja ganze Arbeit geleistet haben! Das passt doch gar nicht zu ihm!“

„Halt, du Wurm! Dich hab ich. Du kommst mir nicht davon!“

Wurm:
„Dann friss mich schon, du Vogel! Wieso lässt du mich so lange zappeln?“

Krähe Krax:
„Mir kommt da so eine Idee. Du könntest mir helfen, den Stümper zu finden!“

Wurm:
„Was denn, die Ratte? Sie ist für mich genauso gefährlich wie du. Wenn sie mich erwischt, bin ich erledigt!“

Krähe Krax:
„Wenn du einen schönen Gruß von mir bestellst, lässt sie dich am Leben. Außerdem brauchst du nur deine Freunde fragen. Irgendein Wurm wird sicher heute schon Bekanntschaft mit ihr gemacht haben.

Ich verspreche dir, dass ich bis du wiederkommst nur Engerlinge und Käfer fressen werde und von mir hast du nichts zu befürchten!“

Wurm:
„Na gut, dann lass mich los! Wir treffen uns an der gleichen Stelle wieder. Lauf also nicht weg! Wir Würmer haben eine gute Telefonleitung. Ich heiße übrigens Pier.

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anemone
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Tierwelt Szene 4 und 5


Wurm Pier:
Telefondepesche
Achtung – Achtung – Erbitte Nachricht an Pier –
Wo ist Ratte Stümper gesehen oder gehört worden?
(krächts – krächts – knack – knack – tack – tack – zisch – zisch)

Wurm Knack:
„Ächts, ächts (lautes schnelles atmen) „Hallo Pier! (schnauf, schnauf) Hier spricht Knack. (lautes Glucksen) (stöhn)
Wenn du ein Glucksen in der Leitung hörst, so ist das unsere neueste Katastrophenmeldung. Wir haben im Moment gar keine Zeit uns nach Stümper zu erkundigen. Wir müssen retten, was noch zu retten ist. Unter der Erde stehen alle Gänge und Erdlöcher unter Wasser oder sind verschlammt. Es soll Mäuse geben, die in ihren Erdlöchern ertrunken sind. Hier geht alles drunter und drüber. Käfer huschen aufgeregt vorbei. Die Grillen zirpen wie wild und alles ist in heller Aufregung. Wenn du und deine Leute helfen wollen, dann begebt euch zum Wildschweingehege. Dort unter der Erde ist der Teufel los.
Das war’s, ich werde gebraucht, bis bald. Viele Grüße – over –

Szene 5
Wurm Pier: „Hey, Krähe!“
Krähe Krax: „Was gibt es?“

Wurm Pier:
„Es gibt schlimme Nachrichten vom Wildschweingehege. Alle Kleintiere sind in heller Aufregung, weil unterirdisch alles überflutet wurde. Vielleicht ist diese Ratte Stümper ja ebenfalls in einer Flutwelle ertrunken!"

Krähe Krax:
„Komisch, dass man auf der Erde von diesem Chaos nichts mitbekommt. Beim Wildschwein sieht alles ganz friedlich aus. Ich habe sein Gehege doch schon mehrfach überflogen.“

Wurm Pier:
„Also nichts für ungut, mehr kann ich für dich nicht tun! Ich empfehle mich jetzt, bevor dich der Hunger überkommt.“

Krähe Krax:
„Ja, danke für die Auskunft. Ich weiß jetzt jedenfalls, wo ich nach Stümper suchen muss.“

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anemone
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Szene 6

Krähe Krax:
„Ich sitze hier auf dem Ast von Wüterichs neuestem Kratzbaum. Wüterich schnaubt immer noch in der Gegend herum und merkt gar nicht, was rings herum alles los ist. Na, ich habe es ja auch nicht bemerkt. Selbst beim ausgiebigstem Suchen nach Stümper ist es mir nicht aufgefallen, dass bei den Kleintieren und Insekten unter der Erde eine Katastrophe herrscht. Aber wenn man genau, wirklich ganz genau hinsieht, bekommt man schon eine Menge davon mit. Da drüben zum Beispiel mühen die Ameisen sich ab. Sie tragen jede Menge toter Käfer, Ameisen und Engerlinge an die Erdoberfläche. Wenn man sieht, wie sie sich abplagen, vergeht einem der Appetit auf diese Leckerbissen. Eine Hamsterfamilie läuft wie besessen in der Gegend herum, um Vorräte zu sammeln. Sicher hat das Wasser die Vorratskammer unter der Erde überspült.
Hey, Hamster!“

Hamster:
„Halt mich nicht auf, keine Zeit!“

Krähe Krax:
„Ich weiß, sag mir nur, ob du die Ratte Stümper gesehen hast!“

Hamster:
„Ja, irgendwann, irgendwo!“

Krähe Krax:
„Lauf ruhig weiter, ich fliege dir hinterher! Überlege mal, wann, wo und wie es war!“

Hamster:
„Irgendwie, ja, irgendwie hab ich sie gesehen. Nun lass mich, ich habe andere Sorgen. Alle Körner für den Winter sind vom Wasser durch die Gänge weggespült worden. Ich muss neue Nahrung sammeln. Ich muss neue Vorratskammern bauen. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! Ich weiß gar nicht, wo ich jetzt noch Körner finden soll! Störe mich nicht mehr! Ich muss nachdenken!“

Krähe Krax:
„Hamster, ich weiß, wo es Mais gibt. Ich besorge dir welchen, wenn du mir sagst, wo Stümper war.

Hamster:
„Stümper, ach ja, die Ratte. Sie war beim Igel! Ich bin sicher, dort habe ich sie gesehen. Ja, dort habe ich sie gesehen. Sie lag dort, ja, sie lag dort.“

Krähe Krax:
„Ich werde gleich hinfliegen, danke!“

Hamster:
ruft ihr nach: „Vergiss die Maiskörner nicht, vergiss sie nicht!“

Krähe Krax:
„Ich lege sie unter den Kratzbaum, heute abend sind sie dort!"

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anemone
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Szene 7 und 8

Krähe Krax:
„Iiigel, Iiiiiigel! Wo steckt er nur? Er wohnt doch immer hier. Wo kann ich ihn nur finden?
Was liegt denn da drüben für eine kleine braune Kugel?
Hey, Igel. Warum hast du dich so zusammengerollt? Hey, gib doch mal Antwort! Nichts zu machen. Er muss Angst haben. Vor mir hat Keiner Angst. Warum verhält er sich so sonderbar?
Na, ich werde zuerst einmal Maiskörner holen. Vielleicht mag sie der Igel ja auch und kommt dann wieder zu sich.

Szene 8

Krähe Krax:
„Ich muss mich beeilen, der Maishäxler ist schon unterwegs oder woher kommt dieser ohrenbetäubende Lärm? Nein, es ist kein Maishäxler. Da arbeitet jemand wie ein Wilder und man sieht ihn nicht. Ganze Maisreihen fallen nach und nach um. Von hier oben kann ich nichts erkennen, ich muss mal unten auf den Boden.
Nanu, dieser lange dunkle Schwanz und dieses Nagegeräusch? Stümper, bist du das? Was treibst du hier?

Ratte Stümper:
„Hy Krax! Ich brauche neue Vorräte für meine Vorratskammern, meine alten sind verschwunden.

Krähe Krax: „Ja, ich weiß. Ich glaube, diesmal hast du etwas Schlimmes angestellt.

Ratte Stümper:
„Aber ich wollte das nicht, bestimmt nicht! Ich wollte Wüterich nur wieder ein bisschen ärgern. Ich habe nicht daran gedacht, dass das Wasser aus seiner Schweinekuhle alle Vorratskammern und Gänge überspült. Ich möchte mich am Liebsten verstecken. Alle Tiere werden jetzt böse auf mich sein. Der Igel hat auch schon mit mir geschimpft. Ich habe ihm Mais versprochen und will ihm eine neue Vorratskammer graben.

Krähe Krax:
„Dann lass uns keine Zeit verlieren. Wir müssen so schnell wie möglich den Mais zu den Tieren bringen, damit sie für den Winter wieder Vorräte haben. Bald wird der Mais geerntet und dann gibt es für uns alle nichts mehr zu holen.

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anemone
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Szene 7 und 8

Krähe Krax:
„Iiigel, Iiiiiigel! Wo steckt er nur? Er wohnt doch immer hier. Wo kann ich ihn nur finden?
Was liegt denn da drüben für eine kleine braune Kugel?
Hey, Igel. Warum hast du dich so zusammengerollt? Hey, gib doch mal Antwort! Nichts zu machen. Er muss Angst haben. Vor mir hat Keiner Angst. Warum verhält er sich so sonderbar?
Na, ich werde zuerst einmal Maiskörner holen. Vielleicht mag sie der Igel ja auch und kommt dann wieder zu sich."

Szene 8

Krähe Krax:
„Ich muss mich beeilen, der Maishäxler ist schon unterwegs oder woher kommt dieser ohrenbetäubende Lärm? Nein, es ist kein Maishäxler. Da arbeitet jemand wie ein Wilder und man sieht ihn nicht. Ganze Maisreihen fallen nach und nach um. Von hier oben kann ich nichts erkennen, ich muss mal unten auf den Boden.
Nanu, dieser lange dunkle Schwanz und dieses Nagegeräusch? Stümper, bist du das? Was treibst du hier?"

Ratte Stümper:
„Hy Krax! Ich brauche neue Vorräte für meine Vorratskammern, meine alten sind verschwunden.

Krähe Krax:
„Ja, ich weiß. Ich glaube, diesmal hast du etwas Schlimmes angestellt."

Ratte Stümper:
„Aber ich wollte das nicht, bestimmt nicht! Ich wollte Wüterich nur wieder ein bisschen ärgern. Ich habe nicht daran gedacht, dass das Wasser aus seiner Schweinekuhle alle Vorratskammern und Gänge überspült. Ich möchte mich am Liebsten verstecken. Alle Tiere werden jetzt böse auf mich sein. Der Igel hat auch schon mit mir geschimpft. Ich habe ihm Mais versprochen und will ihm eine neue Vorratskammer graben.

Krähe Krax:
„Dann lass uns keine Zeit verlieren. Wir müssen so schnell wie möglich den Mais zu den Tieren bringen, damit sie für den Winter wieder Vorräte haben. Bald wird der Mais geerntet und dann gibt es für uns alle nichts mehr zu holen.

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