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Leselupe.de > Kindergeschichten
Tiffi und der Schlafanzug
Eingestellt am 23. 07. 2011 08:39


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rogathe
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Tiffi und der Schlafanzug

Hallo, ich hei├če Tiffi und m├Âchte euch von meinem Abenteuer erz├Ąhlen. Es fing damit an, dass ich den kuscheligsten Schlafanzug der Welt geschenkt bekam, rosa mit lila Sternen. Ihr k├Ânnt euch vorstellen, dass ich ihn gar nicht mehr ausziehen wollte. Mama und Papa lachten und meinten, nun k├Ânnten sie meine anderen Kleidersachen verschenken, aber das wollte ich dann doch nicht. Also haben wir Pyjamatage vereinbart, die ich mir selbst aussuchen darf, wie gestern.

Weil Mama ihren freien Tag hatte, konnten wir ganz lange zusammen fr├╝hst├╝cken. Sp├Ąter gngen wir einkaufen. Klar trug ich dabei meinen Schlafanzug. Beim Metzger fragte mich die Verk├Ąuferin, ob ich schon wach genug sei f├╝r ein St├╝ckchen Wurst. So was d├Ąmliches, nat├╝rlich war ich das. Im Obstladen bekam ich Kirschen, die ich mir sogleich ├╝ber die Ohren h├Ąngte. Kirschen passen sehr gut zu lila Sternen, finde ich. Danach kaufte mir Mama ein neues Malheft, in dem ein lustiges M├Ądchen mit Knollennase und Sommersprossen abgebildet war. Zuhause malte ich seine Hose gr├╝n, den Pulli orange und die Schuhe blau. Dann gab es Essen.

Als ich in mein Zimmer zur├╝ckkehrte, sa├č das bunte M├Ądchen im Schneidersitz auf meinem Tisch.

"Da bist du ja endlich!", schimpfte es ungeduldig.

"Huch!" antwortete ich erschrocken.

"Von wegen, huch!", fuhr es ├Ąrgerlich fort, "Was f├Ąllt dir ein, mich so scheu├člich anzumalen. Ich will genauso aussehen wie du in deinem Schlafanzug."

"Äh, Entschuldigung, das kann ich doch nicht ahnen", entgegnete ich. "Wieso bist du nicht mehr im Malheft?"

"Genau darum! Ich h├Ątte gleich abhauen sollen, als ich dich mit den Buntstiften kommen sah. Jetzt nimm deinen Radierer und dann male mich rosa mit lila Sternen!"

Kopfsch├╝ttelnd machte ich mich an die Arbeit.

"Hihihi, das kitzelt!" prustete das M├Ądchen und t├Ąnzelte wild auf dem Tisch herum.

"Wenn du nicht still h├Ąltst, geht das nicht!" Endlich war ich mit Rubbeln fertig.

"Hier m├╝ssen noch Sterne hin und da auch!" befahl es, nachdem ich es von oben bis unten rosa angemalt hatte.

Geschafft. Das Pyjamam├Ądchen, wie ich es mittlerweile insgeheim nannte, schlug mehrere Purzelb├Ąume, um zu meinem Spiegel zu gelangen und betrachtete sich kritisch von allen Seiten.

"Ist in Ordnung!" nickte es zufrieden. "Es kann losgehen!"

Bei diesen Worten sprang es in meine Hand, ergriff den Daumen und rief lauthals:

"Hand in Hand ins Pyjamaland!"


Dann h├╝pften wir in mein Bett.
Dachte ich.

Ein heftiger Wirbel erfasste uns und mir wurde schwindlig. Verwundert stellte ich fest, dass wir in einer rosa Wolke schwebten, die mit lila Sternen ├╝bers├Ąt war.

"Herzlich willkommen!" empfing uns ein besonders gro├čer Stern strahlend, w├Ąhrend etliche kleinere im Vorbeifliegen freundlich winkten. Andere spielten Fangen und Verstecken, neckten sich und kicherten vergn├╝gt.

"Komm, mach mit!" forderten sie mich auf. "Du musst nur aufpassen, dass du nicht an den Rand der Wolke ger├Ątst, dort ist es gef├Ąhrlich."

├ťberm├╝tig tollten wir herum. Rumps, pl├Âtzlich knuffte mich etwas h├Âchst unsanft in die Seite.

"'tschuldigung, hab's furchtbar eilig, muss ein Ungl├╝ck verhindern!" h├Ârte ich ein helles Stimmchen.

Ehe ich mich's versah, packte mich ein gro├čer lila Stern und blinkte Alarm:

"Halt dich gut an mir fest, sonst zieht es dich in ein Schwarzes Loch und du bist f├╝r immer verloren!"

In diesem Moment fiel mir auf, dass das M├Ądchen aus dem Malheft nicht mehr da war.

"Ist das kleine Pyjamam├Ądchen etwa dort hinein gest├╝rzt?" fragte ich ├Ąngstlich.

"Nein, du brauchst dich nicht zu sorgen", beruhigte mich der Stern. "Ein kleiner W├Ąchterstern hat es rechtzeitig erwischt und in Sicherheit gebracht. Es wird gleich wieder hier sein. Der Pilotenstern steuert uns bereits in ausreichendem Abstand an den Schwarzen L├Âchern vorbei. Du wei├čt doch, dass es alte tote Sterne sind, die allerdings eine so dichte Masse besitzen, dass sie alles unwiederbringlich anziehen, sogar das Licht."

Nach einer kurzen Pause, in der ich ihn verst├Ąndnislos anstarrte, plauderte er seelenruhig weiter:

"Bald erreichen wir die Milchstra├če. Hast du Durst? Magst du deine Milch lieber mit Erdbeer- oder Himbeergeschmack?"

"Am am am liebsten w├Ąre mir Kirsche." stotterte ich total verwirrt.

Dann begann ich nachzudenken.

"Sag mal, ist diese Wolke das Pyjamaland?"

"Das ist richtig" nickte der Stern, "genau genommen ist es DEIN
Pyjamaland. Deshalb sieht es auch so aus wie dein Schlafanzug.
Jedes Kind hat sein eigenes Pyjamaland."

"Ohne das M├Ądchen aus dem Malheft w├Ąre ich jetzt nicht hier", ├╝berlegte ich weiter.

"Nun, man kann auf vielerlei Weise hierher gelangen", erk├Ąrte der Stern. "Auch Herzensw├╝nsche oder Tr├Ąume k├Ânnen das bewirken.
Wichtig ist nur, dass man seinen Lieblingsschlafanzug tr├Ągt."

"Und wie kommt man wieder nach Hause?" wollte ich wissen.

Der Stern schmunzelte: "Nichts leichter als das. Du sprichst die magischen Worte

    Wolke, Wolke, sei so nett,
    bring mich wieder in mein Bett


und schwupps, bist du dort."

Das klang sehr ├╝berzeugend. Ich fand, dass es f├╝r dieses Mal abenteuerlich genug war, nahm das kleine Pyjamam├Ądchen wieder in meine Hand und verabschiedete mich von dem freundlichen Stern. Dann w├╝nschte ich mich zur├╝ck in mein Kinderzimmer.

Plumps, sa├č ich auf meinem Bett, das Malheft mit dem M├Ądchen neben mir und es schien, als zwinkerte es mir zu.




Version vom 23. 07. 2011 08:39
Version vom 23. 07. 2011 09:18

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