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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Tinas Tour
Eingestellt am 20. 08. 2009 13:28


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leonmicha
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Aug 2009

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©Leonhard Michael Seidl

TINAS TOUR
eine Infamie

Für gewöhnlich sitze ich im Cafè Bermuda, nahe am Strand, im Freien, nicht direkt in der prallen Sonne, sondern knapp unter dem Sonnensegel, um meine Sachen zu schreiben. Es sind kleine Erzählungen, mal kürzer, mal länger, was der Stoff eben hergibt.
Mitunter wird das Zeug gedruckt, was mich freut, aber meistens landet meine Arbeit im Papierkorb irgendeines Redakteurs – es ist eben Trash; flott hingeschmiert, ohne viel Begeisterung und Hingabe, aber von irgendetwas muß der Mensch halt leben, und, was solls, es macht mir ja auch irgendwo Spaß. Ich kann in der Sonne sitzen, mir die Leute anschauen, vor mich hin dämmern, am Caipirinha oder einem anderen zuckersüßen Drink nippen und hin und wieder ein paar Wörter schreiben. Das geht seit ein paar Jahren ganz gut – ich kann mich nicht beklagen.
Neulich kam eine Frau auf mich zu, mit guter Figur und guten Manieren. Vielleicht dreißig oder knapp älter. Zuerst dachte ich, wieder so ein Rucksacktourist, der eine Kippe schnorren will, aber dann trat sie freundlich an meinen Tisch und sagte:
- Sie sind doch der Dichter Lucca Lunedi?
Ich blinzelte zu ihr hoch, denn Lucca Lunedi ist mein Pseudonym und keiner kennt mich. Zu was taugt ein Pseudonym wohl sonst?
- Woher…?
- Darf ich? lächelte sie und setzte sich. – Ihr Foto fand ich neulich in einem Magazin. Und dabei war eine Erzählung, die mir gut gefallen hat. Das ist alles.
Ich betrachtete sie eingehend. Schöne Brüste unterm T-Shirt, für Männerhände wie geschaffen. Schmale Taille. Runde Hüften. Flacher Bauch. Nettes Gesicht, die Nase vielleicht ein wenig spitz, aber darüber konnte man wegsehen, wenn das Nachttischlämpchen verglimmte. Ich sagte:
- Was war es denn für eine Erzählung?
- Ist das wichtig?
- Nein. Ich bitte Sie nur, mich nicht als Dichter zu bezeichnen. Ich bin kein Dichter, höchstens ein Schriftsteller.
Sie reichte mir die Hand und sagte kommentarlos:
- Ich bin die Tina.
- Aha. Was haben Sie denn da in Ihrem schweren Rucksack, Tina?
- Mein Arbeitszeug. Ich bin Fotografin. Ich reise durch die Welt und fotografiere, was mir vor die Linse kommt.
Ich bestellte noch einen Caipi und fĂĽr Tina einen Strawberry Margarita. Ich sagte:
- FĂĽr welche Zeitungen arbeiten Sie?
- Für jede, die Fotos will. Und sie wollen ständig welche. Das Foto von Ihnen, übrigens, in diesem Magazin, war miserabel. Nichts für ungut…
- Sie können das besser?
- Natürlich – keine Frage – kann ich das besser.
Ich sah hinĂĽber zum Strand. Dort tummelte sich eine Gruppe Japaner in dunkler Strandkleidung. Sie sahen aus wie eine Herde Pinguine. Ins Wasser traute sich keiner. Also doch keine Pinguine.
Ich sagte:
- Was zu beweisen wäre.
- Wie meinen Sie das, Herr Lunedi?
- Sagen Sie Lucca - klingt besser.
- Also: Was meinen Sie, Lucca?
- Fotografieren Sie mich.
- Gern. Unter einer Bedingung: Wir machen das so, wie ich es möchte.
- MuĂź ich einen Kopfstand machen oder einen Stuhl anknabbern?
- Das nicht. Aber ich hasse Fotos, die so unverbindlich sind wie alte Schuhsohlen.
- Farbe oder SchwarzweiĂź?
- Beides, Lucca, beides.
- Klingt spannend.
Ich lächelte. Eine Frage hatte ich noch:
- Was kostet mich der SpaĂź?
Tina lächelte zurück:
- Nichts. Es kostet Sie keinen Cent, Lucca.
- Gut. Wann und wo?
Sie ĂĽberlegte nicht lange, sah zur Uhr und sagte:
- Heute nachmittag um vier bei Ihnen in der Wohnung.

*

Sie rĂĽckte mit der vollen AusrĂĽstung an und begann sofort mit dem Aufbau der Apparatur: Das Stativ fĂĽr die Kleinbildkamera, eine Nikkon. Das Stativ fĂĽr die Digitalkamera, eine Sony. Die Polaroid legte sie auf den Tisch.
Wir befanden uns in meinem kleinen Wohnzimmer. Ich saĂź auf dem Diwan und sah ihr interessiert zu. Es fiel kein Wort. Dann sagte sie:
- Nehmen Sie das Bild von der Wand.
- Den Kilimandscharo?
- Ja. Er stört mich bei der Arbeit.
Ich nahm den Kilimandscharo von der Wand. Zurück blieb ein viereckiger Dreckrand – das Ölgemälde stammte noch vom Vormieter, ich hatte es nie beachtet. Nun lehnte es mit dem Gesicht zur Wand auf dem Boden.
Ich setzte mich wieder auf den Diwan. Tina stand hinter der Sony. Es blitzte.
Ich sagte:
- War das schon ernst?
- Ein Test.
- Und wann wird’s ernst?
- Wenn ichs sage.
- Aha.
Weiteres Schweigen. Die Hitze im Raum war mit den Händen zu fassen. Ich sagte:
- Darf ich mein T-Shirt ausziehen?
- Gern.
Ich zog mein T-Shirt aus. Tina sagte:
- Gibt es hier ein Bärenfell?
- Was wollen Sie denn mit einem Bärenfell?
Wieder blitzte es. Diesmal war es die Nikkon. Tina sagte:
- Sie sind der Typ Mann, den ich am liebsten auf einem Bärenfell fotografiere.
- Vielleicht auch noch nackt?
- Haben Sie Angst?
- Ich? Nie! Allerdings – ich habe einen Bauch. Der ist nicht besonders schön.
- Wirkt aber authentisch.
- Wenn Sie das sagen…
- Gibt es nun ein Bärenfell oder nicht?
Ich ging ein Bärenfell suchen. Leider fand ich nur eine ziemlich dreckige grüne Decke hinten im Schlafzimmerschrank. Als Nothilfe für kalte Nächte, die es hier auf der Insel aber niemals gab. Ich staubte sie am Fenster aus und kehrte damit ins Wohnzimmer zurück. Ich sagte:
- Eine Decke.
- Gut. Ich bin soweit. Wir können anfangen.
- Was muĂź ich tun?
- Legen Sie die Decke auf den Boden. Ziehen Sie sich nackt aus. Ich kann wegsehen, wenn Sie wollen.
- Aber nein, ich…
- Gut. Legen Sie sich mit dem Bauch auf die Decke. Sehen Sie zu mir her.
Es blitzte.
- Nicht so steif. Bewegen Sie sich.




Ich tat wie geheißen. Mir war heiß. Die Blitze blendeten mich. Tina kam zu mir herüber, ging in die Hocke. Ihr Rock bauschte sich. Ihr Dekollete verwirrte mich vollends. Sie trug nicht mal einen BH. Die Situation war teuflisch. Ich lag auf dem Bauch und bewegte mich. Mein Bröller bewegte sich ebenfalls. Und erhob sich. Es war schrecklich. Tinas Möpse lagen direkt vor meinen Augen.
- Was starren Sie denn so?
- Ich starre ja gar nicht.
Tina sprang auf, ging zurĂĽck hinter die Nikkon. Es blitzte wieder. Sie sagte:
- Lächeln Sie.
Ich hatte einen prallen Ständer unter dem Bauch. Wie sollte ich da lächeln?
- Lächeln, Lucca, lächeln! Ist denn das so schwer?
- Ich…
- Ich möchte nur wissen, wo Sie Ihre Gedanken haben.
Es blitzte, bevor ich eine Antwort geben konnte. Meine Gedanken lasteten schwer auf Tinas Glocken. Aber das konnte ich ihr nicht sagen. Es war unanständig. Unsittlich. Abscheulich. Meiner Zauberflöte war das egal. Sie mochte sich nicht beruhigen.
Ich weiĂź nicht, wie oft es geblitzt hat. SchlieĂźlich sagte Tina:
- Fertig. Sie können aufstehen.
- Ich kann nicht aufstehen.
- Warum denn nicht?
- Weil ich… weil ich…
- Ach was, Lucca. Stehen Sie auf und setzen sich auf den Diwan. Das wird Ihnen gut tun.
- Nein.
- Seien Sie kein Frosch. Ich hab schon viele nackte Männer gesehen. Ich betrachte sie als Modell, als Akt-Modell. Das ist alles.
Ich sprang auf, wandte mich rückwärts, plumpste auf den Diwan. Tina sah mir zu. Eigentlich wollte sie die Kameras abbauen, doch dann stockte sie.
- Was machen Sie denn da, Lucca?
- Wonach siehts denn aus?
Schließlich wandte ich mich ab und ließ den Dingen ihren Lauf. Dann sank ich auf dem Diwan zusammen. Tränen rannen mir über das Gesicht. Ich schluchzte:
- Du hast mich gedemĂĽtigt, Tina. Unendlich gedemĂĽtigt.
- Aber Lucca –
- Geh jetzt, bitte.
- Ich muĂź mein Zeug noch abbauen.
- Du sollst gehn! Hau ab und laĂź mich allein!
Wenig später war sie fort.
Ich schlurfte hinĂĽber in meine kleine KĂĽche, trank ein Lagerbier.
Von da ab gings mir besser. Ich ging duschen, zog frische Kleider an und verließ die Wohnung. Wenig später saß ich wieder im
… Cafè Bermuda, nahe am Strand, im Freien, nicht direkt in der prallen Sonne, sondern knapp unter dem Sonnensegel, um meine Sachen zu schreiben. Kleine Erzählungen, mal kürzer, mal länger, was der Stoff eben hergibt…
Die Sonne war längst in der Badebucht ertrunken, als ich hinüberging zu Ronaldos Bistro und einen Salat mit Thunfisch und Knoblauch zu mir nahm.
Ich schlenderte die Mole entlang zurĂĽck, betrachtete das ruhige Meer und die Wolken am dunklen Himmel. Im Bermuda wollte ich noch einen Twister mit reichlich Wodka als Sundowner nehmen und den Tag in Ruhe beschlieĂźen.
Es wurden vier.
Gegen dreiundzwanzig Uhr kam eine Frau an meinen Tisch. Es war Tina. Sie war sturzbetrunken.
Ohne Einladung plumpste sie auf einen Stuhl. Ansatzlos sagte sie:
- Ich bin ein Schwein.
- Ach was, Tina.
- Doch. Ich habe mich wie ein Schwein benommen. Ich hätte es mit dir treiben sollen, heute nachmittag, als du es so dringend brauchtest. Was ist schon dabei? Zwei erwachsene Menschen… und ich… ein Schwein.
- Nun mach mal halblang, Tina.
- Ach was! Ich hab meine Nächstenliebe, meine gottverdammte, beschissene Nächstenliebe in den Dreck gekippt, jawohl! In den Dreck gekippt. Das hab ich und ich hasse mich dafür.
Sie weinte. Die anderen Gäste sahen herüber. Es war mir peinlich.
Tina richtete sich auf, sah mich an, sagte laut und deutlich:
- Willst du es mit mir treiben, Lucca?
- Jetzt?
- Ja. Jetzt und hier! Willst du, Lucca?
Die anderen Gäste kicherten. Ich wäre am liebsten im Boden versunken. Mir war entsetzlich heiß. Die vier genossenen Twister taten ein Übriges.
Tina machte Anstalten, sich das verschwitzte T-Shirt vom Leib zu reiĂźen. Ich sprang auf. Ich sagte:
- Komm, Tina.
- Ich will aber!
- Nicht hier.
- Wo dann? Am Strand?
- Das ist verboten.
- Schade. Sehr, sehr schade.
Ihr Kopf wackelte wie eine Laterne im Sturmwind.
- Wir gehen zu mir, Tina. Dort können wir reden.
- Ich will aber nicht reden. Ich wills haben!
- Später, Tina. Komm jetzt.
Ich nahm sie am Arm, warf einen Geldschein fĂĽr meine Drinks auf den Tisch und zog sie fort von den Leuten, die mit aufgesperrten MĂĽndern und gierigen Augen in ihren Rattans lĂĽmmelten und auf eine Sensation warteten.
In meiner Wohnung stellte ich Tina unter die Dusche.
Unter dem kalten Wasser jaulte sie auf. Ich gab ihr eine Schlafanzug-jacke und packte sie auf den Diwan. Im Nu war sie eingeschlafen. Dann trollte ich mich ins Bett.
Der Schlaf wollte nicht kommen. Vor meinen Augen tanzten Tinas Glocken.
Endlich muss ich weggenickt sein, da weckte mich ein greller Schrei. Ich ruckte entsetzt hoch. Vor mir stand Tina und brĂĽllte aus voller Lunge:
- Meine FotoausrĂĽstung!
- Ja… was… wo…?
- Meine FotoausrĂĽstung ist weg!
- Wer? Warum?
- Gestohlen! Verschwunden! Fort!
- Wo?
- Fontanelli.
- Oh!
Die Bar Fontanelli lag in einer finsteren Sackgasse. Dort verkehrten ĂĽble Typen. Ich mied die Kneipe. Ich fragte mich, was Tina dort zu suchen hatte.
- Bitte Lucca, schau nach.
- Ich? In der Bar Fontanelli?
- Ja, In der Bar Fontanelli.
Ich stĂĽrmte aus dem Haus. Frischer Wind war aufgekommen. Ein Gewitter nahte, es war wie im Gruselfilm.
Die Bar Fontanelli lag zum Glück nur wenige Minuten entfernt. Als ich eintrat, schlug die Kirchenuhr zweimal. Es hielten sich kaum Gäste an der verräucherten Theke fest. Ich ging zu Theodore, dem Wirt.
- Ich suche eine FotoausrĂĽstung.
- Das kann jeder sagen.
- Sie gehört Tina.
- Tina? Wie schaut sie denn aus, deine Tina?
Ich beschrieb Tina so gut ich konnte. Theodore lachte. Sein Speckbauch hĂĽpfte. Er sagte:
- Kennt jemand von euch Tina?
Rudolfo, der arbeitslose Maurer, der an der Theke lehnte, sagte:
- Ich kenne Tina. Tina Molina. Sie ist dreiundneunzig und wohnt auf der anderen Seite der Insel. Das ist Tina.
Der Totengräber Fredo sagte:
- Du kannst dir Tina in den Arsch stecken, mein Lieber. In den Arsch, ganz tief, Lucca, ganz tief nach vorne durch.
Sie gröhlten. Theodore, der Wirt, gröhlte mit. In diesem Augenblick entdeckte ich Tinas Rucksack. Er stand neben dem alten Musikspielautomaten an der Wand.
- Und was ist das?
- Keine Ahnung, sagte Fredo.
- Keine Ahnung, sagte Rudolfo.
- Verschwinde, sagte Theodore und quietschte wie ein Ferkel.
Ich packte den Rucksack und rannte auf schnellstem Wege zurĂĽck in meine Wohnung. Keine Sekunde zu frĂĽh. Es goĂź wie aus KĂĽbeln. In der Ferne donnerte es.
Triumphierend stellte ich den Rucksack vor den Diwan. Doch Tina schlummerte sanft. Sie schnarchte leise und zufrieden. Mir sollte es recht sein.
Ich hüpfte wieder in mein Bett. Eigentlich wollte ich noch duschen, so verschwitzt war ich, aber ich ließ es bleiben. Die Bettdecke würde den Schweiß von meinem Leib saugen. Eine Weile beschäftigten mich noch die dummen Kerle im Fontanelli, doch als es drei Uhr schlug, schlief ich ein.
Eine verzweifelte Stimme nah an meinem Ohr riĂź mich hoch.
- Ein Gewitter! Oh mein Gott, ein Gewitter! Ich sterbe!
Ich sagte mit brĂĽchiger Stimme:
- Wer stirbt?
- Ich, Tina. Tina stirbt!
Ich richtete mich auf.
- Warum denn?
- Das Gewitter! Es tötet mich. Die Blitze. Sie vernichten mich.
- Die Blitze kennst du doch von deiner Kamera.
- Verarsch mich nicht, Lucca, sondern beschĂĽtze mich!
Sie sprang zu mir ins Bett, zog mir die Decke weg und lieĂź mich frierend zurĂĽck. Ich stand auf. Ich schlief nicht mehr. Ich ging zu meinem Zettelkasten und suchte einen Gewitter-Spruch. Ich fand keinen Gewitter-Spruch. Ich suchte nach einem Blitze-Spruch. Weil ich keinen Blitze-Spruch fand, schrieb ich in mein Tagebuch:
…die Uhren stricken Sekunden zu Schals.
Dieser Satz beruhigte mich. Ich dachte an Schals und an Uhren und an die Unendlichkeit der Zeit.
Ich schlurfte zurück zum Bett. Tina lag eingerollt wie ein Raubtier in den Federn und schnarchte zufrieden. Da ging ich in die Küche, machte Licht und bereitete mir ein kleines Steak, medium, mit grünen Olivenstücken und schwarzem Pfeffer. Dazu trank ich Rosè. Gegen fünf Uhr früh, die Flasche Wein war leer, schlich ich ins Bett und schlief sofort ein.

*

Etwas kitzelte mich an der Nase. Eine Brustwarze. Eine weibliche Brustwarze, die kicherte. Die Brustwarze gehörte Tina. Tina lag halb über mir und gurrte:
- Du wolltest doch gestern poppen?
- Ich… ja… wieso…?
- Warum tust du es dann jetzt nicht, mein kleiner Hengst?
- Wieso kleiner Hengst?
- Schau dich doch an!
Ich sah an mir herunter. Meine Zauberflöte, mein Steifmann, mein ganzer Stolz – er schlief! Es war nicht zu fassen.
Tina sprang gutgelaunt aus dem Bett. Sie trat ans Fenster und sah hinaus. Die Sonne lachte. Das Gewitter war fort. Sie streckte sich und gähnte.
- Was ist jetzt? Poppen oder nicht poppen?
- Ich will ja…
- Aber er nicht.
- Warte doch.
- Mein Bus geht.
Sie verschwand in der Küche. Ich sank zurück. Diese Nacht war zuviel gewesen. Meine Zauberflöte hatte schlapp gemacht.
Nach ein paar Minuten kam sie kauend zurĂĽck. Sie hatte sich angezogen.
- Ich will dir die Wahrheit sagen, mein armer Lucca. Ich hatte keine Über-nachtungsmöglichkeit. Also mußte ich mir etwas ausdenken. Nach unserem nachmittäglichen Fotoshooting ging ich in die Bar Fontanelli und lud den Totengräber auf ein Bier ein. Das kostete mich weniger als eine Über-nachtung im Hotel. Ich bat den Kerl, er möge auf meinen Rucksack acht-geben. Da Fredo ein Kavalier der alten Schule ist, konnte er mir die Bitte nicht abschlagen. Dann wartete ich am Strand bis zum späten Abend. Ich ging zu dir und spielte die beduselte Tina. Sowas weckt den Beschützer-instinkt der Männer. Das funktioniert immer.
- Soll das heißen…
- Das soll heiĂźen, daĂź ich mir auf diese Weise meine Fotoreisen finanziere.
- Du niederträchtiges Luder!
- Tja, Lucca, das Leben ist oft sehr unĂĽbersichtlich.
Sie schickte sich an, zu gehen. Ich sagte:
- Die Fotos? Was ist mit den Fotos, die du von mir gemacht hast? Und woher kanntest du meinen Namen?
- Deinen Namen hab ich von Theodore, dem Wirt. Und die Fotos sind sozusagen mein Pfand. Mein Faustpfand.
- Das verstehe, wer will.
- Es ist ganz einfach. Es gibt Männer, die sind anders als du. Die wollens auf Biegen und Brechen mit mir machen. Ich suche mir die Partner jedoch selber aus und ich bin dabei sehr wählerisch. Wenn ein Kerl versucht, mich zu vergewaltigen, erkläre ich ihm, die Fotos seien auf dem Weg in die Redaktion der größten Tageszeitung am Ort. Ich bräuchte nur anzurufen, dann findet man sie in der morgigen Ausgabe…!
- Auf diese Tour also reist du?
- Stimmt. Das ist meine Tour, Tinas Tour. Machs gut, Lucca, alter Schlingel.
Sie ging. Ich konnte sie nicht aufhalten. Ich seufzte und drehte mich auf die andere Seite.
Am nächsten Morgen saß ich wie immer auf meinem Stammplatz…
… im Cafè Bermuda, nahe am Strand, im Freien, nicht direkt in der prallen Sonne, sondern knapp unter dem Sonnensegel, um meine Sachen zu schreiben. Es sind kleine Erzählungen, mal kürzer, mal länger, was der Stoff eben hergibt...
©2007 LMSeidl

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