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Leselupe.de > Humor und Satire
Tobias und der Wurm
Eingestellt am 29. 06. 2004 19:59


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yza
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Tobias und der Wurm

Was ist ein "Compunaut"?
Ihr kennt nur Hacker, Whacker und Scriptkiddies?
Noch nie von einem Compunauten gehört?
W√§hrend sich Hacker, Whacker und Scriptkiddies mit den vorhandenen Mitteln der Computertechnologie auskennen und dieses Erlernte dann einsetzen, um Systeme zu kompromittieren, ist der Compunaut von g√§nzlich anderem Schlage. Auch er kennt sich bestens mit den bestehenden Software und Hardware Systemen aus und ist in der Lage zu programmieren. Dar√ľber hinaus aber versucht er permanent die Computertechnologie zu revolutionieren und g√§nzlich andere Systemarchitekturen zu realisieren. Er hat kein Interesse an der Programmierung von banalen Viren, trojanischen Pferden und W√ľrmern. Er versucht st√§ndig, die seines Erachtens veraltete gegenw√§rtliche Computertechnologie zu erneuern. Dabei versucht er vollst√§ndig neue Wege zu bestreiten und baut seine Hardware selbst, erfindet eigene Programmiersprachen, die auf eigens daf√ľr angelegten Zeichens√§tzen basieren. In der Regel haben diese prototypenhaften Systeme, nichts aber auch gar nichts mehr mit derart Computern zutun, wie wir sie kennen.
Diese besessenen Menschen nennt man Compunauten, da sie sich mit Leib und Seele der Entwicklung dieser Systeme zuwenden und im Gegensatz zu Viren- und Wurmprogrammierern nicht mit der Lahmlegung von Serverarchitekturen zufrieden geben. Sie sind auch nicht destruktiv, sondern ein Compunaut arbeitet immer zum Wohl des Systems, zum Wohl der Gesamtentwicklung.

Tobias war schon mit 13 Jahren ungewollt ein Scriptkiddie und in der Lage aus vorhandenen Programmcode, wesentliche Teile zu extrahieren, so dass er diese Teile in einer neuen Synthese mit anderen Teilen so zusammenf√ľgen konnte, dass er danach ein virusartiges Programm erhielt, welches fremde PCs befallen und deren Daten ausspionieren konnte. Allerdings war ihm damals schon klar, dass dies nicht die Erf√ľllung f√ľr ihn bedeutete, aber aufgrund seiner hohen Intelligenz musste er sich ja mit etwas besch√§ftigen. Anfangs war es jedoch nicht mehr, als der erste Kontakt mit dieser Technologie. Einerseits war Tobias ein normales aufgewecktes Kind, welches auch gerne spielte, anderseits deutete sich schon fr√ľh in seiner Jugend an, dass er immer wieder intellektuelle Abwechslung suchte, die ihm selbst, so manch ein Erwachsener nicht bieten konnte.
Tobias hatte schnell einen Einstieg in die Computertechnologie gefunden, zumal ihm das Internet eine F√ľlle von Informationen liefern konnte, die er sonst m√ľhselig aus B√ľchern h√§tte zusammen suchen m√ľssen. Es fiel ihm nicht schwer zu begreifen, dass man gleich beim Erlernen einer Fremdsprache, zum Programmieren, Syntax und bestimmte Vokabeln lernen musste, um letzten Endes Software zu generieren, die sich dann auf einem handels√ľblichen Computer ausf√ľhren lie√ü. Es dauerte nicht lange, bis er darin keine Herausforderung mehr sah, aber als solches war er von der Imagination, die ein Computersystem ausstrahlt, doch sehr angetan. Er war der festen √úberzeugung, dass die bestehenden Systeme schon an ihren Wurzeln, der so genannten Hardware, einer Beschr√§nkung unterlagen, die eine wirkliche Weiterentwicklung unm√∂glich machte. Ihn faszinierte der imagin√§re Datentransfer, welcher √ľber bin√§re Algorithmen unter Einwirkung von Elektrizit√§t Zustande kommt.

Seit diesen ersten Ber√ľhrungen mit Computern wuchs in ihm das Verlangen, etwas wirklich Neues zu entwickeln, was jedoch noch einige Jahre dauern sollte.

Tobias wuchs in einer gut situierten deutschen Familie auf und machte seinen Eltern selbst in der Pubert√§t nur Freude, da er im Gegensatz zu vielen anderen Jugendlichen Spa√ü am Lernen hatte und in der Schule stets Klassenbester war. Es gab so gut wie keine Verfehlungen in seinem Lebenslauf. Er rauchte nicht, mied den Alkohol und andere Drogen, M√§dchen fand er toll, aber zu dumm, um sich wirklich f√ľr sie zu interessieren und auch unter den Jungen seines Alters war ihm kaum einer gewachsen, so dass eine Freundschaft sinnvoll erschien. Tobias war aber weder arrogant, unfreundlich, noch gemein, er war stets hilfsbereit, was ihn nicht vereinsamen lie√ü, da er gerne den Anderen Nachhilfeunterricht gab, ohne bestimmte Gegenleistungen zu erwarten, selbst von den weiblichen Probanden. In der Regel sah sein Tagesablauf aber so aus:
--Sehr fr√ľh aufstehen!
--Schule oder Studium, dazwischen, in den Pausen, B√ľcher lesen.
-- Nachmittags legte er sich eine Stunde hin.
-- Am Abend ging er seinen wissenschaftlichen Hobbies nach, um meist sehr sp√§t, todm√ľde einzuschlafen.

F√ľr einen jungen Menschen h√∂rt sich das sehr diszipliniert und wenig aufregend an. Tobias war damit zufrieden.

Es muss der 5.7.2007 gewesen sein, als weitab von aller √Ėffentlichkeit in seinem Kopf die Idee f√ľr eine computertechnologische Revolution entstanden war.
In den letzten zwei Jahren hatte er mit Halbleiter-Techniken experimentiert und biomolekulare Forschung betrieben und dies obwohl seine zwei Hauptstudienfächer, atomare Integrität und Physik ihn nicht minder vereinnahmten.
In seinen Versuchen hatte Tobias feststellen k√∂nnen, dass organisches Leben, welches in der Regel aus molekularen Ketten besteht, √§hnlich wie Atome, in einen bestimmten energetischen Zustand versetzt werden kann. Molek√ľle konnten jedoch im Gegensatz zu Atomen, in bestimmter Art und Weise so kombiniert werden, dass man dann von einem Organismus reden konnte, der in der Regel lebensf√§hig und mitunter auch fortpflanzungsf√§hig war.
Die Computerindustrie hatte sich in den letzten Jahren dahingehend entwickelt, dass Daten durch die Ausrichtung einzelner Atome gespeichert werden konnten, man war also bis hin zur atomaren Struktur vorgedrungen und in der Lage Datenspeicher herzustellen, die es m√∂glich machten, mehr als das 10.000fache an Daten zu speichern, als bei gleicher Gr√∂√üe auf √ľblichen Festplatten. Der schnelle Zugriff auf diese Daten war der n√§chste Schritt, den es zu realisieren galt und man erreichte schon 2005, Nano-Herz-Frequenzen f√ľr eine √ľberzeugende Taktrate.
Tobias hatte dies alles nicht so sehr beeindruckt wie seine eigenen Erkenntnisse im organischen Bereich.
Atome auszurichten und nach positiv und negativ zu ordnen schien ihm zu einfach und viel zu wenig flexibel. Seine Datenspeicher sollten eben nicht nur Daten speichern, sondern diese Daten auch in Echtzeit parallel verarbeiten können und dies, während sie im gleichen Augenblick auch transportiert werden.
Normalerweise berechnet ein Systemprozess lokal, an einem Ort, erst einmal, die an ihn gestellte Anforderung, um dann nach Abschluss der Berechnung, einem anderen Prozess mitzuteilen, dass diese Daten nun transportiert werden k√∂nnen, was dann von anderen Funktionsteilen eines Computers √ľbernommen wird. Ebenso werden die Daten entweder bearbeitet oder sie ruhen und sind gespeichert.
Dies schien ihm umständlich und langsam.
Er besch√§ftigte sich mit Nervenzellen, Proteinen und Botenstoffen auf biologischer Ebene und versuchte durch verschiedenste Kombinationen von lebenden Zellen, Hardware zu imitieren. Bei seinen Versuchen schreckte er selbst davor nicht zur√ľck, die menschliche DNS zu manipulieren, um deren Bausteine f√ľr seine Zwecke benutzen zu k√∂nnen.

Wir wissen noch recht wenig √ľber die vielf√§ltigen Formen von Materie, vor allem wenn sie sich in einem energetischen Zwischenstadium befindet und es ist anzunehmen, dass auf diesem Gebiet noch revolution√§re Entdeckungen gemacht werden. Auch Tobias hatte nicht wirklich eine Ahnung, was im Universum tats√§chlich f√ľr Gesetzm√§√üigkeiten herrschten und es war auch nicht seine Absicht Grundlagenforschung zu betreiben. Er hatte ein konkretes Ziel vor Augen, was immer auch notwendig war daf√ľr zutun, er w√ľrde es versuchen.

Ein wirklicher Forscher, ich meine ein Forscher, der tats√§chlich auch allen moralischen und ethischen Anforderungen gerecht werden will, w√ľrde so vorgehen:
 Er hat ein Ziel vor Augen
 Aufgrund seiner wissenschaftlichen Bildung, betreibt er von einer bestehenden Ausgangslage aus Feldforschung, macht Versuche und √ľberpr√ľft jene.
 Kommt er seinem Ziele n√§her, dann ist er nicht blind, sondern versucht nun die Grundlagen zu erkunden, die zum Erfolg seiner Versuche bestimmend waren. Durch diese Untersuchung gelingt es ihm aber auch, grundlegende Gesetzm√§√üigkeiten zu erkennen und den Faktor Zufall, der Nebenwirkungen erzeugen k√∂nnte, einzugrenzen, wenn nicht auszuschalten.

Nehmen wir zum Beispiel die Atombombe. F√ľr einen vorbildlichen Wissenschaftler ist es nicht ausreichend Atome zu einer derartigen Explosion zu bringen, sondern er w√ľrde erkennen, welche Nebeneffekte sich daraus ergeben und solange forschen, bis er die Gefahren gebannt h√§tte. Nun kann er eine saubere A-Bombe an die Milit√§rs weitergeben, die diese dann beruhigender Weise auf St√§dte schmei√üen k√∂nnten, ohne die Bev√∂lkerung zu verstrahlen.
In der menschlichen Geschichte gab es leider keine dieser ethisch sauberen Wissenschaftler und auch Tobias hatte nur sein Ziel vor Augen.

Nachdem sich Tobias in die wichtigsten Gebiete molekularer Forschung eingelesen hatte, begann er verschiedene Versuchsreihen mit organischem Material durchzuf√ľhren. Um es etwas einfacher zu sagen, er betrieb Tierversuche.

Tobias untersuchte M√§use, in denen Neurexine - eine bestimmte Klasse von Zelladh√§sionsmolek√ľlen - defekt sind. Zelladh√§sionsmolek√ľle sind Proteine in der Zellmembran, denen bisher haupts√§chlich strukturelle Aufgaben zugeschrieben wurden. Neurexine werden in die synaptische Membran der vorgeschalteten Zelle eingelagert, wo sie mit anderen Proteinen Wechselwirkungen erzielen und zudem Proteine in der Membran der nachgeschalteten Zelle erkennen k√∂nnen.
Ich weiß, solche Aussagen fragmentieren das normal sterbliche Gehirn.
Es soll dennoch nicht unerwähnt bleiben und kann das Allgemeinwissen des Einen oder der Anderen etwas erweitern: "Organisches Leben und Computer funktionieren elektrisch."
Da die Forschungsabsichten von Tobias im Wesentlichen von einer gut gemeinten Motivation ausgelöst wurden, war er auch nicht schludrig in seiner Arbeit und dokumentierte alles akribisch.

Hier ein kleiner Auszug seiner unveröffentlichten Dissertation mit einigen schlagkräftigen Überschriften:

Ionenkanal auf Elektronenkanal ‚Äď Molekularbiologie und Mikroelektronik
Kontaktleitf√§higkeit ‚Äď festk√∂rperelektronische und molek√ľlelektronische Sonden
Nervenerregung und Siliziumchip ‚Äď Detektion und Stimulation


‚Ķ.Lassen sich die beiden Systeme direkt miteinander vernetzen √ľber ‚ÄěBondkontakte‚Äú zwischen
Halbleiterchips und Arealen der Hirnrinde?
Hierf√ľr gilt es als erstes, die elektrischen Signale von der Mikroelektronik des Halbleiters auf die Ionik einer Nervenzelle zu √ľbertragen und umgekehrt. Eine Korrosion des Halbleiters und eine Sch√§digung der Zelle durch elektrochemische Prozesse wird vermieden bei einer Kopplung √ľber das elektrische Feld: Mikroskopische Halbleiter- und Zellenstrukturen m√ľssen sich so nahe kommen, dass sie sich durch lokale elektrische Felder wechselseitig beeinflussen.
Wenn wir die Physik dieses ionisch-elektronischen Interfacing verstehen und beherrschen, k√∂nnen wir beginnen, einfache, hybride Netzwerke aus Nervenzellen und Mikroelektronik aufzubauen und schlie√ülich ernsthaft √ľber so
phantastische Projekte wie bioelektronische Neurocomputer und mikroelektronische Neuroprothesen nachdenken.
Nervenzellen haben einen Durchmesser von 10‚Äď100 nm und werden von einer elektrisch isolierenden Membran,
einer Lipidschicht, begrenzt. Die d√ľnne Schicht (etwa 5 nm) trennt den w√§ssrigen Elektrolyten des Au√üenraums mit etwa 100 mM (100 Millimol/lit) Natriumchlorid vom Zellinneren mit etwa 100 mM Kaliumchlorid.
Die Stromleitung durch die Membran wird durch molekulare Ionenleiter mit einer Leitf√§higkeit von 10‚Äď100 pS getragen ‚Äď spezifische Ionenkan√§le etwa f√ľr Natrium und Kalium. Als elektronisch leitendes Festk√∂rpersubstrat f√ľr die Nervenzellen hat sich Silizium bew√§hrt:
(i) Mit etablierten Methoden lassen sich im Halbleiter mikroskopische, elektronische Elemente herstellen.
(ii) Gesch√ľtzt durch eine d√ľnne, thermisch gewachsene Siliziumdioxidschicht (etwa 15 nm), ist Silizium in der eher feindlichen Elektrolytumgebung stabil, wenn es auf positiver Vorspannung‚Ķ.bla, bla, bla.


Seine Forschungsarbeit √ľberstieg bei weitem die Qualit√§t einer Doktorarbeit und noch im jungfr√§ulichen Alter von 22 Jahren gelang ihm der gro√üe Durchbruch. Die Tierversuche bildeten die Basis f√ľr die sp√§teren Versuche, die ausschlie√ülich in N√§hrl√∂sungen durchgef√ľhrt wurden. Er hatte es geschafft durch die Manipulation von DNS und Ribosomen im inneren von Zellen bestimmte Aminos√§uren herzustellen, die in Verbindung mit katalytisch wirkenden Botenstoffen einen k√ľnstlichen Organismus zu erzeugen, der durch minimale Str√∂me angeregt, lebensf√§hig war und Nervenzellen produzierte, die in Hypertaktfrequenzen Daten verarbeiten konnten.
Das Problem lag nun darin, dass er diese kleinen mikroskopischen Organismen nur in der Nährlösung am Leben erhalten konnte und noch keinen Weg gefunden hatte, Peripheriegeräte, wie Bildschirm, Drucker, Scanner oder ähnliches anzuschließen. Noch nicht!

Durch unzählige Versuche die DNS zu manipulieren war es ihm gelungen, diesen kleinen Organismen zumindest sensorische Fähigkeiten einzuverleiben. Die Eigenschaften seiner Organismen waren klar umrissen:
 Sie sollten Daten aufnehmen k√∂nnen
 Sie sollten Befehle verarbeiten k√∂nnen
 Sie sollten das Ergebnis dieser Befehle zu anderen Schnittstellen weiterleiten k√∂nnen oder an andere Orte in einem vernetzten System.

Noch waren die Versuchsergebnisse eher vage und konnten nicht wirklich festgehalten werden, da ihm bisher noch keine Pr√ľfungsroutine eingefallen war, die direkt nachweisen konnte, dass seine Organismen diese drei Ziele erreichten.
Wie so oft in der wissenschaftlichen Forschung kam ihm der Zufall zur Hilfe, um genau zu sein, es kam ihm eine Verkettung von zufälligen Umständen zur Hilfe.
Sein erster Beweis besch√§ftigte sich damit, dass er nachweisen musste, dass seine Organismen √ľberhaupt in der Lage waren Daten aufzunehmen und abzuspeichern. Dies allein war jedoch schon sehr schwer, denn um zu beweisen, dass dort Daten gespeichert waren, h√§tte er sie abrufen m√ľssen. Da ihm aber jegliche Technologie fehlte, um seine Organismen an externe Ger√§te anzuschlie√üen, biss sich sozusagen die Schlange selbst in den Schwanz.
Eines Abends jedoch, kam v√∂llig unvorbereitet seine Studienkollegin Maritta ins Labor. Tobias hatte nicht die geringste Ahnung, wie es um sie gestellt war, in welcher Gef√ľhlslage sie sich befand. Maritta war Biologiestudentin gleichen Semesters. Allgemein war sie eher sch√ľchtern als extrovertiert, allerdings sehr weiblich, wenn auch nicht als Sexbombe zu bezeichnen, da sie sich eher zugekn√∂pft kleidete. Tobias traf sie des √Ėfteren in der Mensa und sie war so ziemlich die Einzigste im gesamten Campus mit der er hin und wieder Gespr√§che f√ľhrte. Ihm war bis zu diesem Tage nicht klar geworden, dass Maritta sich in ihn verguckt hatte.
Zuerst wollte er sie nicht ins Labor lassen, doch sie schien etwas wirklich Wichtiges mit ihm besprechen zu wollen und lie√ü sich nicht abwimmeln. So setzten sich beide an den Labortisch und Maritta begann ihm ihre Gef√ľhle zu offenbaren. Es dauerte mehrere Minuten bis Tobias realisierte worum es hier eigentlich ging und sah sich pl√∂tzlich in einer f√ľr ihn ungewollten Lage, die er nun versuchte ihr auszureden. Er f√ľhlte sich zwar geschmeichelt, denn ehrlich gesagt, als Mann h√§tte er dringend solch eine Bekanntschaft n√∂tig gehabt, doch er war ein Mensch des Ratio und jener sagte ihm, dass er sich ihr verweigern m√ľsse. Von Gef√ľhlen wollte er nichts wissen. So ging das Gespr√§ch Stunde um Stunde, Argumente hin und Argumente her. Sie erkl√§rte ihm, wie sehr sie sich nach solch einem Menschen wie ihn sehnte und welche Vorz√ľge doch eine Beziehung zwischen Mann und Frau haben k√∂nnte. Er wiederum hatte viele Begr√ľndungen dagegen, vor allem fehlten ihm die Erfahrungswerte, um einer Beziehung zu einer ausgewachsenen Frau wirklich etwas abgewinnen zu k√∂nnen.
Erst nachdem der n√§chste Morgen angebrochen war, beendeten sie den Disput und Maritta verlie√ü das Labor mit den Worten. "√úberleg dir das alles Mal, ich habe es nicht wirklich eilig und kann noch ein wenig warten. Wir w√ľrden bestimmt gut zusammen passen‚Ķ"
In Tobias drehten sich die Gedanken, doch im Augenblick stand sein Entschluss fest. Er mochte sie gut leiden, aber mehr konnte er sich nicht vorstellen.
Endlich war sie gegangen und er konnte noch schnell ein, zwei Dinge √ľberpr√ľfen, bevor auch er √ľberm√ľdet nach Hause gehen wollte, um sich auszuschlafen, nach dieser Liebesnacht, die eine neue Erfahrung f√ľr ihn mitgebracht hatte.

Er blickte durch das Elektronenmikroskop und wischte sich den Schlaf aus den Augen. Im ersten Augenblick schien es, als w√§re sein Organismus um etliche Nanomillimeter gewachsen. Das war bisher noch nie nachzuweisen gewesen. Jetzt war er jedoch unsicher und √ľberpr√ľfte sofort seine Aufzeichnungen, um dann erstaunt festzustellen, dass dem tats√§chlich so war. Ein spontanes Wachstum hatte in dieser Nacht eingesetzt und Tobias w√§re nicht Tobias gewesen, wenn sein IQ nicht in der Lage gewesen w√§re, aus diesem Sachverhalt die richtigen R√ľckschl√ľsse zu ziehen.
Bei seinen Versuchen, den Organismus mit Daten anzureichern, hatte er bis zum heutigen Tage nur mit elektrischen Impulsen gearbeitet und somit I (Einsen) und 0 (Nullen) gesendet. Jetzt aber folgerte er, dass andere √Ąu√üere Einfl√ľsse wie z.B. Sprache geeignet dazu sein k√∂nnte, um Schwingungen zu √ľbertragen, die der Organismus aufnehmen k√∂nnte. Was sonst konnte es gewesen sein und normalerweise gab es w√§hrend seiner Versuche in dem Labor keine weiteren Schwingungen, denn er sprach weder mit sich selbst, noch h√∂rte er Musik oder erzeugte sonstigen L√§rm. Zumal dieser Organismus auch erst in jener Form wenige Tage alt war.
Nach diesem Gedanken entschloss er sich eine Gegenprobe zu machen und besorgte sofort ein Radio, welches er direkt neben das Reagenzglas seiner Probe stellte und laut aufdrehte.
Er konnte es kaum erwarten einen weiteren Blick durchs Mikroskop zu werfen. Nach 23 Minuten hielt er es nicht mehr aus. Ein kurzer leichter Seufzer entrann seiner Kehle, die Probe war abermals gewachsen.

So ein Realo wie er war, erkannte er trotz seiner Euphorie, dass er kaum in der Lage war, jetzt weiter zu arbeiten. Die M√ľdigkeit k√∂nnte ihn zu falschen Schl√ľssen verleiten und Tobias ging schweren Herzens schlafen.
Am gleichen Tag, am späten Nachmittag war er wieder im Labor und wiederum bestätigte sich, was er am Morgen feststellen konnte. Insgesamt war die Probe um ca., 7,65894% gewachsen und jetzt 1,13 Nanomillimeter groß.
damit war ein weiteres Problem zu l√∂sen, denn jetzt w√§re zu beweisen, dass tats√§chlich Daten zur Vergr√∂√üerung gef√ľhrt hatten und das diese nun auch wieder abgerufen werden m√ľssen. Aber wie?
Seine Euphorie verfl√ľchtigte sich etwas, denn im Augenblick fehlte ihm jeder Ansatz f√ľr die L√∂sung dieses Problems.
Er w√§lzte seine Aufzeichnungen, startete elektromagnetische Messungen am und im Reagenzglas und seine Verwunderung wich einer negativen depressiven Stimmung bis Maritta am sp√§ten Abend erneut ins Labor trat. Es war das erste Mal in seinem Leben, dass er sich freute nicht mehr allein zu sein und obwohl er auch Maritta nur wenig √ľber seine Hobbyversuche erz√§hlt hatte, konnte er jetzt nicht mehr inne halten und musste sie einweihen. Maritta war eine geduldige Zuh√∂rerin aber auch intelligent und einf√ľhlsam genug, die Gunst der Stunde zu erahnen.
Umso mehr Tobias ihr √ľber seine Forschungen erz√§hlen konnte, umso mehr kam seine Euphorie zur√ľck, die sie mit ihm teilte. Aber bei all dem Zuh√∂ren verga√ü sie nicht, mit ihrer ganzen Weiblichkeit Einfluss auf ihn zu nehmen. W√§hrend er aufgeregt erz√§hlte wie und was er in den letzten Wochen getan hatte, strich sie z√§rtlich durch seine Haare oder streichelte seine Wangen. Sie setzte sich auf seinen Scho√ü und trotz seiner Unerfahrenheit in Sachen Liebe, erkannte er den bestimmten Punkt, wo sie sich so nah gekommen waren, dass sie sich k√ľssen mussten.
Bei aller Molekularbiologie, dies war eine wirklich neue Erfahrung f√ľr ihn. Er hatte nicht gedacht, dass ein anderer Mensch so gut riechen und schmecken k√∂nnte. Sie schmiegte sich an ihn und er sp√ľrte ihre prallen Br√ľste an seiner. Maritta wechselte geschickt die Position auf seinem Scho√ü, von rittlings, direkt nach 'face to face' und mit einem Ruck entledigte sie sich ihrem Pullover, so dass er nun auch genau sah, was da so weich an seinen Oberk√∂rper dr√ľckte. Nur noch ein schlaffes Unterhemd trennte nun ihre nackte Haut von seiner Ber√ľhrung. Maritta dr√ľckte seinen Kopf zwischen ihre beiden wohlgeformten Busen und nat√ľrlich kam er nicht umhin die beiden dunkelroten Brustwarzen abwechselnd zwischen die Lippen zu nehmen und wie ein Kleinkind daran zu nuckeln.
Nun, ich will den geneigten Leser nicht weiter mit diesen Schweinkram bel√§stigen und sage auch ausdr√ľcklich, dass ich dies alles nur deshalb so detailliert beschreibe, da es f√ľr die Gesamtvorg√§nge unabl√§sslich ist.
Wer schon soweit im geistigen Austausch mit einer Frau gekommen ist, dem bleibt selbst als unerfahrener Liebhaber nichts anderes √ľbrig als auch durch die n√§chste Instanz zu gehen. Und so geschah es, dass Tobias von einem ihm v√∂llig unbekannten wilden Gef√ľhl geleitet, Maritta von seinem Scho√ü hoch hob und auf den Labortisch setzte. Er √∂ffnete sich schnell und eigentlich sehr geschickt die eigene Hose und ebenso schnell befreite er Maritta von ihrer Jeans, die nichts dagegen hatte.
Dann vollzogen sie den einfachen Geschlechtsakt. Maritta gefiel wie Tobias in sie eindrang und immer wieder und immer wieder, bis sie merkte, dass er explodieren w√ľrde. Sie sagte: "Mach weiter, mach weiter Tobs", schlug wild um sich und im Labor klirrten pl√∂tzlich etliche Gl√§ser.
Tobias dachte jetzt nur daran, wie schön es doch wäre, wenn er dies jeden Tag erleben könnte.

Wie es nun einmal so ist im menschlichen Dasein, kommt nach den größten Momenten ein kleiner Augenblick der Besinnung und des energetischen Abfalls. Fest umschlungen keuchten Beide, immer noch ineinander vereint.
Maritta sagte: "Das war sch√∂n, Tobs". Tobias war nicht in der Lage etwas zu sagen. Sein Gesicht lag auf Marittas Schultern, teils von ihrer welligen braunen M√§hne verdeckt. Sie streichelte √ľber seinen R√ľcken und kraulte ihm den Hinterkopf. Erst als er die Augen aufschlug unter hinter Maritta √ľber den Labortisch blickte, erklang ein heftiger Schrei.
So wild wie er sie auf den Labortisch gesetzt hatte, hob er sie mit einem Griff an den H√ľften, in einem Schwung vom Tisch und stellte sie verdutzt in den Raum.
Alles was sich vorher auf dem Tisch befunden hatte, war nun komplett in Einzelteile zerlegt und weit verteilt. Inklusive seiner Probe, die beim besten Willen nicht mehr aufzufinden war und zwischen Hunderten von Glassplittern kleben musste. Der Tisch war nass, aber um welche Fl√ľssigkeiten es sich nun im Einzelnen handelte, war kaum einzugrenzen. An der Tischkante hatten sich mehrere kleine Rinnsaale gebildet, von denen es herunter tropfte.
Einige dieser Tropfen rollten geradewegs √ľber das ge√∂ffnete Computergeh√§use unter dem Tisch.
Tobias sagte: "Schei√üe." Doch obwohl man einem so besessenen Compunauten zugetraut h√§tte, dass sich jetzt all seine Wut gegen√ľber Maritta entladen w√ľrde, blieb er doch still und gelassen. Er nahm sogar Maritta noch einmal sehr liebevoll in den Arm, k√ľsste sie auf den Mund und sagte: "Alles umsonst!"
"Es tut mir Leid", erwiderte sie sich schuldig f√ľhlend.
"Ach, ich weiß nicht, ich denke ich habe heute Nacht eine so wahnsinnige Erfahrung gemacht, was bedeutet da schon so ein Versuch?!" Er lächelte erleichtert.

Er ahnte Nichts von dem was noch kommen sollte.

Beide reinigten das Labor und man hörte sie hin und wieder neckisch kichern, wobei klar war, dass sie in dieser Nacht noch öfters zueinander gefunden haben. Maritta begleitete ihn sogar noch auf sein Zimmer.
Am nächsten Morgen gingen sie zusammen in Richtung der Unterrichtsräume des Campus. Beiden fiel gleichsam beim Betreten der Räumlichkeiten auf, dass die Meisten ihrer Studienkollegen, den sie begegneten und die sie kannten, mit verzerrtem Lächeln, tuschelnd, ihre Blicke mieden.
Tobias war im Physikkurs, Maritta besuchte den H√∂rsaal f√ľr Mathematik. Sie setzte sich an ihren Terminal und loggte sich ins System. Doch bevor der Computer ihr das gewohnte Hintergrundbild anzeigen wollte, blickte sie auf einen schwarzen Hintergrund √ľber den endlose Zeichenketten flimmerten. "Wieder so ein Virus", war ihr erster Gedanke, was nicht selten die Systeme der Universit√§t lahm legte.
Drei Reihen vor ihr, erkannte sie das Gleiche √ľber den Bildschirm rauschen. Daneben auch. Jeder der Monitore hatte die gleichen Muster aus Zeichenketten. bisher waren nur wenige Studenten im Raum. Es war still, nur ein leises Wortgebrummel kam unverst√§ndlich aus den Kopfh√∂rern, die unter der Sitzbank hingen. Sie setzte sich den Kopfh√∂rer auf und nach kaum mehr als 4 Sekunden verf√§rbte sich ihr Gesicht tiefrot.
Sie h√∂rte ihre eigene Stimme, die woll√ľstig rief: "Mach weiter Tobs, mach weiter!" Es klirrte und schepperte. Dann verstummte alles und sie h√∂rte erneut ihre Stimme, die Tobias ein Liebesgest√§ndnis machte.

Ab jetzt k√∂nnen die Fakten nur bruchst√ľckhaft wiedergegeben werden!
Anmerkung: "Wie sich herausstellen sollte, handelte es sich hierbei um den später als "Love Letter Virus IV" benannten Wurm. Die Spezialisten der NSA schafften es auch nach vier Monaten nicht, dem Virus Einhalt zu gebieten. Er vermehrte sich rasanter als alles bisher Bekannten. Er verschickte keine Mails oder attackierte Webserver, er zerstörte nicht eine Festplatte oder löschte Daten. Das Einzige was man feststellen konnte, war ein ungehemmter Datenfluss, der auf allen Computern dieser Welt wiedergegeben wurde."

Tobias gelang es nach mehreren Wochen in etwa nachzuvollziehen was geschehen sein musste.
Sein kleiner unscheinbarer Organismus hatte tatsächlich die von ihm injizierten Fähigkeiten:
 Er lebte und durch seine guten sensorischen F√§higkeiten eignete er sich alles was er aufnehmen konnte an. Er speicherte diese Daten, wodurch er permanent wuchs.
 Die Basis seines Lebens war elektrischer Strom und in allen Medien, in der Str√∂me flossen, konnte er existieren.
 Die weltweit bestehende Infrastruktur von vernetzten Leitungen diente ihm zur Weitergabe der gespeicherten Signale, da er alle Daten unverf√§lscht, sozusagen bin√§r aufnahm, war es auch kein Wunder, dass er sie so wiedergab.
 Die Liebesgeschichte von Tobias und Maritta wurde in regelm√§√üigen Abst√§nden Milliardenfach auf Druckern, Bildschirmen oder im Audioformat wiedergegeben. Filmaufnahmen gab es von dieser Nacht nicht, da dem Organismus Sehzellen verwehrt geblieben sind. Aber auch alle anderen Daten, die der Virus nun auf seinem Weg quer durchs "World wide web" aufschnappte, wurden st√§ndig ausgegeben.

Tobias behielt stillschweigen dar√ľber und nachweisen konnte man ihm nicht, dass er diesen Virus produziert hatte. Leider blieb es ihm auch verwehrt, aufgrund der aktuellen Tatsachen, ein Patent auf den ersten organischen Computer anzumelden.
Eines war gewiss, das was er geschaffen hatte war ein lebendiger Wurm, der in seiner durchschnittlichen Ausdehnung, sämtlichen Leiterbahnen, die je auf diesem Planeten geschaffen wurden, entsprach.


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"Die Natur spielt verr√ľckt, aber wir haben sie auf die Idee gebracht!"

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prust,

kicher, lach! was f√ľr ein hochintelligenter unfug! habe mich √ľber deine geschichte k√∂stlichst am√ľsiert. die kleinen fehlerchen zeige ich dir bald auf. ich m√∂chte, dass dein werk druckreif wird!
ganz lieb gr√ľ√üt
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Tobias und der Wurm

Was ist ein "Compunaut"?
Ihr kennt nur Hacker, Whacker und Scriptkiddies?
Noch nie von einem Compunauten gehört?
W√§hrend sich Hacker, Whacker und Scriptkiddies mit den vorhandenen Mitteln der Computertechnologie auskennen und dieses Erlernte dann einsetzen, um Systeme zu kompromittieren, ist der Compunaut von g√§nzlich anderem Schlage. Auch er kennt sich bestens mit den bestehenden Software und Hardware Systemen aus und ist in der Lage(Komma) zu programmieren. Dar√ľber hinaus aber versucht er permanent die Computertechnologie zu revolutionieren und g√§nzlich andere Systemarchitekturen zu realisieren. Er hat kein Interesse an der Programmierung von banalen Viren, trojanischen Pferden und W√ľrmern. Er versucht st√§ndig, die seines Erachtens veraltete gegenw√§rtliche (gegenw√§rtige) Computertechnologie zu erneuern. Dabei versucht er vollst√§ndig neue Wege zu bestreiten (beschreiten) und baut seine Hardware selbst, erfindet eigene Programmiersprachen, die auf eigens daf√ľr angelegten Zeichens√§tzen basieren. In der Regel haben diese prototypenhaften Systeme,(kein Komma) nichts(Komma) aber auch gar nichts mehr mit derart Computern zutun, wie wir sie kennen.
Diese besessenen Menschen nennt man Compunauten, da sie sich mit Leib und Seele der Entwicklung dieser Systeme zuwenden und (sich einf√ľgen) im Gegensatz zu Viren- und Wurmprogrammierern nicht mit der Lahmlegung von Serverarchitekturen zufrieden geben. Sie sind auch nicht destruktiv, sondern ein Compunaut arbeitet immer zum Wohl des Systems, zum Wohl der Gesamtentwicklung.

Tobias war schon mit 13 Jahren ungewollt ein Scriptkiddie und in der Lage(Komma) aus vorhandenen Programmcode,(kein Komma) wesentliche Teile zu extrahieren, so dass er diese Teile in einer neuen Synthese mit anderen Teilen so zusammenf√ľgen konnte, dass er danach ein virusartiges Programm erhielt, welches fremde PCs befallen und deren Daten ausspionieren konnte. Allerdings war ihm damals schon klar, dass dies nicht die Erf√ľllung f√ľr ihn bedeutete, aber aufgrund seiner hohen Intelligenz musste er sich ja mit etwas besch√§ftigen. Anfangs war es jedoch nicht mehr, als der erste Kontakt mit dieser Technologie. Einerseits war Tobias ein normales aufgewecktes Kind, welches auch gerne spielte, anderseits deutete sich schon fr√ľh in seiner Jugend an, dass er immer wieder intellektuelle Abwechslung suchte, die ihm selbst,(kein Komma) so manch ein Erwachsener nicht bieten konnte.
Tobias hatte schnell einen Einstieg in die Computertechnologie gefunden, zumal ihm das Internet eine F√ľlle von Informationen liefern konnte, die er sonst m√ľhselig aus B√ľchern h√§tte zusammen suchen m√ľssen. Es fiel ihm nicht schwer zu begreifen, dass man gleich beim (√§hnlich wie beim) Erlernen einer Fremdsprache,(kein Komma) zum Programmieren,(kein Komma) Syntax und bestimmte Vokabeln lernen musste, um letzten Endes Software zu generieren, die sich dann auf einem handels√ľblichen Computer ausf√ľhren lie√ü. Es dauerte nicht lange, bis er darin keine Herausforderung mehr sah, aber als solches war er von der (aber er war doch von der) Imagination, die ein Computersystem ausstrahlt, doch (√ľberfl√ľssig) sehr angetan. Er war der festen √úberzeugung, dass die bestehenden Systeme schon an ihren Wurzeln, der so genannten Hardware, einer Beschr√§nkung unterlagen, die eine wirkliche Weiterentwicklung unm√∂glich machte. Ihn faszinierte der imagin√§re Datentransfer, welcher √ľber bin√§re Algorithmen unter Einwirkung von Elektrizit√§t Zustande (zustande) kommt.

Seit diesen ersten Ber√ľhrungen mit Computern wuchs in ihm das Verlangen, etwas wirklich Neues zu entwickeln, was jedoch noch einige Jahre dauern sollte.

Tobias wuchs in einer gut situierten deutschen Familie auf und machte seinen Eltern selbst in der Pubert√§t nur Freude, da er im Gegensatz zu vielen anderen Jugendlichen Spa√ü am Lernen hatte und in der Schule stets Klassenbester war. Es gab so gut wie keine Verfehlungen in seinem Lebenslauf. Er rauchte nicht, mied den Alkohol und andere Drogen, M√§dchen fand er toll, aber zu dumm, um sich wirklich f√ľr sie zu interessieren und auch unter den Jungen seines Alters war ihm kaum einer gewachsen, so dass eine Freundschaft sinnvoll erschien (um eine Freundschaft sinnvoll erscheinen zu lassen). Tobias war aber weder arrogant, unfreundlich, noch gemein, er war stets hilfsbereit, was ihn nicht vereinsamen lie√ü, da er gerne den Anderen (anderen) Nachhilfeunterricht gab, ohne bestimmte Gegenleistungen zu erwarten, selbst von den weiblichen Probanden. In der Regel sah sein Tagesablauf aber (√ľberfl√ľssig) so aus:
--Sehr fr√ľh aufstehen!
--Schule oder Studium, dazwischen , in den Pausen, (√ľberfl√ľssig) B√ľcher lesen.
-- Nachmittags legte er sich eine Stunde hin.
-- Am Abend ging er seinen wissenschaftlichen Hobbies (Hobbys) nach, um meist sehr sp√§t,(kein Komma) todm√ľde einzuschlafen.

F√ľr einen jungen Menschen h√∂rt sich das sehr diszipliniert und wenig aufregend an. Tobias war damit zufrieden.

Es muss der 5.7.2007 gewesen sein, als weitab von aller √Ėffentlichkeit in seinem Kopf die Idee f√ľr eine computertechnologische Revolution entstanden war.
In den letzten zwei Jahren hatte er mit Halbleiter-Techniken experimentiert und biomolekulare Forschung betrieben und dies(Komma) obwohl seine zwei Hauptstudienfächer, atomare Integrität und Physik(Komma) ihn nicht minder vereinnahmten.
In seinen Versuchen hatte Tobias feststellen k√∂nnen, dass organisches Leben, welches in der Regel aus molekularen Ketten besteht, √§hnlich wie Atome, in einen bestimmten energetischen Zustand versetzt werden kann. Molek√ľle konnten jedoch im Gegensatz zu Atomen,(kein Komma) in bestimmter Art und Weise so kombiniert werden, dass man dann von einem Organismus reden konnte, der in der Regel lebensf√§hig und mitunter auch fortpflanzungsf√§hig war.
Die Computerindustrie hatte sich in den letzten Jahren dahingehend entwickelt, dass Daten durch die Ausrichtung einzelner Atome gespeichert werden konnten, man war also bis hin zur atomaren Struktur vorgedrungen und in der Lage(Komma) Datenspeicher herzustellen, die es m√∂glich machten, mehr als das 10.000fache an Daten zu speichern, als bei gleicher Gr√∂√üe auf √ľblichen Festplatten. Der schnelle Zugriff auf diese Daten war der n√§chste Schritt, den es zu realisieren galt und man erreichte schon 2005,(kein Komma) Nano- Herz (ich glaube, dass wird mit tz geschrieben) -Frequenzen f√ľr eine √ľberzeugende Taktrate.
Tobias hatte dies alles nicht so sehr beeindruckt wie seine eigenen Erkenntnisse im organischen Bereich.
Atome auszurichten und nach positiv und negativ zu ordnen schien ihm zu einfach und viel zu wenig flexibel. Seine Datenspeicher sollten eben nicht nur Daten speichern, sondern diese Daten auch in Echtzeit parallel verarbeiten können und dies, während sie im gleichen Augenblick auch transportiert werden.
Normalerweise berechnet ein Systemprozess lokal, an einem Ort, erst einmal,(kein Komma) die an ihn gestellte Anforderung, um dann nach Abschluss der Berechnung,(kein Komma) einem anderen Prozess mitzuteilen, dass diese Daten nun transportiert werden k√∂nnen, was dann von anderen Funktionsteilen eines Computers √ľbernommen wird. Ebenso werden die Daten entweder bearbeitet oder sie ruhen und sind gespeichert.
Dies schien ihm umständlich und langsam.
Er besch√§ftigte sich mit Nervenzellen, Proteinen und Botenstoffen auf biologischer Ebene und versuchte durch verschiedenste Kombinationen von lebenden Zellen,(kein Komma) Hardware zu imitieren. Bei seinen Versuchen schreckte er selbst davor nicht zur√ľck, die menschliche DNS zu manipulieren, um deren Bausteine f√ľr seine Zwecke benutzen zu k√∂nnen.

Wir wissen noch recht wenig √ľber die vielf√§ltigen Formen von Materie, vor allem(Komma) wenn sie sich in einem energetischen Zwischenstadium befindet und es ist anzunehmen, dass auf diesem Gebiet noch revolution√§re Entdeckungen gemacht werden. Auch Tobias hatte nicht wirklich eine Ahnung, was im Universum tats√§chlich f√ľr Gesetzm√§√üigkeiten herrschten und es war auch nicht seine Absicht(Komma) Grundlagenforschung zu betreiben. Er hatte ein konkretes Ziel vor Augen, was immer auch notwendig war daf√ľr zutun, er w√ľrde es versuchen.

Ein wirklicher Forscher, ich meine ein Forscher, der tats√§chlich auch allen moralischen und ethischen Anforderungen gerecht werden will, w√ľrde so vorgehen:
Er hat ein Ziel vor Augen(was bedeuten diese h√ľbschen v)
Aufgrund seiner wissenschaftlichen Bildung,(kein Komma) betreibt er von einer bestehenden Ausgangslage aus Feldforschung, macht Versuche und √ľberpr√ľft jene.
Kommt er seinem Ziele n√§her, dann ist er nicht blind, sondern versucht nun die Grundlagen zu erkunden, die zum Erfolg seiner Versuche bestimmend waren. Durch diese Untersuchung gelingt es ihm aber auch, grundlegende Gesetzm√§√üigkeiten zu erkennen und den Faktor Zufall, der Nebenwirkungen erzeugen k√∂nnte, einzugrenzen, wenn nicht auszuschalten.

Nehmen wir zum Beispiel die Atombombe. F√ľr einen vorbildlichen Wissenschaftler ist es nicht ausreichend(Komma) Atome zu einer derartigen Explosion zu bringen, sondern er w√ľrde erkennen, welche Nebeneffekte sich daraus ergeben und solange forschen, bis er die Gefahren gebannt h√§tte. Nun kann er eine saubere A-Bombe an die Milit√§rs weitergeben, die diese dann beruhigender Weise auf St√§dte schmei√üen k√∂nnten, ohne die Bev√∂lkerung zu verstrahlen.
In der menschlichen Geschichte gab es leider keine dieser ethisch sauberen Wissenschaftler und auch Tobias hatte nur sein Ziel vor Augen.

Nachdem sich Tobias in die wichtigsten Gebiete molekularer Forschung eingelesen hatte, begann er(Komma) verschiedene Versuchsreihen mit organischem Material durchzuf√ľhren. Um es etwas einfacher zu sagen, er betrieb Tierversuche.

Tobias untersuchte M√§use, in denen Neurexine - eine bestimmte Klasse von Zelladh√§sionsmolek√ľlen - defekt sind. Zelladh√§sionsmolek√ľle sind Proteine in der Zellmembran, denen bisher haupts√§chlich strukturelle Aufgaben zugeschrieben wurden. Neurexine werden in die synaptische Membran der vorgeschalteten Zelle eingelagert, wo sie mit anderen Proteinen Wechselwirkungen erzielen und zudem Proteine in der Membran der nachgeschalteten Zelle erkennen k√∂nnen.
Ich weiß, solche Aussagen fragmentieren das normal sterbliche Gehirn.
Es soll dennoch nicht unerwähnt bleiben und kann das Allgemeinwissen des Einen oder der Anderen etwas erweitern: "Organisches Leben und Computer funktionieren elektrisch."
Da die Forschungsabsichten von Tobias im Wesentlichen von einer gut gemeinten Motivation ausgelöst wurden, war er auch nicht schludrig in seiner Arbeit und dokumentierte alles akribisch.

Hier ein kleiner Auszug seiner unveröffentlichten Dissertation mit einigen schlagkräftigen Überschriften:

Ionenkanal auf Elektronenkanal ‚Äď Molekularbiologie und Mikroelektronik
Kontaktleitf√§higkeit ‚Äď festk√∂rperelektronische und molek√ľlelektronische Sonden
Nervenerregung und Siliziumchip ‚Äď Detektion und Stimulation


‚Ķ.Lassen sich die beiden Systeme direkt miteinander vernetzen √ľber ‚ÄěBondkontakte‚Äú zwischen(kein Absatz)
Halbleiterchips und Arealen der Hirnrinde?
Hierf√ľr gilt es als erstes, die elektrischen Signale von der Mikroelektronik des Halbleiters auf die Ionik einer Nervenzelle zu √ľbertragen und umgekehrt. Eine Korrosion des Halbleiters und eine Sch√§digung der Zelle durch elektrochemische Prozesse wird vermieden bei einer Kopplung √ľber das elektrische Feld: Mikroskopische Halbleiter- und Zellenstrukturen m√ľssen sich so nahe kommen, dass sie sich durch lokale elektrische Felder wechselseitig beeinflussen.
Wenn wir die Physik dieses ionisch-elektronischen Interfacing verstehen und beherrschen, k√∂nnen wir beginnen, einfache,(kein Komma) hybride Netzwerke aus Nervenzellen und Mikroelektronik aufzubauen und schlie√ülich ernsthaft √ľber so(kein Absatz)
phantastische Projekte wie bioelektronische Neurocomputer und mikroelektronische Neuroprothesen nachdenken.
Nervenzellen haben einen Durchmesser von 10‚Äď100 nm und werden von einer elektrisch isolierenden Membran,(kein Absatz)
einer Lipidschicht, begrenzt. Die d√ľnne Schicht (etwa 5 nm) trennt den w√§ssrigen Elektrolyten des Au√üenraums mit etwa 100 mM (100 Millimol/lit) Natriumchlorid vom Zellinneren mit etwa 100 mM Kaliumchlorid.
Die Stromleitung durch die Membran wird durch molekulare Ionenleiter mit einer Leitf√§higkeit von 10‚Äď100 pS getragen ‚Äď spezifische Ionenkan√§le etwa f√ľr Natrium und Kalium. Als elektronisch leitendes Festk√∂rpersubstrat f√ľr die Nervenzellen hat sich Silizium bew√§hrt:
(i) Mit etablierten Methoden lassen sich im Halbleiter mikroskopische, elektronische Elemente herstellen.
(ii) Gesch√ľtzt durch eine d√ľnne, thermisch gewachsene Siliziumdioxidschicht (etwa 15 nm), ist Silizium in der eher feindlichen Elektrolytumgebung stabil, wenn es auf positiver Vorspannung‚Ķ.bla, bla, bla.


Seine Forschungsarbeit √ľberstieg bei weitem die Qualit√§t einer Doktorarbeit und noch im jungfr√§ulichen Alter von 22 Jahren gelang ihm der gro√üe Durchbruch. Die Tierversuche bildeten die Basis f√ľr die sp√§teren Versuche, die ausschlie√ülich in N√§hrl√∂sungen durchgef√ľhrt wurden. Er hatte es geschafft(Komma) durch die Manipulation von DNS und Ribosomen im inneren (Inneren) von Zellen bestimmte Aminos√§uren herzustellen, die in Verbindung mit katalytisch wirkenden Botenstoffen einen k√ľnstlichen Organismus zu erzeugen, der(Komma) durch minimale Str√∂me angeregt, lebensf√§hig war (waren) und Nervenzellen produzierte (produzierten), die in Hypertaktfrequenzen Daten verarbeiten konnten.
Das Problem lag nun darin, dass er diese kleinen mikroskopischen Organismen nur in der Nährlösung am Leben erhalten konnte und noch keinen Weg gefunden hatte, Peripheriegeräte,(kein Komma) wie Bildschirm, Drucker, Scanner oder ähnliches anzuschließen. Noch nicht!

Durch unzählige Versuche(Komma) die DNS zu manipulieren(Komma) war es ihm gelungen, diesen kleinen Organismen zumindest sensorische Fähigkeiten einzuverleiben. Die Eigenschaften seiner Organismen waren klar umrissen:
Sie sollten Daten aufnehmen k√∂nnen
Sie sollten Befehle verarbeiten k√∂nnen
Sie sollten das Ergebnis dieser Befehle zu anderen Schnittstellen weiterleiten k√∂nnen oder an andere Orte in einem vernetzten System.

Noch waren die Versuchsergebnisse eher vage und konnten nicht wirklich festgehalten werden, da ihm bisher noch keine Pr√ľfungsroutine eingefallen war, die direkt nachweisen konnte, dass seine Organismen diese drei Ziele erreichten.
Wie so oft in der wissenschaftlichen Forschung kam ihm der Zufall zur (zu) Hilfe, um genau zu sein, es kam ihm eine Verkettung von zufälligen Umständen zur (zu) Hilfe.
Sein erster Beweis besch√§ftigte sich damit, dass er nachweisen musste (nachzuweisen), dass seine Organismen √ľberhaupt in der Lage waren(Komma) Daten aufzunehmen und abzuspeichern. Dies allein war jedoch schon sehr schwer, denn um zu beweisen, dass dort Daten gespeichert waren, h√§tte er sie abrufen m√ľssen. Da ihm aber jegliche Technologie fehlte, um seine Organismen an externe Ger√§te anzuschlie√üen, biss sich sozusagen die Schlange selbst in den Schwanz.
Eines Abends jedoch,(kein Komma) kam v√∂llig unvorbereitet seine Studienkollegin Maritta ins Labor. Tobias hatte nicht die geringste Ahnung, wie es um sie gestellt war, in welcher Gef√ľhlslage sie sich befand. Maritta war Biologiestudentin gleichen Semesters. Allgemein war sie eher sch√ľchtern als extrovertiert, allerdings sehr weiblich, wenn auch nicht als Sexbombe zu bezeichnen, da sie sich eher zugekn√∂pft kleidete. Tobias traf sie des √Ėfteren in der Mensa und sie war so ziemlich die Einzigste (einzige, einzig l√§sst sich nicht steigern) im gesamten Campus(Komma) mit der er hin und wieder Gespr√§che f√ľhrte. Ihm war bis zu diesem Tage nicht klar geworden, dass Maritta sich in ihn verguckt hatte.
Zuerst wollte er sie nicht ins Labor lassen, doch sie schien etwas wirklich Wichtiges mit ihm besprechen zu wollen und lie√ü sich nicht abwimmeln. So setzten sich beide an den Labortisch und Maritta begann(Komma) ihm ihre Gef√ľhle zu offenbaren. Es dauerte mehrere Minuten(Komma) bis Tobias realisierte(Komma) worum es hier eigentlich ging und sah sich pl√∂tzlich in einer f√ľr ihn ungewollten Lage, die er nun versuchte(Komma) ihr auszureden. Er f√ľhlte sich zwar geschmeichelt, denn ehrlich gesagt, als Mann h√§tte er dringend solch eine Bekanntschaft n√∂tig gehabt, doch er war ein Mensch des Ratio und jener sagte ihm, dass er sich ihr verweigern m√ľsse. Von Gef√ľhlen wollte er nichts wissen. So ging das Gespr√§ch Stunde um Stunde, Argumente hin und Argumente her. Sie erkl√§rte ihm, wie sehr sie sich nach solch einem Menschen wie ihn sehnte und welche Vorz√ľge doch eine Beziehung zwischen Mann und Frau haben k√∂nnte. Er wiederum hatte viele Begr√ľndungen dagegen, vor allem fehlten ihm die Erfahrungswerte, um einer Beziehung zu einer ausgewachsenen Frau wirklich etwas abgewinnen zu k√∂nnen.
Erst nachdem der n√§chste Morgen angebrochen war, beendeten sie den Disput und Maritta verlie√ü das Labor mit den Worten. "√úberleg dir das alles Mal, ich habe es nicht wirklich eilig und kann noch ein wenig warten. Wir w√ľrden bestimmt gut zusammen passen‚Ķ"
In Tobias drehten sich die Gedanken, doch im Augenblick stand sein Entschluss fest. Er mochte sie gut leiden, aber mehr konnte er sich nicht vorstellen.
Endlich war sie gegangen und er konnte noch schnell ein, zwei Dinge √ľberpr√ľfen, bevor auch er √ľberm√ľdet nach Hause gehen wollte, um sich auszuschlafen, nach dieser Liebesnacht, die eine neue Erfahrung f√ľr ihn mitgebracht hatte.

Er blickte durch das Elektronenmikroskop und wischte sich den Schlaf aus den Augen. Im ersten Augenblick schien es, als w√§re sein Organismus um etliche Nanomillimeter gewachsen. Das war bisher noch nie nachzuweisen gewesen. Jetzt war er jedoch unsicher und √ľberpr√ľfte sofort seine Aufzeichnungen, um dann erstaunt festzustellen, dass dem tats√§chlich so war. Ein spontanes Wachstum hatte in dieser Nacht eingesetzt und Tobias w√§re nicht Tobias gewesen, wenn sein IQ nicht in der Lage gewesen w√§re, aus diesem Sachverhalt die richtigen R√ľckschl√ľsse zu ziehen.
Bei seinen Versuchen, den Organismus mit Daten anzureichern, hatte er bis zum heutigen Tage nur mit elektrischen Impulsen gearbeitet und somit I (Einsen) und 0 (Nullen) gesendet. Jetzt aber folgerte er, dass andere √Ąu√üere (√§u√üere) Einfl√ľsse wie z.B. Sprache geeignet dazu sein k√∂nnte, um Schwingungen zu √ľbertragen, die der Organismus aufnehmen k√∂nnte. Was sonst konnte es gewesen sein und normalerweise gab es w√§hrend seiner Versuche in dem Labor keine weiteren Schwingungen, denn er sprach weder mit sich selbst, noch h√∂rte er Musik oder erzeugte sonstigen L√§rm. Zumal dieser Organismus auch erst in jener Form wenige Tage alt war.
Nach diesem Gedanken entschloss er sich eine Gegenprobe zu machen und besorgte sofort ein Radio, welches er direkt neben das Reagenzglas seiner Probe stellte und laut aufdrehte.
Er konnte es kaum erwarten(Komma) einen weiteren Blick durchs Mikroskop zu werfen. Nach 23 Minuten hielt er es nicht mehr aus. Ein kurzer leichter Seufzer entrann seiner Kehle, die Probe war abermals gewachsen.

So ein Realo wie er war, erkannte er trotz seiner Euphorie, dass er kaum in der Lage war, jetzt weiter zu arbeiten. Die M√ľdigkeit k√∂nnte ihn zu falschen Schl√ľssen verleiten und Tobias ging schweren Herzens schlafen.(aber er hat doch erst eine schlappe stunde gearbeitet, warum ist er so m√ľde?)
Am gleichen Tag, am späten Nachmittag(Komma) war er wieder im Labor und wiederum bestätigte sich, was er am Morgen feststellen konnte. Insgesamt war die Probe um ca., 7,65894% gewachsen und jetzt 1,13 Nanomillimeter groß.
damit war ein weiteres Problem zu l√∂sen, denn jetzt w√§re zu beweisen, dass tats√§chlich Daten zur Vergr√∂√üerung gef√ľhrt hatten und das (dass) diese nun auch wieder abgerufen werden m√ľssen. Aber wie?
Seine Euphorie verfl√ľchtigte sich etwas, denn im Augenblick fehlte ihm jeder Ansatz f√ľr die L√∂sung dieses Problems.
Er w√§lzte seine Aufzeichnungen, startete elektromagnetische Messungen am und im Reagenzglas und seine Verwunderung wich einer negativen depressiven Stimmung(Komma) bis Maritta am sp√§ten Abend erneut ins Labor trat. Es war das erste Mal in seinem Leben, dass er sich freute(Komma) nicht mehr allein zu sein und obwohl er auch Maritta nur wenig √ľber seine Hobbyversuche erz√§hlt hatte, konnte er jetzt nicht mehr inne halten und musste sie einweihen. Maritta war eine geduldige Zuh√∂rerin(Komma) aber auch intelligent und einf√ľhlsam genug, die Gunst der Stunde zu erahnen.
Umso mehr Tobias ihr √ľber seine Forschungen erz√§hlen konnte, umso mehr kam seine Euphorie zur√ľck, die sie mit ihm teilte. Aber bei all dem Zuh√∂ren verga√ü sie nicht, mit ihrer ganzen Weiblichkeit Einfluss auf ihn zu nehmen. W√§hrend er aufgeregt erz√§hlte(Komma) wie und was er in den letzten Wochen getan hatte, strich sie z√§rtlich durch seine Haare oder streichelte seine Wangen. Sie setzte sich auf seinen Scho√ü und trotz seiner Unerfahrenheit in Sachen Liebe, erkannte er den bestimmten Punkt, wo sie sich so nah gekommen waren, dass sie sich k√ľssen mussten.
Bei aller Molekularbiologie, dies war eine wirklich neue Erfahrung f√ľr ihn. Er hatte nicht gedacht, dass ein anderer Mensch so gut riechen und schmecken k√∂nnte. Sie schmiegte sich an ihn und er sp√ľrte ihre prallen Br√ľste an seiner. Maritta wechselte geschickt die Position auf seinem Scho√ü, von rittlings,(kein Komma) direkt nach 'face to face' und mit einem Ruck entledigte sie sich ihrem Pullover (ihres Pullovers), so dass er nun auch genau sah, was da so weich an seinen Oberk√∂rper dr√ľckte. Nur noch ein schlaffes Unterhemd trennte nun ihre nackte Haut von seiner Ber√ľhrung. Maritta dr√ľckte seinen Kopf zwischen ihre beiden wohlgeformten Busen(das geht nicht. Busen ist die Mitte zwischen den br√ľsten, wenn sie mehrere davon hat, hat sie auch mindestens drei titten) und nat√ľrlich kam er nicht umhin(Komma) die beiden dunkelroten Brustwarzen abwechselnd zwischen die Lippen zu nehmen und wie ein Kleinkind daran zu nuckeln.
Nun, ich will den geneigten Leser nicht weiter mit diesen (diesem) Schweinkram bel√§stigen und sage auch ausdr√ľcklich, dass ich dies alles nur deshalb so detailliert beschreibe, da es f√ľr die Gesamtvorg√§nge unabl√§sslich (unabdingbar) ist.
Wer schon soweit im geistigen Austausch mit einer Frau gekommen ist, dem bleibt selbst als unerfahrener Liebhaber nichts anderes √ľbrig(Komma) als auch durch die n√§chste Instanz zu gehen. Und so geschah es, dass Tobias von einem ihm v√∂llig unbekannten wilden Gef√ľhl geleitet, Maritta von seinem Scho√ü hoch hob und auf den Labortisch setzte. Er √∂ffnete sich schnell und eigentlich sehr geschickt die eigene Hose und ebenso schnell befreite er Maritta von ihrer Jeans, die nichts dagegen hatte.
Dann vollzogen sie den einfachen Geschlechtsakt. Maritta gefiel(Komma) wie Tobias in sie eindrang und immer wieder und immer wieder, bis sie merkte, dass er explodieren w√ľrde. Sie sagte: "Mach weiter, mach weiter(Komma) Tobs", schlug wild um sich und im Labor klirrten pl√∂tzlich etliche Gl√§ser.
Tobias dachte jetzt nur daran, wie schön es doch wäre, wenn er dies jeden Tag erleben könnte.

Wie es nun einmal so ist im menschlichen Dasein, kommt nach den größten Momenten ein kleiner Augenblick der Besinnung und des energetischen Abfalls. Fest umschlungen keuchten Beide (beide), immer noch ineinander vereint.
Maritta sagte: "Das war sch√∂n, Tobs". Tobias war nicht in der Lage(Komma) etwas zu sagen. Sein Gesicht lag auf Marittas Schultern, teils von ihrer welligen braunen M√§hne verdeckt. Sie streichelte √ľber seinen R√ľcken und kraulte ihm den Hinterkopf. Erst als er die Augen aufschlug unter hinter Maritta √ľber den Labortisch blickte, erklang ein heftiger Schrei.
So wild wie er sie auf den Labortisch gesetzt hatte, hob er sie mit einem Griff an den H√ľften,(kein Komma) in einem Schwung vom Tisch und stellte sie verdutzt (die Verdutzte, sonst ist er verdutzt) in den Raum.
Alles(Komma) was sich vorher auf dem Tisch befunden hatte, war nun komplett in Einzelteile zerlegt und weit verteilt. Inklusive seiner Probe, die beim besten Willen nicht mehr aufzufinden war und zwischen Hunderten von Glassplittern kleben musste. Der Tisch war nass, aber um welche Fl√ľssigkeiten es sich nun im Einzelnen handelte, war kaum einzugrenzen. An der Tischkante hatten sich mehrere kleine Rinnsaale gebildet, von denen es herunter tropfte.
Einige dieser Tropfen rollten geradewegs √ľber das ge√∂ffnete Computergeh√§use unter dem Tisch.
Tobias sagte: "Schei√üe." Doch obwohl man einem so besessenen Compunauten zugetraut h√§tte, dass sich jetzt all seine Wut gegen√ľber Maritta entladen w√ľrde, blieb er doch still und gelassen. Er nahm sogar Maritta noch einmal sehr liebevoll in den Arm, k√ľsste sie auf den Mund und sagte: "Alles umsonst!"
"Es tut mir Leid", erwiderte sie(Komma) sich schuldig f√ľhlend.
"Ach, ich weiß nicht, ich denke(Komma) ich habe heute Nacht eine so wahnsinnige Erfahrung gemacht, was bedeutet da schon so ein Versuch?!" Er lächelte erleichtert.

Er ahnte Nichts (nichts) von dem(Komma) was noch kommen sollte.

Beide reinigten das Labor und man hörte sie hin und wieder neckisch kichern, wobei klar war, dass sie in dieser Nacht noch öfters zueinander gefunden haben. Maritta begleitete ihn sogar noch auf sein Zimmer.
Am nächsten Morgen gingen sie zusammen in Richtung der Unterrichtsräume des Campus. Beiden fiel gleichsam beim Betreten der Räumlichkeiten auf, dass die Meisten (meisten) ihrer Studienkollegen, den sie begegneten und die sie kannten, mit verzerrtem Lächeln,(kein Komma) tuschelnd,(kein Komma) ihre Blicke mieden.
Tobias war im Physikkurs, Maritta besuchte den H√∂rsaal f√ľr Mathematik. Sie setzte sich an ihren Terminal und loggte sich ins System. Doch bevor der Computer ihr das gewohnte Hintergrundbild anzeigen wollte, blickte sie auf einen schwarzen Hintergrund(Komma) √ľber den endlose Zeichenketten flimmerten. "Wieder so ein Virus", war ihr erster Gedanke, was (weil so etwas) nicht selten die Systeme der Universit√§t lahm legte.
Drei Reihen vor ihr,(kein Komma) erkannte sie das Gleiche (gleiche) √ľber den Bildschirm rauschen. Daneben auch. Jeder der Monitore hatte die gleichen Muster aus Zeichenketten. bisher (Bisher) waren nur wenige Studenten im Raum. Es war still, nur ein leises Wortgebrummel kam unverst√§ndlich aus den Kopfh√∂rern, die unter der Sitzbank hingen. Sie setzte sich den Kopfh√∂rer auf und nach kaum mehr als 4 Sekunden verf√§rbte sich ihr Gesicht tiefrot.
Sie h√∂rte ihre eigene Stimme, die woll√ľstig rief: "Mach weiter(Komma) Tobs, mach weiter!" Es klirrte und schepperte. Dann verstummte alles und sie h√∂rte erneut ihre Stimme, die Tobias ein Liebesgest√§ndnis machte.

Ab jetzt k√∂nnen die Fakten nur bruchst√ľckhaft wiedergegeben werden!
Anmerkung: "Wie sich herausstellen sollte, handelte es sich hierbei um den später als "Love Letter Virus IV" benannten Wurm. Die Spezialisten der NSA schafften es auch nach vier Monaten nicht, dem Virus Einhalt zu gebieten. Er vermehrte sich rasanter als alles bisher Bekannten (bekannte). Er verschickte keine Mails oder attackierte Webserver, er zerstörte nicht eine Festplatte oder löschte Daten. Das Einzige (einzige Komma) was man feststellen konnte, war ein ungehemmter Datenfluss, der auf allen Computern dieser Welt wiedergegeben wurde."

Tobias gelang es nach mehreren Wochen in etwa nachzuvollziehen(Komma) was geschehen sein musste.
Sein kleiner unscheinbarer Organismus hatte tatsächlich die von ihm injizierten Fähigkeiten:
Er lebte und durch seine guten sensorischen F√§higkeiten eignete er sich alles(Komma) was er aufnehmen konnte(Komma) an. Er speicherte diese Daten, wodurch er permanent wuchs.
Die Basis seines Lebens war elektrischer Strom und in allen Medien, in der (denen) Str√∂me flossen, konnte er existieren.
Die weltweit bestehende Infrastruktur von vernetzten Leitungen diente ihm zur Weitergabe der gespeicherten Signale, da er alle Daten unverf√§lscht, sozusagen bin√§r(Komma) aufnahm, war es auch kein Wunder, dass er sie so wiedergab.
Die Liebesgeschichte von Tobias und Maritta wurde in regelm√§√üigen Abst√§nden Milliardenfach (milliardenfach) auf Druckern, Bildschirmen oder im Audioformat wiedergegeben. Filmaufnahmen gab es von dieser Nacht nicht, da dem Organismus Sehzellen verwehrt geblieben sind. Aber auch alle anderen Daten, die der Virus nun auf seinem Weg quer durchs "World wide web" aufschnappte, wurden st√§ndig ausgegeben.

Tobias behielt stillschweigen (Stillschweigen) dar√ľber und nachweisen konnte man ihm nicht, dass er diesen Virus produziert hatte. Leider blieb es ihm auch verwehrt, aufgrund der aktuellen Tatsachen, ein Patent auf den ersten organischen Computer anzumelden.
Eines war gewiss, das(Komma) was er geschaffen hatte(Komma) war ein lebendiger Wurm, der in seiner durchschnittlichen Ausdehnung,(kein Komma) sämtlichen Leiterbahnen, die je auf diesem Planeten geschaffen wurden, entsprach.


wie gesagt, eine hinrei√üende geschichte, die einen guten platz in meiner sammlung ‚ÄěLupengold‚Äú finden wird.
Ganz lieb gr√ľ√üt

__________________
Old Icke

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