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Leselupe.de > Gereimtes
Toepferopfer
Eingestellt am 31. 08. 2004 09:34


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Udogi-Sela

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Registriert: May 2003

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Töpfe, Tassen, Schüsseln, Wannen,
Teller, Vasen, Schalen, Kannen,
erste Ware, einwandfrei,
gibt’s in Meiers Töpferei.

In der Werkstatt , früh bis spät,
wird der Ton zur Form gedreht,
auf der Töpferdrehmaschine.
Hanna war dort Azubine.

Hanna lernte Töpferei,
war mit SpaĂź und Lust dabei.
Mochte gern das Mat’rial,
Ton klebt’ an ihr, überall.

Einmal war sie dort allein.
Schmierte voll sich wie ein Schwein.
Übte Töpfern ohne Rast,
grau war’n Haut und Kleid verblasst.

Tonbedeckt und mĂĽde sank.
Hanna von der Töpferbank.
Weit entrĂĽckt im Traumland tief,
Hanna auf dem Boden schlief.

Meier, bald darauf, sah nur:
Dort liegt eine Ton-Figur.
Dachte: Hanna kriegt es hin!
Sie ist eine KĂĽnstlerin!

Dieses Werk von ihr ist spitze!
Doch es braucht noch Ofenhitze.
Schob es mit geĂĽbter Hand,
in des Ofens Glut und Brand.

Dort, bei gut eintausend Grad,
wurde haltbar es und hart.
Meier stellt’ es kurz darauf,
mitten im Verkaufsraum auf.

Bald schon wollte jeder nur,
diese eine Tonfigur. –
Meier hat zwei linke Hände. –
Wenn er nur die Hanna fände!

In des Jahreszeiten Lauf,
tauche Hanna nicht mehr auf,
blieb, trotz Fahndung, ganz verschwunden. —
M. vertröstete die Kunden...

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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Dorothea
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eine prima Moritat

Hallo Udo,
eine grausig schöne Geschichte im klassischen Stil der Moritaten, obwohl etwas der sittlich belehrende Zeigefinger dieses Genres fehlt. Gefäll mir sehr gut.
__________________
Dorothea Gebauer
----------------------
Sein ist mehr als Haben.

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Vera-Lena
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Lieber Udo,

so weit wird es doch nicht kommen, dass wir die Azubis,da im Überschuss vorhanden, dermaßen schlecht behandeln werden! Meier hat seine Hanna weder vermisst noch persönlich gesucht, noch betrauert, er tröstete lediglich die Kunden, weil etwas Anderes geschäftsschädigend gewesen wäre.

Beinharte Satire, gut vorgetragen, wie Dorothea schon bemerkte.

Liebe GrĂĽĂźe von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Udogi-Sela

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Hallo Dorothea,

an den belehrenden Zeigefinger in Form von „...und die Moral von der Geschicht“ hatte ich auch gedacht, aber ich wollte die Geschichte damit nicht abmildern, obwohl sie mir in dieser Form selbst noch zu brav erscheint. Das liegt sicher daran, dass ich verschiedene Versionen ausprobiert habe, die mir zu „weich“ waren.

Freut mich, wenn’s Dir gefällt.

Herzlichst
Udo
__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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Udogi-Sela

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Hallo Vera-Lena,

vorletzten Sonntag fand auf dem Neumarkt in Köln ein „Keramik-Markt“ statt, Als ich mit Gisela dort so zwischen den Pötten rumschlenderte und auf einem Foto die tonverschmierte Hand eines Töpfers bei der Arbeit sah, kam mir spontan die Idee zu diesem Gedicht.
Außerdem habe ich ja lange nix mehr geschrieben und wollte ausprobieren, ob ich’s noch kann.

Herzlichst
Udo

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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alfi
???
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Udogli

so beinhart wie es andere empfinden, sehe ich das nicht, sondern eher schwarzer Humor-es gibt schwärzere.
Ausserdem erinnere man sich an unseren ollen Busch-der liess auch alles im Busch verschwinden was nicht niet-und nagelfest war.
Schön geschrieben.
Und die Moral von der Geschicht.
Trau niemals einem Töpfer nicht.

alfi
__________________
alles was sich reimt ist nicht-
automatisch ein Gedicht. (alfi)

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