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Toll Collect
Eingestellt am 27. 04. 2004 20:39


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nally
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Es ist der Krimi „Toll Collect,“ der seit Jahren in Deutschland die Gemueter erregt. Nach dem Regierungswechsel im Oktober 1998, forderte der rot-gruene Koalitionsvertrag die Abloesung der Lkw-Vignette durch eine streckenabhaengige elektronische Maut. Im August 2001 beschloss dann das Bundeskabinett die Maut im Jahr 2003 einzufuehren. Im Juni 2002 erhaelt Toll Collect, das Konsortium um Daimler Chrysler, Deutsche Telekom (jeweils mit 45 Prozent beteiligt) und die franzoesische Confiroute (mit den restlichen 10 Prozent) den Zuschlag fuer das Mautprojekt. Zwei Tage vor der Bundestagswahl 2002 unterzeichnet Vekrehrsminister Kurt Bodeweig (SPD) mit Toll Collect den Mautvertrag. Im Oktober 2002 wird Manfred Stolpe (SPD) Verkehrsminister und nach dem die EU Kommission, sowie der Vermittlungsausschuss im Bundestag und Bundesrat gruenes Licht fuer die Maut gaben, wurde Stolpe sein erstes Sorgenkind ins Amt gelegt. Zu diesem Zeitpunkt war der 1. September 2003 als Start der Maut geplant.

Ein Gutachten im Juli 2003 des Bundesamt fuer Gueterverkehr (BAG) warnte Stolpe jedoch vor erheblich technischen Maengeln am Mautsystem. Ende Juli wurde der Starttermin dann das erst Mal verschoben, auf den 2. November 2003. Verkehrsminister Manfred Stolpe befreite Toll Collect, ab Beginn des regulaeren Betriebes fuer einige Zeit von der Haftung. Im September 2003 wird der Mautstart jedoch das zweite Mal verschoben. Toll Collect ruft tausende defekte On-Board-Units (OBU) fuer Lkw zurueck. Einen Monat spaeter, nach einem Krisentreffen Stolpes mit den verantwortlichen Vorstaenden von Telekom und Daimler Chrysler wird der Starttermin erneut und diesmal auf unbestimmt Zeit verschoben. Toll Collect hatte nach dem Konsequenzen aus der Pannenserie gezogen. Michael Rummel, Toll Collect-Chef musste gehen. Hans-Burghardt Ziermann, massgeblich am Aufbau von Viag Interkom (heute O 2) beteiligt, bekam den Posten von Rummel. Klaus Mangold, Leiter von Daimler Chrysler schied regulaer zum 16. Dezember 2003 aus. Den Posten als Aufsichtsrat bekam danach Peter Mihatsch.

Im November 2003 sperrte der Bundestag vorsorglich im Haushalt 2004 die geplante Verkehrsinvestionen von einer Milliarde Euro. Ende des Jahres, im Dezember scheitern die Verhandlungen zwischen Ministerium und Mautkonsortium. Stolpe versuchte mit einem letzten Ulitmatium bis zum 31. Januar 2004, Toll Collect zur Festlegung auf einen neuen Starttermin zu zwingen und sich zu Verhandlungen ueber Schadenersatz bereitzuerklaeren. Nach einer Marathon-Sitzung mit den Toll Colleckt-Spitzen erklaerte Stolpe die Verhandlungen am 17. Februar 2004 fuer gescheitert. Grund war, dass man sich nicht ueber Haftungen und Strafzahlungen des Konsortiums bei Verzoegerungen und Maengeln des Maut-Systems einigen konnte. Toll Collect bekam zwei Monate um den Vertrag zu erfuellen, ansonsten drohte die Kuendigung in Kraft zu tretten.

Bundeskanzler Gerhard Schroeder (SPD) forderte zu dieser Zeit „Bewegung“ von den beteiligten Konzernen. „Das koennen die beiden grossen Unternehmen um Deutschland willen nicht auf sich sitzen lassen“, sagte Schroeder in Potsdam.

Am 29. Februar 2004 legte Toll Collect ein weiteres Angebot vor. Nach der mehrfachen Verschiebung des Starttermins hatte das Konsortium Stolpe ein zweistuffigen Plan zur Maut-Einfuehrung vorgelegt. Danach soll eine abgespeckte Variate am 31. Dezember 2004 beginnen, der „vertragskonforme Systemstart“ dann zum 31. Dezember 2005 folgen. Andernfalls wird eine gestaffelte Vertragsstrafe faellig. Diese steigt um monatlich 5 Millionen Euro von 40 Millionen Euro im ersten Monat auf gleich bleibend 80 Millionen Euro im September. Die betieligten Unternehmen hatten in Kernfragen wie der Haftung, Kuendigung, Schiedsverfahren, Vertragsstrafen und Verguetung nachgegeben. Bundeskanzler Gerhard Schroeder sprach in Berlin nach einem Spitzentreffen mit den Chefs der Unternehmen von einem „ausgewogenen Kompromiss.“

In dem Konsortium uebernahm danach die Telekom die FĂĽhrung von DaimlerChrysler. Der verantwortliche Vorstand der Sparte T-Systems Konrad Reiss uebernahm den Aufsichtsratsvorsitz bei Toll Collect. Er loest Ricke Peter Mihatsch ab, der die Aufgabe erst Mitte Dezember 2003 uebernommen hatte.

Insgesamt wurden vier Posten in der Toll-Collect-Geschaeftsfuehrung neu besetzt. Zvezdana Seeger uebernahm die Verantwortung fuer Entwicklung und Betrieb der Technologie. Roland Schell soll sich insbesondere um die Logistik fĂĽr die Mautendgeraete kuemmern. Die bisherigen Geschäftsfuehrer Hans Burghardt Ziermann und Rainer Scholz haetten „die Verantwortung auf eigenen Wunsch abgegeben“, hieĂź es offiziell. Neu ist auch, dass Bellmer kuenftig nicht mehr nur Sprecher, sondern auch Vorsitzender der Geschaeftsfuehrung von Toll Collect ist.

Am 18. April teilte die Telekom in Bonn das wohl ueberraschenste, im Krimi Toll Collect, mit: "Da sein Name untrennbar verbunden ist mit der Angelegenheit Maut/Toll Collect, hat sich Herr Josef Brauner entschlossen, sein Amt als Vorstand T-Com der Deutsche Telekom AG zum 30. April 2004 niederzulegen." Nachfolger für das Deutschland-Geschäft der Festnetz-Sparte wird nach den Angaben der Telekom Vorstandschef Kai-Uwe Ricke, das Auslandsgeschaeft werde voruebergehend Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick uebernehmen. Brauners Vertrag laeuft erst 2008 aus und somit wird er in der Zukunft dem Unternehmen als Berater zur Verfuegung stehen, teilte die Telekom mit. "Mit großem Engagement hat er die Festnetzsparte der Deutschen Telekom neu positioniert", sagte Ricke. Laut Firmen-Mitteilung bedankte sich der Aufsichtsrat bei dem 53jaehrigen Brauner fuer dessen Verdienste um die Festnetzsparte T-Com. Ueber einen Ruecktritt Brauners war jedoch schon laenger spekuliert worden. Brauner war nicht nur verantwortlich fuer das ganze Mautdebakel, sondern ihm wird jener langen Nacht im Verkehrsministerium vom 16. auf den 17. Februar angelastet, als Minister Manfred Stolpe (SPD) die Verhandlungen mit den Toll-Collect-Gesellschaftern ueber die Zukunft der Maut ueberraschend abbrach. Ueberraschend ist jedoch der Zeitpunkt des Ruecktritts. Vor einer Woche hatte die Telekom die Geschäftsführung von Toll Collect umgebildet und inzwischen scheinen die technischen Probleme ueberwunden.





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"Ich werde nie aufgeben captain, denn ich will im Spiel der Mächte weiter bestehen und meinen Vers dazu beitragen."
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jon
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Bitte noch mal die Rechtschreibung prüfen – es gibt diverse Fehlerchen.

Was sagt der Satz

quote:
Brauner war nicht nur verantwortlich fuer das ganze Mautdebakel, sondern ihm wird jener langen Nacht im Verkehrsministerium vom 16. auf den 17. Februar angelastet, als Minister Manfred Stolpe (SPD) die Verhandlungen mit den Toll-Collect-Gesellschaftern ueber die Zukunft der Maut ueberraschend abbrach.
?


Vor allem aber: Was ist das Anliegen dieses Textes?
In der Summe bekommt man einen guten Überblick über die einzelnen Schritte im Personalkarussell – na gut, wen Namen interessieren…
Aber: Am Anfang ist von einem "Krimi" die Rede – der kommt jedoch nicht: Weder gibt es ein "Verbrechen“ (weder ist vom Maß das "Pfusches" noch von der unglaulichen Geldverschwendung die Rede), noch Opfer (was kostet das und wen kostet es das?) und auch kaum Täter, geschweige denn Schuldige. Und am Ende steht: Na mal sehen, wie es weitergeht… (denn die Probleme SCHEINEN ja nur überwunden).
Es ist also „nur“ eine Art Chronik (, die darf dann aber nicht "Krimi" heißen) – ohne Hintergründe, ohne Meinung des Autores, ohne (für den Interessierten) neue Infos.
Wenn du das – eine Chronik – wolltest, ist es recht gut. Wenn nicht, fehlen wichtige Elemente.
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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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