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Leselupe.de > Kindergeschichten
Tom Donner und der Meteoritenwurm
Eingestellt am 01. 08. 2017 09:24


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mapetiterandalette
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Registriert: Jul 2017

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In den Tiefen unseres Sonnensystem, zwischen Mars und Jupiter, wo kaum noch Licht hinreicht, liegt eine kalte, w├╝ste Gegend. Hier fliegen zahllose Felsbrocken durch das All, Wolken von Tr├╝mmern, und kleine Monde. Sonst ist es hier dunkel, einsam und leer. Nur die eisigen Kometen auf ihrer langen Reise schauen ab und an auf einen kurzen Besuch vorbei. Diese Region hei├čt Asteroideng├╝rtel.

Es sind schon wilde, verwegene Gesellen, die M├Ąnner und Frauen, die hier drau├čen unterwegs sind. Wagemutig m├╝ssen sie sein, geschickt und klug, denn jede Hilfe ist weit entfernt. St├╝ck um St├╝ck, Abschnitt f├╝r Abschnitt durchk├Ąmmen sie den Asteroideng├╝rtel, immer auf der Suche nach dem ÔÇ×Pieps!ÔÇť kleiner Roboter.

Die Menschen hatten ihre Suche nach Metallen, Erzen und anderen seltenen Rohstoffen auf den Weltraum ausgedehnt, und der Asteroideng├╝rtel war ein lohnendes Ziel. Es h├Ątte viel zu lange gedauert, alle Felsen und Monde einzeln anzufliegen. Deshalb hatten sie Tausende winzig kleiner Roboter gebaut und ins All geschossen. Die flogen nun durch den Asteroideng├╝rtel und sp├Ąhten mit ihren Sensoren in die Dunkelheit, immer auf der Suche nach einem wertvollen Brocken. Waren die Messwerte interessant, s├╝rzten sie sich hinab auf den Felsen, krallten sich an seiner Oberfl├Ąche fest und schickten ein Signal hinaus: ÔÇ×Pieps!ÔÇť. Hier gibt es was zu holen. Auf den Karten der Asteroidenj├Ąger erschien dann ein kleines Kreuz; ein neuer Hinweis, den sie zu ├╝berpr├╝fen hatten.

Auch an diesem Tag war Tom Donner mit seinem D├╝sendrachen unterwegs, um seinen Abschnitt des G├╝rtels zu erkunden. Das sind wendige kleine Flitzer, die D├╝sendrachen! Schnell genug, um einem Brocken auf Kollisionskurs auszuweichen, und robust genug, auch mal einen kleinen Rempler wegzustecken. Und dabei sind sie so klein, dass sie auf gr├Â├čeren Asteroiden sogar landen k├Ânnen. Warum sie D├╝sendrachen heissen? Wegen ihrer Sonnensegel. Die k├Ânnen sie ausfahren, wenn ihnen der Treibstoff knapp wird, und das Licht der Sonne zum Auftanken nutzen. Und wenn so ein Weltraumhopser mit ausgebreiteten Fl├╝geln im Sonnenlicht schwebt, ist das schon ein toller Anblick!

Vorsichtig steuerte Tom durch eine dichte Wolke kleiner und mittelgro├čer Asteroiden. Seine Monitore waren voller Anzeigen, er musste sich h├Âllisch konzentrieren, immer wieder Ausweichman├Âver fliegen und ÔÇô Moment mal. Was war das denn? Der kleine Felsen da unten links im Hauptschirm, an dem er eben vorbeigeflogen war ÔÇô hatte der wirklich gr├╝ne Flecken?

Eigentlich v├Âllig unm├Âglich. Aber Tom war lange genug Asteroidenj├Ąger, um seinem Instinkt und seinen scharfen Sinnen zu vertrauen, und die goldene Regel aller Weltraumfahrer sagt: Wenn du im All etwas merkw├╝rdiges siehst, dann schau es dir unbedingt n├Ąher an. Denn es k├Ânnte was ganz besonderes sein!

Also trat Tom Donner auf die Bremse. Die Gegenschubraketen feuerten und bremsten den Drachen ab. Tom flog eine Rolle und ├╝berkopf zur├╝ck in die Richtung, wo er den kleinen Asteroiden vermutete, und tats├Ąchlich ÔÇô da tauchte er auf dem Bildschirm auf. Schwebte friedlich und ruhig vor ihm im Asteroidenfeld. Ein eher kleiner Brocken; vielleicht so gro├č wie f├╝nf Fu├čballfelder, die jemand zu einer Kartoffel zusammengekn├╝llt hatte. Und er hatte, wirklich und wahrhaftig, gr├╝ne Flecken.

Tom checkte seine Datenbank. Ja, da gab es einen Eintrag. Vor einiger Zeit hatte ein Roboter hier seinen ÔÇ×Pieps!ÔÇť abgesetzt. Angeblich solle es hier etwas Eisen geben, aber so wenig, dass es eine Untersuchung eigentlich nicht lohnte. Wenn da nicht diese r├Ątselhafte Farbe w├ĄreÔÇŽ Kurz entschlossen setzte Tom zur Landung an.

Und das war gar nicht so einfach. Auf so einem kleinen Himmelsk├Ârper gibt es fast keine Schwerkraft, und jeder kleine Sto├č, jeder H├╝pfer kann einen zur├╝ck ins All treiben. Sehr behutsam setzte Tom auf, dann verankerte er die Landef├╝├če seines Drachens fest im Gestein. Er kletterte in seinen Raumanzug, sicherte sich mit einer Rettungsleine, und stieg aus.

Auf den ersten Blick war hier nicht viel los. Der Asteroid sah aus wie so ziemlich jeder andere auch ÔÇô ein Klumpen aus Fels, Ger├Âll und Staub. Er war ├╝bers├Ąt mit kleinen Kratern und Kratzern, Spuren der Einschl├Ąge kleinerer Meteoriten. Tom ging langsam weiter. Und dann, pl├Âtzlich, stand er am Rand einer Fl├Ąche, die vollst├Ąndig bedeckt war von gr├╝nem Glibber. Ein h├╝bsches Apfelgr├╝n, das leicht im Dunkeln leuchtete, um genau zu sein.

Tom starrte fassungslos auf die gr├╝ne Fl├Ąche, die vor ihm lag wie eine Wiese, nur eben ein bisschen schleimiger. Sowas hatte er in seinem ganzen Leben noch nicht gesehen! Und wie er da so stand und starrte, fing pl├Âtzlich der Boden unter seinen F├╝├čen an zu vibrieren, brummte wie ein lautlos gestelltes Handy. Tom fuhr zusammen und starrte auf seine F├╝├če. In den Ritzen zwischen den Steinen blitzten blaue Lichter! War er auf einem Geisterasteroiden gelandet? Oder hatte er am Abend vorher etwas falsches gegessenÔÇŽ?

Neben seinem Bein geriet ein kleiner Hang in Bewegung, rutschte ab, und zwischen dem Staub und den losen Steinen ÔÇô da wand sich ein fingerdickes, steingraues W├╝rmchen. Offenbar versuchte es, sich aus dem losen Material zu befreien. Dabei vibrierte es, immer wieder, und blinkte aufgeregt wie eine winzige blaue Rettungsboje. Tom griff zu, schnell und sicher, und zog das W├╝rmchen vorsichtig aus dem Schutt.

Da hielt er es nun in seiner behandschuhten Hand. Ganz leicht. Ganz vorsichtig. Und war v├Âllig fasziniert. Was beim Schweif von Halleys Komet war das? Er drehte und wendete seine Hand, und untersuchte das W├╝rmchen von allen Seiten. Er trat ein wenig weiter nach links, und tats├Ąchlich, das Blinken schien langsamer zu werden. Er drehte sich nach rechts, das W├╝rmchen blinkte schneller. Er hob die Hand hoch, und das W├╝rmchen blitzte ununterbrochen ÔÇô und Tom sah einem meterdicken Felsbrocken, der aus den Tiefen des Asteroideng├╝rtels direkt auf sie zuflogÔÇŽ

Jetzt war aber h├Âchste Eisenbahn! Er setzte das kleine W├╝rmchen ab und hangelte sich an seiner Rettungsleine zur├╝ck zu seinem D├╝sendrachen. Die Motoren liefen schon warm, als er dort ankam. Auf den Stufen zum Einstieg aber sa├č schon das W├╝rmchen, und blinkte ihn erwartungsfroh an. ÔÇ×Na sag mal, du bist ja fix!ÔÇť meinte Tom. Blink. Blink. machte das W├╝rmchen. ÔÇ×Was soll denn das nun werden? Willst du etwa mit?ÔÇť Blink. Blink. ÔÇ×Sicher? Wir kennen uns doch noch gar nicht!ÔÇť Das W├╝rmchen sah ihn an und wartete. ÔÇ×Na gutÔÇť, sagte Tom, ÔÇ×jetzt aber nichts wie los!ÔÇť Die beiden stiegen ein und der D├╝sendrache hob ab. Sekunden sp├Ąter krachte der Felsen genau da auf den Asteroiden, wo Tom und das W├╝rmchen sich begegnet waren, und hinterlie├č dort einen h├╝bschen neuen Krater.

Tom Donner aber schrieb zwei Nachrichten der h├Âchsten Dringlichkeitsstufe an die Zentrale. Erstens: Ich habe eine neue au├čerirdische Lebensform entdeckt, und ich nenne sie ÔÇ×Meteoritenw├╝rmerÔÇť. Zweitens: An alle Asteroidenj├Ąger! Aufpassen! Wenn ihr da drau├čen Brocken mit gr├╝nen Flecken entdeckt, Finger weg ÔÇô denn dort leben die Meteoritenw├╝rmer. Die d├╝rfen wir nicht st├Âren.

Tom und der Meteoritenwurm wurden schnell gute Freunde. Das W├╝rmchen hatte sich entschieden, an Bord zu bleiben, und zusammen erlebten sie viele Abenteuer. Dabei rettete es Tom mehr als einmal den Hals, denn wenn Gefahr drohte, dann blinkte und summte es zur Warnung. Daf├╝r knabberte es manchmal einen Eisennagel, und gelegentlich musste Tom ein Br├Âckchen gr├╝nen Schleim aus seinem D├╝sendrachen fegen ÔÇô aber das war v├Âllig ok. Andere Asteroidenj├Ąger, die Haustiere dabei hatten, mussten ja auch mal das Katzenklo leeren.
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"this ain't no Lesung - it's an Erz├Ąhlung"

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