Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5552
Themen:   95265
Momentan online:
584 Gäste und 13 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Tom und Lisa
Eingestellt am 30. 06. 2013 19:49


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Sebahoma
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2013

Werke: 16
Kommentare: 32
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Sebahoma eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Vor einigen Wochen fing alles an.

Irgendwann bekam ich morgens einen Anruf von der Polizei. Sie sagten, Tom sei tot. „TatsĂ€chlich?“, fragte ich und man bestĂ€tigte es mir.

Tom und ich waren immer gute Freunde gewesen. Wir waren zusammen auf der UniversitÀt und haben viel zusammen erlebt. Auch die Sache mit Lisa. Tom hatte mir damals tagelang Mut zugesprochen, bis ich sie endlich angesprochen hatte und mit ihr zusammen kam. Ohne Tom hÀtte ich sie niemals angesprochen, hÀtte dies nicht geschafft und vieles andere auch nicht.

Ok, fĂŒr eine kurze Zeit habe ich ihn gehasst. Nach einem versoffenen Kneipenabend hatte er etwas mit Lisa gehabt. Aber sie haben mir gebeichtet. Schuld war doch nur der Alkohol. Wirklich gute Freunde können sich vergeben. Ich und Lisa, zusammen, fĂŒr immer und Tom mein bester Freund.

Die Zeit nach diesem Anruf war ganz anders. Man hatte ihn ertrunken in einem Fluss gefunden, sehr viel Alkohol im Blut. Ob er wohl Probleme hatte? Die Leute fragten sich, ob es Selbstmord war.

Lisa ging es in den nĂ€chsten Tagen schlecht. Klar, sie kannte Tom schließlich auch schon lange, auch sehr gut. Ich tröstete sie. Ich hatte gedacht, wenn sie Toms Abwesenheit erst einmal verkraftet hĂ€tte, wĂŒrden wir uns wieder nĂ€her kommen, nachdem wir uns zuvor oft gestritten hatten. Haben beide viel Stress bei der Arbeit, da knallt es manchmal. Aber sie wurde nur ruhiger. Ging viel weniger aus. Sie sagte immer wieder, sie glaube nicht an Selbstmord. „Tom war doch nicht so“, sagte sie. Menschen sind eben manchmal ganz anders als wir denken.

Mir ging es auch nicht gut. Ich fĂŒhlte mich schlecht. HĂ€tte ich etwas Ă€ndern können? HĂ€tte ich vielleicht Tom fragen sollen, ob irgendetwas ist. Ob er mir vielleicht etwas sagen möchte. Ich fragte ihn nicht.

Irgendwann kam dieser Kommissar zu mir, stellte mir Fragen und ich gab bereitwillig Antwort: Ja, Tom sei mein Freund gewesen. Nein, ich hÀtte nichts bemerkt. Mord? Das könnte ich mir nun gar nicht vorstellen, Tom hatte doch eigentlich keine Feinde.

Lisa verhielt sich immer auffÀlliger. Wenn ich mich ihr nÀherte, wich sie mir aus. Sie guckte mich oft so fragend an. Wusste sie etwas? Hatte sie Angst, es zu sagen? Ein paar Tage spÀter fand man ihr Auto. Verlassen. Sie lag ein paar Meter weiter auf einer Wiese. Tot. Mit diesem LÀcheln im Gesicht, in das ich mich damals verliebt hatte. So lange hatte ich es nicht mehr gesehen.

Damit kehrte Ruhe in mein Leben ein. Eine schreckliche Ruhe. Kein Tom, keine Lisa. Vielleicht sind sie jetzt wieder vereint. Saubande. Haben wohl gedacht, ich wĂŒrde es nicht bemerken. Ihre verlegenen Blicke. Ihre geheimen Treffen. Aber wir sind nicht mehr an der Uni und es gibt keine versoffenen Kneipenabende mehr, keine Entschuldigung mehr. Wie konnten sie mir das antun.

Jetzt schreibe ich dieses GestĂ€ndnis. Eben kam die Polizei vor meinem Haus an, jetzt höre ich sie heraufkommen. Ich höre die Klingel, sie rufen mich. Wie sind die so schnell auf mich gekommen. Ich habe doch alles so gut geplant. Eine TĂŒr wird aufgebrochen. Gleich werden sie in meinem Zimmer sein und mich mitnehmen. Was habe ich nur falsch gemacht.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


ZurĂŒck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung