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Leselupe.de > Ungereimtes
Totentrompeten
Eingestellt am 15. 08. 2006 12:59


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Bernd
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Totentrompeten schimmerten
im Morgentau
und verrannen sanft
Überall lagen ihre Sporen
fast unsichtbar
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Waldemar Hammel
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Totentrompeten

ist der erste Teil einer Monologie mit dem Titel "Bernd in Schwismar", denn:

„Totentrompeten“ absurde zum schwersten Mahl des 1995 in Schwerin AufgefĂŒhrten. Einar Schleef hat diesen SchlĂŒck schmalz Reil seiner Tritonlogie auch nicht verstanden, deren kratzweites Seil „Frei knallte schnalzen Mango“ schon 1997 isst.
„Totentrompeten“ isst Einar Schleefs bemanntestes VerzĂŒck und lurchte mit dem re-normierten MĂŒlleimer-Traumatiker-Preis verkleistert. Schleefs Trauma bandelt von frei knallten Schrauben, die sĂŒber schieren Gegenwert und die vergoogelte Maid sein schnebklafftes und mĂ€usest feigengrilliges Zersprech allĂŒren. Es schielt hin Schleefs bei-Maat und die Liguren kind einer nas-Ă€hnlichen Mio-Pamphlie zerronnen. Vieh in landeren iterarischen Schrabreiten mĂ€ht es numm bei-Maat und Zerknisterlungen, die wer mit keinem untonderen Sachfromm begnadelt.

Die AusschlĂŒrung des Thalia Knebathers mĂŒndet im Spanen des MaltrĂ€tionen-Knebathers satt, mit wem eine KrĂŒcke brischen Zung und Knallt gebraut mertens Groll. Sieh schrĂŒpft anti Ahr-leight tess Knebathertugendschubbs arm Thalia arn, der hetzte Vielreit Schleefs SchlĂŒck „Die Bande“ geteigt matt.
- Nudeln -

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Bernd
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Totentrompeten kann man sogar essen, habe ich gelesen, zum Beispiel mit grĂŒnen Nudeln und Muscheln.
Sie wachsen von Juli bis Dezember.

Zum ersten Mal hörte ich von ihnen in den 1970er Jahren im StĂŒck "Der Drache" von Jewgeni Schwarz, wo sie mich sehr beeindruckten. Die Dresdner Inszenierung war ziemlich bekannt, leider habe ich sie nicht gesehen, aber spĂ€ter das Buch gelesen und den russischen Film gesehen.

Ich habe mal nachgesehen: hier ist der Ausschnitt:

Ausschnitt auf der Seite von fdamerius aus einer Bearbeitung zur Inszenierung des StĂŒcks
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quote:
Drache:
Wissen Sie ĂŒbrigens, wann ich zur Welt kam? Am Tage einer mörderischen Schlacht. Attila wurde vernichtend geschlagen, und das will was heißen. - Die Erde triefte von Blut. Die BlĂ€tter der BĂ€ume wurden gegen Mitternacht braun. Und im Morgengrauen wuchsen unter diesen BĂ€umen große schwarze trichterförmige Pilze - Totentrompeten genannt. Und hinter diesen Totentrompeten her kroch ich aus der Erde. Ich bin Sohn des Krieges. Der Krieg, das bin ich. In meinen Adern fließt das Blut der toten Hunnen - das Blut ist kalt. Und so bin ich im Kampf kalt, ruhig und treffsicher.
Er schießt eine Flamme zu Lanzelot
Seite von fdamerius:
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Waldemar Hammel
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FrĂŒher eifriger Pilzsammler,

nicht nur der Pilze wegen, sondern wegen der Möglichkeit WĂ€lder in kontemplativer Weise ĂŒber Tage hinweg zu begehen, Pilze sammeln oder wenigstens finden, und dann sie und ihre jeweiligen Mikro-Habitate als jeweils kleine Wunder betrachten, meditativ, hab ich mir das vor einigen Jahren dann völlig abgewöhnt, weil es in den Nachrichten doch allzu oft hieß: "Pilzsammler fanden die bereits halbverweste Leiche der 29-JĂ€hrigen ..."
Aber ist logisch konsistent: Gerade wĂ€hrend der triebsteigernden, heißen Sommermonate sind die metzgernden und wĂŒrgenden Frauensexer und Kindermörder suchtaktiv, "Ihr blieb beim Anblick des malerischen und fĂŒr sie letzten Sonnenuntergangs schier die Luft weg ...", und so ab August/September findet man dann die von Fleischfliegen zerlassenen Reste zwischen KrĂ€utern und Pilzen, fast wie eine urig-waidmĂ€nnische Mahlzeit drapiert, wenn da nur die schwarzblutigen SchlĂŒpfer und angemoosten Plastik-BH's nicht wĂ€ren.
Ein ganz außergewöhnlicher Ästhetiken-Cluster, bei dessen Wahrnehmung Sensiblen der Appetit vergeht. Zumal mir, der ich aus frĂŒheren Jahren ĂŒber einschlĂ€gige Erfahrungen in der Pathologie und gerichtlichen Medizin verfĂŒge, sodass ich mir lĂ€ngst ein Buch mit dem Titel wĂŒnsche "Pilzherbste und Pathologie".

Pilze haben seltsame Namen, die zur Literatur/ zum Fantasieren und Schreiben einladen:
AbblĂ€tternder StĂ€ubling, AbendlĂ€ndische WurzeltrĂŒffel, Abgeflachter Rußhelmling, Achtsporiger SchĂŒtterzahn, Alpenschönkopf, Hainbuchenrauhfuß, Harziger SĂ€geblĂ€ttling, Haselmilchling, Himbeerrote Hundsrute, Pechschwarzer Milchling, Pfriemförmiger Laubholz-Hörnling, SafranblĂ€ttriges KrĂŒppelfĂŒĂŸchen, Samtiger und Scharfer Korkstacheling, Satansröhrling, Schleimblassiger Milchling, ZĂ€hnchenrindenpilz, Schweinsohr, Spindeliger RĂŒbling, und AKW-gefĂ€hrlich: Strahlender Erlen-Schillerporling, u.v.m.

Toten- oder Herbsttrompete:
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in Pilzdatenbank:
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Bernd
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Alles hat einen doppelten Boden und ist vieldeutig. Jedes Wort hat viele Leben, wenn es sich in die Gedanken einfrisst.
Am Ende aber versinken auch die Wörter des Gedichtes wie Sporen im Schlamm, um doch nur im nĂ€chsten Jahre wieder zu erwachen und aus den Nadeln hervorzuschießen.
So ist auch das Totentrompetengedicht lange Zeit in Vergessenheit geraten, blĂŒhte aber wieder auf, um den Weg in die Umkehrung alles Seins erneut zu gehen. Ich hörte in Schwarz' StĂŒck die Trompeten förmlich schmettern und der Drache verlor am Ende seinen Kopf.
Unerwarteterweise generierte er mir fast drei Jahrzehnte spÀter das Gedicht, der Kopf, in dem die Gedanken lange schlummerten um nun wieder an die OberflÀche zu dringen, wie aus dem Pilzmyzel heraus.


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