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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Tourstory
Eingestellt am 03. 09. 2004 14:19


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tribun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2004

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Das letzte was ich in meiner Erinnerung trage, ist wie ich sie verlassen habe. Ich bin damals nur auf die Toilette gegangen – mehr geschlichen – und als ich zurück kam, war alles vorbei. Sie war weg. Ich kurze Zeit darauf.
Jetzt, der Tourbus fährt seit Tagen die selben Straßen ab. Kurvenreich und jedesmal schlägt das Basedrum, das ich selber eingepackt habe gegen den Verbandskasten und ein dumpfer, provisorisch Klang entzweit kurzzeitig die Stille unseres andauernden Schweigens.
Nun – etwas so geartetes wie jetzt – haben die Insassen des Busses sich nicht mehr viel zu sagen. Die Band wirft mir vor, ich hätte mein Wort nicht gehalten, als ich sagte, es käme nicht mehr vor. Aber es kam wohl wieder vor. Gerade bei unserem besten, unserem charakterisierensten Stück: „Jerk“. Mitten im Refrain bin ich da zusammengebrochen. Für wenige Minuten muss ich dagelegen sein und das Konzert wurde abgebrochen. Seit dem herrscht rostiges Schweigen.
In diesen Momenten, wir fahren seit Tagen in irgendeine Richtung. Kurvenreich und man hat mir gesagt, wir würden Heim fahren. Das Basedrum schlägt provisorisch verpackt gegen den Verbandskasten und meine letzen Erinnerung an Sie sind fremd. Irgendwas, wie ich auf die Toilette gegangen bin. Das ist nüchtern. Das ist eine schlechte Sorte Humor einer über dem Verfallsdatum stehenden.
M. Ike mein Bassist – der Bassist der Band, einer Gruppe von Freunden und mir – will auch keine Antworten mehr von mir erhalten. Er hat mir nie vertraut. Er hatte sein Urteil über mich schon gefällt, als jeder mir wünschte ich könnte stehen. Er hat es gewusst. Hatte es wohl immer schon gewusst. Er brauchte meine Ausreden nicht. Meine Versprechungen sind als sinnlose Jamsession an ihm vorbei gezogen. Und nun sitzt er schweigend in dem Bus. Ich glaube, in seiner Vorstellung von einer Welt bin ich nur Tester. Und was will man von einem Texter, der auch noch singt schon erwarten? Glaube nie einem Texter und schon gar nicht, wenn er seine Worte selber singt. Sich durch seine neblige Stimme in dein Wesen schleicht. Ein Texter muss ein Lügner sein. Und ein Erfolgreicher muss ein sehr guter sein. Ike hat das gewusst. Er hat gesehen, dass ich mich doch nur an eine Art Überleben durch Worte klammere.
Er muss ein Seher sein. Oder vielleicht ein sehr weiser Bassist. Bassisten sind ja immer von einer sehr speziellen Sorte. Beleibte Menschen, die durch den Mangel an Bewegung sehr viel Zeit haben, um die Dinge zu beobachten.
Ich bin dagegen nur der Herr der Phone. Ich steh vorne, singe meine Gedanken und diese ganzen bedeutungslos erscheinenden Menschen brüllen einem seine eigenen Gedanken entgegen. Ike hat recht, ich bin ein Lügner, nicht zwangsläufig ein schlechter.
Wir, also ich und die Band, existieren seit 6 Jahren und im Letzten ist uns ein Durchbruch gelungen, was mich wiederum zwangsläufig an unangenehme Folgen eines Toilettenbesuchs erinnert.
Der Tourbus, soweit man von einem Mitsubishi von einem Bus sprechen kann, fährt nun schon seit Tagen durch die Ortschaften und nur noch ich und Ike sind darin vertreten. Equipment auch. Das Basedrum schlägt provisorisch verpackt in jeder Kurve durch das Schweigen. Es schlägt an den Verbandskasten.
Vor dem Zusammenbruch – ich würde es so nicht benennen. Eher eine Phase einer unmittelbaren Einsicht. War eine zu hagere Brünette im Backstagebereich gewesen. Sie war viel zu groß, als das sie sich herein hätte mühen müssen. Irgendwas stellte sie mit mir an. Irgendwas muss sich angerichtet haben. Vielleicht hat sie in meinen Erinnerungen gespielt. Mich irgendwie manipuliert. Etwas ins Ohr geschmachtet. Und dann, wir gehen auf die Bühne, sie bleibt zurück und alles beginnt wie immer. Die Warmmachsongs schallen durch die Halle und die Masse fühlt sich zugehörig. Fühlt sich vielleicht auch vereint. Zu etwas größerem zu einer Idee, einer Vision oder irgendetwas dazwischen.
Als würde ich mich selber Ansingen ist immer schon mein Eindruck gewesen . Ich selber, seit Wochen ohne Spiegelbild sieh mir selber ins Gesicht. Eine bestrahlte Gesichterfront. Imagination leerer Einblick hinter die Spiegelung meiner Ausdrücke. Und dazu die Worte, so viele von ihnen, ich brülle sie vor, und gewaltiger brüllen mich die Worte an. Verständnislos, was ich sage. Kalt und unbarmherzig, was ich mir gedacht haben muss, als ich sie in die Songstruktur eingefügt habe. Ich bin ein solitärer Schattenwerfer. Dennoch alle werden sie zu mir. Wir werden zu mir. Als ob es nicht schon genügend von uns gebe.
Haben diese Konzertbesucher, auch mit der Hageren gesprochen? Hat sie all denen diese grausame Erinnerung ins Ohr gehaucht und ihre Brüste dabei an deren Wangen geschmiegt?
Diesen Gedanke hatte ich vor meinem vermeintlichen Zusammenbruch. Ich empfinde ihn auch jetzt unangenehm.
Dann, ich kam zu mir. Ike sagt, es würde ihm reichen.
Wir sitzen seit Tagen in diesem Bus. Der Rest der Band ist schon lange vorher abgereist, und wir zwei fahren kurvenreiche Straßen. Selten mit Verkehr. Das Basedrum schlägt noch immer. Es ersetzt das unbrauchbare Schlagen meines Eigenen.
Der Bus fährt steuerlos auf eine Tankstelle zu.
Ein unangenehmes drücken veranlasst mich, mein Innerstes Preis zugebe.
Der Bus hält, einer steigt aus.
Es ist die Masse: Ich und verschwindet hinter den Zapfsäulen.

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Zinndorfer
???
Registriert: Jun 2004

Werke: 6
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Das rostige Schweigen ist wohl eher ein frostiges Schweigen. Der Text hat zu viele Fehler ...

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tribun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2004

Werke: 21
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kann gut sein, dass viele fehler drinnen sind.
aber ausnahmsweise heißt es wirklich "rostiges Schweigen"

liebe grüße

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Zinndorfer
???
Registriert: Jun 2004

Werke: 6
Kommentare: 323
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Lieber Wortmagier!

Vielleicht möchtest du aber ja, dass wir deinen Text lesen und zuvor noch mal eine ordnende Hand zum Beispiel an solche Sätze anlegen?

quote:
Das Basedrum schlägt noch immer. Es ersetzt das unbrauchbare Schlagen meines Eigenen.
Der Bus fährt steuerlos auf eine Tankstelle zu.
Ein unangenehmes drücken veranlasst mich, mein Innerstes Preis zugebe.
Der Bus hält, einer steigt aus.
Es ist die Masse: Ich und verschwindet hinter den Zapfsäulen.


Liebe Grüße!
Zinndorfer

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tribun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2004

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danke!
Natürlich will ich das. Nur braucht man ja genau das konkrete um, verbesserungen anzustreben. und ich werd das auch tun.
also nochmal danke für die kritik.
wenn du noch mehr bemerkst, dann schreib das. ich freu mich...bin quasi darauf angewiesen

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