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Leselupe.de > Kurzprosa
Tränen der Unendlichkeit
Eingestellt am 06. 10. 2004 14:58


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Coline
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jun 2002

Werke: 14
Kommentare: 1
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Tränen der Unendlichkeit

Ich sitze hier und starre vor mich hin. Ich sitze hier schon lange, schon so lange. Ich will auch nichts verändern. Veränderungen sind schmerzlich. Ich will nur für mich reden. Mehr weiß ich nicht. Ich warte hier. Ja, vielleicht warte ich noch Jahre. Ich warte auf nichts, denn er wird nie wiederkommen. Er ist gegangen. Weit weg - in eine andere Welt. Ich gehöre nicht mehr dazu. Wir waren nicht mehr zusammen. Getrennt. Und ich werde weiterwarten - bis ich zu ihm gehen kann. Jetzt dreht sich die Welt nicht mehr so schnell. Die Zeit vergeht nicht mehr. Die Sterne leuchten nicht mehr so hell. Es gibt keinen Regenbogen mehr nach einem Sturm und Regengüssen. Es gibt kein Lachen mehr, was ich zu verschenken habe. Sonnenstrahlen würden sich nicht mehr so bunt brechen. Nichts würde mehr seinen Gang gehen. Nichts. Weil ich nicht mehr handeln kann. Ich kann nichts ändern - zu viel wurde mir genommen. Alles wurde mir genommen. Mein Leben. Ich existiere, doch ich lebe nicht mehr. Lange habe ich damit schon aufgehört. Manchmal, wenn ich ganz traurig bin, fange ich an Lieder von früher zu singen. Ganz leise, nur für mich. Dann erinnere ich mich an schöne Zeiten, lass mich fallen, doch es ist keine Erholung mehr. Meistens weine ich dabei. Tränen der Unendlichkeit. Doch es hilft nichts. Ich bin alleine. Manchmal schaue ich mir auch alte Fotos an. Oder ich gehe spazieren. Natürlich die gleichen Wege, die wir immer gegangen sind. Manchmal schreie ich auch. Aber es ist nicht befreiend. Nein, nur traurig. Mein Leben ist so trostlos geworden. Ich will es nicht mehr als Leben bezeichnen. Denn gestorben bin ich genau am 23.6.2004. So lange ist das schon wieder her. Doch ich kann nicht vergessen. Ich suche auch nicht nach Schuldigen, denn es gibt keine. Vielleicht war es Schicksal, vielleicht Pech. Doch ein Schuldiger bringt mir meinen geliebten Mann auch nicht zurück. Einfach gestorben. Einfach so. Herzversagen. Es war so schrecklich. Doch jetzt ist es vorbei. Alles war vorbei. Sein Leben. Mein Leben.



__________________
Ich kann dir nicht versprechen, dass immer die Sonne scheinen wird. Doch ich kann dir sagen, dass ich den Schirm über dich halte, wenn es regnet!

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

An Coline

Coline, die du einen schönen Namen hast, der mich an sanfte Hügel erinnert, leider ist das auch das einzig Positive, was ich sagen kann.

Der Text ist ein Lamento, runtergeleiert ohne Filtern, ohne Reflexion des Niedergeschriebenen. Alltagssprache, tauglich meinetwegen für einen Brief oder einen Eintrag in dein Tagebuch.

Ansonsten ist er ein typisches Beispiel dafür, dass Alltagssprache in der Literatur nicht funktioniert. Einfache Wiedergabe unserer Alltagsgedanken ist langweilig.

Verdichten, Reduzieren und Spannung erzeugen ist die wichtigste Aufgabe des Schreibenden, wenn er Leser gewinnen möchte.

Die Tränen der Unendlichkeit mögen Ausdruck eines persönlichen Schicksals sein.

Ich möchte sie als literarischen Text lesen. Und so gesehen, haben sie mich nicht gerührt.


Lotte Werther

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DonQ
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Coline

Mir gefällt Dein Text. Ich finde, Du stellst das endlose Kreisen der Gedanken, das endlose, fruchtlose Kreisen gelungen dar. Das ist eben keine Situation, in der Spannung aufkommt. Muss doch auch nicht sein. Es sind kurze Sätze, in denen du schreibst. Ich kann daran nichts Falsches entdecken. Nur Mut, und ja nicht unterkriegen lassen.

Bis dann

Jan

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GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 1
Kommentare: 1405
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@Lotte: Da es die Rubrik "Tagebuch" nicht mehr gibt, ist Colines Text hier richtig aufgehoben (ich weiß, das hast du nicht in Frage gestellt). Keine Literatur, aber formal in Ordnung, und er vermittelt sein Thema nachvollziehbar.

Liebe Coline, ein anderer, weniger tränenreicher Titel täte dem Text gut.

Gruß,
Gabi

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