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Leselupe.de > Kurzprosa
Träume? Hoffnungslos!
Eingestellt am 10. 04. 2001 13:59


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Botschafter
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2001

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Das Ziel ist das Ziel. Wir träumen vom Weg dorthin und müssen doch die Suche danach als Inhalt unseres Lebens akzeptieren. Wie jämmerlich!
Einige träumen vom Tod, andere vom Erfolg, wieder andere von der Liebe – ich bin es leid, zu träumen! Ich habe durch ein Fenster in eine andere Welt gesehen. Die Jahre hinter mir sind vergessen. Sie sind vergeudet, wertlos, ohne Sinn. Ich stehe am Anfang meines Weges, mache Schritt um Schritt und je weiter ich gehe, je mehr glaube ich daran, meine Welt zu erreichen.

Wäre ein Leben ohne Träume die Lösung? Träume werden zu Eiterwunden, blutend, voller Schmerz. Ich reisse sie nicht mehr auf; ertrage die Enttäuschung nicht mehr. Was hilft es, vom Fliegen zu träumen, wenn man seit Jahren vor dem unüberwindbaren Stein an der selben Stelle seines Weges steht und das einzige, was noch ändert, die Dunkelheit um einen ist, die sich der Vollkommenheit nähert?
Träume sind nichts weiter als Schmerzensschreie in die unendliche Leere unseres Lebens. Träumer werden im letzten Augenblick ihres Seins erkennen, dass alles was sie erreicht haben, die Träume waren, an denen sie zerbrachen. Ob mir mein neues Leben reichen wird, weiss ich nicht. Meine Träume aber, dessen bin ich mir gewiss, meine Träume sind die Strasse, an deren Ende die Armee der Hoffnungslosen auf mich wartet. Traum ist niemals Leben. Leben wird niemals Traum sein. Träumen ist pures Vergessen zu Leben, ist Zeit, die unwiederbringlich versinkt im Meer der Tränen; früher oder später. Nichts währt ewig. Doch Träume währen lange. Oft ein Leben lang. Doch realer werden sie dadurch keinen Deut. Die verlorene Zeit aber ist die Realität, an der Träume zerschellen, ist der rostige Nagel, an dem die Wunde aufreisst. Was bleibt ist Schmerz, Trauer, Verzweiflung.
Träume, Mensch, träume von Besserung, Heilung, träume von Erfolg, ewiger Liebe, ewigem Leben, träume und ersticke dein Leben damit. Und irgendwann, wenn deine Träume zusammenbrechen, wirst du wieder vor dem grossen, unüberwindbaren Stein an der selben Stelle deines Weges stehen und schweigend darauf warten, dass dich die Dunkelheit verschlingt.

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Botschafter
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2001

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Vielen Dank für dein Feedback (das Wort ist mir zwar nicht geheur, aber es fällt mir kein besseres ein).

Ich habe eben deine Beiträge zu meinen Texten gelesen. Ich bin erschrocken, wie offenbar man ihnen ansieht, dass sie nicht mit einem Lachen frei erfunden worden sind.
Allerdings muss ich anmerken, dass die Texte nicht direkt meine Gefühle wiedergeben, sie projezieren sie eher auf eine grosse Fläche. Die Gedankengänge sind übertrieben, die Schlussfolgerungen zu extrem, und doch stecken meine (momentanen) Gefühle dahinter.

Es ist in meiner Schreibenszeit das erste Mal, dass meine Geschichten in derartige Richtungen driften; ohne dass ich dies wirklich beabsichtigt hätte...

Ich hoffe, dass es mir niemand übel nimmt, wenn ich hier meinen Frust "abreagiere".

Botschafter

PS: habe eben mit dem Botschafter des Frühlings gesprochen; er hat mir berichtet, dass sein Meister im Anzug sei und einen grossen Sack fröhlicher Frühlingsgefühle bei sich habe...

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Philosoph
Möchtegern-Schreiber
Registriert: Apr 2001

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Lebe Deinen Traum...

Hallo Botschafter,

ich kenne solche Situationen auch, wenn man das Gefühl hat, daß einen die eigenen Träume verraten haben und man sie einfach aufgeben möchte. Wenn man das Gefühl hat, vor lauter Träumen das Leben vergessen und übersehen zu haben.

Aber oft hilft ein zweiter Blick, der etwas tiefer geht, um zu sehen, daß nicht die Träume einen verraten haben, sondern - wenn es nicht das Leben war - man selbst. Viel zu oft nur deshalb, weil man nicht an die eigenen Träume geglaubt hat. Oder aber das Leben hat dazu geführt, daß man die eigenen Träume übersieht oder vergißt, vielleicht manchmal auch, weil man sich selbst nicht mehr ernst genug genommen hat. Oder aber viel zu ernst...

Statt das Leben zu träumen, sollte man seine Träume leben, damit werde sie zu Wegweisern in unsere Zukunft. Und nur unsere Träume gehören wirklich nur uns - und somit gehört das, was wir aus ihnen machen können, auch uns. Und nur das, denn uns kann nur gehören, was tief in unserem Innern entspringt - und das sind nun einmal die Träume und die Sehnsüchte...

Schau einmal genauer hin und frage Dich, ob Du wirklich an Deinen Träumen gescheitert bist oder ob da nicht etwas anderes ist, das Dich aufhält...

Liebe Grüße

Philosoph
__________________
Worte sind Luft.
Aber die Luft wird zum Wind,
und der Wind macht die Schiffe segeln.

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Botschafter
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2001

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Hallo Philosoph

Du hast absolut recht. An Träumen kann man nicht scheitern, nur an deren Erfüllung; und dafür ist einzig und allein man selbst verantwortlich (das ist natürlich schwieriger anzunehmen, wenn man in einer "Krise" steckt).

Ich habe in meiner letzten Antwort schon angetönt, dass dieser Text natürlich alle Linien stark überzeichnet und nicht meine (dauerhafte) Meinung zum Thema wiedergibt. Aber manchmal gibt es Momente, in denen alles zusammenfällt und dann tut es mir gut, wenn ich einen (oder auch zwei) Schritte von meinem Leben zurücktreten und "Dampf" ablassen kann (mir fällt dazu auch das Bild des Steppenbrandes ein, nach dem das Leben neu beginnt).

Was mich aber in den obigen Beiträgen stark überrascht, ist, dass anscheinend jeder Leser wahrnimmt, dass dieser Text in einem Moment entstanden ist, in dem es mir nicht besonders gut ging. Liegt das am Text selbst oder nimmt man generell an, dass Texte wie dieser nur entstehen, wenn die Gefühle dahinter (wenigstens teilweise) "echt" (d.h. im Leben des Autors begründet) sind?

Viele Grüsse aus dem Schnee

Botschafter

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