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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Tragikkomödie oder so(?)
Eingestellt am 19. 11. 2000 20:26


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Marc Mx
Autorenanwärter
Registriert: Nov 2000

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Kroko muß sterben Teil 1

Es gab nur noch eine Lösung: Kroko mußte sterben! Tagelang lief ich mit gesenktem Kopf durch die Gegend. Es regnete und der Wind blies mir über den Schädel. Aber wie könnte ich ihn umbringen, ohne dafür die Konsequenzen tragen zu müssen?
Ich spulte alle möglichen Varianten vor meinem inneren Auge ab. Beste Lösung: Ein Unfall. Natürlich. Aber wie? Mit dem Auto? Oder im Urlaub?
Kroko wurde unterdessen von Tag zu Tag unerträglicher. Als ich Dienstag in der Küche Pfannkuchen backte, kam er nackt aus dem Bad. Er stellte sich vor das Sofa und bepiste es von rechts nach links. Es schien mir so, als hätte er fünf Liter Bier in seiner Blase. Ich starrte ihn an und als er fertig war fragte ich: „Warum machst du das?“
„Ich markiere Revier.“
„Warum?“
„Du siehst: Katze nich mehr uf Sofa sitzen. Sie denkt: Dasch fremtt. Nich min Revier.“
Ich stellte den Herd ab, zog meine Jacke an und verließ das Haus. Draußen begann es gerade wieder zu regnen. Doch der Regen verdampfte auf meinem Schädel, wie die Butter in meiner Bratpfanne. Ich hätte die heiße Pfanne auf Krokos Kopf knallen sollen. Aber so, daß er nicht nur eine Beule gehabt hätte. Nur: Wie hätte ich seine Leiche unbemerkt entsorgt?
Nein, das käme nicht in Frage. Ein Unfall, es mußte ein unauffälliger Unfall passieren. Aber wie sollte ich das anstellen? Ich war in diesen Dingen völlig ungeübt.
Am Nachmittag bei Tee und Pfannkuchen, nervte Kroko so sehr, daß ich ihn kurzerhand vom Balkon schubste. Leider brach er sich nichts dabei und rannte durch den Garten davon.
Gerade als ich das Sofa in Krokos Zimmer stellte, klingelte die Polizei an der Tür. Der Tabackwarenhändler hatte sie gerufen, weil er beobachtet hatte, wie Kroko alle fünf Meter gegen die Autoreifen parkender Autos pinkelte.
Ich versprach der Polizei, besser auf Kroko aufzupassen und ihn nur noch in Begleitung raus zu lassen. Kroko sagte gar nichts. Er verschwand einfach in seinem Zimmer und erschien erst wieder zum Abendbrot.
Als ich am nächsten Tag vom Einkaufen zurück kam, fand ich Kroko in meinem Zimmer auf dem Bett. Er las gerade in meinem Tagebuch. Er hatte wohl meinen Schrank aufgebrochen, um wieder an seine Sexhefte heranzukommen. Als ich in der Tür stand, sah er mich erstaunt an und fragte: „Warum Kroko tot?“
Ich begriff, daß ich nun in einer sehr gefährlichen Situation war. Wenn er einem seiner Lehrer davon erzählen würde und dann kurz darauf bei einem Unfall starb, würden sie bestimmt mißtrauisch werden. Ich könnte meine Zulassung für die Betreuung geistig Behinderter verlieren und müßte womöglich ein paar Jahre ins Gefängnis. Das wäre gar nicht toll.
Wenn ich Kroko loswerden wollte, müßte das wohl jetzt geschehen.
Ich beschloß, ihn für den Anfang erst mal mit einer Spritze ruhig zu stellen. Aber was sollte ich danach mit ihm machen?

Teil 2 gibt’s auf Hier klicken

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