Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92249
Momentan online:
405 Gäste und 15 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Transformer
Eingestellt am 30. 08. 2008 15:18


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
R. Herder
???
Registriert: Jan 2008

Werke: 41
Kommentare: 526
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um R. Herder eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Transformer



Camera silens, camera silens singsangt der Schamane
Zweige, grau, Zäune, sind deine Lippen, sind (nicht) nur
Blindschleichen, silencio, silencio, black box. Im Moment

muss - komische Gesellschaftsmigräne -, während ich
uriniere, ich uriniere kontrolliert, das schwöre ich, momentan
muss ein Vogelzwitschern nahe einem Haus in der Provence

die horizontfarbene Ergänzung meiner Persönlichkeit, muss
eine Ente im Regenwasser zeitlose √Ąsthetik sein, zeitlos
wie: silencio, während meine Zunge wässert beim Gedanken

an Pflaumenträume, Magenrufen höre ich aus Magentiefen
erinnert mich an Halluzinationen, in denen ich schlank, ganz
schlank, camera silens, sssht, war. Wiederum, erinnre mich

an Dich, du, Instrument der Libido, siehst du nicht
ich suche noch trotz Singsangs des Schamanen, urkomisch
diese Gesellschaft, diese meine generation

- schattenhaft

treibe eigens einen Beat in deine Höhen, niemals schweigen, nie
silencio, 1 2 3, zählen wenigstens, Logik & Struktur, sssht
wo, an welchem Ort sind deine Schenkel anzutreffen,

im Baumhaus vielleicht, oder...
voller Schatten jedenfalls.







Version vom 30. 08. 2008 15:18
Version vom 30. 08. 2008 15:36

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


penelope
Guest
Registriert: Not Yet

hallo rene,

ja, du bist es, nicht wahr: du bist prosaiker... ich habe damals deine lyrik nur so in mich hineingesaugt, diese lyrik von einem "frechen jungen", der singt, r√ľlpst, brummt, sich um keine konvention schert, der ger√§uschen eine lyrische atmosph√§re zu geben vermag, der deutlich wird und undeutlich, der im keller einen rumtopf mit w√∂rtern ansetzt. himbeeren, erdbeeren und brombeeren, aber auch pfirsiche sprechen mit ihm und f√ľr ihn: der rausch kommt aus jedem seiner worte.
ich war sehr traurig, als ich hier wieder anfing und prosaiker war nicht mehr da... aber du musst es sein, ich kenne die art, wie du w√∂rter, wissenschaft, ulk und ernsthaftigkeit in einen lyrischen raum verwandeln kannst: camera silens... da bist du also, und ich bin froh, dass du da bist, um uns an die wortverbindungen zu erinnern, die wir zu pr√§gen uns nie wagen w√ľrden, die wir so nie ans licht holen k√∂nnten, da uns die dingverbindungen schon lange unter das ged√§chtnis gerutscht sind, in dieses unterbewusste, aus dem auge geratene bilder, sp√§ter auch aus der hirnrinde nicht mehr abrufbare, vibrierende, verschlierende, sich verlierende bilder, die nie bei uns bleiben, doppelspurig, gespeichert zwar im mandelkern, aber f√ľr uns nie mehr abrufbar. so kam mir dein schreiben schon immer vor: da kamst du mit deiner an verspieltheit grenzenden lyrik, um irgendwann uns diese verlorenen bilder wieder vor augen zu f√ľhren: angstaufgeladen oder emotional unauff√§llig, auf jeden fall aber verspielt und ernsthaft zugleich, verzwirbelt, verwirbelt, ach, es gibt keine m√∂glichkeit diesen umstand ausreichend zu beschreiben. im wortsinne ist dein schreiben, deine lyrik f√ľr mich: verwirbelungspunkt, der unsere sensorischen und motorischen ein- und ausg√§nge miteinander verh√§kelt, obwohl sie wirklich schwer wiegt im kopf und √ľberall, ein von ausdr√ľcken und konventionen sich befreiender impuls, manchmal so schwer wiegend, da√ü sie mitunter durchrutscht bis in die eingeweide und ich sie wieder hochw√ľrgen, hinaufw√ľrgen mu√ü, und dann kommt es vor, da√ü ganz andere sachen das sch√∂ngeistige ver√§tzen: blut und kot etwa oder das angefressene fett der verzweiflung. und wenn so etwas geschieht, haben wir es nach meiner meinung mit einem echten gedicht zu tun...

p.s. √ľbrigens hie√ü ich damals "dockanay". vielleicht erinnerst du dich, vielleicht nicht... und: ich h√§tte diesem gedicht den titel "camera obscura" gegeben...

lg penelope (dockanay)

Bearbeiten/Löschen    


R. Herder
???
Registriert: Jan 2008

Werke: 41
Kommentare: 526
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um R. Herder eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Wusst ichs doch (mehr oder weniger): dockanay. Vor zwei Jahren warst du der erste, der diesen Text kommentierte. Dann verschwunden, treffen wir uns jetzt, zwei Jahre sp√§ter, unterm gleichen Gedicht wieder. Ich bin froh √ľber das, was du zu meiner (√§lteren) Lyrik sagst. Manches davon hatte ich fast vergessen. Und lief Gefahr, ein Plagiat meiner selbst zu werden. Langsam komme ich wieder dahinter: was der lyrizistische Gedanke bedeutet. Eine Unm√∂glichkeit nach wie vor, die der Versuch zu fassen sich bem√ľht.


Gr√ľ√üe,
René.


Bearbeiten/Löschen    


penelope
Guest
Registriert: Not Yet

ja, und deshalb frage ich dich: wo sind deine gedichte, die hierhin geh√∂ren... das meiste deiner hier ver√∂ffentlichten werke hast du wieder gel√∂scht, wie es deiner eigenart ja auch sehr entspricht, da du selten mit dir zufrieden bist, das wei√ü ich l√§ngst... aber, das geht mir doch genau so: alle gedichte, die ich in der letzten zeit eingestellt habe, mussten sich einer jahrelangen prozedur unterziehen, bevor ich sie √ľberhaupt f√ľr eine ver√∂ffentlichung vorsehen konnte, sind die gedichte von damals, als ich noch dockanay war... aber trotzdem: wo sind die gedichte von dir, deine echte sprache, die in dem versessenen ausdruck eines lyrischen daseins sich erst entfaltet... ja, nat√ľrlich, ich finde deine prosa ist lesenswert, ja, sie ist literatur, aber dein gedicht war damals f√ľr mich durchgehend das einzige "aufputschmittel", das mich aufrecht erhielt, erhalten konnte. denn: ich durfte lyrik in seiner reinsten form lesen, und das fehlt mir. deshalb: bitte mehr davon, auch wenn du vielleicht einen wandel durchgemacht hast (was ich gut verstehen kann), bleibst du ein dichter, bist du wortsch√∂pfer einer exakt reduzierten sprache, die sich auf sich selbst und auf das wesentliche konzentriert... du bist lyriker rene, auch wenn du es selbst nicht so sehen willst, bist du einer der wenigen echten dichter dieses forums, den ich schon vor jahren ins herz eingeschlossen habe...

lg dockanay

Bearbeiten/Löschen    


R. Herder
???
Registriert: Jan 2008

Werke: 41
Kommentare: 526
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um R. Herder eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ihr Lieben, noch einmal vielen Dank, und entschuldigt die versp√§tete Antwort. Arbeit und Urlaubsvorbereitung haben mir nicht gen√ľgend Zeit gelassen f√ľr entsprechende Antwort (Urlaub? - Bis 17. seid ihr mich erstmal los): die Sprache eines Versessenen, dockanay, unterscheidet sich von anderen. Man spricht sie nicht besser mit der Zeit. Im Gegenteil, es steht Gefahr, sie zu verlernen; sp√§testens, wenn sie einem vollends Zunge und Hirn verdreht. Der Ausdruck eines Gedichts, seine M√∂glichkeiten sind so weitl√§ufig, dass sie bereits durch diese Weite von einem verdrehten Geist beschr√§nkt werden k√∂nnen. Dann bliebe es stets nur beim Versuch der B√§ndigung, die weiter nichts w√§re, als die Verst√ľmmelung der Melodie. Ich bem√ľhe mich, dieser Verst√ľmmelung keine Stimme zu geben, und den Weg zum Verst√§ndnis des, nun ja, lyrischen Gedankens neuen Auges zur√ľck zu gehen.


Viele Gr√ľ√üe,
René.

Bearbeiten/Löschen    


Outliner
Guest
Registriert: Not Yet

Einfach nur SENSATIONELL.
Es gibt wenig moderne und gleichzeitig gute Lyrik hier zu lesen.

Dieses ist ein Paradebeispiel daf√ľr wie Lyrik in der heutigen Zeit sein sollte.


Wortgewandt, kreativ und voller bildhafter Stärke.



Neidische Gr√ľ√üe
Michael

Bearbeiten/Löschen    


8 ausgeblendete Kommentare sind nur f√ľr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur√ľck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!