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Leselupe.de > Kurzprosa
Trash
Eingestellt am 28. 06. 2008 12:21


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R. Herder
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Registriert: Jan 2008

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Trash


Wenn einer wochenends den Rahmen der Arbeit verlassen will, so betritt er ihn erneut. Er folgt dem operationalisierten Bewusstsein seiner Bed├╝rfnisse. Der Alkohol entbl├Â├čt deren Br├╝che. Ein Schema: Was alle wollen, will er ebenso. Das liegt in der erfundenen Natur der Sache. In der produzierten Natur der Sache. Beats und B├Ąsse in Kinderclubs bilden den Soundtrack zum Verlangen nach stumpfer Lust. Denn Freiheit ist die Wahl zwischen Konsum und Konsumtion.

Einer ist struktural funktionalisiert. Oder funktional strukturalisiert. Seine Werbung um das blondeste der Weibchen wird erfolgreich sein. Werbung ist erfolgreich. Mit mathematischer Eleganz, Bier im Blut und Noise im Hirn, spult er Standard-Instrumente von der Zunge. Er ist die unabh├Ąngige, sie die abh├Ąngige Variable. Sie wei├č um ihre Funktion, darum liefert sie, die Arme unter den Br├╝sten, wasserstoffliche Informationen. Weiteres verl├Ąuft strikt programmatisch.

Wenn einer sagt, dieses, jenes will er so, dann ist das falsch. Das kann er nicht wissen. ├ľl in ein Glas gef├╝llt, verdr├Ąngt die Luft darin. In einem Zeitroman: Systemisch und systematisch wird alles Au├čen ins Innere gesp├╝lt. Das ist die bestellte Segregation vom Prozess. Zu finden im Katalog f├╝r Statisches und Statistiken. Nebenwirkungen nicht auszuschlie├čen. Ein mimetischer Strip im Augenblick der Geburt forciert die Festigung alles Institutionalisierten. Und das ist alles.

Einer sitzt, wiederum montags, im B├╝ro und dreht sich dauernd um. Es ist nichts an der Wand, von den introjizierten Psychosen luftschnappender, weil ├╝berflussw├╝rgender Organisationen abgesehen. Sein tabellarisches Wirken ist symptomatisch f├╝r die Nutzlosigkeit einer behaupteten List der Vernunft. Er ist einged├Ąmmt auf Lebensbasis. Er dreht sich dauernd um und ist von Mal zu Mal noch fester ├╝berzeugt, dort m├╝sse etwas sein, dort m├╝sse jemand stehen.

Wenn einer den zuckrigen Colapelz der Zulieferwissenschaften im Maul versp├╝rt, studiert er zweifelsohne Brotloses. AstA-Arbeiter, APO-Gl├Ąubiger, Marx-Versteher, Kunst-Werkelnder, Idealismus-Ideologe, Bunt-Haariger, Anderthalb-Dimensionaler, Stuben-Protestler, Sozialkapitalist, Ungewaschener. Untertan des Bachelor, halbherziger Hinterfrager. Hirnfick-Reproduktion f├╝r Puristen, so basisdemokratisch wie ehemals, ein Bier in der Hand, das Flie├čband im Kopf.

Einer will die totale Verwaltung. Paragraphen sind ins Herz gestochene Tatauierungen. Pragmatische Arbeitsteilung wird zur praktischen Automation des Humanapparats. Der Computer ist die Verl├Ąngerung des Menschen. Umgekehrt. Der Mensch ist die Verl├Ąngerung des Computers. Er will sich gewinnbringend vermieten, versteigern, verkaufen. Im Zweifelsfall mit sich selber konkurrieren. Den Preis dr├╝cken. Nat├╝rlich gibt es daf├╝r Regeln und Gesetze. Er ist ein gl├╝cklicher Herr.

Wenn einer in seinem Heim die F├╝├če hochlegt, wird der Alltag zur Primetime, wird er entlohnt mit Falschheit, die nur Wahrheit sein darf. Die Farbs├Ąttigung seiner Umwelt l├Ąsst sich stufenlos bestimmen. Hier gen├╝gt kausales Denken. Finger drauf, krasses Rot. Aus seinen Augen, von seinen Lippen l├Ąuft und tropft der Geifer paparazziger Idiotie. Da kann er nichts f├╝r. Es sieht nur beschissen aus. St├Ąndig in Spiegel zu starren, ohne zu wissen, dass es sich um Spiegel handelt, l├Ąsst einen so werden.

Einer folgt der musterg├╝ltigen Konzeption von Bourgeoisie. Jedenfalls kommuniziert er dergleichen. Die endg├╝ltige Ausdifferenzierung, soll hei├čen Vereinheitlichung des Selbst, zugunsten der Effizienz aller Produktionsmittel, ist sein ebenso ausgesprochenes wie wenig wirksam reflektiertes Anliegen. Notwendig ist sein Kniefall vorm technisierten Fluss der Dinge ohnehin, warum also: warum nicht konsequent. Flexibel, mobil, kreativ, innovativ, reaktiv, spontan ist er. Selbstredend ausgestattet mit angemessenem Habitus.

Wenn einer dem medialen Modell von Leib und Geist Folge leistet, findet er sich im Fitnessstudio. Dort wird der private Corpus eigener ├äu├čerlichkeiten in die ├Âffentliche Meinung transferiert. Die Theorie der Immanenz ÔÇô gesetzt, die Innenwelt sei einverleibt von jener m├Ąchtig gro├čen Zahl ÔÇô wird anhand Hanteln und B├Ąnken gefeiert. Verschiedene Messungen inklusive. Audiovisuelle Indoktrinationen sollen die eigentliche Indolenz der Citoyen zugleich f├Ârdern und maskieren.

Einer muss die Dimensionen wahrhaftig ├Âkonomischer Wirtschaftlichkeit begreifen. Es gilt, die Sophismen der Philantropie zu zerst├Âren. Ein kleiner Zug in die Lunge, ein gro├čer Zug f├╝r den Markt. Die Verqueren sind Geschw├╝re, sind Tumore in der geraden Existenz Seiner Heiligen Welt- und Weitl├Ąufigkeit. Einer muss die Unausweichlichkeit der optisch einwandfreien Sklaverei begreifen. Es drehen sich die Umst├Ąnde und Begebenheiten kreisf├Ârmig. Einer muss. Trash.

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Milko
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2006

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text

hallo wehrte gesellschaft
bissig im sinne von bi├č
nein
b├Âse gar herablassend
nein
schwer verdaulich
jein
ein text der sich und nur f├╝r sich steht
( was sollte wohl aus dem satz.....ein text der sich..?)
trash
ja
ein text der (?) an die wand stellt und die exekutive nur auf den ausf├╝hrungsbefehl wartet

doch es sind nicht die t├Ąter die schiessen
einfach dumme jungs
die eine familie brauchten
feuer frei
das frage zeichen f├Ąllt zu boden
und ver
endet

klasse text r.herder
( hast du lust kolumnen zu schreiben / - ich glaube so was w├Ąre doch was f├╝r dich !)
gruss milko
__________________
gedachtDenn die Einen sind im DunkelnUnd die Andern sind im LichtUnd man siehet dieIm LichteDie im Dunkeln sieht man nichtBerthold Brecht

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