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Leselupe.de > Gereimtes
Trauer
Eingestellt am 04. 03. 2002 19:16


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nemo
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Registriert: Aug 2001

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Ich versinke in meiner Trauer und drohe zu ertrinken. Ich nehme meine Umgebung durch einen z├Ąhfl├╝ssigen Schleier aus Kummer wahr. Wie eine Schnecke in einem Bienenstock, bewege ich mich schleppend durch die Hektik der Einkaufspassage. Ich bleibe stehen und starre auf meine Brust. Ich sehe die Spuren deiner Krallen an meinem aufgerissenem Brustkorb. Blut l├Ąuft an meinen Beinen entlang und bildet eine pampige Lache auf den Boden. Inmitten dieser Pf├╝tze aus Lebenssaft liegt mein Herz, zerfetzt, aber noch leicht rhythmisch pulsierend. Ich atme einige Male tief durch und gehe weiter. Wie ein Amputierter, dem sein fehlendes Glied juckt, sp├╝re ich immer noch den brennenden Schmerz, dort wo einst mein Herz sich befand. Ich blicke um mich und in jedem Gesicht das mir entgegenkommt, erkenne ich ein Teil von dir. Ein alte Dame, vollgepackt mit T├╝ten, schaut mich mit deinen Augen an; ein kleines M├Ądchen im Bl├╝mchenkleid, l├Ąchelt mit deinem L├Ącheln. Ich versuche dein Bild aus meinem Kopf zu verd├Ąngen, versuche es zu streichen, es mit schwarzer Farbe zu ├╝bermalen. Aber es gelingt mir nicht. Ich w├╝nsche mir Leere, Ruhe, Vergessen. Der Alkohol hat versagt und die Drogen machten es nur noch schlimmer. Dass der Tod keine L├Âsung ist, sagt mir meine Feigheit. So bleibt nur noch der Schmerz, das Selbstmitleid und die Zeit.
__________________
:nemo

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Sanne Benz
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Nemo,
irgendwie..gef├Ąllt mir diese Art das auszudr├╝cken, wo ICH es wahrscheinlich eher in "rosa Geschenkpapier" packen w├╝rde mit nem "rosa Schleifchen" drum :-)
Aber im Endeffekt ist es GENAU SO..wie DU es aus dr├╝ckst.
Dieses Gef├╝hl...der Trauer..des Verlustes,Verlassenseins.."die Zeit danach"etc.
Ne Schnecke im Bienenkorb..ich habe versucht mich da mal rein zu versetzen..ist ganz neu f├╝r mich,dieser Ausdruck. :-)
Aber nicht ├╝bel,kam ich dann drauf..was kann es Schlimmeres geben,als sich bei dem was weh tut,wie ne Schnecke fort zu bewegen.
Lieb fand ich es,das die Augen der alten Frau Dich an "sie" erinnerten..

lG
Sanne

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