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Leselupe.de > Ungereimtes
Traum
Eingestellt am 09. 01. 2006 19:49


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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Traum

Halbtote irrten
durch verschlungene GĂ€nge.
Unter ihnen
traf ich dich
und sah,
wie du das Leben hinter dir herzogst,
als sei es ein HĂŒndchen auf RĂ€dern.
Du ließest es holpern und stolpern
und wandtest dich nicht danach um.

Ich kam dir entgegen,
suchte deinen Blick,
der in gemischten Farbtönen badete
irgendwo.

Mit allem rosa, das ich hatte,
glitt ich auf dich zu.

Bist du so sĂŒĂŸ, wie du aussiehst,
fragtest du.
Das weiß ich nicht,
sagte ich,
aber dein HĂŒndchen auf RĂ€dern
wĂŒrde ich gern
einmal streicheln.

VerblĂŒfft schautest du dich zu ihm um.
Was fĂŒr ein behĂ€ndes Tier das ist,
er kann ganz alleine laufen,
wie hast du das gemacht,
fragtest du mich.

Ich habe ihn bei seinem Namen genannt,
er heißt doch genauso wie du.

Dein Auge sandte ein glĂŒhendes rot
und ich wusste,
dass ich keine MĂŒhe hĂ€tte,
diesen Blick zu beantworten
wieder und wieder
in allen Farbschattierungen.









__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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NewDawnK
???
Registriert: Sep 2005

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Hallo Vera-Lena,

ohne die Gesamtsituation zu kennen, wĂŒrde ich auf ein ausgeprĂ€gtes Rettersyndrom beim Prot. tippen.
Es kommt z.B. in der psychologischen Praxis ja leider sehr hĂ€ufig vor, dass sich die lebensunfĂ€higen Mitgeschöpfe unsterblich in ihre lebensfĂ€higen TherapeutInnen verlieben. Möglicherweise hat so etwas biologische GrĂŒnde - nach dem Motto love-survival of the fittest?
Die psychischen AbhÀngigkeiten, die in solchen FÀllen zwangslÀufig aufgebaut werden, enden jedenfalls oft recht tragisch - vor allem dann, wenn der Retter mehr als ein Opfer im Visier hat.
Man kann mit seinen gut gemeinten Rettereigenschaften durchaus jede Menge Schaden anrichten, wenn einem das nötige VerantwortungsgefĂŒhl fehlt.
Du hast diese Thematik m.E. formal und sprachlich sehr gut umgesetzt. Gerade die Überschrift "Traum" schafft die nötige Distanz zur wie auch immer gearteten RealitĂ€t - gefĂ€llt mir!

Gruß, NDK

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Hallo NDK,

danke fĂŒr Deine Antwort!

Das Rettersyndrom ist mir inhaltlich gelÀufig, und ich glaube auch, dass man diesen Text so interpretieren kann, ohne ihm Gewalt anzutun.

Ich selbst hatte allerdings einen anderen Denkansatz beim Schreiben. TrĂ€ume, sowohl wĂ€hrend des Schlafes als auch im Wachbewusstsein, dann eher Visionen genannt, können AnstĂ¶ĂŸe zu Lösungen von Lebensproblemen geben.

Der SchlĂŒsselsatz ist fĂŒr mich:
Ich habe ihn bei seinem Namen genannt, er heißt doch genauso wie du.

Jemanden bei seinem Namen nennen, bedeutet, ihn erkennen, wissen, wer er ist.

Und so scheint mir dieser Taum einen Hinweis zu geben, dass der Leidende alles, was ihm ĂŒbergestĂŒlpt wurde, entweder von anderen oder weil er sich selbst in irgendwelche Regeln gepresst hat, die gar nichts mehr mit ihm zu tun haben, nun auflösen könnte.

Wie das gehen soll, darĂŒber sagt der Traum nichts mehr, nur noch, dass jemand da sein wird, der die Kraft hat, UnterstĂŒtzung zu bieten.

Die Farben scheinen mir auch eine Aussage zu machen. Da kommt jemand auf rosa herbeigeschwebt, um schließlich beim Leidenden ein tiefes rot, also die Farbe des lebendigen Lebens hervorzurufen in solchem Maße, dass das Rot ausgestrahlt werden kann.

Es scheint mir einer solcher TrÀume zu sein, die das Unterbewusstsein produziert, wenn die Psyche auf ihrem Selbstheilungsprozess voranschreitet.

Ich denke, das Ich und das Du sind eigentlich ein und dieselbe Person, wie das ja in TrÀumen oft der Fall ist. Eigentlich sind alle Personen und GegenstÀnde, die in TrÀumen auftauchen Anteile des TrÀumenden.

TrĂ€ume sind immer dann auch fĂŒr andere interessant, wenn sie Symbole beinhalten, die unbewusst jedem vertraut sind. Viele MĂ€rchen beinhalten solche Dinge: Scheewittchen bekam doch noch ihren Prinzen, das verzauberte BrĂŒderchen konnte von einem Reh wieder in einen Menschen zurĂŒckverwandelt werden usw.

Ich dachte, dass das hinterhergezogene Leben und die Symbolkraft der Farben bei diesem Text einen Raum geben, in dem der Leser etwas herauslesen kann. Darum habe ich es gepostet.

Ich freue mich, wenn der Text vielfÀltig interpretierbar ist und ich freue mich, dass er Dir gefÀllt.

Liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena


__________________
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NewDawnK
???
Registriert: Sep 2005

Werke: 156
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Hallo Vera-Lena,

da ich mich mit Traumdeutung nicht auskenne, neige ich dazu Bilder allzu wörtlich zu nehmen.
Vor allem Dein SchlĂŒsselsatz leuchtet mir ein - wer möchte nicht behandelt werden, als wĂ€re er unverwechselbar. Leider gibt es Menschen, die sich und andere eher als Massenware betrachten.
Danke fĂŒr die ausfĂŒhrliche ErklĂ€rung!

Gruß, NDK

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