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Leselupe.de > Kurzprosa
Traum im Traum
Eingestellt am 11. 09. 2010 17:20


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Odilo Plank
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Ich sa├č in einem Raum mit noch zwei alten M├Ąnnern. In der offenen T├╝r erschien ÔÇô der Tod, in ein schwarzes Gewand geh├╝llt, auf dem die ├╝blichen Kennzeichen, Sch├Ądel, Rippen, wei├č aufleuchteten.

Wir starrten ihn an mit der stummen Frage: Wen von uns holst du?

Er nickte den beiden anderen kurz zu, dann mir, bedeutsam.

Mein Schrecken war merkw├╝rdigerweise so gering, dass ich erstaunt war.

Er kam auf mich zu und nahm mich bei der linken Hand. Ich durfte rechts gehen.

Wir gingen durch eine Kirche, und die Orgel spielte: Aus meines Herzensgrunde sag ich dir Lob und Dank, und ich sang mit. Mir wurde leicht ums Herz.

Wir stiegen die Kirchentreppe hinab in die Dunkelheit, viele andere um uns waren auf dem gleichen Weg, und ich sang noch immer.

Der Tod hielt mit der rechten Hand meine Linke. Er hatte eine zarte Hand unter den schwarzen Handschuhen, die Hand einer Frau. Der Tod war eine Frau.
Der Traum: Ich werde sterben mit allen Liedern meines Lebens auf den Lippen.


__________________
Odilo P.
"Wer ├╝ber sein Leid spricht, tr├Âstet sich bereits." A. Camus

Version vom 11. 09. 2010 17:20
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Version vom 11. 09. 2010 19:57

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KaGeb
Guest
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Hallo Odilo,

gern gelesen und wie immer nicht entt├Ąuscht gewesen. SO l├Ąsst sich der Tod wohl gern ertragen

Paar Ideen bzw. Fragen:

Ich sa├č in einem Raum mit noch zwei alten M├Ąnnern. In der offenen T├╝r erschien ÔÇô der Tod, in ein schwarzes Gewand geh├╝llt, auf dem die ├╝blichen Kennzeichen wei├č aufleuchteten.

Den durchgestrichenen Teil halte ich f├╝r ├╝berfl├╝ssig oder verbirgt sich ein tieferer Hinweis darin? F├╝r diesen Fall m├╝sste ich fragen: Was sind die ├╝blichen Kennzeichen?

Wir starrten ihn an mit der stummen Frage: Wen von uns holst du?

Er nickte den beiden anderen kurz zu, dann mir, bedeutsam.

Mein Schrecken war merkw├╝rdigerweise so gering, dass ich erstaunt war.

Er kam auf mich zu und nahm mich bei der linken Hand. Ich durfte rechts gehen.

Wir gingen durch eine Kirche, und die Orgel spielte: Aus meines Herzensgrunde sag ich dir Lob und Dank, und ich sang mit. Mir wurde leicht ums Herz.

Wir stiegen die Kirchentreppe hinab in die Dunkelheit, viele andere um uns waren auf dem gleichen Weg, und ich sang noch immer.

Der Tod hielt mit der rechten Hand meine Linke. Er hatte eine zarte Hand unter den schwarzen Handschuhen, die Hand einer Frau. Der Tod war eine Frau.

Vorhin habe ich noch ├╝berlegt, warum es bedeutungsschwer sein soll, dass der Tod ihn mit der rechten Hand an der linken Hand h├Ąlt bzw. der Tod ihn an der linken Hand h├Ąlt, um ihn rechts laufen zu lassen. Ist das eine Allegorie? Der Gentleman alter Schule geht ja selbst links, d.h. l├Ąuft zwischen m├Âglichen Gefahrenzonen (z.B. Stra├če) und der Frau. Nunmehr ist es wohl umgekehrt, nicht der Mann ist hier mehr als Gentleman gefordert, sondern bekommt den "Service" sozusagen gratis - und noch dazu von einer Frau, auch wenn sie schlechthin nur der Tod ist. Liege ich da richtig, oder f├╝hrt diese Metapher eigentlich woanders hin (oder gar nicht)?


Der Traum: Ich werde sterben mit allen Liedern meines Lebens auf den Lippen.

LG Karsten

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Mandelbaum
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Hallo Odilo,
ein ber├╝hrender Text, der die Angst vor dem Tod aufhebt und fast ins Gegenteil verkehrt...
Auch ich habe einige Anmerkungen und W├╝nsche.
K├Ânntest du bitte die "├╝blichen Kennzeichen" des Todes n├Ąher beschreiben. Es gibt derer viele. Sie sind in Deinem Text sehr wichtig, weil neue, v├Âllig unerwartete Kennzeichen hinzukommen (z.B. ist der Tod eine Frau).

quote:
Wir stiegen die Kirchentreppe hinab in die Dunkelheit, viele andere um uns waren auf dem gleichen Weg, und ich sang noch immer.

Viele andere sind auf dem gleichen Weg? Das passt nicht in das Bild, nicht in mein Bild, besser gesagt. Gehen die anderen ohne Begleitung? Sie sind doch auf dem selben Weg - oder ...?

Liebe Gr├╝├če,
Mandelbaum


__________________
"Poesie tritt oft durch das Fenster der Unwesentlichkeit ein." M.C. Richards

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