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Leselupe.de > Kurzprosa
Traum vom Stein der Weisen
Eingestellt am 16. 04. 2004 09:12


Autor
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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

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„Ich hatte“, sprach der Berater des K├Ânigs
zu seinem Herrn,
„einen Traum. Mir tr├Ąumte,
ich w├Ąre in den Besitz

des Steines der Weisen

gekommen, so rein zuf├Ąllig und
├╝ber Nacht.“

„Wie,“ bohrte der neugierige K├Ânig, „ wie f├╝hltest du dich?“

„Ach“, seufzte der Berater und senkte den Blick. „Mir war, als
w├╝├čte ich nun alles. Als w├╝rde ich

alle und alles verstehen. Als h├Ątte ich jahrzehntelang
nicht nur in unserem Reiche, sondern auch in all den
uns umgebenden feindlichen Reichen gelebt,
deren Sprache wie meine eigene gesprochen,
deren G├Âtter angebetet,
deren Frauen geliebt,
deren Feiertage gefeiert...“

„H├╝te dich“, sprach der K├Ânig und bohrte aufgeregt herum
in seiner Nase, „h├╝te dich vor diesem Stein: Mit solchem Wissen
m├╝├čte ich dich entlassen.“

Ja, er war wirklich ein kluger K├Ânig.

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Harald
Guest
Registriert: Not Yet

quote:
Urspr├╝nglich ver├Âffentlicht von Penelopeia
ÔÇ×Ja, er war wirklich ein kluger K├Ânig.


O ja, das war er, ein kluger K├Ânig - aber zu neugierig und zu verbohrt.

Danke f├╝r die h├╝bsche Geschichte.

Liebe Gr├╝├če
Harald

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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

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Klugheit...

Hallo Harald,

danke f├╝r Deinen Kommentar, es stimmt nat├╝rlich: der K├Ânig ist ein ganz verbohrter...

Trotzdem: hat er nicht unter Umst├Ąnden sogar recht? So kurz und scheinbar belanglos die Geschichte daherkommt, so essentiell ist f├╝r mich das Thema...

Durch den Kopf ging und geht mir bei dieser Thematik z.B.

1. der Gedanke, da├č Gott vielleicht deswegen nicht eingreift, gar nicht eingreifen kann in den f├╝rchterlichen Ablauf menschlicher Geschichte/ unmenschlichen Geschehens, weil er – alles wei├č, alles und jedes und jeden versteht...
2. der Gedanke an eine m├Âgliche Gefahr von zuviel Wissen f├╝r das Handeln des Menschen: wird nicht jeder Mensch, so wie unter Pkt. 1 schon Gott, handlungs- und bewertungsunf├Ąhig, wenn er die Motive, die den Gauner, den M├Ârder, den Spie├čer, den „Gutmenschen“ bis hin zum Messias antreiben, wie seine eigenen kennt und - versteht?
3. der Gedanke, welches Wissen f├╝r ein „gesundes“, menschliches, moralisches Agieren ausreichend ist..?
4. der Gedanke, ob nicht jedes sogenannte menschliche, weil auf unzul├Ąnglichem Wissen basierende Agieren, fehlerhaft sein mu├č, um ├╝berhaupt stattfinden zu k├Ânnen?

Ich hoffe, es liest sich nicht gar zu verr├╝ckt...

Liebe Gr├╝├če

Pen.

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Harald
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Pen,

es liest sich NICHT zu verr├╝ckt. Wenn aber Gott der Berater des K├Ânigs ist, eine sch├Âne Analogie, bleibt trotzdem der K├Ânig ein kl├Ąglicher Mensch.

Wenn der Berater jedoch Mensch ist, ein einfacher Mensch mit der gro├čen Sehnsucht, Gott gleich zu sein, im Sinne des Alles Verstehens, dann hat er im Kampf des praktischen Lebens bereits sein Todesurteil erwirkt.

Es tut mir von Herzen Leid um ihn.

Ganz liebe Gr├╝├če
Harald

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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

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Todesurteil...

Hallo Harald,

Du hast meine Bef├╝rchtung auf den Punkt gebracht. Ich scheue mich ja immer noch, solche Wahrheiten einfach so anzuerkennnen und auszusprechen. Aber es sind wohl doch eindeutige Wahrheiten...

Liebe Gr├╝├če

Pen.

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Harald
Guest
Registriert: Not Yet

... aber trotzdem k├Ąmpfen wir dagegen an!

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