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Leselupe.de > Gereimtes
Traumafeuer
Eingestellt am 23. 04. 2003 08:56


Autor
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Das Ich
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Apr 2003

Werke: 4
Kommentare: 2
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"Die Poesie dort suchen, wo sie niemand sonst finden will."


S├╝├če Erde

Dort in der s├╝├čen Erde
liegt ein blindes Kind begraben.
Was es war und was es werde
trinkt das Gift von den Fabriken.

Aus seinen Augen gl├╝hen Tr├Ąume.
In den Lungen wohnen W├╝rmer.
Aus kranken Zellen werden B├Ąume,
an denen saure Fr├╝chte faulen.

An solchen Baum kommt ein Soldat,
wankt vom Hunger aufgezehrt.
Nimmt eine Frucht, bespeit sie rot
und er tr├Ąumt ganz unversehrt,
doch er ist von nun an tot.

Das Kind indess singt sich den Schlaf.
In Knoten liegt die Kehle.
Dort schlummert in der s├╝├čen Erde
was es war und was es werde
mit steriler Plastikseele.


Dein L├Ącheln ist wie eingefror'n

Deine Lippen regten sich
und noch waren sie nicht kalt.
Da traf ins Fleisch mein Messer dich.
Jetzt tropft dein Blut auf den Asphalt.

Dein L├Ącheln ist nun eingefror'n
in einer grauen Stasiszelle.
Im warmen Schein bist zu gebor'n.
Nun schenk' mir deine Farbenwelle.

F├╝r immer sollst du bei mir sein.
Dein L├Ącheln l├Ąsst mich nie allein.


Gl├╝cklich I

Ich schwimme in Milchglas,
schlucke bunte Tr├Ąume.
Triefe vor Selbstvertrauen
und lache strahlend Worte.
Ich habe mein Gl├╝ck gefunden.
Oder: erfunden.


Gl├╝cklich II

An saftig gr├╝nem H├╝gel
quellen die Blumen heraus
deren faulend s├╝├če Aura
meinen witternden Geist umwebt.

Die Schreie sind so weit weg,
zwischen uns ein Wand aus blauem Glas.
Wie tr├Ąumt man auch in solchem Gewebe
mit schl├Ąfenbrechenden Erkenntnissen?

Sanft schwebt das Haar
mir in der schw├╝lverwelkten Luft.
Zwei unwissende Augen
l├Ącheln aus buntlechzender Gestalt.

Und keine Schreie
der totkranken Hirne
sollen die Idylle st├Âren.


Geist aus Stahl

Glaubt, sei Lust um alles speien.
M├╝ssen Sklaven Demut schreien.
Aus Komatraum erwacht er noch,
doch gr├Ąbt sich golden neues Loch.

Schreit er blinde Lust von sich,
h├╝ten seine L├╝gen mich.
Mit Mut mach sicher Leben selbst
und versprichst dir, was du h├Ąltst.

Im Gotteslicht, verbirgt sich stumm,
bringt er l├Ąchelnd Br├╝der um.
Sei ein toter Stein im Drecke,
meines Schlosses Gl├╝cksalsecke.


Ein modernes Liebesgedicht

Deine Augen strahlen wie Uran
Deine Seele ist rein wie Aluminium
Deine Haare leuchten wie Xenon-Licht
Mein Herz brennt wie Salzs├Ąure
Es schl├Ągt mit 60 Gigahertz
10,8 Emotionen pro Sekunde
und 10g Endorphine


Die Form

Erzmasse bahnt sich Spuren.
Fl├╝stern tausend graue Uhren:
"Eure Zeit verstreicht verstreicht,
wir haben euer Ziel erreicht."

Materie aus toten Welten,
die einst Zeit und Raum erhellten.
Die Form erh├Ąlt es immerhin
und gibt uns'rem Leben Sinn.


Komm, ich schenk' dir meine Sonne

Komm, ich schenk' dir meine Sonne
von dem Licht aus meinem Blut,
von meiner kalten Giftkolonne
und den Samen meiner Wut.

Auf dass sie dich verbrenne,
dein kleines Herz zerreisst.
Den Unschuldstraum erkenne
bis du vor Ohnmacht schreist!

Komm, ich schenk' dir meine Sonne,
dass mein Herz gefriert zu Stahl
und du aus Wiegen deiner Wonne
erwachst in meine Alltagsqual.

Die Sterne zittern mir im Geist,
blutverrottend, grell und rot,
doch es tr├Âstet, dass du wei├čt,
wer jetzt feiert meinen Tod.


Transplantation

Jetzt liegst du so
in deinem Saft blut.
Wut spritzte meine Zellen,
wie oft als was man tut.

Nun sauge deine Seele aus
mit meinen Augen tr├Ąumen,
so soll deine Liebe
in Chemikalien sch├Ąumen.

Hieb' das Licht in and'ren Stahl,
wohl war gut getroffen.
In kalten Wein zu trinken mit
und auf Gott zu hoffen.

Mein Gl├╝ck schl├Ąft nur so in ihr
und alte Leiber faulen schnell.
Jetzt ruf' ich euch Schweigen:
nur Sonnenstolz ist hell!


Kopf zereisst

Mein Kopf mein Stein
gef├╝llt mit grellen Farben
Lichterblitze st├╝rmen mich
Macht Felsen Stahl

Mein Herz mein Teich
geflutet w├╝tende Tr├Ąnen
reiche Tr├Ąume sterben jung
Spaltung blind gelebt

Los komm her Maschinensklave
zerschneid mir das Gesicht
blende meine Nerven Stahl
setz das Licht in mein Gehirn

Jetzt
mein Stolz
im Sternenmeer
jetzt
immer
bitte!


Traumaserum

Stumm sich in falsche Tugend kniet
und er sich s├╝chtig selber sieht.
Stets die rechte Lehre wei├č,
er sich m├╝ht mit Stolz und Schwei├č.
Vor allzu tiefen Welten flieht.

Taube Massen beten Wohlstand,
fremde Augen an den Rand.
Und wo gerechte Sieger stehen
die Diener hungrig weiterflehen.
Blicke stumm und nichts erkannt.

Viel zu lang war ich bereit.
├ťber mir gl├╝ht meine Zeit.
Mein Staublicht schreit doch in der Ferne,
werf' mein Herzen in die Sterne.
Das Traumaserum war mein Leid.


Werde Erde

Glanz Gestirn scheint Tod vergessen.
Ganz Gehirn weint rot besessen.
In alten Sonnen aufgehetzt,
bin kalten Wonnen ausgesetzt.

Und zornig Schnee frisst unverdrossen.
Schlund dornig See ist unvergossen.
Mit Herz schrie Seele Tr├Ąume aus.
Schnitt Schmerz wie Kehle Sch├Ąume raus.

Sei
frei!

Werde
Erde!


Steh' auf mein Licht und trockne ein

Sie stahl Stahl
Ich ware Wahre
Er macht Macht
Ich berge Berge
Sie fiel viel
Ich lehre Leere
Steh' auf mein Licht
und trockne ein


:/Leben\:exe-

Macht DNA-Strukturen kalt
porentief wird alles wei├č
Gammastrahlen sp├╝ren Fehler
auf in Embryokolonnen

Und aus Arbeit wachsen Fr├╝chte
Normkontrolle wachsam sein
graue Zahlen bunte Bilder
Zeit ist nicht geschenkt

Leben - koordiniert sie
erfindet sie ihr Gl├╝ck
fl├╝chtet er in Rausch
individuell: Illusion erhebt

Seht ihn an, er kann es nicht
dann t├Âten wir ihn ab
wie begonnen so zeronnen
Systemfehler im Schutt


Fischbrut

Dunkler Teich im Eichenwald.
Wasser schreien: geh nicht hin,
so schwer - von Welt und Nebel kalt,
verzerrte Farben ohne Sinn.

Morsche H├╝tte steht noch dort,
aus Stahl und totem Holz gemacht.
Am vom Licht verhassten Ort
ist die kranke Brut erwacht.

Altes Fleisch im trauten Heim
f├╝hlt sein Leben eine Frucht
entsprungen einem toten Keim
und packt das die Todessucht.

St├╝rzt sich in die s├╝├če Flut,
um das Lichtlein zu beenden.
Und es k├╝sst der Fische Brut
seine samenblinden Lenden
bis das Wasser wird zu Blut.


Flieg, mein Schrei

Schrie ├╝ber Planeten,
├╝ber alte B├Ąume.
Rief nachts zu den Kometen
tausend kalte Tr├Ąume.

Mein Kerzenlicht verweht im Staub,
aus den Augen bluten Tr├Ąnen.
Flieg, mein Schrei, doch bleibe stumm -
wird man dich nicht erw├Ąhnen.


Heissblut

Zerfetzte Traumlawinen
in meinem staubig Bleigesicht.
Bitter wirft der Druck inzwei.
Gespreitzte Fl├╝gel fliegen nichtt,
wenn der Spalt von Klingen kam.

Blutig rei├čt die W├Ąnde ein.
Heissblut spritzt die H├Ąnde rein.
Weissglut bricht das Hirn inzwei.
Ihr sprecht an meiner Stirn vorbei!
Im Feuerteich ein karger Schrei.


Buntes Glas

Buntes Glas im Fr├╝hlingsschein
bet├Ąubt den Augenschleier.
Nimm ich mit! -
so kalt bin ich allein.

Buntes Glas auf Eisend├Ąchern
h├Ąlt die Ewigkeit in allen.
Und mit kleinen Wehmutskrallen
wird es auch gefallen -
buntes Glas.


Puls

Dein Herz, es schl├Ągt im Mondesschein.
Bist mit der Nacht und mir allein.
Dort ├╝ber Gras und Neonwald
weht aschegrauer Wind so kalt.

Dein Herz, es schl├Ągt im K├Ârper dein.
Du willst nicht mehr alleine sein.
Du schreist das Licht in meinen Mund,
so bei├čt du meine Lippen wund.

Dein Herz, es schl├Ągt in deiner Brust.
Uns ├╝berkommt die s├╝├če Lust.
Du sprichst zu mir: "Nimm mir den Schmerz!"
Und sanft k├╝sse ich dein Herz.

Es hat zu schlagen aufgeh├Ârt,
denn ich habe es zerst├Ârt.

__________________
Meint ihr, um solch Geknolle wuchs die Erde - von Sonne bis zum Mond?

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