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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Traumdeutung
Eingestellt am 08. 04. 2001 17:53


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MaxiWolf
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

Werke: 14
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Es war ein sehr schwĂŒler Tag. Der blaue Himmel war fast wolkenlos, bis auf eine Wolke, die die Umrisse eines Pferdes hatte, und ließen die Sonne ungehindert auf die Erde treffen. Unter diesem traumhaften Blau ritt Dina durch ein buntes Tal. Die Luft war vom Duft der Blumen geschwĂ€ngert. Ihr Pferd war so weiß wie die Wolke am Himmel. Seine Hufe schienen zu schweben. Immer wenn es auf den Boden trat löste sich unter dieser liebkosenden BerĂŒhrung Schmetterlinge vom Boden und flogen um Dina herum.
Dina Warf den Kopf in den Nacken, schloss ihre Augen und lies sich von dem herrlichen Duft betören. Der Wind spielte mit ihren Haaren. Plötzlich ertönte in der Stille das Schnaufen eines pechschwarzen Hengstes. Dina sah hinter sich auf das stampfende Tier. Sein Reiter trug eine schwarze Sonnenbrille, Bluejeans und Stiefel. Auf seinem Hals prangte ein Muttermahl in Form eines Hufeisens. Sein kalter Blick traf Dina hart und sie gab ihrem Pferd die Sporen. Sie versuchte ihm zu entkommen aber er holte mit seinem Hengst Meter um Meter auf und ĂŒberholte Dina schließlich.
Sie warf einen erneuten Blick auf den Fremden und wusste gar nicht, wieso sie in einer solchen Panik gehandelt hatte. Er sah gar nicht mal so ĂŒbel aus, fand sie. Aber dennoch ĂŒberkam sie ein eisiger Schauer, als sie ihn ansah. Er ritt an ihr vorbei und plötzlich wusste Dina, weswegen sie vor ihm Angst hatte. eine silbern blitzende Pistole steckte in seinem Hosenbund. Die Sonnenstrahlen wurden von dem kalten Metall reflektiert und trafen die Augen von Dinas Pferd. Obwohl Dina eine ausgezeichnete Reiterin war warf sie das Tier ab. Dina landete unsanft auf dem harten Boden. Die Blumen waren verwelkt, der Himmel blutrot. Vor Dinas Pferd tat sich ein Abgrund auf, in das das arme Tier stĂŒrzte. Rote Flammen zĂŒngelten sich um das Tier und verschlangen es.

Schweißgebadet erwachte Dina an diesem Morgen. Immer noch hatte sie das Bild des von dem Feuer verschlungen Pferdes vor ihren Augen. Dieser Traum war so verdammt real gewesen.
Dina schwang ihre noch immer mĂŒden Glieder aus dem Bett und sah auf ihren Wecker. Es war um Acht an einem verregneten Morgen. Wie sehnte sie sich in den Anfang ihres Traumes zurĂŒck. Die strahlende Sonne, der Blumenduft. Hier war es kalt und ihre Nase versuchte gerade einen Rekord aufzustellen. Da konnte sie nichts riechen. Dina nahm sich ein Taschentuch und machte sich daran den Schweiß von ihrem Körper zu waschen. Unter dem warmen Wasser der Dusche versuchte Dina ihren Traum zu entschlĂŒsseln.
Der unbekannte Mann war im Traum einer Frau der Animus, die unbekannte MĂ€nnlichkeit in ihrer Seele. Es ist das Innere Seelenbild vom Mann und dessen Verhalten. Er war ihr jedenfalls unbekannt. An so ein Muttermahl hĂ€tte sie sich sicher erinnert. Aber nun weiter. Die Waffe schien keine Bedeutung zu haben. Sie hatte nie etwas ĂŒber einen Revolver gelesen. Nur ĂŒber eine Maschinenpistole und ein Gewehr. Der Schmetterling ist ein Auferstehungs- und Wiedergeburtssymbol. Der Sommer ist als Hinweis fĂŒr eine Reifezeit und die Zeit der Lebensmitte zu verstehen.
Dina stellte fest, dass sie so nicht weiterkam. Sie war keine so geniale Traumdeuterin, wie sie dachte. Sie hatte den Schmöker verzehrt und wusste nicht weiter.
Stöhnend verlies sie die Dusche und trocknete sich ab. Der Gedanke an Brötchen fĂŒr das FrĂŒhstĂŒck kam ihr. Aber mit Geld sah es nicht sehr sonnig aus. Das war die zweite Pleite an diesem Morgen. Erst die Pleite als Hellseherin und jetzt keine Brötchen.
Sie zog sich an und begab sich dann in die KĂŒche und goss sich ein Glas mit Milch ein. Sie setzte sich an den KĂŒchentisch und als sie das Glas gelehrt und auf den Tisch stellen wollte viel ihr ein dicker Blauer auf. Darunter ein Zettel.
Liebe Dina, wir sind heute frĂŒh fortgefahren und du hast noch friedlich geschlummert, da wollten wir dich nicht wecken. Bitte bring das Geld zur Bank. Mutti. Die Nachricht, die darauf stand war eine Möglichkeit sich Geld zu beschaffen und Brötchen zu kaufen. Ihr Konto gestattete 10 Mark fĂŒr Brötchen. Eigentlich brauchte sie nicht so viel, aber bis auf den Huni war nichts im Haus.
Dina schnappte ihr Fahrrad und startete in den Regen. Die Bank war gleich in der Nachbarschaft und der BÀcker war gleich nebenan. Da traf es sich gut mit dem Brötchenholen. Und mit dem Fahrrad konnte sie auf warme Brötchen hoffen.
Die Bank war fast leer. Ein junger Mann, kaum 18 Jahre Alt machte sich auf den Weg zum Geldautomaten. Eine Alte Frau bequatschte die Bankangestellte. Hinter Dina betrat ein Mann in Lederjacke, Bluejeans und Stiefel Die Bank. Er hatte den Kragen hochgeschlagen. Als er ihn herunterschlug erkannte Dina ein Muttermahl in Form eines Hufeisens auf seinem Hals. Er betrachtete sich die Bank und besonders die Bankangestellte. Ein Kalter Blick lag auf ihrem freundlichen LĂ€cheln.
Jetzt wusste Dina, was ihr Traum ihr sagen wollte. Der Mann war im Begriff einen Bankraub zu begehen.
Dina drĂ€ngelte sich an der alten Frau vorbei und trat besorgt vor die Bankangestellte. „FrĂ€ulein dieser Mann dort." Dina wies mit ihrem Blick hinter sich auf dem Mann in Lederjacke. „Er will die Bank ausrauben."
Der Blick der Bankangestellten wurde fĂŒr einen Augenblick verwirrt. Aber dann setzte sie ein LĂ€cheln auf und beruhigte Dina: „Der Mann begeht ganz sicher keinen Bankraub."
Die alte Frau bat Dina zu gehen und Dina ging einige Meter fort. Bei ihrer Traumdeutung hatte sie das Pferd vergessen. Es ist ein Warnsignal und bei einem in eine Schlucht stĂŒrzenden Pferd war höchste Achtung geboten. Man spielte in einer solchen zeit wirklich mit dem Feuer und der Tot lauerte schon um der Ecke. Aber Nadine war noch nicht bereit mit ihm zu gehen. Auch wollte sie ihm keine Seele ĂŒberlassen.
Der junge Mann an dem Geldautomaten. Er war gerade fertig und steckte das Geld ein. In seiner Jackentasche hatte er ein Nokia Handy, das er nachdem er das Geld einsteckte heraus holte und eine Nummer wÀhlen wollte. Dina zögerte nicht und sprach ihn an.
„Bitte rufen Sie die Polizei", flĂŒsterte sie.
„Wie bitte?", kam es von dem Mann. Er sah Dina verwirrt an.
„Rufen Sie die Polizei, der Mann dort am Schalter." Die alte Frau ging und der Mann war nun an der Reihe. „Er wird etwas schlimmes tun."
„Was?", wollte er wissen.
„Jemanden umbringen." Der junge Mann belĂ€chelte Dinas Information. Und Dina musste sich etwas einfallen lassen. „Vorhin draußen hat er sich einen Revolver in den Hosenbund gesteckt", log sie. Aber es war wichtig, dass der Mann die Polizei rief.
Jetzt war sein Gesicht aschfahl und als ich hinter mich sah erkannte ich auch, weswegen. Der Mann mit dem auffÀlligen Muttermahl hielt der Bankangestellten die Pistole an die Stirn. Schnell war Dinas Geschichte bestÀtigt und die Polizei informiert.
„Tom, was soll das?", kam es zitternd von der Bankangestellten.
„Wer war es?", verlangte er zu erfahren. „Mit wem hast du schlampe mich betrogen?"
„Tom, ich könnte dich nie betrĂŒgen", beteuerte die Bankangestellte mit angstgeweitete Augen.
Der Mann – Tom – glaubte ihr nicht und lud den Revolver. „War es dieser Anwalt, oder den lieber Nachbar?" Die junge Frau begann zu weinen und beteuerte immer nur ihn zu lieben. Dann traf die Polizei mit Blaulicht ein.
Tom wurde unruhig und als einer der Polizisten eintrat schoss er wild um sich. Dina versuchte sich in einer Ecke zu verkriechen. Etwas traf sie am RĂŒcken und es wurde schwarz vor ihren Augen.

Als sie ihre Augen wieder öffnete war es hell beleuchtet. Sie lag in einem ungemĂŒtlichen Bett und in einem ihr unbekannten Zimmer. An diesem Bett saß ihre Mutter und hatte TrĂ€nen der Freude in den Augen.
„Was ist passiert?", wollte Dina wissen.
„Die Schießerei, vor einigen Tagen 
Oh Gott, wie konnten wir dich allein lassen", kam es geschockt von ihrer Mutter.
„Was?", verlangte Dina zu erfahren. Was war an diesem Tag passiert.
„Dieser Kerl, er hat dich getroffen." Dina setzte sich geschockt auf. Sie faste an ihrem RĂŒcken und ertastete einen Verband.
„HĂ€tte sich dieser Arztstudent nicht um dich gekĂŒmmert, dann wĂ€rst du jetzt tot."
„Arztstudent?". Dina sah an das Ende ihres Bettes und entdeckte einen riesigen bunten Blumenstrauß.
„Er hat ihn dir gebracht." Dinas Mutter reichte ihrer Tochter ein KĂ€rtchen. Gute Besserung stand auf der Vorderseite. Innen stand: Entschuldige, dass ich dir erst nicht geglaubt habe, aber könnte ich dich als EntschĂ€digung in ein nettes Lokal einladen?
„Ja!", kam es freudig ĂŒber ihre Lippen. Ihre Eltern verabschiedeten sich und Dina legte sich wieder auf ihr Bett. Friedlich schlief sie ein und diesmal trĂ€umte sie von Eros. Er ist das Symbol fĂŒr die Liebe. Und in seinem Gesicht erkannte sie den jungen Mann, der die Polizei rief. Er war der Medizinstudent und ihr Lebensretter.
In ihrem tiefsten Unterbewusstsein quĂ€lte sie aber die Frage. Was wĂ€re, wenn das Pferd seine Eigene Bedeutung hatte? Es konnte sich selbst nach 20 jahren noch erfĂŒllen. Aber diese Frage behielt der Tod fĂŒr sich.

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MaxiWolf
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

Werke: 14
Kommentare: 18
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Hallo Kolja,

ich fand das Ende mit Eros sehr passen. Sonst heißt es bei mir immer: Killer tot, Alle tot, und das hĂ€tte da nicht gepasst.
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