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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Traumgedanke
Eingestellt am 23. 01. 2001 18:13


Autor
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Manuela Schultz
Hobbydichter
Registriert: Jan 2001

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-es ist später Abend, laue Sommernacht, der Himmel wolkenverhangen
-ein Mädchen einsam ,verlassen, von der Welt betrogen, weiß keinen Ausweg mehr
-einsame Gegend, ging auf einen H√ľgel, unter ihr Klippen, an denen das Meer hohe Wellen bricht
-traurig steht sie da, weint nicht, ihre Augen sind glasig & stumm geradeaus gerichtet
-sie tr√§gt ein langes T√ľll- Kleid (schimmert bl√§ulich, wie die Farbe des Himmels an einem klaren Sommertag), weht ihr um Beine, H√ľften, Arme, der Wind f√§hrt durch das Kleid
-sie steht stur auf dem hohen Felsen, unter ihr die schwarze See
-ein Schiff f√§hrt langsam vorbei, auf ihm ein Mann, der √ľber die Reling aufs Land sieht, er denkt nach, will Richtung Heimat
-seine Männer (die Crew) sind ebenso an Deck
-dann passieren sie die Felsw√§nde & der Blick des Mannes f√§llt auf den H√ľgel
-er sieht etwas auf dem H√ľgel, seine M√§nner sehen nichts, aber er sieht es: Eine Frau, die dort oben steht, die Arme zu beiden Seiten ausgestreckt, ein Hauch von einem Kleid an
-es beginnt zu nieseln, doch die Frau bleibt stehen
-es sieht aus, als w√§re eine lebensgro√üe Figur an ein Kreuz genagelt & mit T√ľchern umwickelt, mit denen der Wind spielt
-seine Augen weiten sich, er sieht (mit leicht geöffnetem Mund) das Mädchen dort oben stehen
-√ľberlegt, was sie wohl dort oben macht: Genie√üt sie den Wind der durch ihr Kleid f√§hrt oder hat sie vor...
-so weit weg, so unscheinbar und doch sieht er sie klar, denkt f√ľr eine Sekunde: Ein Engel √ľber den Klippen, im Sturm der Zeit
-seine Gedanken brechen ab, er sieht sie fallen, sieht, wie sie in die Tiefe st√ľrzt, wie sie ins Wasser f√§llt
-erschrocken ruft er seinen Männern zu ...
-springt dann √ľber die Reling ins Wasser und schwimmt zu der Stelle, wo sie ins Wasser fiel, er sieht sie nicht mehr
-ihr Körper ist untergegangen, er taucht, holt sie wieder an die Oberfläche, hievt sie an Bord, die Männer helfen
-sie atmet nicht, ist bewusstlos, leblos
-die Wiederbelebungsversuche beginnen, sie beginnt zu atmen, sie spuckt Wasser, öffnet kurz die Augen & schaut ihren Retter an, sie weiß nicht was passiert ist, dann wird sie bewusstlos
-die Männer bringen sie in eine kleine Kabine mit einem Bett drin, hart & unbequem, aber warm
-sie tr√§gt nur ein Hauch von Stoff auf ihrem nassen K√∂rper, sie h√ľllen sie in Decken
-sie sieht so blass aus, fahl, unscheinbar & doch wunderschön
-sie reden mit ihr, etwa drei Mann sind im Zimmer geblieben, schauen auf die Frau, die sich das Leben nehmen wollte, fragen sich: Warum? Welches Leid quält diese Frau, dass sie nur den Sprung von den Klippen als Ausweg sah
-ihr Retter schaut sie an, ebenfalls noch triefend nass, blickt sie mit den Augen eines Mannes an, der so eben einen Engel gerettet hat

__________________
Manuela Engel

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

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Hallo Manuela,
ein Engel mit nassen Fl√ľgeln?Ist er deshalb abgest√ľrzt?

Nee, mal im Ernst. Ich komme mit der Geschichte nicht so ganz klar, das hei√üt; ich vermag sie nicht recht einzuordnen. Ist Dein Telegrammstil gewollt? Beim Lesen tauchten vor meinen Augen in rascher Folge immer nur schnell nacheinander geschossene Fotos auf. Absicht? Nun, die Bilder kamen recht gut r√ľber, aber reicht das, um ber√ľhrt zu sein? Mir leider nicht.

Gruß Ralph
__________________
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