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Leselupe.de > Anonymus
Traumpfade
Eingestellt am 18. 04. 2006 18:11


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Traumpfade

Die Traumpfade meines Lebens gehen in viele Richtungen. Sie verlaufen, wie Rauch verfliegt und sich in Nichts aufl√∂st. Mal verdichtet, mal kaum sichtbar, kaum erahnbar. Jedoch denke ich, ist alles vorherbestimmt und deshalb nicht unbedingt eigenem Willen unterworfen, von ihm beeinflusst. Der Wunsch, der Drang, diese Traumpfade zu begehen, ihnen zu folgen, ist vorhanden. Auch das wieder Aufstehen, wenn der Sturm die F√ľ√üe unter dem Leib wegzieht. Wenn Narben von Verwundungen aufbrechen, das Endziel als Leben, nicht w√ľnschenswert ist.
Manchmal taumle ich ohne Umwege auf den richtigen Weg zur√ľck. Dann ist die Sonne wieder strahlend, der Horizont zum Erobern da. Sind N√§chte, das Bett der Tr√§ume, in die ich mich hineinw√ľhle. Die mir Sicherheit in ihrem Schatten bieten, der nicht Drohung, sondern Geborgenheit verhei√üt.
Traumpfade, mit dem ganzen Reichtum an Gef√ľhlen, Gebirgsketten von Liebe und T√§lern aus Verlassenheit.
Auf den Traumpfaden der Begegnungen gibt es Besonderheiten. Nähe und Wärme, aber auch Abweisung und Alleinsein. Gibt es Lachen und Weinen, Siege und Niederlagen. Dinge, die nicht nur mir begegnen, und oft nicht erwähnenswert sind. Alltäglichkeiten. Trotzdem, jeder Traumpfad ist anders, verschieden, sogar die eigenen. Sie sind wie ein Gesicht in den Augen eines Liebenden, einzigartig und schön.
Oft, wenn ich meine Augen schließe, brennt auf den Lidern Sehnsucht die ich nicht benennen, nicht erklären kann. Doch treibt sie oftmals zu Tränen, Wortlosigkeit, Verharren, dem Drang nach irgendwohin, Ahnungen.
In diesen Augenblicken sehe ich Kreuzungen und Abzweigungen. Erkenne Grenzen, die Halt gebieten oder Durchlässe. Ein ganzes Leben, das es zu leben gibt.
Wenn dies alles durchdacht ist, verliere ich mich in deine Traumpfade. Ich habe sie bislang bewusst hintenan gestellt. Nicht aus Egoismus, im Gegenteil. Denn ich war das Ziel deiner Wege, wie du das Ziel der meinen warst und noch bist. Das wei√ü ich. Doch dich nach Einzelheiten fragen kann ich nicht mehr. Dieser Schmerz zerrei√üt mich. Er schwillt in mir an wie ein ungeheueres Geschw√ľr, das in seinem Wachstum keine Grenzen kennt. Es kriecht aus allen H√∂h¬¨lungen, tausendundeinarmig wie eine Hydra.
Ich trage dein Bild und viele deiner Gedanken in mir. W√ľnsche und Hoffnungen, den Verlust, wie das Haben. Deine Gedanken streicheln mich, deine Worte sind wie K√ľsse auf der Haut. Ich erinnere mich des Lebens, der Erf√ľllung, der immer und immer wieder aufkeimenden Sehns√ľchte. Du warst der Zauberer der Liebe. Gedanken, Worte, dein K√∂rper, alles war ein Zauberstab. War ein Geflecht von Wurzeln, die ein Ganzes ergaben. Eine H√∂hle aus Sicherheit, ein Gespinst aus Tr√§umen die zur Wahrheit wurden. Der Stamm, an den ich mich anlehnen konnte, die √Ąste die mir Schutz gaben, die Krone, in der jedes Blatt ein Wort der Liebe war. Manchmal hast du √ľber meine Gedanken gel√§chelt, √ľber die Poesie in ihnen. Es war ein z√§rtliches, verst√§ndnisvolles L√§cheln, das manchmal den Schorf der Fassade aufbrach, der Wirklichkeit zu d√ľnnen Rissen verhalf, wenn Entfernungen und Nichthabenk√∂nnen zu gewaltt√§tig wurden. Wenn ich es nicht sah, h√∂rte ich es am Tonfall deiner Stimme. Sie war f√ľr mich immer das Barometer deiner inneren Verfassung.
Ich wusste, dass wir auf unseren Traumpfaden nebeneinander gingen. Immer auf ein Ziel zu, das weit hinter dem Horizont lag. Aufgesogen vom Dunst, dem Nebel der Unwirklichkeit, der Unmöglichkeit.
Trotzdem war in uns das Gl√ľck der Gemeinsamkeit. Wir waren eins, nur allein, aber nicht einsam.
Waren ‚Äěnur‚Äú allein.
Deswegen barg dieses Leben viele K√§mpfe. Da gab es W√§n¬¨de, an die unsere F√§uste schlugen. Lippen, die blutig gebissen, die Rufe der Sehnsucht zur√ľck dr√§ngten. N√§chte, in die wir uns, jeder f√ľr sich, verkrochen, in denen das Licht nicht ausging, weil Dunkelheit kaum ertragbar war. N√§chte, die das L√§cheln und die Dankbarkeit der Liebe trugen. Die sich in sich erf√ľllten, weil wir um uns wussten. Stunden, die Lichtjahre an Erf√ľllungen erlebten, weil wir die Zeit in einen Zeitraffer verpackten, sie horteten, als w√§re sie ewig auf unserer Seite.
Traumpfade, die zu Hohlwegen wurden, angef√ľllt von allem, was wir f√ľhlten und dachten, erlebten und tr√§umten. Wege, die nirgendwo mehr eine Kreuzung hatten. Wir konnten keine Irrwege gehen, nicht fragen warum, wieso, weshalb. Es war so und nicht anders, und es war alles was wir wollten.
Fragen und Fragen zu hinterfragen, oft blieb keine M√∂glichkeit dazu. Es gab nur blindes Vertrauen, das Wissen um uns. K√§mpfe, wenn uns der Glaube manchmal abhanden kam, wenn Eifersucht ihre Krallen ausfuhr, auf Beutezug ging. Wir sind, waren Menschen mit allen Irrungen und Wirrungen. Doch es blieb uns immer die Liebe. Liebe, die sich oft selbst genug sein musste und es auch war. Sie trug das Bild des geliebten Menschen. Sie war der Horizont, der sich darbot, das Ziel der Ziele war. Sie lag unantastbar vor uns. Best√§ndigkeit und trotzdem immer und immer wieder dieses Herzklopfen, diese Schmetterlinge im Bauch, die tausend wunderbare lebendige Verr√ľcktheiten in alle Nervenenden sandten. Diese Liebe schenkte uns Reife, Wissen und Erkenntnisse. Schenkte uns das Verschenken, die Hingabe, die Z√§rtlichkeit, das gegenseitige Nehmen und Geben.
Ich bin gewiss, wo immer wir sind oder einer von uns ist, unsere Traumpfade finden sich, vereinigen sich in einer gemeinsamen Spur. Der Sonne nach, den Winden, den Zeiten die kommen. Sie werden nie ihren Ursprung vergessen, die W√ľnsche, Hoffnungen und Ziele. Sie sind eins in der Gegenwart, der Vergangenheit und der Zukunft.





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