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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Traumtal
Eingestellt am 26. 05. 2002 10:53


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Traumtal

Anfang
„Wo befindet sich dieses Tal?“ wollte Benny wissen, doch so genau konnte ich es ihm auch nicht sagen, ich wusste nur, dass es hier in der NĂ€he sein musste. Es war nicht unbedingt mein Ding hier oben zwischen den Felsen im unwegsamen Gebiet herumzukraxeln. Schließlich war meine Kleidung nicht gerade die beste Ausstattung fĂŒr solche Touren. Ich hatte Sandalen an den FĂŒĂŸen und musste befĂŒrchten, dass jeden Moment der dĂŒnne Schuhriemen reißt und ĂŒberhaupt konnte ich diese Fußbekleidung vergessen. Sobald ich wieder zu Hause wĂ€re, konnte ich sie in die Tonne schmeißen.

Es war ohnehin verrĂŒckt gewesen von mir, diese Sache mit dem Traum ernst zu nehmen und jetzt hatte ich auch noch Benny mit in die Sache hineingezogen, das war das allerĂ€rgste. Es wurmte mich, das alles und ich hĂ€tte die Geschichte liebend gerne abgehakt und vergessen. Doch jetzt war es zu spĂ€t. Es hatte sich so ergeben, weiß auch nicht warum. Es ergab sich wie von allein.

Benny besuchte mich nach langer Zeit mal wieder, er war mein jĂŒngster Bruder, ein Nachkömmling und Mutter wusste ihn bei mir sicher aufgehoben. Ich hatte in der Nacht einen Traum und erinnerte mich kaum an die Worte, die ich zu Benny sprach, doch sie lösten bei ihm einen Riesen-Freudenwirbel aus und er sprang durch die Gegend und packte mit mir Proviant zusammen, um auf eine Tour zu gehen, da oben irgendwo zwischen den Felsen. Nun plagte mich mĂ€chtig das Gewissen: Wie konnte ich nur!

Ich kannte mich mit Bergtouren ĂŒberhaupt nicht aus und als sogenannter Flachlandtiroler hatte ich die Berge, die jetzt unmittelbar vor meiner TĂŒr lagen immer gemieden und gerade das war es, was Benny so anziehend fand. „Sag bloß, du warst noch nie dort?“ und er zeigte mit seinem Arm in die Richtung auf die kahlen Felsen, die am Horizont vom Wohnzimmerfenster aus in den Himmel ragten. Ein wenig schĂ€mte ich mich sogar, denn das durfte ich wirklich keinem erzĂ€hlen, dass ich jetzt schon zwei Jahre hier lebte und wohnte und es noch nie mein Wunsch war, das zu sehen, was in meiner unmittelbarer NĂ€he reichlich vorhanden war und es zu ergrĂŒnden und erforschen. Da war Benny doch ganz anders, es erweckte seine kindliche Neugierde und er steckte mich damit an. „Was soll es?“ dachte ich nur und ließ mich von ihm anstecken. Heute wartete keiner auf mich. Wir schwangen uns auf die FahrrĂ€der und fuhren auf die Felsen zu. Benny war nicht zu bremsen, es konnte alles nicht schnell genug gehen.

Ja, dieses Tal von dem ich in der Nacht getrĂ€umt hatte! Ich konnte mich jetzt kaum noch daran erinnern. Ich wusste nur: Ich wollte so schnell wie möglich aus diesem Felsendschungel hinaus, wĂ€hrend Benny noch keine Anzeichen von MĂŒdigkeit zeigte. Wenigstens hatte er festes Schuhwerk an den FĂŒĂŸen und es machte ihm ĂŒberhaupt nichts aus den schweren Rucksack zu schleppen, wĂ€hrend ich immer wieder eine Rast vorschlug, allein um die Last des Rucksacks fĂŒr ihn ertrĂ€glicher zu machen.

Durch die anstrengende Wanderung begann ich langsam meinen Traum zu vergessen, ich war so sehr damit beschĂ€ftigt die FĂŒĂŸe auf festem Untergrund aufzusetzen, um keine Gesteinsbrocken zu lösen, so dass es mich davon abhielt mich weiterhin in diesen Traum hineinzusteigern. Nicht aber so Benny, dem ich zu Hause von diesem Traum erzĂ€hlt hatte. Er begeisterte sich brennen dafĂŒr und suchte ernsthaft dieses Tal, von dem ich ihm anschaulich berichtet hatte. Wenn ich ehrlich bin: Ich glaubte nicht mehr daran! Ich hatte die Hoffnung lĂ€ngst aufgegeben, es jemals zu finden. Der Junge jedoch hatte sich jede Einzelheit meines Traums eingeprĂ€gt und suchte danach. Ich mochte nicht mehr suchen, ich konnte und wollte es nicht mehr. Gerade ĂŒberlegte ich und sah mich um, ob es nicht in der NĂ€he möglich war wieder einmal eine Pause einzulegen, um Benny das Gewicht des Rucksacks zu erleichtern, als der Junge plötzlich in Jubel ausbrach. Er riss beide Arme in die Höhe und rief mir zu: „Da ist es, wir haben es gefunden!“ Er sah sehr glĂŒcklich dabei aus. Misstrauisch Ă€ugte ich in die Richtung, in der seine Hand zeigte. Du lieber Himmel! Wie weit das noch war! Da wĂ€ren wir sicher noch Stunden unterwegs! Benny sah das nicht so und mit meiner Rast brauchte ich ihm jetzt nicht zu kommen. „Die legen wir dort ein und wir werden dort auch ein Lagerfeuer machen!“ Mir wurde es schlecht bei dem Gedanken daran. Nie und nimmer wĂŒrden wir es am gleichen Tag schaffen, nach Hause zu kommen. Wir hatten das Tal ja noch lange nicht erreicht! Benny lief jetzt noch schneller als zuvor und ich trottete möglichst seinen Fußspuren folgend hinterher. FĂŒr ihn war es ein Abenteuer, wie in einem Buch und er erhoffte sich dort etwas Besonderes: Ungewöhnliche Dinge wĂŒrden dort passieren! Da hatte ich etwas angestellt!

Mit meiner letzter Kraft gelangten wir dort unten an und ich war froh darĂŒber, endlich wieder auf sicherem Boden zu stehen. Sogleich setzte ich mich auf einen Felsbrocken und nahm meine FĂŒĂŸe aus den Sandalen, deren Riemen mir ins Fleisch schnitten. Ich massierte meine Knöchel, wĂ€hrend Benny damit beschĂ€ftigt war Holz zusammen zu suchen, um ein Lagerfeuer anzuzĂŒnden. Er war immer noch putzmunter und ich beneidete ihn um seine Kondition.

Benny rief immer und immer wieder: „Sowas, dass wir dieses Traumtal gefunden haben!“ und dabei wollte er von mir nĂ€here Einzelheiten wissen. Ich jedoch erinnerte mich an gar nichts mehr und seine Fragerei nervte mich sehr. WĂ€hrend ich damit beschĂ€ftigt war unser Abendbrot herzurichten, die GrillwĂŒrstchen auszupacken und auf den aus Steinen von Benny erbauten Grill zu legen, schaute ich mir das Tal genau an. Ja, es kam mir so vor, als wĂ€re ich hier schon einmal gewesen, was jedoch unmöglich sein konnte. Das musste ich Benny erzĂ€hlen, der daraufhin wie ein Wiesel von einer Ecke in die andere lief immer auf der Suche nach Eidechsen, von denen ich gesprochen hatte. Ich Ă€rgerte mich darĂŒber, dass ich vergessen hatte mein Handy einzustecken. Wir hĂ€tten es in dieser Einöde sicher gut gebrauchen können. Aber wer weiß wozu es gut war, sonst hĂ€tte Jörg sich wohlmöglich noch nach uns auf die Suche begeben. Ich hatte beim Verlassen der Wohnung nur einen Zettel auf den Tisch gelegt:
„Wir machen eine Fahrrad/Bergtour“.

Mir gingen Gedanken durch den Kopf, wie wir hier die Nacht verbringen sollten, so ganz ohne Kissen oder Luftmatratze. „Lass uns BlĂ€tter zusammen suchen, auf denen wir diese Nacht schlafen können, Benny!“ Die GrillwĂŒrstchen schmeckten uns hervorragend, sahen jedoch recht unappetitlich aus.

Wir legten uns schon bald nach dem Essen zur Ruhe, doch ich konnte nicht einschlafen. Zum einen fehlte mir die Zudecke und ich spĂŒrte die KĂ€lte der Nacht in allen Gliedern, zum anderen flĂ¶ĂŸten mir die GerĂ€usche der Tiere ein Unbehagen ein, das mir fremd war. Benny hatte das Feuer brennen lassen und schlief wie ein Ratz. Nun brannte es langsam nieder und ich ĂŒberlegte, ob ich noch Holz nachlegen sollte, als ich ein seltsames GerĂ€usch vernahm.
Es war keine von den Eidechsen, denen Benny immerzu auf den Fersen war, nein, es musste ein schwereres Geschöpf sein, das dieses GerĂ€usch verursachte. Ich konnte im letzten Schein der brennenden Asche die nĂ€here Umgebung ĂŒberblicken, doch das GerĂ€usch kam aus dem Hintergrund. Angestrengt versuchte ich in die Dunkelheit zu starren, doch ich erkannte nichts. Ein seitlicher Blick auf Benny bestĂ€tigte mir, dass der Junge von alldem nichts bemerkte, er schlief immer noch tief und fest. Ich verhielt mich ganz ruhig und wagte es kaum zu atmen, doch meine Ohren waren angespannt und vernahmen jede Kleinigkeit an VerĂ€nderung in diesem Augenblick. Ich hörte jetzt deutlich Schritte, aber sie flĂ¶ĂŸten mir keine Angst ein. Es war mit Sicherheit nicht das Bewegen eines großen Tieres oder einer schweren Person. Nein, es waren leichtfĂŒĂŸige Schritte, die sich dem verkokelten Feuerschein zu nĂ€hern schienen.
Fortsetzung


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flammarion
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na,

wann gibts denn endlich die fortsetzung, hÀ? lg
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Old Icke

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anemone
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hallo Marion,

morgen geht es weiter, versprochen!

liebe GrĂŒĂŸe
anemone

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jon
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Entschuldige bitte, annemone: Aber das Ganze wirkt stilistisch / erzÀhlerisch und inhaltlich noch sehr "roh" (,von der Rechtschreibung red ich mal gar nicht, sie ist nur ein kleiner Teil dieses Eindrucks).

Hier ein paar Grund-Probleme, die mir auffielen:
* Es ist nicht plausibel, wie jemand in Sandalen auf eine Bergtour (zumal zwischen Felsen!) gehen kann.
* Wo sind die FahrrÀder abgeblieben?
* Nachkömmling? NachzĂŒgler!
* „...kahlen Felsen, die am Horizont vom Wohnzimmerfenster aus in den Himmel ragten...“ ? Kahle Felsen am Horizont - ok. Aber kahle Felsen, die von Wohnzimmerfenster aus in den Himmel ragen?
* „...Ich Ă€rgerte mich darĂŒber, dass ich vergessen hatte mein Handy einzustecken. Wir hĂ€tten es in dieser Einöde sicher gut gebrauchen können. Aber wer weiß wozu es gut war, sonst hĂ€tte Jörg sich wohlmöglich noch nach uns auf die Suche begeben...“ Die Logik versteh ich nicht: Sie geht los, ohne Jörg (auf dem Zettel) anzudeuten, dass es eine Mehrtagestour werden könnte. Sie hat kein Handy dabei, so dass sie ihm nicht Bescheid sagen kann, dass sie und Benny im Tal ĂŒbernachten, es ihn aber ansonsten gut geht. Wenn Jörg also nach Hause kommt und erfĂ€hrt, dass die beiden in die Berge wollten, und sieht , dass sie noch nicht zurĂŒck sind, und er auch sonst kein Lebenszeichen erhĂ€lt – da bleibt der Typ zu Hause und macht sich nicht auf die Suche???? Hat der schon immer nach einem Weg gesucht, die beiden los zu werden, oder was?
*„... Ich glaubte nicht mehr daran! Ich hatte die Hoffnung lĂ€ngst aufgegeben, es (das Tal) jemals zu finden....“ – Ach, sie hat schon mal danach gesucht! Ich dachte, sie war – obwohl sie schon seit zwei Jahen hier lebt – noch nie in den Bergen – wo also hat sie gesucht? In ihrem Vorgarten??
* ...UND UM WAS FÜR EIN VERDAMMTES TAL GEHT ES EIGENTLICH??? Ein getrĂ€umtes – so viel hab ich durchaus mitgekreigt – aber wieso kommen die ErzĂ€hlerin und Benny auf die bizarre Idee, es zu suchen? Wenn ich (mehrmals? ich glaub es war nur von einer Nacht die Rede) von einem... sagen wir: Baum trĂ€ume, zieh ich doch auch nicht los, ihn zu suchen! Mitten im Wald (bzw. EIN Tal mitten im großen Gebirge). Ohne ĂŒberhaupt zu wissen, dass er (es) tatsĂ€chlich existiert, geschweige denn wo er (es) ist. Und dann noch den kleinen Bruder auf eine so ungewisse Tour mitnehmen! Entschuldige bitte, aber: Tickt die Frau noch ganz richtig?

Liebe annemone, ich will dich sicher nicht beim Gedanken-strömen-lassen bremsen, aber
 könntest du dich fĂŒr solche Texte bitte mit der Schreibwerkstatt anfreunden?

__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

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