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Leselupe.de > Kurzprosa
Traumwelt
Eingestellt am 10. 05. 2003 20:15


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Laiza
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jan 2003

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Sie redete. Wie lang redete Sie jetzt schon? Zehn Minuten? Zwanzig? Ihr kam es zu lang vor! Merkte Sie nicht, dass keiner mehr zuhörte? Das es zu viel war – zu viele Worte, zu viel zum Nachdenken! Ihr kam es vor als wäre eine Lawine aus Worten über sie hinweggerollt unter der sie nun begraben lag und sich nicht mehr befreien konnte!
Eingelullt in große Worte, inhaltlich kaum noch verständlich, floss die Zeit wie ein kleines Rinnsal dahin – immer langsamer fand sie. Gab es noch ein Ende? Sie bezweifelte es – fühlte sich auch zu schlapp zum Hoffen. Es würde vorbei gehen .. irgendwann!
Der Nebel wurde dichter, die Worte und Gesichter verschwammen, ihre momentane Welt verschwand hinter einem Vorhang und ein anderer Vorhang öffnete sich. Er gab eine Welt frei – kaum fassbar für den menschlichen Verstand! Es war eine Traumwelt in die sie floh, wenn die harte, ungnädige Realität sie überanspruchte, begrub. Sie liebte diese Traumwelt – hier konnte sie alleine sein, alleine mit ihren Träumen, Ängsten, Hoffnungen! Ihr Körper passte sich an – er schaltet ab, war anwesend, aber auch nicht! Außenstehende konnten nicht erkennen, dass sie sich verabschiedet hatte – ihre Körperhaltung und ihr Blick ließen nicht darauf schließen wo sie wirklich war - oder wer sie wirklich war. Sie war eine Träumerin, die nur zu gerne auf diese Weise vor dem Leben floh! Sie hatte Angst vor der Vergangenheit, Angst vor der Zukunft, Angst vor der Gegenwart - sie hatte Angst vor dem Leben und deshalb liebte sie es, wenn der rettende Nebel aufstieg, sie umhüllte und mit ihren Gedanken verschmolz, eins wurde mit ihrem Geist!
Hart, brutal wurde sie herausgerissen – herausgerissen aus der schönen, warmen Welt, ihrer Welt! Plötzliche Unruhe hatte die Seifenblase, die sie abgeschirmt hatte, zum Platzen gebracht. Der Nebel hatte sich langsam geteilt, hatte die Umgebung, die Gesichter und Worte wieder an sie herangelassen – nicht langsam und weich, sondern hart, brutal und ungnädig! Es war jedes Mal wieder ein Schock den es zu überwinden galt. Es war wirklich schwer sich nach dieser Reise zurück in die Realität, im Alltag zurecht zu finden und Menschen zu zuhören, mit Menschen zu sprechen. Jedes Mal wieder hatte sie Angst vor diesem Moment des Erwachens – dieses Schocks.
Aber Sie hatte endlich aufgehört zu reden – nun war es vorbei , sie hatte es überstanden! Seit wann wusste sie nicht, jegliches Zeitgefühl war ihr in ihrer Welt verloren gegangen, den Zeit war dort unwichtig – einzig und alleine das Sein war wichtig!

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