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Leselupe.de > Gereimtes
Treibjagd
Eingestellt am 03. 02. 2006 21:55


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Sta.tor
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Treibjagd
(in Gedenken an Klemens Matschuleit)


Jagdgeselle Matschuleit
stets zur Treibjagd schussbereit,
ließ bei einer alten Linde
fröhlich fahren seine Winde,
welche sich arg aufgestaut
durch des Mittags Sauerkraut.
Und weil’s doch recht heftig zwickt
ward noch feste nachgedrĂŒckt.
Doch der Wind sollte nicht reichen;
viel mehr wollte ihm entweichen.
Etwas das ganz warm und fest
langsam seinen Darm verlÀsst.
Matschuleit erblich vor Schreck.
Flinte, Fernglas schmiss er weg.
Riss die Kleider sich vom Leibe,
dass die Hose sauber bleibe.
Hockt sich nieder ĂŒbers Moos
und entleerte seinen Schoß.


Jagdgeselle Matschuleit
war vom Leibesdruck befreit.
TĂŒchtig hat er abgelassen!
Wahre Exkrementemassen
tĂŒrmten sich nun auf dem Boden
und berĂŒhrten seine Hoden.
Dies GefĂŒhl war ihm verhasst
denn er fĂŒhlt sich angefasst
an ganz exponierter Stelle.
Und es sank die Hemmungsschwelle.
Um zu prĂŒfen, was verschmiert
fuhr er sich recht ungeniert
mit der Hand an sein GemÀcht.
Doch war der Gedanke schlecht.
Denn die Hand die er benutzt
war nun ihrerseits beschmutzt.
Stank zum Himmel fĂŒrchterlich.
Matschuleit verfluchte sich.


Jagdgeselle Matschuleit
ĂŒberkam die Übelkeit.
Schon wollt sich der Magen leeren
doch um ihm das zu verwehren
schlug die Hand er vor den Mund
und das hatte einen Grund:
angesichts der Körperpose
wÀre ruiniert die Hose.
Und das wollt er strikt vermeiden.
Doch vermehrten sich die Leiden.
Denn die Hand kurz vor der Nase
gab jetzt frei die schlimmen Gase.
Schon als er sie kurz gerochen
hat er sich sofort erbrochen.
Doch die Finger hielten fest
Matschuleitens Mund gepresst.
So bekam er Atemnot
und fiel achtern in den Kot.


Jagdgeselle Matschuleit,
sonst kein Kind von Traurigkeit,
liegt im Dreck den er gebar,
nun schon fast ein ganzes Jahr.
Viel ist nicht von ihm geblieben.
Und auch ringsherum die Sieben
Sachen die er bei sich trug,
bis zum letzten Atemzug
haben ihren Glanz verloren.
Matschuleit selbst war erfroren
in der Nacht nach seinem Sturz!
Zwar war seine Ohnmacht kurz.
Doch der Frost ließ seine SĂ€fte
einfrier’n, das nahm ihm die KrĂ€fte
sich vom Boden zu befreien.
Und dann fing es an zu schneien....
Keine Chance sich zu erheben
schied er zitternd aus dem Leben.



Jagdgeselle Matschuleit
hatte sich zur Treibjagdzeit
neues JagdgerÀt besorgt -
nur die Hose war geborgt.








__________________
schlimmer geht immer

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TanjaF
Guest
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klasse

Nix hinzuzufĂŒgen...
...mehr davon!
Das Gedicht ist stimmig und lustig!
Ein Hoch auf das Schmunzeln!
Schade, dass M. hin ist! (Könnte ihn nicht ein Bruder oder Vetter finden,
und dann geht's weiter?)

Liebe GrĂŒĂŸe,
Tanja

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Sta.tor
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Hi

nee...leider, Klemens war einmaligsowas wie ihn gabs nie wieder

Viele GrĂŒĂŸe
Thomas
__________________
schlimmer geht immer

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Super,

die Reime sind sehr gekonnt und dass die Geschichte sich allmĂ€hlich immer weiter hochschaukelt und dabei völlig glaubwĂŒrdig bleibt imponiert mir auch.
Die "geborgte" Hose ist dann noch das TĂŒpfelchen auf dem i.

Sachen, bei denen man wirklich lachen konnte, habe ich hier schon lÀnger nicht mehr gelesen. Allerdings war ich in letzter Zeit auch nicht mehr oft in der LL.

liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Sta.tor
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Dankeschön

freut mich wirklich zu lesen, dass Dir mein Gedicht gefÀllt.

Mit seiner derb-fröhlichen Art ist es bestimmt nicht jedermanns Geschmack (und kam im engsten Freundeskreis gar nicht gut weg) aber wenn es die GemĂŒter erregt hinterlĂ€sst es zumindest nachhaltigen Eindruck. Und das wolln wir ja alle...

Liebe GrĂŒĂŸe

Thomas
__________________
schlimmer geht immer

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Melusine
Guest
Registriert: Not Yet

Lach! Gern gelesen.
Kleine Anmerkung: "gebar" schreibt man o_ne. "h" nÀmlich. ("...im Dreck den er gebar")
Mir lĂ€se es sich leichter linksbĂŒndig, aber das ist wohl Geschmackssache.

LG Mel

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