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Leselupe.de > Gereimtes
Trennung und Schokoeis
Eingestellt am 17. 06. 2001 03:18


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Ingwer
Routinierter Autor
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Ihre Worte prallten sich an seinen Mauern blutig. Irgendwann h├Ârte sie auf zu reden. Zu fragen und zu flehen. Zu schimpfen. Irgendwann sa├č sie nur noch da, auf dem h├Ąsslichen orangerotem Sofa, und weinte. Schluchzer sch├╝ttelten sie wie ein kleines Kind, und genau das war auch die richtige Beschreibung dessen, was sie f├╝hlte.

Ihre Tr├Ąnen perlten salzig auf ihren Lippen auf und sie sog das Wasser in ihren Mund, um ihre Zunge langsam taub schmecken zu lassen. Sie konnte deutlich den dreckigen Vorstadtspielplatz sehen, der nur wenige Meter von der Bank entfernt war, auf der sie sa├č. Sechs oder sieben musste sie sein, und sie weinte, weil einer der gro├čen Jungs, die schon rauchten und fiese W├Ârter br├╝llten, ihr ihr Eis weggenommen hatte. Drei Kugeln; und sogar eine Schoko dabei.
Dies war ihr erster Verlust, der sie weinen lie├č.

Er sa├č neben ihr. ├ľrtlich und gedanklich getrennt. Vollst├Ąndige Seperation. Er legte eine Platte auf, z├╝ndete sich eine blaue Gauloise an und schl├╝rfte an seiner Bierflasche. Kalt war sein Blick, mit dem er ihre Augen ber├╝hrte, als h├Ątte er sie nie zuvor angschaut.
Im Grunde war alles gesagt. das ├ťbliche. Nein, es liegt nicht an Dir, und wenn, dann an uns beiden. nein, meine Gef├╝hle haben sich nicht ge├Ąndert. Uns trennt nur der Alltag. Das Leben eben. Ohne einander werden wir gl├╝cklicher.
Hohn klingelte in ihren Ohren, als er langsam und bed├Ąchtig, aber dennoch nicht wenig nerv├Âs die entscheidenden Worte sagte; nein, sie ihr vielmehr zuwarf wie brennende Fackeln.
Ihre Reaktion w├╝rde entscheidend sein. Auffangen oder fallenlassen- oder sich h├Âllisch verbrennen?

Als sie an das gestohlene Schokoladeneis dachte, musste sie fast unwillk├╝rlich l├Ącheln. Denn wie sch├Ân war es doch, zu wissen, dass es noch Hoffnung gab, vage zwar, aber wenigstens nicht l├Ąngst zu einem braunmatschigen See zerschmolzen.

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