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Leselupe.de > Kurzprosa
Treppe zum Hinterhof
Eingestellt am 26. 05. 2005 00:36


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Alpha
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2004

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Sie sa├č f├╝r gew├Âhnlich auf der Treppe zum Hinterhof. Es war kalt. Die Arme um die angezogenen Beine geschlungen, die Schultern hochgezogen, als suchte sie sich dazwischen zu verstecken. Zu allen Seiten hangen Str├Ąhnen aus dem halbherzig gebundenen Zopf. Ihr Gesicht war kr├Ąnklich blass, obwohl sie nicht krank war. Die Lippen waren hell und schweigsam wie die einer Statue, ihr Blick grub sich abwesend in den Steinboden, der sich vor ihr hinstreckte ...
Die Haut seiner H├Ąnde war immer etwas rauer gewesen, ohne dass das etwas an dem Gef├╝hl ├Ąnderte, wenn er vom R├╝cken hinauf zum Nacken strich und die Finger langsam in den Haaren vergrub. Er schmeckte nach W├Ąrme, teilte die Stille mit einem Augenblick. Die Zeit legte Sterne auf seinen Bauch. Ich m├Âchte wieder Schnee riechen. Mit gro├čen Augen dr├╝ckte sich die Nacht ans Fensterglas, die Kerze war zu einem Wachsfleck nieder gebrannt und die Flamme erlosch. Wo war der Kuss geblieben, den er auf die Schl├Ąfen hauchte. Sie fl├╝sterte einen Namen ins Kissen, bis sich der Himmel wandte. Der Sommer lachte in den Stra├čen und legte Bl├╝ten ins Haar. Das Gras war so hochgewachsen, dass man die Blumen atmen konnte. Ich habe mein Herz angemalt, siehst du? Ein Marienk├Ąfer sa├č auf der Fingerspitze. Sie sind alle Sternschnuppen geworden, als die Wolken auseinander brachen. Wir haben die Welt geteilt. Auf den Pflastersteinen hallten Schritte in die Ferne. Sie zogen Spuren in den Sand. Wir brauchen mehr Steine. Das Meer kann Steine tragen, auch in der Nacht. Ein Wort strich ├╝ber ihre Lippen und spannte seine Fl├╝gel auf. Ich atme dich ganz und gar. Es schlief in seinem Ohr. Bauen wir eine Liebe so hoch, bis wir den Mond anfassen k├Ânnen. Rote Bl├Ątter flogen auf.
Manchmal schaute sie zu dem verkr├╝ppelten Baum hin├╝ber. Er war das einzig Graulose im Hinterhof.
__________________
"Widme dich dem Klang meiner Kehle, wenn sie bricht; Es soll das letzte sein, was ich zu sagen habe" aus Wolf

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herb
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 32
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das Wort "Graulose" st├Ârte mich. Ansonsten ist das ein sehr poetischen und dichter Text.
Ich hab ihn gern gelesen.

Gru├č

herb
__________________
hier Es gibt nichts Gutes, au├čer man tut es. K├Ąstner

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jimmydean
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2005

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Hi alpha

ich mag die meisten Texte von dir sehr gerne. Sie br├╝hren mich. ich bin immer wieder beeindruckt, wie intensiv du Gef├╝hle in kleinen Momentaufnahmen darstellen kannst. Auch wenn keine komplizierte Handlung in deinen Texten steckt, erz├Ąhlen sie doch eine gro├če Geschichte.
Ich sehe dich und sp├╝re den Schmerz und die Sehnsucht usw. Deine Texte bringen mich zum Erinnern und nachdenken, sie mahnen den Verlust von Gef├╝hlen und Empfindungen an. Auch wenn es schmerzhaft ist, muss man sich erinnern, sonst vertrocknet man.
gru├č
jimmydean

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