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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Trick 11 – der neue Star-Trek-Film
Eingestellt am 07. 05. 2009 20:26


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jon
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Trick 11
Eindrücke vom neuen Star-Trek-Film

„Das kriegen die nicht hin", dachte ich, „moderne Mittel und doch ganz nah an der Originalserie. Und dann noch diese Darsteller … Das geht doch gar nicht!"

Doch, das geht. Das geht sogar richtig gut: Ich habe die fast 130 Minuten „Star Trek“ wirklich genossen. Erzählt wird eine in sich runde Geschichte darüber, wie die Enterprise-Crew der Classic-Serie (Erstausstrahlung 1966 bis 1969) zusammenfand, die dennoch vom Publikum kein Vorwissen verlangt, aber jenen Zuschauern, die dieses Wissen haben, recht unaufdringlich nostalgische Gefühle entlockt. In Sachen Scotty haben die Macher zwar etwas übertrieben – er war mitnichten „der" Spaßvogel der Original-Crew, zumindest nicht mit dieser Penetranz – aber im Großen und Ganzen ist mit den Figuren ein wunderbarer Spagat gelungen zwischen der zur Fernsehserie passenden Charakterisierung und einer modernen, lebendigen Erzählweise.

Das gleiche gilt für den Einsatz der optischen Mittel: Man erkennt zwar die meisten „Formeln" – wie die Uniformen, die Struktur der Brücke, den Planeten Vulkan und die Enterprise natürlich – aber durch die Änderungen, die alles den heutigen Sehgewohnheiten anpassen, wirkt es bei weitem nicht so kulissenhaft wie in der Serie. Action und Effekte fügen sich wohltuend harmonisch in die Story ein, dienen ihr, und bedienen zugleich die Erwartungen, die heute mit massentauglichen Science-Fiction-Filme verknüpft werden. Hervorragend gelungene Balance!

Um die Figuren der Geschichte lebendiger zu machen, Spannung und Dramatik zu erzeugen, haben die Macher zu einem Kniff gegriffen: Sie haben die Vergangenheit von Kirk und Co., wie sie der Serie und den Filmen zugrunde liegt, verändert. So ganz erklärt das zwar die Romanze zwischen Spock und Uhura nicht – wahrscheinlich war dies ein Zugeständnis an die Fans, die in Fanfiction-Storys solch eine Beziehung gern mal durchspielen – doch der Trick ist gut. Er erlaubt nicht nur, die Figuren mit extrem erschütternenden Situationen wie dem Untergang des eigenen Heimatplaneten zu konfrontieren, Kirk weniger schmierig zu gestalten als in der Classic-Serie und völlig unverkrampft den „echten Spock" – also Leonard Nimoy – auftreten zu lassen, er beantwortet auch die Frage, warum Kirk und nicht Spock Captain der Enterprise sein muss.

Apropos Spock: Er und Pille waren immer meine Favoriten der Classic-Crew. Entsprechend skeptisch beobachtete ich, wie glaubwürdig diese beiden Figuren hier sein würden. Beide waren es. Karl Urban als jüngere Ausgabe von Chefarzt Dr. McCoy, vor allem aber – und das hat mich wirklich überrascht – Zachary Quinto als junger Spock. Die in der Serie oft nur behaupteten Abgründe des Vulkaniers, seine Selbstkontrolle, die in der Serie eher als Gelassenheit oder tatsächliche Unfähigkeit zu Gefühl wirkte – alles war sichtbar. Am erstaunlichsten daran: Das ist so sehr der Spock, wie Gene Roddenberry ihn sich ausgedacht hatte, dass ich beim Verlassen des Kinosaals wusste, dass die Romanze mit Uhura auch in dieser anderen, der vom elften Star-Trek-Film eröffneten Realität nicht zu mehr werden würde. Das hätte nicht zu Spock gepasst. Ich bin sehr zufrieden.

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Hallo jon,

als alter Trekkie habe ich deine Rezension sehr gerne gelesen, vor allem, weil du dich nur auf die Charaktere beschränkst und diese wirklich nachvollziehbar beschreibst, ohne in irgendwelche Superlativen zu verfallen.
Auch ich hatte so meine Zweifel, ob dieser "Begin" gut geht und wollte mir den Film im Kino anschauen, ohne vorher den Trailer gesehen zu haben.
Jetzt gehe ich beruhigt und erwartungsvoll an die Kinokasse.

lg
Uwe
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Unter den Kastraten ist der eineiige König (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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