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Leselupe.de > Gereimtes
Turbulenzen
Eingestellt am 26. 05. 2008 13:05


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Vera-Lena
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Turbulenzen

Es hat die Nacht die St├╝rme ausgesendet,
sie bl├Ąst hinweg nicht nur die reife Frucht,
ergreift, eh eine Stunde sich vollendet,
auch Halb-Erbl├╝htes, sprengt in ganzer Wucht,
was lebensvoll sich in die Nacht gebettet,
sein Zutraun in den Erden-Ort geschmiegt;
unwissend, welchem Unheil es verkettet,
in wessen Zorn des Leides Urgrund liegt.

Es treibt der Fluss den Schmerz ins Meer hinunter.
Kein Dach sch├╝tzt dich, kein Balken ist mehr dein.
Am Morgen bleicht der Himmel und darunter
bist du dir selbst lebendiges Gestein.









__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Vera-Lena
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Liebe Joneda,

Du hast schon Recht, ein Chronist sollte da sein, wenn so schreckliche Dinge wie der Zyklon in Myanmar geschehen, dessen Ausma├če ich mir nur verdeutlichen kann, wenn ich mich an den 2. Weltkrieg erinnere, den ich im Alter von sieben Jahren noch in Berlin miterlebt habe.

Aber ich m├Âchte noch einmal auf das zur├╝ckkommen, was Waldemar Hammel k├╝rzlich im Forum Lupanum ge├Ąu├čert hat und worin ich v├Âllig mit ihm ├╝bereinstimme: Ein Text wird erst dann zum Kunstwerk, wenn er inhaltlich irgendetwas aussagt, das ├╝ber das eigentlich beschriebene Geschehen hinausweist.

Da Du mich jetzt noch einmal so lieb angesprochen hast, habe ich mir meinen Text auf diesen Gesichtspunkt hin noch einmal angesehen.

Ja da gibt es diese Zeile:"Es treibt der Fluss den Schmerz ins Meer hinunter." Hier tut sich eine Hoffnung auf. Diese Stelle k├Ânnte man so interptetieren, dass Schmerzen nicht dazu angelegt sind, sich dauerhaft im Menschen zu verankern, sondern dass der Mensch durch den Schmerz hindurchgeht, ihn verarbeitet und ihn dann losl├Ąsst.

Das wird in diesem Falle viele Jahre dauern, denn hier wurden nicht nur physische Schmerzen erlebt, das seelische Leid wird den gr├Â├čeren Raum einnehmen, wenn das t├Ągliche Leben erst einmal wieder gesichert ist. Heimat wurde verloren, Angeh├Ârige wurden verloren usw.

Ja, auf diese eine Zeile hin, denke ich ist der Text aus sich selbst gerechtfertigt, hier in der LL stehen zu k├Ânnen. Anderenfalls h├Ątte ich ihn heute herausgenommen.

Es treibt der Fluss den Schmerz ins Meer hinunter. M├Âge allen Betroffenen diese Erfahrung geschenkt werden!

Ich danke Dir herzlich, dass Du mich noch einmal zum Nachdenken gebracht hast, liebe Joneda.

Ich ich w├╝nsche Dir einen frohgemuten Tag.
Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Liebe Vera-Lena,

Dein Gedicht hat mir wirklich gut gefallen.

Die erste Strophe ist fast noch zu 'zahm' angesichts
des Grauens, die zweite l├Ą├čt den Leser dann aufgrund der
drastischeren Bilder wirklich betroffen werden.

Aber vielleicht hast Du ja dies bewu├čt als Steigerung aufgebaut?

Liebe Gr├╝├če

Herbert

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Lieber Herbert,

in der ersten Strophe war mir das ├ťberraschungsmoment wichtig. Wie vertrauensvoll der Mensch sich auf der Erde bewegt und sich nicht vorstellen kann, dass pl├Âtzlich M├Ąchte mit einer derartigen Zerst├Ârungswut ├╝ber ihn hereinbrechen k├Ânnen. Das wollte ich zuerst beschreiben, um den Kontrast zu dem Folgenden deutlich zu machen.

Danke f├╝r Deine Antwort und Bewertung.

Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
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