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Leselupe.de > Kindergeschichten
Twiggy, die kleine Möwe
Eingestellt am 14. 03. 2006 23:21


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sylvanamaria
Festzeitungsschreiber
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Die kleine zierliche Möwe schaute in die Runde. Erwartungsvoll hatten die kleinen Möwen-kinder einen Kreis gebildet und reckten ihre kleine Köpfe in die Höhe. Eine neue Geschichte würde ihre Grandma Twiggy erzählen und ihre Geschichten waren immer spannend. Die kleine Geschichtenerzählerin schüttelte ihr Gefieder und begann:

Es gab eine Zeit, wie ihr wisst, da war ich jung und wollte unbedingt die Welt ansehen. Mich hielt es kaum lang an einem Ort, soviel gab es zu sehen. Oft ließ ich mich von den Schiffen von Hafen zu Hafen mitnehmen, über das große Wasser, dass selten eine Möwe überquert, da wir nur zur Hälfte Seevögel sind und immer in Landnähe bleiben. Aber das reichte mir nicht aus und es kam wie es kommen musste, Unachtachtsam eines Tages und unvorsichtig wurde ich eingefangen - und hatte Glück im Unglück. Viele unserer Art landeten im Kochtopf , ich aber wurde eingesperrt und sah einem ungewissen Schicksal entgegen. Der Käfig war furchtbar eng, ich konnte kaum die Flügel ausbreiten. Vorbei mit dem freien Gefühl auf dem Mast, dem Wind unter den Flügeln und in den Federn und das Fefühl der Freiheit lauthals hinausschreiend, die berauschende Wirkung des Windes zu fühlend. Die Weite des Himmels so nah und doch unerreichbar. Klagend klang mein Schrei.
Nach einigen Tagen erreichten wir Afrika, den schwarzen Kontinent- geheimnisumwittert und verborgen. Angstvoll presste ich mein Köpfchen unter meine Flügel, als der Käfig mit mir von Bord ging. Fremde Gerüche, Düfte umwehten mich. Fremdartige Laute und Geräusche im ganzen Hafen. Was würde mich erwarten? Warum musste ich von Bord? Wohin gingen wir? Viele Fragen durchschossen mich in Sekundenschnelle und ließen mein Herz beben- nicht nur aus Angst, auch Abenteuerlust stieg in mir hoch. Ich hob das Köpfchen, um die Umgebung genauer zu betrachten . Der Käfig schaukelte sehr und wurde tief getragen und doch gelang es mir, viele neue Eindrücke wie ein Schwamm in mich aufzusaugen. So einen Hafen hatte ich noch nie gesehen. Es gibt bestimmt größere, modernere und schönere, auch saubere. Ich sah Ratten mit Hunden im Müll kämpfen - Ratten so groß wie ich. Stinkende Abwässer liefen die Straße entlang, deren Dünste sich mit den Wohlgerüchen der angebotenen Gewürze vermischten Viele Gewürze kannte ich wie Pfeffer, Zimt, Lorbeer, Anis ; viele andere wie Macis, Kurkuma, Ingwer, Curry, Myrrhe sollte ich während meines langes Afrikaaufenthaltes noch kennen lernen. Und vor allem roch es nach Fisch, fangfrischem Fisch aller Art, Heringe, Brassen, Thunfisch, aber auch die dort all-seits beliebten Tintenfische. Mein Magen knurrte, meine letzte Mahlzeit lag etwas zurück und fangfrischen Fisch hatte ich lange nicht gesehen. Marktgeschrei und Kommandos der Hafen-mannschaften durchschnitten die Luft. Gekreisch und sägende , knarrende Laute alter Kräne. Frachten oft mit bloßer Muskelkraft gelöscht. Segelschiffe neben Lastkähnen, Daus neben schwimmenden Pontons und Hausbooten. Knarrende Takelage, knarrendes Holz der Schiffskörper . Alt traf auf neu, neu auf alt. Hafenlaternen luden durstige Seeleute ein. Ein buntes Durcheinander von Geräuschen, Klängen, Lauten, Schreien, Knarren, Trampeln, Kreischen. Meine Sinne waren völlig betäubt und ich merkte gar nicht, dass ich den unmittelbaren Hafenbe-reich verlassen hatte. Erst als es leiser wurde, bemerkte ich die Veränderung, um gleichzeitg vor Staunen und Angst den Schnabel zu öffnen und vergessen zu schließen. Ich sah Käfige über Käfige mit Vögeln aller Art: Tauben, Zeisigen, Leinenwebern, Meisen, Gimpeln, Papageien, Rot-kehlchen und und und. Aber keine Möwe, kein Verwandter. Ein Grund wahrscheinlich, weshalb das Geld so schnell seinen Besitzer wechselte. Ich wurde traurig und dann zornig. Wie konnte man es wagen, eine freigeborene Möwe in einen Käfig zu sperren und dann wie einen Gegenstand verkaufen? Schnell fiel mir ein, dass der Mensch mit seinesgleichen ähnlich verfährt.
Ich begann einen Plan auszuhecken. Ich wusste, dass ich hier nicht bleiben konnte. Wer weiß, was alles passieren würde? Sollte ich als Spielzeug oder Essen enden? Ich wollte es nicht wissen. Mein Käfig hing als Blickfang etwas höher, so dass ich einen guten Blick über das Hafengelände hatte. Der riesige Marktbereich begann erst Meter weiter. Wie konnten sich die Menschen bei diesem Lärm überhaupt verstehen? Und doch schien jeder recht zufrieden seine Geschäfte ab-zuwickeln. Die wenigen Frauen, die zusehen waren, gingen paarweise schwarz ummantelt von Stand zu Stand. Nicht weiter verwunderlich, da die afrikanischen Sitten sich sehr unterscheiden von den europäischen. Ihr müsst wissen, dass dort nicht wie hier der christliche Glauben herrscht, sondern der moslemische. Der Gott in diesen Landen heißt Allah und Mohammed ist sein Pro-phet. Die Kirchen dort heißen Moscheen und Frauen dürfen sie nicht betreten. Frauen dürfen au-ßerhalb der Häuser ihr Gesicht und ihre Haare und sonst keine Körperteile sehen lassen. Sie werden sonst streng bestraft. Ich wusste es damals noch nicht, aber mein Aufenthalt in Afrika dauerte länger als ich es geplant hatte.
Viel interessanter für mich an diesem Tag waren allerdings die Schiffe. Fast alle Arten waren vertreten, ich brauchte ein Schiff, das das Mittelmeer überqueren würde, denn ich wollte nach Hause. Das Klima –fand ich – war für mich nicht so geeignet. Es war heiß und in der Enge des Käfigs konnte ich meine Flügel nicht ausbreiten. Mir fehlte die Kühle des Windes auf dem Meer, die Salzgeruch des Meeres. Im Hafen selbst stand die Luft und staute die Hitze des Tages, ob-wohl es langsam auf den Abend zu ging. Ihr müsst wissen, in Afrika ist es in den meisten Monaten tagsüber so heiß, dass eine Arbeit kaum möglich ist. Erst gegen Abend wird es kühler und die Menschen arbeiten oder gehen einkaufen oder tun viele andere Dinge. Auch dies unterscheidet sich von unserer Heimat. Obwohl mich die Abenteuerlust also immer noch zwackte, war ich der Meinung, ich sollte dieses Land schnell verlassen. Es wurde dunkler, die Dämmerung brach herein und die Welt erhielt ein andres Aussehen. Die Konturen vermischten sich und der Lärm klang gedämpfter. Im Gegensatz zu hier ist das Dämmerungslicht nur kurz. Sobald die Sonne untergegangen ist, wird es schlagartig dunkel. Windlichter und Kerzen wurden angezündet, Abendgebete erklangen. Moslems beten anderes als Christen. Und wenn ich dachte, dass es im Hafen laut gewesen war, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Jetzt gingen die Geschäfte erst richtig los. Der Hafen wurde zum Markt. In Windeseile wurden Stände aufgebaut, Kochstellen errichtet. Viele Familien der Hafenarbeiten kamen abends in den Hafen, um ihren Männern Essen zu bereiten. Da 24 Stunden am Tag gearbeitet wurde, verließen viele Männer das Hafengelände nicht, da der Weg sich ohnehin nicht lohnen würde. Wer Arbeit hatte, war froh, ein paar Münzen zu verdienen. So hatte jede Hafenarbeiterfamilie ihren eigenen Unterstand, wo das Oberhaupt in seinen wenigen freien Stunden umsorgt wurde. Allerdings war auch ein bisschen Kontrolle dabei, dass das wenige Geld nicht in die zahlreichen Hafentavernen getragen wurde. Diese lebten von den Matrosen und Seereisenden, die froh wie Land unter den Füßen zu haben, solch eine Stätte aufsuchten.
Ich habe immer nur wieder gestaunt, was die Menschen so alles brauchen und was alles an diesen Ständen angeboten wurde; nicht nur Essen. Kleidung, fremdartig anzusehen, wallend und we-hend, aus groben oder leichtem Stoff, praktisch oder kostbar. Stoffe, die ich noch nie gesehen hatte, Farben von einer Güte und Leuchtkraft und Leichtigkeit , die wir in Europa kaum kennen. Schmuck, Perlen, Gold, Silber, Edelsteine – barren- und kiloweise. Jede europäische Dame wür-de vor Neid erblassen. Teppiche mit wunderschönen Mustern und dann all diese Dinge, die Menschen für ihre Behausungen brauchen. Und es ist dort üblich zu handeln. Hier gehen die Menschen in einen Laden, fragen nach dem Preis, kaufen oder kaufen nicht und gehen wieder. Aber dort ist es üblich zu handeln. Ein Preis wird genannt. Der Käufer will wenig zahlen, der Verkäufer will viel Geld haben und dann stellt euch vor, wie beide die Haare sich raufen. Jeder beteuert den Ver-lust des Geschäftes. Dies geht manchmal eine ganze Weile, zwischendurch trinken beide Tee und zum Schluss einigen sie sich doch. Und immer alles in einer Lautstärke. Mir dröhnten manchmal die Ohren. Trotzdem, diese Welt war faszinierend.
Die Müdigkeit überwältigte mich trotz meiner Angst und Spannung und ich schlief ein.

Wie meine Geschichte weitergeht, werde ich euch ein nächstes mal erzählen. Es ist schon spät und wir wollen schlafen gehen. Keine Widerrede.

Liebevoll verabschiedete Twiggy ihre kleinen Besucher. Lange konnte sie selbst nicht einschlafen. Erinnerungen über ihre Erlebnisse in Afrika überfluteten sie, aber sie hatte immer gewusst, dass sie diesen ersten Tag in einem afrikanischen Hafen nie vergessen würde, als sie eine Welt kennen lernte, die so anders war als die, aus der sie kam.

__________________
syl

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Twiggy, die kleine Möwe
Veröffentlicht von sylvanamaria am 14. 03. 2006 23:21
Die kleine zierliche Möwe schaute in die Runde. Erwartungsvoll hatten die kleinen (überflüssig, Kinder sind fast immer klein) Möwen-(entweder Trennstrich raus oder groß weiter)kinder einen Kreis gebildet und reckten ihre kleine Köpfe (Köpfchen) in die Höhe. Eine neue Geschichte würde ihre Grandma Twiggy erzählen und ihre Geschichten waren (das war, sonst dreimal hintereinander Geschichte) immer spannend. Die kleine Geschichtenerzählerin schüttelte ihr Gefieder und begann:

Es gab eine Zeit, wie ihr wisst, da war ich jung und wollte unbedingt die Welt ansehen. Mich hielt es kaum lang an einem Ort, soviel gab es zu sehen. Oft ließ ich mich von den Schiffen von Hafen zu Hafen mitnehmen, über das große Wasser, dass (das) selten eine Möwe überquert, da wir nur zur Hälfte Seevögel sind und immer in Landnähe bleiben. Aber das reichte mir nicht aus und es kam(Komma) wie es kommen musste, Unachtachtsam eines Tages und unvorsichtig (wenn der Einfänger unvorsichtig war, wäre die Möwe entwischt) wurde ich eingefangen - und hatte Glück im Unglück. Viele unserer Art landeten im Kochtopf(kein Leerfeld) , ich aber wurde eingesperrt und sah einem ungewissen Schicksal entgegen. (Absatz)Der Käfig war furchtbar eng, ich konnte kaum die Flügel ausbreiten. Vorbei mit dem freien Gefühl auf dem Mast, dem Wind unter den Flügeln und in den Federn und das Fefühl (Gefühl) der Freiheit lauthals hinausschreiend, die berauschende Wirkung des Windes zu fühlend (spürend, sonst dreimal hintereinander Gefühl). Die Weite des Himmels so nah und doch unerreichbar. Klagend klang mein Schrei.
Nach einigen Tagen erreichten wir Afrika, den schwarzen Kontinent- geheimnisumwittert und verborgen. Angstvoll presste ich mein Köpfchen unter meine Flügel, als der Käfig mit mir von Bord ging. Fremde Gerüche, Düfte umwehten mich. Fremdartige Laute und Geräusche im ganzen Hafen. (Absatz)Was würde mich erwarten? Warum musste ich von Bord? Wohin gingen wir? Viele Fragen durchschossen mich in Sekundenschnelle und ließen mein Herz beben- nicht nur aus Angst, auch Abenteuerlust stieg in mir hoch. Ich hob das Köpfchen, um die Umgebung genauer zu betrachten(kein Leerfeld) . (Absatz)Der Käfig schaukelte sehr und wurde tief getragen und doch gelang es mir, viele neue Eindrücke wie ein Schwamm in mich aufzusaugen. So einen Hafen hatte ich noch nie gesehen. Es gibt bestimmt größere, modernere und schönere, auch saubere (sauberere). Ich sah Ratten mit Hunden im Müll kämpfen - Ratten so groß wie ich. Stinkende Abwässer liefen die Straße entlang, deren Dünste sich mit den Wohlgerüchen der angebotenen Gewürze vermischten(Punkt) Viele Gewürze kannte ich wie Pfeffer, Zimt, Lorbeer, Anis ; viele andere wie Macis, Kurkuma, Ingwer, Curry, Myrrhe sollte ich während meines langes Afrikaaufenthaltes noch kennen lernen. (Absatz)Und vor allem roch es nach Fisch, fangfrischem Fisch aller Art, Heringe, Brassen, Thunfisch, aber auch die dort all-(Trennstrich raus)seits beliebten Tintenfische. Mein Magen knurrte, meine letzte Mahlzeit lag etwas zurück und fangfrischen Fisch hatte ich lange nicht gesehen. Marktgeschrei und Kommandos der Hafen-(Trennstrich raus oder groß weiter)mannschaften durchschnitten die Luft. Gekreisch und sägende(kein Leerfeld) , knarrende Laute alter Kräne. Frachten oft mit bloßer Muskelkraft gelöscht. Segelschiffe neben Lastkähnen, Daus neben schwimmenden Pontons und Hausbooten. Knarrende Takelage, knarrendes Holz der Schiffskörper(kein Leerfeld) . Alt traf auf neu, neu auf alt (besser schmutzig auf sauber). Hafenlaternen luden durstige Seeleute ein. Ein buntes Durcheinander von Geräuschen, Klängen, Lauten, Schreien, Knarren, Trampeln, Kreischen. Meine Sinne waren völlig betäubt und ich merkte gar nicht, dass ich den unmittelbaren Hafenbe-(Trennstrich raus)reich verlassen hatte. Erst als es leiser wurde, bemerkte ich die Veränderung, um gleichzeitg (gleichzeitig)vor Staunen und Angst den Schnabel zu öffnen und vergessen zu schließen. (Absatz)Ich sah Käfige über Käfige mit Vögeln aller Art: Tauben, Zeisigen, Leinenwebern, Meisen, Gimpeln, Papageien, Rot-(Trennstrich raus)kehlchen und und und. Aber keine Möwe, kein Verwandter. Ein Grund wahrscheinlich, weshalb das Geld so schnell seinen Besitzer wechselte. Ich wurde traurig und dann zornig. Wie konnte man es wagen, eine frei(getrennt)geborene Möwe in einen Käfig zu sperren und dann wie einen Gegenstand verkaufen? Schnell fiel mir ein, dass der Mensch mit seinesgleichen ähnlich verfährt.
Ich begann einen Plan auszuhecken. Ich wusste, dass ich hier nicht bleiben konnte. Wer weiß, was alles passieren würde? Sollte ich als Spielzeug oder Essen enden? Ich wollte es nicht wissen. (Absatz)Mein Käfig hing als Blickfang etwas höher, so dass ich einen guten Blick über das Hafengelände hatte. Der riesige Marktbereich begann erst Meter weiter. Wie konnten sich die Menschen bei diesem Lärm überhaupt verstehen? Und doch schien jeder recht zufrieden seine Geschäfte ab-(Trennstrich raus)zuwickeln. Die wenigen Frauen, die zu(getrennt)sehen waren, gingen paarweise schwarz ummantelt von Stand zu Stand. (Absatz)Nicht weiter verwunderlich, da die afrikanischen Sitten sich sehr unterscheiden von den europäischen. Ihr müsst wissen, dass dort nicht wie hier der christliche Glauben herrscht, sondern der moslemische. Der Gott in diesen Landen heißt Allah und Mohammed ist sein Pro-(Trennstrich raus)phet. Die Kirchen dort heißen Moscheen und Frauen dürfen sie nicht betreten. Frauen dürfen au-(Trennstrich raus)ßerhalb der Häuser (weder ihr Gesicht noch ihre Haare oder sonst) ihr Gesicht und ihre Haare und sonst keine Körperteile sehen lassen. Sie werden sonst streng bestraft. (Absatz, denn dieser Satz steht in keinem Zusammenhang mit dem vorherigen)Ich wusste es damals noch nicht, aber mein Aufenthalt in Afrika dauerte länger als ich es geplant hatte.
Viel interessanter für mich an diesem Tag waren allerdings die Schiffe. Fast alle Arten waren vertreten,(besser Punkt) ich brauchte (suchte) ein Schiff, das das Mittelmeer überqueren würde, denn ich wollte nach Hause. Das Klima –fand ich – war für mich nicht so geeignet. Es war heiß und in der Enge des Käfigs konnte ich meine Flügel nicht ausbreiten. Mir fehlte die Kühle des Windes auf dem Meer, die Salzgeruch des Meeres. (Absatz)Im Hafen selbst stand die Luft und staute die Hitze des Tages, ob-(Trennstrich raus)wohl es langsam auf den Abend zu ging. Ihr müsst wissen, in Afrika ist es in den meisten Monaten tagsüber so heiß, dass eine Arbeit kaum möglich ist. Erst gegen Abend wird es kühler und die Menschen arbeiten oder gehen einkaufen oder tun viele andere Dinge. Auch dies unterscheidet sich von unserer Heimat. (Absatz)Obwohl mich die Abenteuerlust also immer noch zwackte, war ich der Meinung, ich sollte dieses Land schnell verlassen. Es wurde dunkler, die Dämmerung brach herein und die Welt erhielt ein andres Aussehen. Die Konturen vermischten sich und der Lärm klang gedämpfter. (Absatz)Im Gegensatz zu hier ist das Dämmerungslicht nur kurz. Sobald die Sonne untergegangen ist, wird es schlagartig dunkel. Windlichter und Kerzen wurden angezündet, Abendgebete erklangen. Moslems beten anderes als Christen. (Absatz)Und wenn ich dachte, dass es im Hafen laut gewesen war, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Jetzt gingen die Geschäfte erst richtig los. Der Hafen wurde zum Markt. In Windeseile wurden Stände aufgebaut, Kochstellen errichtet. Viele Familien der Hafenarbeiten kamen abends in den Hafen, um ihren Männern Essen zu bereiten. Da 24 Stunden am Tag gearbeitet wurde, verließen viele Männer das Hafengelände nicht, da (weil) der Weg sich ohnehin nicht lohnen würde. Wer Arbeit hatte, war froh, ein paar Münzen zu verdienen. So hatte jede Hafenarbeiterfamilie ihren eigenen Unterstand, wo das Oberhaupt in seinen wenigen freien Stunden umsorgt wurde. Allerdings war auch ein bisschen Kontrolle dabei, dass das wenige Geld nicht in die zahlreichen Hafentavernen getragen wurde. Diese lebten von den Matrosen und Seereisenden, die froh wie (waren, wieder) Land unter den Füßen zu haben,(besser und) solch eine Stätte aufsuchten.
Ich habe immer nur wieder gestaunt, was die Menschen so alles brauchen und was alles an diesen Ständen angeboten wurde; nicht nur Essen. Kleidung, fremdartig anzusehen, wallend und we-(Trennstrich raus)hend, aus groben (grobem) oder leichtem Stoff, praktisch oder kostbar. Stoffe, die ich noch nie gesehen hatte, Farben von einer Güte und Leuchtkraft und Leichtigkeit , die wir in Europa kaum kennen. Schmuck, Perlen, Gold, Silber, Edelsteine – barren- und kiloweise. Jede europäische Dame wür-(Trennstrich raus)de vor Neid erblassen. Teppiche mit wunderschönen Mustern und dann all diese Dinge, die Menschen für ihre Behausungen brauchen. (Absatz)Und es ist dort üblich zu handeln. Hier gehen die Menschen in einen Laden, fragen nach dem Preis, kaufen oder kaufen nicht und gehen wieder. Aber dort ist es üblich zu handeln (feilschen). Ein Preis wird genannt. Der Käufer will wenig zahlen, der Verkäufer will viel Geld haben und dann stellt euch vor, wie beide die Haare sich raufen. Jeder beteuert den Ver-(Trennstrich raus)lust des Geschäftes. Dies geht manchmal eine ganze Weile, zwischendurch trinken beide Tee und zum Schluss einigen sie sich doch. Und immer alles in einer (großen) Lautstärke. Mir dröhnten manchmal die Ohren. Trotzdem, diese Welt war faszinierend.
Die Müdigkeit überwältigte mich trotz meiner Angst und Spannung und ich schlief ein.

Wie meine Geschichte weitergeht, werde ich euch ein nächstes mal erzählen. Es ist schon spät und wir wollen schlafen gehen. Keine Widerrede.

Liebevoll verabschiedete Twiggy ihre kleinen Besucher. Lange konnte sie selbst nicht einschlafen. Erinnerungen über (an) ihre Erlebnisse in Afrika überfluteten sie, aber sie hatte immer gewusst, dass sie diesen ersten Tag in einem afrikanischen Hafen nie vergessen würde, als sie eine Welt kennen lernte, die so anders war als die, aus der sie kam.

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syl
Nett. Wann gibt es die Fortsetzung?
lg

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Old Icke

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Twiggy, die kleine Möwe

Vielen Dank für die Verbesserungen. Es liest sich viel besser. Ich habe die Geschichte schon oft vorgelesen, aber man ist wohl befangen. Mit diesen Trennstrichen muss ich wirklich noch üben. sylvanamaria
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syl

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