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Leselupe.de > Kurzprosa
Über die Sucht der Schreibenden
Eingestellt am 05. 04. 2004 23:58


Autor
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Alpha
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2004

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Die Sucht des Schreibens ist eine wirklich ernst zunehmende Krankheit. Ich darf das sagen, weil ich kein gesunder Arzt bin, der über einen kranken Patienten urteilt.
Es ist mitunter ja schon belastend, den ganzen Tag an nichts anderes zu denken als ans Schreiben; selbst dann, wenn man schon gar keine Lust mehr hat, darüber nachzudenken.
Block und Stift gehören zur Wohlfühl-Grundausstattung wie frische Unterwäsche. Schon der Gedanke, eine geniale Idee könnte einem auf dem Weg flöten gehen, weil sie sich unwiederbringlich durch die Löcher des Siebgedächtnisses ins Nichts verdünnisiert hat, verursacht ein starkes Unruhegefühl.
Abhilfe schaffen hier Stift oder Tastatur. Allein das Gefühl der reizenden schlanken Gestalt eines Stiftes in der Hand oder die vertraut strukturierte Oberfläche der Tastatur unter den sensiblen Fingerkuppen löst ein enormes Befriedungsgefühl aus. Und dabei muss noch nicht einmal ein einziger Gedanke festgehalten worden sein. Es geht hier einzig und allein um die Nähe zwischen dem Autor und seinem Partner Werkzeug.

Allen Schreibenden gemein ist ihre Sonderling-Stellung im normalen Leben. Von den nicht infizierten Mitmenschen werden sie ganz unwillkürlich als hoffnungslose Romantiker abgestempelt, was wohl auf die mangelnde Aufklärung der Allgemeinbevölkerung hinsichtlich dieser Erkrankung zurückzuführen ist. Wäre den Schreibenden auch noch ein Mangel an Intelligenz nachzuweisen, sie fänden sich durchweg in einer Außenseiterposition. Da dies aber sichtlich nicht der Fall ist, verbergen viele Schreibenden ihre Sucht hinter einer völlig unauffälligen, sprich normalen Fassade.
Fassade hin oder her, die Sucht der Schreibenden ist und bleibt eine Krankheit, die sich in alle Richtungen auf den Betroffenen auswirken kann. Bleibt nur noch zu hoffen, dass sich nur potenzielle Denker und Umsetzer als dauerhafte Träger dieses Virus auszeichnen, um auch weiterhin die qualitative Bissigkeit dieser Krankheit zu gewährleisten.

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"Widme dich dem Klang meiner Kehle, wenn sie bricht; Es soll das letzte sein, was ich zu sagen habe" aus Wolf

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Larissa
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Alpha,
du sprichst mir aus der Seele. Das Schreiben ist wirklich eine äußerst resistente Sucht, gegen die, fürchte ich, kein Kraut gewachsen ist. Das hast du sehr treffend beschrieben.
Ein wirklich gelungenes Werk.

Liebe Grüße
Larissa

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Uschka
Autorenanwärter
Registriert: Dec 2003

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Über die Sucht der Schreibenden

Hallo Alpha, auch ich find, du hast den richtigen Ton getroffen und es spricht von einer Sucht, die nicht geheilt werden muss. Mein Mann sagt auch immer wenn ich am PC bin, "Na spinnst du wieder was zusammen mein Schatz." Was zeigt, nicht jeder Mensch hat Verständnis dafür.
Dein Artikel spricht mir aus der Seele. Ein gutgelungenes Stück.
Schöne Ostern und herzliche Grüße Uschka
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Was nicht aufgeschrieben ist, wird vergessen, als ob es nie geschehen wäre. Erhard Wiehn

Uschka

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