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Leselupe.de > Kurzprosa
Übermütige Mädchenlaune
Eingestellt am 14. 09. 2005 23:28


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Deltabravo
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Schriftsteller-Lehrling

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Übermütige Mädchenlaune.

“Unternehmungslustiger, intelligenter Geschäftsmann, 40 Jahre alt. Im Frühling des Lebens. Sucht auf diesem ungewöhnlichen Weg, passende Lebengefährtin, nicht über 40Jahre alt. Vermögend, jedoch nicht Bedingung. Bild erwünscht. Strengste Diskretion ist gesichert. Chiffre 333."

Schwarz auf Weiß steht die Annonce in Münchens34 “Letzte Meldung”.
Auf diesem ungewöhnlichen Weg suchte Geschäftsmann Robert Intimus sein Lebensglück.
Selbst ist der Mann! Das war und ist seine Devise. Und jetzt sitzt er wie auf heißen Kohlen; er möchte so gerne wissen, bei wie vielen Herzen sein Sehnsuchtschrei Spuren hinterlassen hat?
Nach einer Woche drängte es ihn. Er fragte in der Agentur nach. Und siehe da, ein ganzes Fach voll von liebesdurstigen Herzen wartet auf Entgegennahme.
“Ich gratuliere Ihnen zu diesem Erfolg!” Sagte die Agenturleiterin mit wohlwollender Stimme.
Roberts Gesicht verfärbt sich aus lauter Verlegenheit in ein pikantes Rot.
Am diesem Tag war er im Geschäft nicht mehr zu Sprechen.
Das Durchsehen der Angebote war eine umfangreiche Arbeit für sich.
“Ein Bild schöner als das andere... Herrschafts Zeiten! Welche soll ich denn jetzt wählen?”
Für einen Casanova wäre es ein Leichtes, aber für einen wohlgesitteten Bayern kann nur eine von vielen in Frage kommen.
“Auf alle Fälle werde ich mir die Schönste aussuchen. Die restlichen Bilder behalte ich als Reserve!”
Als die Uhr Mitternacht geschlagen hat, wurde von Robert eine Entscheidung getroffen...
“Eine hübsche Blondine, 30 Jahre alt. Vermögend, katzenfreundlich und naturliebend. Die schöne Frau heißt Lilien Genußreich und sie weiß, wie sie einem lieben Mann ein gemütliches Heim herrichten kann. Sie wohnt in der Glücksstr.1, und der geehrte Herr möge sie ungeniert besuchen. Die Eltern sind gestorben. Sie bittet um nette Gesellschaft, die sie aus ihrer Hilflosigkeit befreie .”
Das war rührend und gefühlvoll geschrieben. Roberts Herz erwärmte sich, das jahrelang in Abstinenz vegetierte Herz fing wieder zu schlagen an...

Frühmorgens setzt er sich an den Schreibtisch und greift zur Feder. Danach stürmt er zum Blumenladen, kauft einen großen Blumenkorb, legt einen Brief bei. Seine Gedanken kreisen nur um die Frau aus der Glücksstr. 1.
Robert kann sich nicht halten, er muss einfach noch diese umwerfend schönen Lilien kaufen. “Und dann war da doch noch diese Silberkette vom Juwelier um die Ecke...”
Früher wie sonst eilt Robert nach Hause , macht sorgfältig Toilette, stellt sich vor den Spiegel und überprüft gründlich sein Erscheinen. Alles sitzt tadellos, wie angegossen. Aber mit welchen Worten soll er sie begrüßen? “Der erste Satz muß packend und eindrucksvoll sein! O Engel! Ein Himmelreich für einen Dichter! Wie gerne hätte ich doch ein philosophisches Talent...”
Schließlich macht sich Robert ohne Dichtertalent auf den Weg. Per Taxi Richtung Glücksstr.1. Während der Fahrt zieht er noch einmal das Bild seiner Kandidatin aus der Tasche. “Sie ist genauso schön wie eine Lilie. Diese verführerische Stellung! Was für eine süße Frau! Und katzenfreundlich! Hoffentlich hat sie keine scharfen Krallen! Wenn doch, werde ich damit umgehen können!”
Im diesem Moment kommt Robert ans Ziel, und steht vor einem gehobenen Haus. Überstürzt drückt er auf einen Knopf und die Pforte öffnet sich. Er zupft rasch seine Krawatte und die Weste zurecht. Anscheinend ist es das Hausmädchen, dass die Türe aufmacht. “Sie wünschen, bitte?” fragt die Frau.
“Gestatten, mein Name ist Robert Intimus. Ist Frau Lilien Genussreich zu sprechen?”
“Ja, ein Moment bitte. Sie möchten bitte in unserem Salon warten?”
Robert machte eine Verbeugung und folgt ihr.
Im barockstrukturierten Salon sinkt er nervös in einen Ledersessel, welcher ihn zu Verschlingen versucht. “Die Frau Lilien lässt mich aber ziemlich lange warten.” Denkt er ein bißchen enttäuscht.
Nach zier unendlich langen fünf Minuten hört er ein leises Rauschen von Kleidern und die Tür geht auf. Robert springt auf und verbeugt sich tief. Freudestrahlend überreicht er die Blumen.
“Hochgeehrtes Fräulein! Es ist mir eine Ehre...” Auf einen Schlag stockte ihm der Atem. Der Schleier des Adrenalins verschwindet, er reibt sich seine Augen und blinzelt zögerlich...
Erst jetzt erkennt er; sein süßes Fräulein ist nicht mehr jung, sondern eine alte dürre Dame mit silbernen Haaren.
“Ei..Ehm... Guten Abend! Herr... Herr...” mit freundlichem Lächeln streckt ihm die Dame die zerbrechliche Hand entgegen.
“Robert Intimus. Guten Abend.” sagte er mit einer Verbeugung.
“Ja, Herr Intimus. Vor allem vielen Dank für die wunderschönen Blumen. Wie ich sehe bringen sie mir wieder welche?”
Mit nervösem Blick überreicht Robert ihr den Blumenstrauß.
“Ach wie lieb von Ihnen, Vielen Dank! Herr... Herr”
“Robert Intimus!”
“Ach, ja! Das Sie so einen schweren Namen gleich haben müssen, den ich mir nicht merken kann! Darf ich Sie Robert nennen?”
“Ja, selbstverständlich!” - O Gott! Bin ich schon blind geworden? Kann die Realität wirklich so gemein sein? Wie ziehe ich mich jetzt nur aus diesem Schlamassel heraus?! Ich bin hier doch vollstens verkehrt! - Geht Robert blitzartig durch den Kopf.
“Obwohl, aus der Nähe betrachtet, macht mir diese Lilien einen sonderbar sympathischen Eindruck. Sie scheint eine sehr liebe Frau zu sein, die trotz ihrer Jahre das Herz eines Mannes noch in Flammen setzen kann.” denkt sich Robert.
“Entschuldigung... Fräulein... Verzeihen Sie...” stottert er.
“Fräulein Lilien, bitte! Herr Robert, wollen wir ins Wohnzimmer gehen? Ist gemütlicher!” sagt die Dame mit harmonischer Stimme und geht in ein nebenan liegendes Zimmer. Robert folgt ihr zögernd. Auf den ersten Blick schaut er auf das luxuriöse Heiligtum einer edlen Dame. Ein Kandelaber gibt dem ganzen Raum ein rustikales Behagen. “Der Mann, der in einem solchen Paradies wohnt, der muß glücklich sein” Ist Robert gedanklich überzeugt. Mit einem einladenden “Bitte!” zeigt ihm die Frau ein Sitzmöbel, während sie sich gegenüber niederläßt.
Sie drückt auf einen Knopf. Die Hausdame erscheint. “Paula, bringen Sie eine Flasche Wein und eine Vase für die herrlichen Blumen! Beim Wein plaudert sich besser, nicht wahr, Herr Robert?”
Peinliche Stille. Lilien versucht die Stimmung zu lockern: “Na ja, lieber Robert, erzählen Sie mir bitte, was Sie für einen Grund haben, mir so schöne Blumen zu schicken? Ich bin überzeugt, das wir uns nicht kennen, und noch nie gesehen haben!”
“Zum Teufel mit dieser Annonce!” denkt Robert “ jetzt sitze ich schön in der Tinte! Soll ich so eine Frau heiraten? ... Ja, genauer gesagt, so schlimm könnte das nicht sein! ...”
“Fräulein Lilien, ein irrtümlicher Zufall hat mich zu Ihnen geführt.”
“Ein Irrtum also. Ein Zufall gleich... Wieso?”
Robert zieht die Anzeige und das beigelegte Bild aus der Tasche und überreicht es Lilien. “Diesen Brief und dieses Bild habe ich mit Ihrer Adresse bekommen.”
Lilien herrliches Lachen erfaßte ganze Zimmer
“Ja, das ist mein Bild, vor zwanzig Jahren habe ich so ausgeschaut.” Sagte die elegante Frau. “Aber wie kommen Sie zu diesem Bild? Und dieser Brief? Ach ha, warten Sie!” Lilien schaut sich den Brief genauer an. “Das ist doch die Handschrift meiner Nichte! Oh herrje! Das kann doch nicht wahr sein? Herr Robert! Der Schatz hat sich wieder einen tollen Spaß erlaubt. Verzeihen Sie mir vielmals, wenn Sie das Opfer einer übermütigen Mädchenlaune geworden sind!”
“Warum verzeihen? Fräulein Lilien!” Robert läßt sich auf das rechte Knie nieder und ergreift ihre Hand. “Ihre Nichte sollte mein Glückstern sein, der mich zu Ihnen führte!”
“Na aber, verlegen sind Sie gerade nicht! Sie wissen genau, wie man sich aus den Nisthöhlen befreien soll! Wie?”
“Nicht so, Fräulein Lilien. Die Blumen beziehen sich auf ein Herz voller Liebe.”
Ihre Zornesfalte beginnt zu wandern und entscheidet sich anscheinend nach wenigen Sekunden an ihrem alten Platz zu bleiben. “Sie entsprechen meinem Geschmack, Herr Robert. Bitte, stehen Sie auf und nehmen Sie Platz! Jedoch verdient meine Nichte eine Strafe für die tolle Glanznummer.”
“Es hätte nicht besser passieren können... ”
“... Was möchten Sie sagen, Herr Robert?”
“Lilien, ich möchte sie heiraten!”
Ein sanftes Rot huscht über das Gesicht der Dame. “Aber, ich bin viel älter als Sie, Herr Robert!”
“Wenn das Herz einmal gesprochen, hat das Alter nichts mehr zu sagen!”
“Wollen Sie mir sagen, das ich nicht so alt aussehe, wie Sie denken? Herr Robert, meinen Sie so?”
“O bitte, lassen wir das Thema Alt!”
“Nein, in diesem Punkt bin ich empfindlich, und Sie sollten das wissen, dass ich gut über fünfzig bin. Und ich habe nie geheiratet, weil ich meinen Verlobten nicht vergessen konnte. Er ist bei einem Flug gestorben.”
Robert räuspert sich und schaut bedrückt zu Boden.
“Mein herzlichtes Beileid!” kommt es aus ihm heraus.
“Aber eigentlich, ich hatte nie vor zu Heiraten. Darum versetzt mich Ihr Antrag in große Verlegenheit... da kommt Paula schon mit der Sektflasche...”

Eine Woche später. Die Zeitung “Letzte Meldung” bringt folgende Anzeige:
“Wir verloben uns: Lilien Genussreich Krösus und Robert Intimus Geschäftsmann.
Dank sei Liliens Nichte zugesprochen.
PS: Dein toller Streich hat dich um eine reiche Erbschaft gebracht.








__________________
CvHoltei

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Denschie
Guest
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hallo deltabravo,
deinen geschichte hat einen altertümlichen
charme, der mir recht gut gefällt.
ein paar anregungen:

“Unternehmungslustiger, intelligenter Geschäftsmann, 40 Jahre alt. Im Frühling des Lebens. Sucht auf diesem ungewöhnlichen Weg, passende Lebengefährtin, nicht über 40Jahre alt. Vermögend, jedoch nicht Bedingung. Bild erwünscht. Strengste Diskretion ist gesichert. Chiffre 333."

Schwarz auf Weiß (Allgemeinplatz. Eher "So steht die...") steht die Annonce in Münchens34 “Letzte Meldung”.
Auf diesem ungewöhnlichen (so ungewöhnlich ist es nun auch nicht) Weg suchte der Geschäftsmann Robert Intimus sein Lebensglück.
Selbst ist der Mann! Das war und ist seine Devise. Und jetzt sitzt er wie auf heißen Kohlen; er möchte so gerne wissen, bei wie vielen Herzen sein Sehnsuchtschrei Spuren hinterlassen hat?
Nach einer Woche drängte es ihn.
Hier wiederholst du dich in Phrasen. Ein Satz, der aussagt, dass Herr I. wartet, würde ausreichen. Er fragte in der Agentur nach. Und siehe da, ein ganzes Fach voll von liebesdurstigen Herzen wartet auf Entgegennahme. Dieses Wort eignet sich nicht recht für Substantivierungen. Eher: "wartete darauf, von ihm entgegen genommen zu werden"
“Ich gratuliere Ihnen zu diesem Erfolg!” Sagte die Agenturleiterin mit wohlwollender Stimme.
Roberts Gesicht verfärbt sich aus vor lauter Verlegenheit in ein pikantes Rot.
Am diesem Tag war er im Geschäft nicht mehr zu Sprechen.
Das Durchsehen der Angebote war eine umfangreiche Arbeit für sich. Immer wieder "war". Das liest sich nicht gut. Vielleicht den ersten Satz streichen.
“Ein Bild schöner als das andere... Herrschafts Zeiten! Welche soll ich denn jetzt wählen?”
Für einen Casanova wäre es ein Leichtes, aber für einen wohlgesitteten Bayern kann nur eine von vielen in Frage kommen.
“Auf alle Fälle werde ich mir die Schönste aussuchen. Die restlichen Bilder behalte ich als Reserve!”
Als die Uhr Mitternacht geschlagen hat, wurde von Robert eine Entscheidung getroffen... Unnötig umständlich. Eher: "Um Mitternacht traf Robert eine Entscheidung".
“Eine hübsche Blondine, 30 Jahre alt. Vermögend, katzenfreundlich und naturliebend. Die schöne Frau heißt Lilien Genußreich und sie weiß, wie sie einem lieben Mann ein gemütliches Heim herrichten kann. Sie wohnt in der Glücksstr.1, und der geehrte Herr möge sie ungeniert besuchen. Die Eltern sind (seien) gestorben. Sie bittet um nette Gesellschaft, die sie aus ihrer Hilflosigkeit befreie .”
Das war rührend und gefühlvoll geschrieben. Roberts Herz erwärmte sich, das jahrelang in Abstinenz vegetierte Herz fing wieder zu schlagen an... Doppelung von "Herz". Ließe sich in einem Satz zusammenfassen.

Frühmorgens setzt er sich an den Schreibtisch und greift zur Feder. Danach stürmt er zum Blumenladen, kauft einen großen Blumenkorb, legt einen Brief bei. Seine Gedanken kreisen nur um die Frau aus der Glücksstr. 1.
Robert kann sich nicht halten, er muss einfach noch diese umwerfend schönen Lilien kaufen. “Und dann war da doch noch diese Silberkette vom Juwelier um die Ecke...” Das ist übertrieben. Er kauft einen Blumenkorb, die Lilien und dann noch eine Kette? Unglaubwürdig.
Früher wie (als) sonst eilt Robert nach Hause , macht sorgfältig Toilette, stellt sich vor den Spiegel und überprüft gründlich sein Erscheinen (Erscheinungsbild). Alles sitzt tadellos, wie angegossen. Aber mit welchen Worten soll er sie begrüßen? “Der erste Satz muß packend und eindrucksvoll sein! O Engel! Ein Himmelreich für einen Dichter! Wie gerne hätte ich doch ein philosophisches Warum "philosophisch", wenn es um ein Gedicht geht? Talent...”
Schließlich macht sich Robert ohne Dichtertalent auf den Weg. Per Taxi Richtung Glücksstr.1. Während der Fahrt zieht er noch einmal das Bild seiner Kandidatin aus der Tasche. “Sie ist genauso schön wie eine Lilie. Diese verführerische Stellung! Was für eine süße Frau! Und katzenfreundlich! Hoffentlich hat sie keine scharfen Krallen! Wenn doch, werde ich damit umgehen können!” Zieht die Geschichte unnötig in die Länge. Es gibt keine neuen Informationen und so langsam erwartet man als Leserin etwas action...
Im diesem Moment kommt Robert ans Ziel, und steht vor einem gehobenen Haus. Überstürzt drückt er auf einen Knopf und die Pforte öffnet sich. Er zupft rasch seine Krawatte und die Weste zurecht. Anscheinend ist es das Hausmädchen, dass (das) die Türe aufmacht. “Sie wünschen, bitte?” fragt die Frau.
“Gestatten, mein Name ist Robert Intimus. Ist Frau Lilien Genussreich zu sprechen?”
“Ja, ein Moment bitte. Sie möchten bitte in unserem Salon warten?”
Robert machte Warum plötzlich wieder Vergangenheit? eine Verbeugung und folgt ihr.
Im barockstrukturierten Salon sinkt er nervös in einen Ledersessel, welcher ihn zu Verschlingen versucht. Unnötig. Wenn er sinkt, wird schon deutlich, dass der Sessel ihn verschlingt. Bloß ein Allgemeinplatz. “Die Frau Lilien lässt mich aber ziemlich lange warten.” Denkt er ein bißchen enttäuscht.
Nach zier (schier) unendlich langen fünf Minuten hört er ein leises Rauschen von Kleidern und die Tür geht auf. Robert springt auf und verbeugt sich tief. Freudestrahlend überreicht er die Blumen.
“Hochgeehrtes Fräulein! Es ist mir eine Ehre...” Auf einen Schlag stockte ihm der Atem. Der Schleier des Adrenalins verschwindet, er reibt sich seine Augen und blinzelt zögerlich...
Erst jetzt erkennt er; sein süßes Fräulein ist nicht mehr jung, sondern eine alte dürre Dame mit silbernen Haaren Später schreibst du, dass sie um die fünfzig ist. Hier passt die Beschreibung überhaupt nicht.
“Ei..Ehm... Guten Abend! Herr... Herr...” mit freundlichem Lächeln streckt ihm die Dame die zerbrechliche Hand entgegen. ebenfalls wie oben
“Robert Intimus. Guten Abend.” sagte er mit einer Verbeugung.
“Ja, Herr Intimus. Vor allem vielen Dank für die wunderschönen Blumen. Wie ich sehe bringen sie mir wieder welche?” Warum wieder?
Mit nervösem Blick überreicht Robert ihr den Blumenstrauß.
“Ach wie lieb von Ihnen, Vielen Dank! Herr... Herr”
“Robert Intimus!”
“Ach, ja! Das Sie so einen schweren Namen gleich haben müssen, den ich mir nicht merken kann! Darf ich Sie Robert nennen?”
“Ja, selbstverständlich!” - O Gott! Bin ich schon blind geworden? Kann die Realität wirklich so gemein sein? Wie ziehe ich mich jetzt nur aus diesem Schlamassel heraus?! Ich bin hier doch vollstens verkehrt! - Geht Robert blitzartig durch den Kopf.
“Obwohl, aus der Nähe betrachtet, macht mir diese Lilien einen sonderbar sympathischen Eindruck. Sie scheint eine sehr liebe Frau zu sein, die trotz ihrer Jahre das Herz eines Mannes noch in Flammen setzen kann.” denkt sich Robert.
“Entschuldigung... Fräulein... Verzeihen Sie...” stottert er.
“Fräulein Lilien, bitte! Herr Robert, wollen wir ins Wohnzimmer gehen? Ist gemütlicher!” sagt die Dame mit harmonischer Stimme und geht in ein nebenan liegendes Zimmer. Robert folgt ihr zögernd. Auf den ersten Blick schaut er auf das luxuriöse Heiligtum einer edlen Dame. Ein Kandelaber gibt dem ganzen Raum ein rustikales Behagen. “Der Mann, der in einem solchen Paradies wohnt, der muß glücklich sein” Ist Robert gedanklich überzeugt. Mit einem einladenden “Bitte!” zeigt ihm die Frau ein Sitzmöbel, während sie sich gegenüber niederläßt.
Sie drückt auf einen Knopf. Die Hausdame erscheint. “Paula, bringen Sie eine Flasche Wein und eine Vase für die herrlichen Blumen! Beim Wein plaudert sich besser, nicht wahr, Herr Robert?”
Peinliche Stille. Lilien versucht die Stimmung zu lockern: “Na ja, lieber Robert, erzählen Sie mir bitte, was Sie für einen Grund haben, mir so schöne Blumen zu schicken? Ich bin überzeugt, das (dass) wir uns nicht kennen, und noch nie gesehen haben!”
“Zum Teufel mit dieser Annonce!” denkt Robert “ jetzt sitze ich schön in der Tinte! Soll ich so eine Frau heiraten? ... Ja, genauer gesagt, so schlimm könnte das nicht sein! ...”
“Fräulein Lilien, ein irrtümlicher Zufall hat mich zu Ihnen geführt.”
“Ein Irrtum also. Ein Zufall gleich... Wieso?”
Robert zieht die Anzeige und das beigelegte Bild aus der Tasche und überreicht es Lilien. “Diesen Brief und dieses Bild habe ich mit Ihrer Adresse bekommen.”
Lilien herrliches Lachen erfaßte ganze Zimmer
“Ja, das ist mein Bild, vor zwanzig Jahren habe ich so ausgeschaut.” Sagte die elegante Frau. “Aber wie kommen Sie zu diesem Bild? Und dieser Brief? Ach ha, warten Sie!” Lilien schaut sich den Brief genauer an. “Das ist doch die Handschrift meiner Nichte! Oh herrje! Das kann doch nicht wahr sein? Herr Robert! Der Schatz hat sich wieder einen tollen Spaß erlaubt. Verzeihen Sie mir vielmals, wenn Sie das Opfer einer übermütigen Mädchenlaune geworden sind!”
“Warum verzeihen? Fräulein Lilien!” Robert läßt sich auf das rechte Knie nieder und ergreift ihre Hand. “Ihre Nichte sollte mein Glückstern sein, der mich zu Ihnen führte!”
“Na aber, verlegen sind Sie gerade nicht! Sie wissen genau, wie man sich aus den Nisthöhlen befreien soll! Wie?”
“Nicht so, Fräulein Lilien. Die Blumen beziehen sich auf ein Herz voller Liebe.”
Ihre Zornesfalte beginnt zu wandern und entscheidet sich anscheinend nach wenigen Sekunden an ihrem alten Platz zu bleiben. “Sie entsprechen meinem Geschmack, Herr Robert. Bitte, stehen Sie auf und nehmen Sie Platz! Jedoch verdient meine Nichte eine Strafe für die tolle Glanznummer.”
“Es hätte nicht besser passieren können... ”
“... Was möchten Sie sagen, Herr Robert?”
“Lilien, ich möchte sie heiraten!”
Ein sanftes Rot huscht über das Gesicht der Dame. “Aber, ich bin viel älter als Sie, Herr Robert!”
“Wenn das Herz einmal gesprochen, hat das Alter nichts mehr zu sagen!”
“Wollen Sie mir sagen, das ich nicht so alt aussehe, wie Sie denken? Herr Robert, meinen Sie so?”
“O bitte, lassen wir das Thema Alt!”
“Nein, in diesem Punkt bin ich empfindlich, und Sie sollten das wissen, dass ich gut über fünfzig bin. Und ich habe nie geheiratet, weil ich meinen Verlobten nicht vergessen konnte. Er ist bei einem Flug gestorben.”
Robert räuspert sich und schaut bedrückt zu Boden.
“Mein herzlichtes Beileid!” kommt es aus ihm heraus.
“Aber eigentlich, ich hatte nie vor zu Heiraten. Darum versetzt mich Ihr Antrag in große Verlegenheit... da kommt Paula schon mit der Sektflasche...” Vorher war es Wein.

Eine Woche später. Die Zeitung “Letzte Meldung” bringt folgende Anzeige:
“Wir verloben uns: Lilien Genussreich Krösus und Robert Intimus Geschäftsmann.
Dank sei Liliens Nichte zugesprochen.
PS: Dein toller Streich hat dich um eine reiche Erbschaft gebracht.

wie gesagt, die geschichte hat charme.
natürlich ist sie gleichzeitig total unrealistisch und
übertrieben. man muss so etwas mögen.
besonders bei der verwendung von adjektiven solltest
du etwas sparsamer sein. auch der eine oder andere
satz ist gänzlich überflüssig.
die beschreibung des fräuleins passt nicht auf eine
fünfzigjährige frau. vielleicht hattest du erst ein
anderes alter im kopf.
die "ältere" sprache
mag sich auf den erste blick einfach nur überladener
als unsere anhören, aber so schlicht ist sie auch
nicht. leise ironie und feine spitzen finden sich
häufig in solchen romantischen stories. daran fehlt
es mir bei deiner geschichte noch ein wenig.

viele grüße,
denschie

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