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Leselupe.de > Humor und Satire
Üppiges Verkaufsgespräch
Eingestellt am 21. 03. 2011 20:18


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hans beislschmidt
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Üppiges Verkaufsgespräch


Heinz schaute auf die Uhr. Ein halbes Stündchen blieb noch. Genug Zeit, um noch einen Messe-Rundgang zu machen. Heinz bog in einen schmalen Gang mit vielen Ständen ein und hätte fast einen Verkaufstisch umgeworfen, wenn er nicht im letzten Moment die ins Rutschen gekommene Sammlung mit beiden Armen festgehalten hätte. Umständlich versuchte Heinz, die bunte Sammlung wieder aufzustellen.

„Gut hast du das gemacht“, hörte Heinz eine Stimme hinter sich.
Heinz drehte sich um und blickte in zwei blaugrüne Augen. Da stand sie, mit einer langen roten Mähne und einer Oberweite, die alles übertraf, was Heinz jemals gesehen hatte. Wie aus einem Comic-Heft entsprungen, öffnete sie die aufgespritzten Lippen, zeigte ihre weißen Zahnimplantate und sagte nachsichtig: „Nur richtig hinstellen musst du sie noch. Die Kleinen nach vorne, die Großen nach hinten und Kong ganz zum Schluss.“
„Wer ist Kong?“ fragte Heinz.
„Na, der hier“, erwiderte sie, ging um den Tisch herum, griff sich ein schwarzes, armdickes Monstrum und stellte es mit der Spitze nach oben auf die Tischplatte.
„Der ist wohl der Chef von allen, wie?“ fragte Heinz und deutete auf die zahlreichen Untertanen vor Kong.
„Wie mans nimmt“, sagte sie bedeutungsvoll. „Da vorne, der kleine Grüne da, ist zwar nicht so groß, kann dafür aber noch andere Dinge.“
„Wirklich?“ staunte Heinz. „Was kann denn der Grüne, was Kong nicht kann?“
„Der kann sich bewegen“, raunte sie und beugte sich nach vorne.
Heinz konnte gar nicht anders, als in ihren gewaltigen Ausschnitt zu schauen. „Das ist ja ... hm, wirklich riesig. Ähm ... entschuldigen Sie, dass ich Sie so direkt frage, aber Sie wissen wahrscheinlich gar nicht, dass man mit Silikon auch noch Fenster abdichten kann.“
„Ich weiß ne ganze Menge, und ich weiß, das ist keine Heimwerkermesse“, sagte sie und klapperte mit ihren langen, aufgeklebten Wimpern.
„Hier – kannst ihn mal in die Hand nehmen.“
Heinz packte den kleinen grünen Wicht und drehte ihn hin und her. „Hat der auch einen Namen?“
„Klar, das ist Bobo“, sagte sie etwas gedehnt.
„Hm, kommt bestimmt auch aus der Schweiz“, sagte Heinz und drehte an Bobos Knopf.
Tatsächlich begann Bobo sofort zu vibrieren. Heinz schaute besorgt nach links und rechts, während er versuchte, Bobo wieder ruhig zu stellen. Aber egal, in welche Richtung Heinz den Knopf drehte – Bobo vibrierte ungeniert weiter und summte noch kräftig dabei.

Heinz reichte Bobo wieder zu der üppigen Roten rüber und meinte: „Das ist ja alles schön und gut, aber an meinen Schwingschleifer von Black & Decker kommt der da nicht ran. OK – meiner hat ja auch den 220 Volt- Anschluss und Bobo nur zwei Batterien. Aber trotzdem – es fehlt ihm auch die Zusatzausstattung! Schauen Sie – mein Black & Decker hat zum Beispiel noch die zwei Arretierungs-Klemmbügel für das Nass-Schleifpapier. Das fehlt bei Bobo komplett. Also, wenn Sie da mal samstags am Auto arbeiten müssen, können sie Bobo doch vergessen!“
Das rothaarige Oberweitenwunder machte ein interessiertes Gesicht und senkte die Stimme: „Aber das Design! Schau dir mal das Design von Bobo an und denk nur an die Glückshormone“.
Heinz schüttelte den Kopf. „Glückliche Momente hab ich mit meinem Black & Decker schon genug gehabt. Design hin, Design her – ein klein bisschen praktischen Nutzen sollte es schon haben, nicht wahr?“

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Kunst braucht Freiheit

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