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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Uhren bleiben stehen..
Eingestellt am 20. 09. 2003 14:03


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None Back
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2003

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For My Fallen Angel Cry - Versprochen ist versprochen.

Das Ticken der Wanduhr hallte in meinen Ohren wider, fraß sich, sich stetig wiederholend in meine Gedanken, wĂ€hrend ich mich zurĂŒcklehnte und das Holz des alten Stuhles knarren ließ.
Meine Spiegel der Seele, die Augen waren trĂŒbe geworden, verschleiert, so dass das blanke Metall, das auf der Tischplatte lag nur mĂ€ĂŸig meine Aufmerksamkeit erregte.
Die knorrige Hand, die alt geworden war wandte sich wie eine Schlange auf die Tischplatte hinauf und legte den Weg zu der Waffe zurĂŒck, die nicht weit entfernt lag.
Ich spĂŒrte die KĂ€lte, als ich das Metall berĂŒhrte. KĂ€lte in Form einer GĂ€nsehaut, die sich ĂŒber meine Arme hinweg ĂŒber den ganzen Körper ergoß und mir einen Schauer den RĂŒcken hinunter jagte.
SchwÀchelnd erhob ich die Waffe, als wÀre ich ausgelaugt, verzerrt.
Meine Hand hing ein wenig schlaff herunter, doch trotzdem bogen sich meine schlacksigen Finger um den Gegenstand; den Gegenstand der Angst einjagte, wenn man nur den Blick darauf richtete.
Ein Gegenstand der Respekt einflĂ¶ĂŸte.
Wieder stieg mir das Ticken in den Kopf - es war wie ein Strom, unaufhaltsam wie ein Fluß.
Und dann spĂŒrte ich das kalte Metall an meiner SchlĂ€fe, spĂŒrte, wie sich meine Augenlider ĂŒber die trĂŒbe Iris senkten, spĂŒrte, wie sich mein Finger auf den Abzug legte - und dann hörte ich das Klicken, den kurzen Leerlauf.
Das Ticken wĂŒrde immer noch nicht aufhören, meine Uhr war noch nicht stehen geblieben. Noch nicht.

Und dann hörte ich es - ein Krachen, ein glockenhelles Lachen. Ich hörte die federnden Schritte, die sich dem Wohnzimmer nÀherten, hörte, wie etwas schweres zu Boden gelassen wurde.
Dann erst wagte ich meine Augen zu öffnen und sah sie; sie, die mitten im TĂŒrrahmen stand, mit einem unschuldig - lasziven LĂ€cheln auf den Lippen.
Einem LÀcheln, das verstummte, verschwand und sich dann in einem erschrockenen Schrei wiederfand, der durch die GemÀuer des Hauses hallte.
Reines Entsetzen fĂŒllte die WĂ€nde; doch sie wussten es zu verbergen.

Mein Schatz, meine Welt, mein Verderben.
Ich ließ die Waffe sinken, von meiner SchlĂ€fe fort, wĂ€hrend ich lĂ€chelte.
Nicht lasziv, nicht unschuldig. EnttÀuscht.
Und dann wandte ich ihr den Lauf zu, richtete ihn auf ihren schönen Körper.
Und abermals drĂŒckte ich den Abzug - das Ticken verstummte fĂŒr die Zeit, in der die Kugel ihren Leib durchbohrte, ein Loch in ihre anmutige Schönheit riss und ihr den Atem nahm.
Sie hob die HÀnde in einer Geste der Hilflosigkeit, suchte sich zu halten, wÀhrend ihre HÀnde sich verkrampften; ihre Knie gaben einen Augenblick spÀter nach; sie sank zu Boden.
Ich sah ihre blauen Augen das letzte Mal glitzern, sah zum letzten Mal die Schönheit, sah zum letzten Mal das, was ich liebte.
Ich sah Schönheit sterben.
Und dann wurden ihre Augen glasig, bis das sie völlig erschlaffte und in Ruhe dalag.
Ein Engel.
Engel fallen tiefer, denn sie fliegen höher.

Ich liebte das Spiel.
Russisches Roulette.
Ich hob die Waffe abermals, spĂŒrte wieder das kalte Metall an meiner SchlĂ€fe.
Mein Finger tastete sich langsam voran, zum Abzug.
Und dann verschwand die trĂŒbe FlĂ€che vor meiner Iris und die TrĂ€ne löste sich in meinem Augenwinkel, fand den Weg zu meiner Wange hinunter, leichte NĂ€sse hinterlassend.

Damals fiel die TrÀne von meiner Wange, prallte auf dem Boden auf, um in tausend Einzelteile zu zerbrechen -
und damals blieb meine Uhr stehen.

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Lemberger
Festzeitungsschreiber
Registriert: Oct 2003

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hey du,

ein schönes ende, wie ich finde, und eine – fĂŒr dein alter – gut erzĂ€hlte story.

aber du bringst manchmal zu viel solcher dopplungen dran „...Ich hörte die federnden Schritte, die sich dem Wohnzimmer nĂ€herten, hörte, wie etwas schweres zu Boden gelassen wurde.
Dann erst wagte ich meine Augen zu öffnen und sah sie; sie, die mitten“

zweimal hörte (das geht in ordnung), zweimal „sie“. Das wĂŒrde evtl. ja auch noch gehen, aber du hast zu viele solcher stellen

ich hab ein bisschen was in deinen text geschmiert, hoffe, es macht dir nichts aus. vielleicht hilfts dir ja

lg
cora


For My Fallen Angel Cry - Versprochen ist versprochen.

Das Ticken der Wanduhr hallte in meinen Ohren wider, fraß sich, sich stetig wiederholend komma in meine Gedanken, wĂ€hrend ich mich zurĂŒcklehnte und das Holz des alten Stuhles knarren ließ. klingt etwas umstĂ€ndlich, ein kleiner schachtelsatz gleich am anfang – ansonsten okay
Meine Spiegel der Seele, die Augen waren trĂŒbe geworden, verschleiert, so dass das blanke Metall, das auf der Tischplatte lag komma nur mĂ€ĂŸig meine Aufmerksamkeit erregte.
Die knorrige Hand, die alt geworden war das finde ich unnötig, die knorrige hand assoziiert eigentlich schon, dass sie alt geworden ist wandte wand sich wie eine Schlange auf zur die Tischplatte hinauf und legte den Weg zu der Waffe zurĂŒck, die nicht weit entfernt lag. erzeugt irgendwie ein merkwĂŒrdiges bild in meinem kopf. kann sich eine knorrige hand wie eine schlange winden?
Ich spĂŒrte die KĂ€lte, als ich das Metall berĂŒhrte. KĂ€lte in Form einer GĂ€nsehaut, die sich ĂŒber meine Arme hinweg ĂŒber den ganzen Körper ergoß und mir einen Schauer ĂŒber den RĂŒcken hinunter jagte.
SchwĂ€chelnd „SchwĂ€chlich“. Notfalls vielleicht auch „geschwĂ€cht“ erhob ich die Waffe, als wĂ€re ich ausgelaugt, verzerrt. wenn du schwĂ€chlich bist, ist der vergleich, „als wĂ€re ich ausgelaugt“ ĂŒberflĂŒssig, wĂŒrde ich einen besseren, treffenderen vergleich suchen
Meine Hand hing ein wenig schlaff herunter, doch trotzdem bogen sich meine schla cksigen Finger um den Gegenstand; den Gegenstand der Angst einjagte, wenn man nur den Blick darauf richtete.
Ein Gegenstand der Respekt einflĂ¶ĂŸte.
Wieder stieg mir das Ticken in den Kopf - es war wie ein Strom, unaufhaltsam wie ein Fluß. strom, fluss – irgendwie dasselbe. fĂŒr eins wĂŒrde ich mich entscheiden
Und dann spĂŒrte ich das kalte Metall an meiner SchlĂ€fe, spĂŒrte, wie sich meine Augenlider ĂŒber die trĂŒbe Iris senkten, spĂŒrte, wie sich mein Finger auf den Abzug legte - und dann hörte ich das Klicken, den kurzen Leerlauf. sagt man so dazu? leerlauf? pass auf deine dopplungen auf
Das Ticken wĂŒrde immer noch nicht aufhören, meine Uhr war noch nicht stehen geblieben. Noch nicht.

Und dann hörte ich es - ein Krachen, ein glockenhelles Lachen. Ich hörte die federnden Schritte, die sich dem Wohnzimmer nÀherten, hörte, wie etwas schweres zu Boden gelassen wurde.
Dann erst wagte ich meine Augen zu öffnen und sah sie; sie, die mitten im TĂŒrrahmen stand, mit einem unschuldig – lasziven keine freien stellen dazwischen LĂ€cheln auf den Lippen.
Einem LÀcheln, das verstummte, verschwand und sich dann in einem erschrockenen Schrei wiederfand, der durch die GemÀuer des Hauses hallte.
Reines Entsetzen fĂŒllte die WĂ€nde; doch sie wussten es zu verbergen.

Mein Schatz, meine Welt, mein Verderben.
Ich ließ die Waffe sinken, von meiner SchlĂ€fe fort, wĂ€hrend ich lĂ€chelte.
Nicht lasziv, nicht unschuldig. EnttÀuscht.
Und dann wandte ich ihr den Lauf zu, richtete ihn auf ihren schönen Körper.
Und abermals drĂŒckte ich den Abzug - das Ticken verstummte fĂŒr die Zeit, in der die Kugel ihren Leib durchbohrte, ein Loch in ihre anmutige Schönheit riss und ihr den Atem nahm. gut
Sie hob die HÀnde in einer Geste der Hilflosigkeit, suchte sich zu halten, wÀhrend ihre HÀnde sich verkrampften; ihre Knie gaben einen Augenblick spÀter nach; sie sank zu Boden. zu viele semikolons (auch wenn sie richtig gesetzt sind)
Ich sah ihre blauen Augen das letzte Mal glitzern, sah zum letzten Mal die Schönheit, sah zum letzten Mal das, was ich liebte.
Ich sah Schönheit sterben.
Und dann wurden ihre Augen glasig, bis das sie völlig erschlaffte und in Ruhe dalag.
Ein Engel.
Engel fallen tiefer, denn sie fliegen höher.

Ich liebte das Spiel.
Russisches Roulette.
Ich hob die Waffe abermals, spĂŒrte wieder das kalte Metall an meiner SchlĂ€fe.
Mein Finger tastete sich langsam voran, zum Abzug.
Und dann verschwand die trĂŒbe FlĂ€che vor meiner Iris und die TrĂ€ne löste sich in meinem Augenwinkel, fand den Weg zu meiner Wange hinunter, leichte NĂ€sse hinterlassend.

Damals fiel die TrÀne von meiner Wange, prallte auf dem Boden auf, um in tausend Einzelteile zu zerbrechen -
und damals blieb meine Uhr stehen.
sehr, sehr gut

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