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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Umweltschutz ist doof---oder doch nicht?
Eingestellt am 05. 12. 2010 12:09


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Ruedipferd
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Umweltschutz ist doof!

Oder doch nicht?

Gedanken eines dreizehnjĂ€hrigen SchĂŒlers


Hi, ich bin Flemming.
Mein Alter: 13
Meine Hobbys: Fußball, Skateboardfahren und MĂ€dchen

Ich spiele in der C-Jugend unseres Dorfvereins. Die meisten Jungs in unserem Dorf sind in der Fußballsparte. Wenn ich mal nicht auf dem Sportplatz bin, fahre ich auf meinem Skateboard oder trĂ€ume von Angelina. Angelina ist eine heiße Braut. Sie ist schon fĂŒnfzehn und geht in die achte Klasse. Alle Jungs in meiner Schule sind verrĂŒckt nach ihr. Gestern hat sie mich auf dem Schulhof angelĂ€chelt. Leute, mir wurde heiß und kalt zur selben Zeit!

Apropos Schule. Im Augenblick sitze in der selbigen auf meinem Platz und warte darauf, dass unser Direx endlich das Thema fĂŒr die Deutscharbeit an die Tafel schreibt.
Er rödelt in seiner Tasche herum und kommt nicht zu Potte.
Nicht, dass ich mich darĂŒber freue, jetzt zwei Stunden Deutsch schreiben zu dĂŒrfen. Auf keinen Fall!
Es gibt wirklich Besseres: mit Angelina durch den Wald spazieren, vielleicht. Ihr duftendes blondes Haar riechen, ihre Hand streicheln und dann

Lena schaut gerade zu mir hinĂŒber. Ich glaube, ich lĂ€chle mal zurĂŒck. Sie sieht sĂŒĂŸ aus, aber sie ist etwas zu jung fĂŒr mich. Wir kennen uns schon aus dem Kindergarten.
Vielleicht sollte ich trotzdem mal mit ihr durch den Wald


Da, na endlich! Konnte auch Zeit werden. Und wir haben doch nur zwei Stunden fĂŒr den Aufsatz!
Äh? HĂ€h? Was schreibt der denn da?
„Meine Gedanken zum Umweltschutz“

Hat der sie vielleicht noch alle? Unser Direx scheint plötzlich völlig verrĂŒckt geworden zu sein. Die anderen blicken auch schon ganz hilflos. Tim zuckt entnervt mit den Achseln.
Was ist das denn fĂŒr ein blödes Thema! Was soll ich dazu bloß schreiben? Och, Leute! Ne FĂŒnf in Deutsch hĂ€tte mir gerade noch gefehlt. Die wĂŒrde sich neben der FĂŒnf in Mathe sicher gut machen. Ob Mum und Dad das auch lustig finden werden?

Umweltschutz! Gestern machte Mum einen fĂŒrchterlichen Aufstand, weil ich die beiden Batterien aus meinem MP3-Player im MĂŒlleimer entsorgt hatte. „Die gehören in den SondermĂŒll! Hast du noch nie etwas von Umweltschutz gehört? Was lernt ihr denn heute eigentlich in der Schule?“

Hey, Mum, reg dich ab. Wir schreiben gerade ‘ne Deutscharbeit darĂŒber und dein liebster und einziger Sohn ist auf dem besten Wege, sich wieder eine FĂŒnf einzuhandeln!

Ja, Lena, SĂŒĂŸe, ich weiß auch nicht mehr als du! Dieses LĂ€cheln. Ich sollte sie wirklich mal zum Eis essen einladen. Aber wenn ich wieder eine Arbeit verhaue, kĂŒrzt mir Mum sicher das Taschengeld!

Gestern?
Einen Augenblick spĂ€ter fuhren wir dann zusammen mit Dad in die Stadt zum Baumarkt. Der Zaun muss gestrichen werden und unsere Garage soll auch wieder etwas Farbe sehen. Meine kleine Schwester hat sich als Malerin betĂ€tigt und ihre gesammelten Werke aus Filzstift zieren jetzt die rechte Garagenwand. Ich find’s gar nicht so schlecht fĂŒr eine VierjĂ€hrige, beim nĂ€chsten Mal schenke ich ihr eine Spraydose. Dann kann sie schon mal mit echten Graffitis anfangen!
Als Dad die Farb- und Lackeimer in den Einkaufswagen stellte, ging Mums Keiferei gleich wieder von vorne los. „Die tragen doch nicht das Umweltsiegel, so ein MĂŒll kommt mir nicht ins Haus!“
Mein alter Herr hatte es gut gemeint, schließlich waren die Farben im Angebot und meine Mutter jammert stĂ€ndig herum, dass wir Kinder zu viel Geld kosten und alle sparen mĂŒssen. Wie dem auch sei, gegen Mama ist kein Kraut gewachsen. Er musste alles wieder zurĂŒckbringen und das ‚Richtige‘ kaufen. Aber Dad blieb trotzdem ganz cool. Als alles eingekauft war, fuhren wir noch zum AutohĂ€ndler.
Und da konnte er gleich bei Mum punkten. Katalysator, wenig CO2- Ausstoß, beste Euro-Norm, eben ein besonders umweltfreundliches Auto! ZĂ€hneknirschend musste sie ihm recht geben. Ja, das ist mein Vater! Er hatte sie mit ihren eigenen Waffen geschlagen!

Was gibt’s denn noch außerhalb der Familie zum Umweltschutz?
Na, der Regenwald in Brasilien muss geschĂŒtzt werden, damit wir auf der Erde genug frische Luft zum Atmen behalten. Pflanzen assimilieren! Hatten wir gerade in Bio.
Aus Licht, Kohlenstoffdioxid und Wasser produziert die Pflanze mittels eines grĂŒnen Farbstoffs, den man Chlorophyll nennt, Zucker und StĂ€rke. Dabei wird Sauerstoff frei und den brauchen wir zum Atmen. Man nennt das auch Photosynthese. Also in Bio habe ich eine Zwei, da macht mir so leicht keiner etwas vor.

Die Industriebetriebe mĂŒssen ihren CO2-Ausstoß verringern. Kohlenstoffdioxid ist ein farbloses und geruchloses Gas, das sich am Boden sammelt, weil es schwerer als Luft ist. Solange es in verdĂŒnnter Form vorkommt, ist es fĂŒr den Menschen nicht gefĂ€hrlich. Aber es wird zu viel Öl und Kohle verbrannt und auch beim Autofahren entsteht Kohlenstoffdioxid. So steigt sein Anteil in der Luft stetig an. Es absorbiert, also saugt, viel WĂ€rme auf und trĂ€gt dazu bei, dass es in unserer AtmosphĂ€re immer wĂ€rmer wird. Deshalb wird es auch Treibhausgas genannt. Selbst in der Limo ist es drin. Dadurch sprudeln Cola und Brause so lustig. Und sogar in Omas AbfĂŒhrzĂ€pfchen ist CO2. Wenn es sich im Hintern auflöst, wird der Darm gedehnt und sie kann wieder aufs Klo gehen. Als ich das zu Hause erzĂ€hlte, wurde Oma erst böse. Sie dachte nĂ€mlich, ich will sie nur verĂ€ppeln! Aber Dad war wie immer auf meiner Seite und hat es ihr noch einmal ausfĂŒhrlich erklĂ€rt. Wir MĂ€nner halten in unserer Familie eben gut zusammen.

Hey, da hab ich ja schon eine ganze Menge fĂŒr die Deutscharbeit. Den Regenwald und die Luft kann ich nur schwer selbst schĂŒtzen. Das mĂŒssen die Politiker mit ihren Gesetzen machen. Unsere Bundeskanzlerin fĂ€hrt ja auch immer zur Klimakonferenz. Und ich muss nachher die Partei wĂ€hlen, die sich dafĂŒr einsetzt. Aber das dauert noch fĂŒnf Jahre.
Bis ich wĂ€hlen darf, meine ich. Kann ich denn vorher noch selbst etwas fĂŒr den Umweltschutz tun?

Na klar, auf Mum hören und die gebrauchten Batterien ins Kaufhaus zurĂŒckbringen und in eine extra dafĂŒr vorgesehene Pappschachtel werfen. Papier und Cola-Dosen gehören in den MĂŒlleimer und nicht auf die Erde oder ins GebĂŒsch.
Nur ApfelgehÀuse verrotten. Die sind biologisch abbaubar.
Und im Wald nimmt man seinen MĂŒll wieder mit nach Hause und entsorgt ihn dort, wie es sich fĂŒr einen guten UmweltschĂŒtzer gehört. Vielleicht kann ich so auch bei Angelina punkten? Oder soll ich es doch mal mit Lena versuchen?

Auf jeden Fall sollte ich jetzt langsam anfangen, meine Gedanken aufzuschreiben, bevor die zwei Stunden herum sind. Lena lĂ€chelt schon wieder. Hab jetzt keine Zeit, SĂŒĂŸe!
Wenn ich eine Eins schreibe, bekomme ich zehn Euro extra Taschengeld und dann gehen wir beide in die Eisdiele. Umweltschutz ist doch gar nicht so doof, wie ich erst dachte!


Version vom 05. 12. 2010 12:09
Version vom 06. 12. 2010 17:34

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Ruedipferd
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Sprache eines DreizehnjÀhrigen?

ZunĂ€chst euch allen vielen Dank fĂŒr die netten Kommentare. Ich bin natĂŒrlich ĂŒberglĂŒcklich, es einmal auf das "beste Prosatreppchen" geschafft zu haben.
Erlaubt mir bitte eine kurze ErlĂ€uterung zur Entstehung der Geschichte. Der Text wurde von mir fĂŒr einen Wettbewerb zum Thema "Umweltschutz" geschrieben.
Es gab zwar keine Preise, ich hatte ihn dennoch hinsichtlich der Schreib-und Zeichensetzungsfehler, die sich gottlob in wirklich kleinen Grenzen hielten, lektorieren lassen. Mein Lektor, der auch den neuen Band von "Kai und das Reitabzeichen" durchgesehen hat, ist Deutschlehrer und ehemaliger Rektor eines hiesigen Gymnasiums. Er war nicht nur Ă€ußerst amĂŒsiert, sondern fand die Geschichte auf Anhieb fĂŒr die Gedankenwelt eines DreizehnjĂ€hrigen sogar völlig passend und richtig beschrieben. Von daher bin ich natĂŒrlich ĂŒber Donkys Einwand etwas erstaunt.
Andererseits kenne ich deine berufliche Qualifikation nicht und wenn du auch im Lehramt bist, könnte es natĂŒrlich sein, dass sich die Denkweisen bei SchĂŒlern der verschiedenen Schularten, obwohl gleichaltrig, doch trotzdem erheblich voneinander unterscheiden. Es wĂ€re deshalb sicher fĂŒr alle interessant zu hören, was ein dreizehn-oder vierzehnjĂ€hriger Quartaner oder Untertertianer dazu meint. Der wahre Flemming fand die Geschichte super, geht aber mit siebzehn Jahren bereits in die Oberstufe und ist natĂŒrlich als Namenspatron etwas befangen.

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Donkys Freund
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Na gut, noch mal kurz in ein paar Details (als Laie, mein Sohn ist erst 11!), damit meine EinschĂ€tzung nicht falsch rĂŒber kommt.

Ich denke nĂ€mlich schon wie du, dass die Gedanken des Jungen eigentlich an alles andere als um Umwelt kreisen, sondern stattdessen -wie du ja auch andeutest- die Hormone anfangen, Amok zu laufen, falls der Knabe nicht gerade Fußball spielt. Also die Gedankenwelt an sich ist schon stimmig.

Dass er sich innerhalb ein paar Erinnerungsfetzen doch fĂŒr die Umweltarbeit "begeistert", na ja, nennen wir es mal idealtypisch.(Und ob er die Girls spĂ€ter wirklich mit MĂŒllentsorgung ĂŒberzeugen kann. Hmmm, eher Wunschdenken, aber wer weiß...)

Ansonsten stoße ich mich zunĂ€chst an erwachsenen Formulierungen wie:

quote:
Meine kleine Schwester hat sich als Malerin betÀtigt und ihre gesammelten Werke aus Filzstift zieren jetzt die rechte Garagenwand.

oder

quote:
Wir schreiben gerade ‘ne Deutscharbeit darĂŒber und dein liebster und einziger Sohn ist auf dem besten Wege, sich wieder eine FĂŒnf einzuhandeln!

oder auch (OK, ein Überflieger...)

quote:
Katalysator, wenig CO2- Ausstoß, beste Euro-Norm


Ansonsten entdecke ich neben BemĂŒhungen wie "...zu Potte", "verĂ€ppeln", "punkten" oder "cool" kein einziges echtes Jugendslangwort.

NatĂŒrlich soll der Text noch lesetauglich bleiben und nicht vor lauter "phat", "krass", "voll", "total" und "check" ungenießbar ĂŒberquillen, aber ich lese einfach den Vater und nicht den 13-jĂ€hrigen (auch gymnasial!). Ich wohlgemerkt. Und das lĂ€sst mich dann einfach kalt, weil es auf mich nicht authentisch wirkt.

Ich weiß ĂŒbrigens auch nicht, ob ein 13-jĂ€hriger an duftendes, blondes Haar denkt oder -wenn er mit 13 schon so weit ist- einfach an Knutschen. Charakterfrage wahrscheinlich.

Die Abhandlung ĂŒber CO2 ist, wie ich finde, lehrerhaft und ich weiß nicht recht, an wen sich dieser Textabschnitt wirklich wendet. Zum VerstĂ€ndnis des Jungen trĂ€gt es aus meiner Sicht nicht bei. Das könnte aus meiner Warte gekĂŒrzt werden, oder soll eher der Leser hier gebildet werden?

(Wirklich nur nebensÀchlich, aber weil es die Umwelt-Botschaft zum Ende prÀgt: Inzwischen hat so gut wie kein MP3 Player mehr Batterien, nur Netz- oder USB-Kabel.)

Nun sind wir aber tatsĂ€chlich an dem Punkt, wo ein 13-jĂ€hriger den Text mal bewerten mĂŒsste, da ja meine Sicht noch viel weiter entfernt ist als deine, bzw. deines Lektors (und die der anderen Bewerter vielleicht auch).
Andererseits: Er steht ja unter Kurzgeschichten und nicht als Kindergeschichte. Wenn er also die Erwachsenenlandkarte der Jugend abbilden kann, dann hat er ja auf jeden Fall funktioniert.

Und nochmal liebe GrĂŒĂŸe
Donkys Freund




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suzah
Guest
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hallo donkeys freund,

was du schreibst, ist meines erachtens absolut zutreffend!!!

ich hatte in meinem kommentar nur wenig angemerkt, u.a. "klingt als ob es fĂŒr ein jugendbuch gedacht ist". ich bin nur nicht so ins detail gegangen wie du, denn ich habe in den letzten Jahren nicht tĂ€glichen kontakt mit meinen inzwischen 14 und 15jĂ€hrigen großneffen haben können und bin bezĂŒglich der umgangssprache der jugendlichen untereinander nicht mehr up-to-date.
die von dir zitierten sĂ€tze stammen auf jeden fall aus der "erwachsenenwelt". oft drĂŒcken sich (gymnasiale)jugendliche auch gewĂ€hlter"aus, wenn sie mit erwachsenen sprechen, also Ă€ltere verwandte oder lehrer. insofern ist die bewertung des lektors bzw "ehemaligen" direktors fĂŒr mich nicht unbedingt maßgebend (und vor etlichen jahren war die sprache noch nicht so schlimm wie bei lena), als eltern bekommt man da schon mehr mit.
dass mit den "batterien" beim MP3 Player fiel mir allerdings auch auf.
liebe grĂŒĂŸe suzah

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Ruedipferd
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Es geht ja eigentlich um ein ernstes Thema

Übergeredet!
Ich bin gottlob auch keine Dreizehn mehr und möchte es in der heutigen Zeit ehrlich gesagt gar nicht mehr sein. Meine Schulzeit lag in den 70-er Jahren. Um ganz authentisch rĂŒber zu kommen, hĂ€tte ich die Idee mit einem Jungen dieses Alters durchsprechen mĂŒssen und mir die Slang-Worte erklĂ€ren bzw. vorsagen lassen können.
Aber was wollen wir denn als Erwachsene? Sollen unsere Kinder etwas lernen? Oder wollen wir ihre Weltanschauungen und Sprachen usw. ĂŒbernehmen? Die Jugendlichen wollen sich natĂŒrlich von den Älteren distanzieren, abgrenzen und erfinden dafĂŒr ihre eigenen Sprachen. Das haben wir ja damals auch getan und unsere Eltern, soweit es im vorherrschenden Regime möglich war, vor uns ebenfalls. Wenn wir das alles ernst nĂ€hmen, gĂ€be es wohl kaum noch eine Sprache auf der Welt, die fĂŒr AuslĂ€nder erlernbar wĂ€re, da die Jugendsprache sich ja schon innerhalb von zwei bis drei Jahren wieder Ă€ndert, weil neue Generationen von Kids heranwachsen.
Und zwischen dem Weltenschmerz(und der Sprache)eines DreizehnjĂ€hrigen und dem eines SiebzehnjĂ€hrigen (die Kids in meiner Geschichte sind FĂŒnfzehn(Angelina)und Dreizehn(Flemming und Lena))liegen wiederum Welten.

Was unsere jungen Menschen brauchen sind Vorbilder, auch und gerade in der Sprache. Sonst kommt ein bereits heute zu spĂŒrender Kauderwelsch aus Englisch und allem Möglichem dabei heraus, der mit Deutsch nicht mehr viel zu tun hat. (Handy, E-Mail, Spam etc.) Ich wollte auch nur anhand eines pubertierenden Jugendlichen einige wenige Aspekte des Umweltschutzes herausgreifen und dem Leser in möglichst einfacher verstĂ€ndlicher Sprache nahe bringen. Viele wissen gar nicht, was es mit dem CO 2 auf sich hat und das so etwas tatsĂ€chlich in Omas AbfĂŒhrzĂ€pfchen enthalten ist. Als Erwachsener und vor allem als Jugendlicher! schiebt man die Verantwortung gerne auf andere, auf Politiker, Lehrer, Konzerne, andere Staaten usw. Aber man kann selbst so viel tun, ohne sich zu belasten. Und gerade das sollen die Kinder doch lernen, denn sie sind ja nicht nur unsere Zukunft und die Erwachsenen von morgen, die dann ihrerseits wieder Kinder haben werden.(Und irgendwann deren Sprache nicht mehr verstehen, bis diese erwachsen geworden sind und sich angepasst haben.)Sie sind auch die Zukunft und Garantie unserer Mutter Erde, noch eine Weile bewohnbar zu bleiben.
Wenn ich bedenke, dass ich nie so spießig werden wollte wie meine Eltern und es mit spĂ€testens FĂŒnfundzwanzig, als ich meinen eigenen Sohn hatte, dann bereits war, muss ich wirklich schmunzeln. Allerdings sind meine Eltern nun beide tot und das treibt mir dann auch wieder die TrĂ€nen in die Augen. Vielleicht geht es unseren Kindern eines Tages auch so, vielleicht liegt in der stĂ€ndigen Wiederholung von Kindheit, Jugend, Erwachsenem Leben und dem Alter unsere einzige Chance als Menschen, das jeweils Beste unserer Möglichkeiten zu tun.

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Donkys Freund
Guest
Registriert: Not Yet

Insbesondere den Part mit der Verantwortung unterschreibe ich komplett. Auch den mit den Vorbildern. Nur diese mĂŒssen auch als solche akzeptiert werden, die kann man nicht basteln.

Die Sprache -nun ja- entwickelt sich eben. E-Mail, Spam und Handy sind international (Handy noch nicht einmal). Wie auch die Weltanschauung nicht stehen bleibt und bei aller Skepsis demgegenĂŒber: Auch wir können davon lernen (um eben kein "Spießer" zu werden).

Nur: FĂŒr wen ist die Geschichte denn nun gedacht? Ich entnehme den Schilderungen, dass sie vor allem Jugendliche inspirieren soll, also eigentlich unter Kindergeschichten gepostet werden mĂŒsste.

Als Erwachsender empfinde ich sie als unauthentisch, sie macht mir keinen Spaß, da sie -Entschuldigung fĂŒr die Formulierung- auf halben Weg verreckt. Ich möchte mich als Erwachsender in eine Person hineinversetzen können, hier könnte ich mich maximal in den Autor reindenken. Bei aller ehrbarer Absicht, fĂŒr mich nicht besonders spannend, auch wenn ich jetzt mehr ĂŒber ZĂ€pfchen weiß.

FĂŒr Jugendliche kann ich nicht sprechen. Aber brauchen diese nicht auch ein bisschen Identifikation sprachlich wie gedanklich? Sonst nutzt doch die schönste Botschaft nichts. Ich habe bei der Geschichte meine Zweifel. Aber wie schon vorher gesagt: Jetzt fehlt der 13-JĂ€hrige...

(Übrigens betonte ich ja, dass hier kein Jugendslang bis zur Unkenntlichkeit -und wahrscheinlich furchtbar peinlich- kopiert werden soll, sondern dachte eher an eine Art BrĂŒckenschlag)

Ich traue mir im Übrigen nicht zu, eine Geschichte in Person eines Jugendlichen zu schreiben.

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