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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Uncle Sam
Eingestellt am 18. 06. 2013 19:05


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Aunt Sam
Hobbydichter
Registriert: Jun 2013

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Uncle Sam

Uncle Sam ist Spitzenportler. Sein Spezialgebiet ist der Gorillasprint. Es ist ganz besonders wichtig, die Arme richtig zu positionieren und vorteilhaft ist auch eine außergewöhnlich starke Körperbehaarung. Uncle Sam ist zwar der einzige aktive Sportler auf diesem Gebiet, aber er ist sich sicher: Niemand könnte besser sein als er.
Einmal hatte Uncle Sam einen wirklich seltsamen Tag.
Er war gerade auf seinem morgentlichem Trainingslauf um 4 Uhr früh, da unterbrach ihn ein Mann im Anzug in seinem Sprint. Der Anzug hatte das Muster einer altmodischen Tapete, wie sie russische Omas bevorzugen. Seine Frisur hingegen sah etwas aus wie ein Inkatempel. Der Mann im Anzug hielt ihm das mobile Telefon hin und sagte: „Halt mal“.
Uncle Sam nahm das Telefon wortos entgegen.
Der Mann im Anzug ging auf zwei Männern zu, die in einer dunklen Ecke standen und Zigaretten rauchten, deren Qualm so dicht und schwarz war, wie der eines Dieselmotors dessen Luftfilter verunreinigt ist.
„Schert euch weg, ihr Bullen! Ihr bedroht meine Existenz, und die Existenz meiner Familie!“
Die entlarften Polizisten riefen: „Und du bedrohst die glückliche Ehe vieler Leute und noch dazu verhinderst du das glückliche Leben deiner Mädchen!“
„Das stimmt gar nicht! Ohne mich hätten sie überhaupt Nichts, und ohne mein Gewerbe gäbe es viel mehr Sexualstraftaten! Ich diene dem Wohl der Gesellschaft!“
„Du bist ein dreckiger Zuhälter, was kümmert dich die Gesellschaft? Dir geht’s nur um die Kohle!“
„Ach ja? Und was ist mit den Politikern? Geht es denen denn nur um das Wohl des Volkes? Ich glaube kaum!“
„Der Beruf des Politikers ist ein seriöser Beruf, Zuhälterei aber ist strafbar!“
Uncle Sam wurde die Disskussion etwas zu kompliziert, und bevor sein Weltbild auf den Kopf gestellt wurde, legte er das Mobiltelefon des Zuhälters auf den Boden und setzte seinen Gorillasprint fort.
Eine Stunde später, um 5 Uhr, machte Uncle Sam eine Pause und setzte sich auf eine Bank bei einer Bank. Seine Hände hatten nochimmer eine steife Gorillapose, und es würde einige Stunden dauern bevor sie wieder wie Menschenpranken ausehen würden.
Er beobachtete die Leute, die aus der Bank heraus kamen und die, die hineingingen. Er stellte fest, dass die, die hineingingen sehr motiviert, fröhlich und jung aussahen. Die Herrauskommenden machten einen geknickten Eindruck. Einige kamen gar nicht wieder.
Wie die Menschen am Geld hängen, dachte Uncle Sam.
Als er gerade anfing abzudriften, stießen vor ihm zwei Männer zusammen. Lustigerweise hatten sie beide auf ihr Notebook gestarrt und sich deswegen nicht gesehen. Sie sahen sich dann nur kurz an und fingen beide energisch an in die Tasten zu hauen.
Der Eine sagte: „Du hast Ehebruch begangen!“.
Der Andere sagte: „Du bist Politiker, du hast deine Versprechen nicht gehalten!“
Der Politiker: „Du doch auch nicht!“
Der Ehebrecher: „Ich bin bloß schwach geworden. Du hast absichtlich betrogen!“
Der Politiker: „Wir haben doch alle unsere Fehler. Lassen wir es auf sich beruhen.“
Beide waren einverstanden und setzten ihre Weg unaufmerksam fort.
Was das Internet so alles kann, dachte Uncle Sam nun.
Doch da kam Pötzlich ein stark behaarter, tätowierter Mann, der dieselben Zigaretten rauchte wie die entlavten Polizisten. Er hinkte an Uncle Sam vorbei, seine Hand war zur Faust geballt und er sagte: „Ich bin das Produkt deiner Gesellschaft. Sieh mich an. Bin ich nicht hässlich? Ich kann nicht kämpfen, aber du kannst es.“
Mit dem letzten Satz fiel der tätowierte Mann um. Seine Schuhspitzen zeigten gen Himmel und sein Gesicht war grau und verblasste stetig.
Was kann ich jetzt schon wieder dafĂĽr, fragte sich Uncle Sam und setzte sein Training verwirrt fort.

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