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Leselupe.de > Ungereimtes
Und Albert Einstein ist immer noch tot
Eingestellt am 19. 06. 2018 10:56


Autor
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klaatu
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Und Albert Einstein ist immer noch tot

Ein alter Mann sch├╝ttelt zornig
seine geballte Faust gen Himmel
- und bricht sich dabei das Handgelenk.

Die Sonne strahlt heiter am Horizont,
w├Ąhrend der Mond im Dunkeln kichert.

Das Universum expandiert
derweil endlos immer weiter.
Alles wird noch etwas egaler
- und Albert Einstein ist immer noch tot.


Ein Eichh├Ârnchen erkennt den Sinn des Lebens,
nur um Sekunden sp├Ąter
von einem alten Fiat Panda
├╝berfahren zu werden.

Belanglosigkeiten stapeln sich
turmhoch in die H├Âhe
und in ihren Schatten
atmen wir aus und ein.

Das Universum expandiert
derweil endlos immer weiter.
Alles wird noch etwas egaler
- und Albert Einstein ist immer noch tot.


Menschen stecken K├Ârperteile ineinander.
M├╝nder formen Worte, Worte formen M├╝nder.
Feuermelder melden permanent Feuer,
die lange schon erloschen sind.

Am Ende der Leiter
klettern Leute einfach immer weiter
und weiter und weiter
- bis ins Nichts.

Ich distanziere mich von mir selbst
und aus meinen Wunden
wachsen h├╝bsche Blumen.
Ich atme ein und atme aus.

Das Universum expandiert
derweil endlos immer weiter.
Alles wird noch etwas egaler
- und Albert Einstein ist immer noch tot.

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Perry
H├Ąufig gelesener Autor
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Hallo klatuu,

genauso ist, dem Universum ist es schei├čegal was wir so denken und treiben. Was Einsten anbelangt ist er zwar k├Ârperlich tot, aber in unseren K├Âpfen relativiert er die Zeit weiter, bis das Universum sich entschlie├čt sich wieder zusammenzuziehen.
Ruhig ein- und ausatmen dann pressen, irgendwann erblickt ein neuer Einstein das Licht der Welt.
Gern Gelesen und LG
Manfred
PS: F├╝r das Eichh├Ârnchen tut es mir Leid, auch weil Pandas normalerweise keinem was zu Leide tun.

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Tula
Routinierter Autor
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Hallo klaatu

f├╝r mich ein modernes Endzeit-Dada; dass mit der Expansion alles noch egaler wird, ist eine geniale Neuformulierung der Theorie, die auch Albert erfreut h├Ątte.

Und eine wunderbare inhaltliche Pointe hast du da eingebracht, aus deinen Sinn verblutenden Wunden Blumen wachsen zu lassen ...

LG
Tula

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klaatu
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Was einen neuen Einstein angeht, bin ich ein bisschen skeptisch. Daf├╝r gen├╝gt es nicht, seine Cousine zu heiraten und sich nicht die Z├Ąhne zu putzen...

Ja, das Eichh├Ârnchen tut mir auch leid. Aber wer wei├č... vielleicht war es ein freiwilliger Tod...

Danke f├╝r eure Kommentare und
LG
k

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Wittelsbach
Wird mal Schriftsteller
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"Ja, das Eichh├Ârnchen tut mir auch leid. Aber wer wei├č... vielleicht war es ein freiwilliger Tod..."
Durchaus m├Âglich, hei├čt es doch eine Zeile zuvor: "Ein Eichh├Ârnchen erkennt den Sinn des Lebens"

Das Gedicht ist fast schon ein Liedtext, wenn ich den Kehrreim (der sich zum Gl├╝ck nicht reimt) betrachte.

Grundtendenz: deprimierend, kalt, nachdenklich stimmend.
Ich habe schon oft auf dem R├╝cken liegend in der Nacht einen freien Sternenhimmel bewundert.
Freude kommt da wenig auf, vielmehr das Gef├╝hl, doch winzig klein und eigentlich bedeutungslos zu sein.
Genau dieses Gef├╝hl transportiert das Gedicht von klaatu.
(und trotzdem werde ich auch im kommenden Sommer meine Isomatte in den Teutoburger Wald schleppen und den Sternenhimmel betrachten bis ich einschlafe).

Auch sch├Âne Dinge unserer Welt werden im Gedicht k├╝hl abgehandelt: "Menschen stecken K├Ârperteile ineinander."
Das h├Ârt sich nicht erotisch an!

Gegen Schluss wird es aber vers├Âhnlicher: "aus meinen Wunden wachsen h├╝bsche Blumen.
Ich atme ein und atme aus."
Wie das Universum. Es schwillt an und sackt wieder in sich zusammen. Meint Einstein.

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Tula
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2016

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Herzlichen Gl├╝ckwunsch!!

Eine verdiente Auszeichnung f├╝r's Werk des Monats

LG
Tula

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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in der tat echt cooles teil, was du da rausgehauen hast,

lb klaatu,

Tula hat mit seiner feststellung v├Âllig recht. hut ab!

lg W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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