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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Und jeden Tag ein kleines Glück (Tag 5 u. 6)
Eingestellt am 06. 01. 2005 22:08


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Astrid
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Registriert: Jun 2003

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Wellenmacher
Tag 5

Schon beim Aufstehen spürte ich es – heute war nicht mein Tag. Selbst das Anlächeln im Spiegel blieb wirkungslos und lediglich ein Verziehen der Mundwinkel in Richtung Ohren.
Also versuchte ich, es langsam anzugehen, schließlich muss es ja auch so solche Tage geben. Doch vergebens – Grübeleien hatten meinen Kopf in Beschlag genommen und jeglicher Aktivität einen Riegel vorgeschoben.
Wo ist nur meine Energie geblieben in diesem jungen Jahr, in das ich doch so leicht gegangen war? Ich versuchte es mit Ablenkung, doch alles, was ich begann, schien unter meinen Händen zu zerfallen.
Ich flüchtete nach draußen. Wo war mein neuer Freund, der Wind? Wir trafen uns am See.
Dieses nicht sehr große Wasser, das bisher ohne sichtbare Eigenbewegung in der Natur verharrt hatte, war heute nicht wieder zuerkennen- es schlug Wellen! ‚Wenn es dieser kleine See schaffte, solche Wellen zu schlagen, eine Aufgabe, die normalerweise zu groß für ihn war, dann sollte es mir doch heute noch gelingen, etwas Ordentliches zustande zu bringen’, dachte ich. Auch wenn ihm der Wind dabei half. Musste ich mir eben auch einen Helfer suchen.
Wieder zu Hause angekommen, rief ich meine beste Freundin an. Sie erkannte bereits an meiner Stimme, was mit mir los war. Schön, dass es sie gab, dass wir uns immer wieder auch gegenseitig stärken konnten, denn auch sie war vor diesen Stimmungen nicht gefeit.
Als ich nach einem langen Gespräch wieder auflegte, wusste ich: sie war mein „Wellenmacher“.

Es geht immer wieder weiter
Tag 6

Als ich in dem Alter war, wo ich mich für meinen Beruf entscheiden sollte, als ich nicht wusste, ob ich den wirklich wollte, sagte meine Mutter zu mir: „Lerne den Beruf, das ist ein Ausgangspunkt. Du kannst heute noch nicht wissen, wie es einmal kommt im Leben, es können sich Dinge ergeben, an die du heute überhaupt noch nicht denkst.“
Ich glaube nicht, dass ich damals verstanden habe, wie sie das meinte, aber im Laufe meines Lebens habe ich mir diese Worte doch sehr zu eigen gemacht.
So ermunterte ich auch meinen Sohn, der nach einer hervorragenden Ausbildung leider sehr früh die Erfahrung mit der Arbeitslosigkeit machen musste: „Es geht immer weiter, es können Dinge passieren, die du heute noch nicht sehen kannst!“
Ich weiß nicht, ob er diese Worte näher an sich heranließ als ich es damals tat. Aber den Ehrgeiz konnte ich ihm mitgeben, nie aufzugeben; und vielleicht auch die Geduld, es manchmal einfach an sich herankommen zu lassen.
So glaubte ich auch fest daran, dass die Zeit für ihn positive Veränderungen mit sich bringen würde, weil das Fundament, welches er sich mit seiner Ausbildung und seiner Persönlichkeit in der Arbeit geschaffen hatte, ihn auch weiterhin tragen würde.
Heute rief er mich an, es gäbe für ihn die Möglichkeit, ein weiteres Jahr in seinem Ausbildungsbetrieb beschäftigt zu werden.

Ein Jahr ist kurz. Ein Jahr ist lang, denn „es können Dinge passieren, die wir heute noch nicht sehen können.“


__________________
Astrid

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