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Leselupe.de > Feste Formen
Unglückssonett
Eingestellt am 25. 06. 2003 18:59


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weghenkel
Manchmal gelesener Autor
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Unglückssonett

Feige ließ die Liebe sich betrügen,
Wenig, viel zu wenig war Substanz
In ihr angehäuft: ein steifer Schwanz
Blieb da letztlich doch das Hauptvergnügen.

Hefe ging da spärlich auf; genügen
Konnte, seelenlos, sie nur dem Glanz
Oder Zauber eines Anfangs ganz.
Nach dem Sommer fing sie an zu lügen.

Gott! sie sprach von Reife, Junker Blödel;
Wo er hoffte auf die große Kur,
Gab es Palatschinken, gab es Knödel.

Alles ging in Etzels Burg zu Grunde.
Schweigend wächst das Unglück, kopflos nur
Hört ein Kind die unmenschliche Kunde.


__________________
weghenkel

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george
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Die schlechte Wertung hast Du m.E. nicht verdient. Traurige Geschichte, die Du da verarbeitet hast. Es gibt leider viele Wechsel im Rhythmus. Die letzte Zeile passt gar nicht. Versuch' vielleicht, wenigstens dort umzuschreiben.

Grüsse
__________________
© Jürgen Locke

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weghenkel
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Trochäen

Hab Dank, George, für deine kleine Kriktik.
Daß jemand den Text nicht gut findet, dürfte wohl mit der Radikalität zu tun haben, in der weibliches Fehlverhalten (in diesem Falle) bloßgelegt wird. Da ist hoffentlich nichts von Sentimentalität zu spüren. Das muß man nicht mögen, es ist meine Sicht auf die Dinge. Traurig ist das nicht.
Zum Rhythmus: der ist sehr wohl sehr bedacht gewählt. Durchgängig fünfhebige Trochäen (oder eben Blankverse ohne Auftakt, ein fallender Rhythmus unterstreicht die Negativaussage des Textes) - fünfhebige Jamben oder eben Blankverse mit Auftakt waren Shakespeares Versmaß. Und seine 154 Sonette thematisieren Liebe auch von allen Seiten.
Dadurch, daß natürliche Betonung und vom Versmaß vorgegebene Betonung an manchen Stellen nicht zusammenfallen, entsteht eine gewisse Sprödigkeit. Und die ist gewollt. Ein Gedicht übrigens, bei dem dies nicht so wäre, leiert - nach meinem Geschmack. (Also als Tip für Leser: laut sprechen und den tatsächlichen Rhythmus so lange erfühlen, bis sein Sinn aufgeht. Glaub mir, in diesen Dingen weiß ich genau, was ich tue.)
Und das kopflose Kind ist die logische Folge o.g. Verhaltens. Unmenschlichen Verhaltens. Weil Menschlichkeit erst dort beginnt, wo Mensch nicht mehr schwanzgesteuert ist. Daß das auch für Frauen gilt, will der Text vielleicht vermitteln. Lebenspläne brauchen mehr als Triebstrukturen.
Der Text ist kein Entwurf mehr, sondern m.E. fertig.
Aber nochmals: ganz ehrlich vielen Dank für deinen Zuspruch.
__________________
weghenkel

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george
Routinierter Autor
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Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar.
In der letzten Zeile müsste es m.E. trotzdem heissen:
"Hört ein Kind unmenschlich Kunde". Oder?
Grüsse
__________________
© Jürgen Locke

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