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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Unmittelbar danach
Eingestellt am 21. 11. 2003 12:49


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ScarlettMirro
One-Hit-Wonder-Autor
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Unmittelbar danach ist das Laken klamm. Unmittelbar danach wird der Kopf wieder klar. Unmittelbar danach bemerkt man vielleicht ├ťbelkeit. Man kann dann auch schwanger sein, unmittelbar danach.
Aber unmittelbar danach kann man nicht dar├╝ber schreiben am PC, kann keine E-Mail verschicken; unmittelbar danach kann man auch nicht aufstehen und gehen. Faktisch l├Ą├čt sich ein \"unmittelbar Danach\" nicht so lange dehnen, da├č man doch dar├╝ber schreiben kann oder da├č man doch zum Klo gehen und sich ├╝bergeben kann. Unmittelbar danach ist ein Zustand; dann ist das Laken immer noch klamm. Ein Zustand und die Zeit steht still. Aber was hindert? Die Zeit tickert weiter. Was hindert ihn? Wenn man ein Kaninchen fangen will, mu├č man die Kiste schlie├čen, solange das Kaninchen vor Angst erstarrt ist. Die Angst kann nur f├╝r den Starken ein Partner sein. (...)

\"Kann ich?\"; Zigarette bereits angesteckt erwartet er keine Antwort. Der Sex ist geschehen, ebenso. Rauch schl├Ąngelt sich durch den Raum und verdr├Ąngt die scharfen Umrisse ein wenig. Was bleibt? Ein klammes Laken, ├ťbelkeit und ein taubes Gef├╝hl irgendwo im Gesicht, Blut im Mund.
\"Geh!\" ganz leise und verzerrt ist es aus der Ecke des Bettes an der Wand gekommen. Angef├╝llt mit verschiedenen Utensilien bietet das Bett wenig Platz zur freien Entfaltung, weniger noch als vor vier Stunden.
\"Gleich!\" l├Ąssig und rauchend, genie├čerisch ger├Ąuschvoll wird der Rauch in die Luft geblasen, in ihre Richtung. (...)

\"Wei├čt Du, so oft sagt ihr \"Nein!\" und dann...\" Pause, wieder an der Zigarette saugend. Ist es schon eine zweite? Die Zeit scheint gezerrt. \"Immer das Gleiche! Dann wollt ihr das! Und danach? Diese verschreckten Gesichter! ... Herrlich!\" Wieder eine Pause. \"Endlich seid ihr mal an den Richtigen geraten. So ist das n├Ąmlich! ... Und ich sag Dir noch was: ... Bl├Âdsinn ist das mit dem ganzen Vergewaltigungsquatsch. Glauben die Richter auch nicht so dran, schlie├člich will die Natur doch die Fortpflanzung. Und ich bin nun mal ein Mann!\" Die Brust hebt sich. \"Ein richtiger Mann mu├č sich nehmen, was er will. Und ihr? Ihr m├╝├čt nun mal die Beine breit machen! Gesetz der Natur.\"; das Zimmer flammt auf.
In einigem Abstand erkennt sie die kleine gl├Ąserne Statue, ein Preis. Ihr erster Preispokal f├╝r ein St├╝ck Ton gewonnen. Ton gegen Glas getauscht. Durchsichtiges Glas wird im Wasser unsichtbar, Justus hat es gewu├čt. Sie erinnert sich immer wieder an andere Geschichten und an andere Inhalte aus den B├╝chern, die sie so liebte. Der Preis war ihre erste Anerkennung f├╝r ihre Kunst, der erste Preis f├╝r ihre jahrelangen M├╝hen gewesen. Endlich hatten auch andere es gesehen, aber ihre Mutter war nicht anwesend gewesen. Sie war nicht gekommen, hatte eine Verabredung nicht verschieben k├Ânnen. Aber sie hatte ihr gesagt, da├č sie gerne dabei gewesen w├Ąre. Der Preis ragt scharf und spitz in die H├Âhe, wie ein Phallus. Nicht weit. Nicht weit genug.
Zerrissene Kleider und Angst, alles in Unordnung gebracht, sie w├╝rde den Preis opfern.
Danach ist sp├Ąter. (...)
Es geht schnell. Sie dreht die Troph├Ąe in der Hand und sticht schnell zu, in seine Aorta. Die Zigarette f├Ąllt auf das Bett, eine kleine Brandwunde im klammen Laken. In einer klebrigen Font├Ąne schie├čt aus dem Hals das Blut.
Es geht schnell. Er steht auf, greift ins Leere, er schwankt und sackt wieder auf das Bett zur├╝ck. Der kleine Brandt wird gel├Âscht. Das Laken wird feucht und warm vom Blut durchtr├Ąnkt. Er atmet flach und sto├čweise. Sie bewegt sich flink durch wieder ihre Wohnung. In der K├╝che nimmt sie das Messer von der Magnetleiste und beugt sich ├╝ber ihn. \"Nein!\" zischt sie leise und sticht ihm das Messer in die Brust, und \"Nein!\" sagt sie wieder leise, sticht wieder zu. Manchmal knackt es so, als w├╝rde sie eine Schwanzflosse vom Rumpf abtrennen. Sie macht das grelle Deckenlicht an, zerfleischt seinen Leichnam, sie Achilles und er Penthesilea. Sie zerw├╝hlt die Eingeweide und lacht hysterisch. Sie ritzt die Haut ein, so viel von der Haut sie einritzen kann. Dann sitzt sie da, stumme Tr├Ąnen im Gesicht und das Messer in der Hand, mit fremden Blut verschmiert. Sie horcht in die Stille, sieht sich sein Gesicht an. Zum ersten mal ist es sichtbar, wirklich sichtbar. So sieht er aus. Ein Monster mit Gesicht.
Danach ist jetzt.


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Rainer
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hallo scarlettmirro,

willkommen in gr├╝nland und dir noch viel spa├č hier.

ein starker einstand. nicht von der tematik her, nicht vom ausgang der geschichte, sondern von der sprache. eigenwillig, unorthodox - so gef├Ąllt es mir gut.
an ein paar stellen h├Ątte ich anmerkungen - darf ich in deinem text herumschmieren?

viele gr├╝├če

rainer
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Gandl

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Hi ScarlettMirro,
klasse.
Du beschreibst sehr plastisch und originell.
Dein Schreib-Rhythmus gef├Ąllt mir sehr gut.
Ein dickes Willkommens-Pixel-Geschenk von mir.
Ich freu mich auf mehr von dir.
Liebe Gr├╝├če
Gandl

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ScarlettMirro
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Hallo Rainer,

danke f├╝r die Blumen,

um sachliche und konkrete Kritik zu bekommen, wollte ich meine Texte ja hier hereinstellen, also dann fang mal an... U ich bin inzwischen auch nicht mehr so sensibel, dass ich deswegen gleich meine Feder ins Klo werfen w├╝rde!

vielen Dank f├╝r die positiven ├äu├čerungen... muss vielleicht sagen, dass das hier "nur" die gek├╝rzte Form einer Geschichte innerhalb einer NOvelle ist.

@ Gandl, danke f├╝r die vielen Blumen, damit hab ich gar nicht so schnell gerechnet ... vielen Dank... *sch├Ąm
Ich wollte noch ein paar Texte hier reinstellen..., ja, ich will mich wirklich noch verbessern

Und ein Kritikpunkt der mir in der gek├╝rzten Form selbst schon aufgefallen ist: es macht keinen Sinn ├╝ber das unmittelbar danach zu philosophieren, was dann m├Âglich ist u was nicht ... den der Mord ist demnach ja nicht unmittelbar danach! In der Langfassung (und die ist mehr als das Doppelte lang) spielt aber die Ordnung u die Zeit eine wesentliche Rolle u damit bekommt das Philosphieren meiner Ansicht nach einen Sinn --- hier geht der leider verloren!

Aber wenn ihr noch was habt, dann bitte ... ich bin gespannt! und ich freu mich ├╝ber den positiven Anklang hier ...

vielen Dank u liebe Gr├╝sse
Scarlett
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Rainer
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hallo,

wenn ich am montag zeit habe, mache ich mich mal dar├╝ber her (sagte der b├Âse wolf und ward nie mehr gesehen ).

vielleicht kannst du uns ja auch etwas sp├Ąter mal bei erz├Ąhlungen die ganze geschichte posten.


viele gr├╝├če + sch├Ânes we

rainer
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Rainer
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was du heute kannst besorgen...



Unmittelbar danach ist das Laken klamm. Unmittelbar danach wird der Kopf wieder klar. Unmittelbar danach bemerkt man vielleicht ├ťbelkeit. Man kann dann auch schwanger sein, unmittelbar danach.
Aber unmittelbar danach kann man nicht dar├╝ber schreiben am PC, kann keine E-Mail verschicken; unmittelbar danach kann man auch nicht aufstehen und gehen. Faktisch l├Ą├čt l├Ąsst sich ein "unmittelbar Danach" nicht so lange dehnen, da├č dass man doch dar├╝ber schreiben oder kann oder dass man doch zum Klo gehen und sich ├╝bergeben kann. Unmittelbar danach ist ein Zustand; dann ist das Laken immer noch immer klamm. Ein Zustand optionales komma und die Zeit steht still. Aber was hindert? Die Zeit tickert weiter. Was hindert ihn? Wenn man ein Kaninchen fangen will, mu├č man die Kiste schlie├čen, solange das Kaninchen vor Angst erstarrt ist. Die Angst kann nur f├╝r den Starken ein Partner sein. (...)

"Kann ich?"; die Zigarette bereits angesteckt erwartet er keine Antwort. Der Sex ist geschehen, ebenso. Rauch schl├Ąngelt sich durch den Raum und verdr├Ąngt die scharfen Umrisse ein wenig. Was bleibt? Ein klammes Laken, ├ťbelkeit und ein taubes Gef├╝hl irgendwo im Gesicht w├╝rde ich mir nochmal ├╝berlegen. an dieser stelle wurde mir schon klar, dass es um eine vergewaltigung geht, Blut im Mund.
"Geh!" ganz leise und verzerrt ist es aus der Ecke des Bettes an der Wand gekommen. Angef├╝llt mit verschiedenen Utensilien bietet das Bett wenig Platz zur freien Entfaltung, weniger noch als vor vier Stunden.
"Gleich!" l├Ąssig und rauchend, genie├čerisch ger├Ąuschvoll wird der Rauch in die Luft geblasen, in ihre Richtung. (...)

"Wei├čt Du, so oft sagt ihr "Nein!" und dann..." Pause, wieder an der Zigarette saugend. Ist es schon eine zweite? Die Zeit scheint gezerrt. "Immer das Gleiche! Dann wollt ihr das! Und danach? Diese verschreckten Gesichter! ... Herrlich!" Punkt Wieder eine Pause. "Endlich seid ihr mal an den Richtigen geraten. So ist das n├Ąmlich! ... Und ich sag Dir noch was: ... Bl├Âdsinn ist das mit dem ganzen Vergewaltigungsquatsch. Glauben die Richter auch nicht so dran, schlie├člich will die Natur doch die Fortpflanzung. Und ich bin nun mal ein Mann!" Die Brust hebt sich. "Ein richtiger Mann mu├č sich nehmen, nimmt sich was er will. Und ihr? Ihr m├╝├čt nun mal die Beine breit machen! Gesetz der Natur."; das Zimmer flammt auf.
In einigem Abstand erkennt sie die kleine gl├Ąserne Statue, ein Preis. Ihr erster Preispokal warum nicht einfach pokal ? f├╝r ein St├╝ck Ton gewonnen. Ton gegen Glas getauscht. Durchsichtiges Glas wird im Wasser unsichtbar, Justus hat es gewu├čt. gewusst Sie erinnert sich immer wieder an andere Geschichten und an andere Inhalte aus den B├╝chern, die sie so liebte. liebt sie die jetzt nicht mehr? Der Preis war ihre erste Anerkennung f├╝r ihre Kunst, der erste Preis f├╝r ihre jahrelangen M├╝hen gewesen. Endlich hatten auch andere es gesehen, aber ihre Mutter war nicht anwesend gewesen. Sie war nicht gekommen, hatte eine Verabredung nicht verschieben k├Ânnen. Aber sie hatte ihr gesagt, da├č sie gerne dabei gewesen w├Ąre. Der Preis ragt scharf und spitz in die H├Âhe, wie ein Phallus. w├╝rde ich als bild unkommentiert stehenlassen Nicht weit. Nicht weit genug.
Zerrissene Kleider und Angst, alles in Unordnung gebracht, sie w├╝rde den Preis opfern.
Danach ist sp├Ąter. (...)
Es geht schnell. Sie dreht die Troph├Ąe in der Hand und sticht schnell zu, in seine Aorta. du willst die aorta als zeichen ihres kalk├╝ls? dann w├╝rde ich eine heraustretende aorta kurz beschreiben. so wie es dasteht, hatte ich ein ÔÇ×chirurgischesÔÇť gef├╝hl. Die Zigarette f├Ąllt auf das Bett, eine kleine Brandwunde im klammen Laken. In einer klebrigen lieber z├Ąhen oder dickfl├╝ssigen? Font├Ąne schie├čt aus dem Hals das Blut. Stossweise. ? w├Ąre erstens richtiger und zweitens ein kleine metapher...
Es geht schnell. Er steht auf, greift ins Leere, er schwankt und sackt wieder auf das Bett zur├╝ck. Der kleine Brandt wird gel├Âscht. Das Laken wird feucht und warm vom Blut durchtr├Ąnkt. Er atmet flach und sto├čweise. Sie bewegt sich flink durch wieder ihre Wohnung. guuute formulierung In der K├╝che nimmt sie das Messer von der Magnetleiste und beugt sich ├╝ber ihn. "Nein!" zischt sie leise und sticht ihm das Messer in die Brust, und "Nein!" sagt sie wieder leise, sticht wieder zu. Manchmal knackt es so, als w├╝rde sie eine Schwanzflosse vom Rumpf abtrennen. Sie macht das grelle Deckenlicht an, zerfleischt seinen Leichnam, sie Achilles und er Penthesilea. Sie zerw├╝hlt die Eingeweide und lacht hysterisch. Sie ritzt die Haut ein, so viel sie von der Haut sie einritzen kann. Dann sitzt sie da, stumme Tr├Ąnen im Gesicht und das Messer in der Hand, mit fremden Blut verschmiert. Sie horcht in die Stille, sieht sich sein Gesicht an. Zum ersten mal ist es sichtbar, wirklich sichtbar. So sieht er aus. Ein Monster mit Gesicht. da soll der leser selber drauf kommen
Danach ist jetzt.



vielleicht solltest du die dialoge anders schreiben: immer eine neue zeile beginnen mit und nach jeder w├Ârtlichen rede. nach den anf├╝hrungstrichen oben folgt ein satzzeichen (habe ich nur einmal angestrichen)
ich habe mal die neue rechtschreibung mit angestrichen. musst du aber nicht ├╝bernehmen. ├╝berhaupt MUSST du nichts ├╝bernehmen, sind alles nur pers├Ânliche anmerkungen.


viele gr├╝├če

rainer

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