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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Unruhe
Eingestellt am 09. 03. 2009 14:49


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memo
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Ich lese das Buch in Fragmenten. So wie es geschrieben wurde.
"Das Buch der Unruhe" von Fernando Pessoa lag in einer Truhe. Auf einzelnen Blättern. Ein Chaos von Gedanken. Nicht veröffentlicht. Nur da. Aufgeschrieben und eingeschlossen. Ich lege es überall hin. Trage es in meiner Tasche. Nur damit es bei mir ist. Denn im Grunde lese ich es nicht. Nur die wenigen kleinen Leerzeiten fülle ich mit Worten wie -

„ Der Tod meiner Mutter hat das letzte äußere Band zerrissen, das mich noch mit meiner Empfindungsfähigkeit für das Leben verband.“
Oder:
„Ich empfinde mein Herz wie ein anorganisches Gewicht. –
In ihrem schwarzen Schweigen zeichnen die reglosen Morgenröten sich ab, als gäbe es eine Wahrheit.“

Diese Sätze jagen in meine Existenz.
Wir reflektieren uns in den Gedanken der anderen. Erkennen uns selbst und sind dankbar, sie nicht in dieser Form gefĂĽhlt zu haben oder vielmehr gefĂĽhlt, aber nicht festgehalten. Manches scheint wahrer, realer, lebendiger oder stirbt im Bruchteil des Schreibens.

Ich möchte Geschichten erzählen. Aber ich habe keine Geschichten. Ich habe nur mich selbst. Vielleicht ist es langweilig oder eher erschreckend. Ja viel eher erschreckend. Da die Jahre mich auffressen. Die Zeit mich verschlingt. Da ich nichts anderes bin als du. Ein Mensch. Wie du und du und du.
Ich möchte mich bei allen schwer kranken Menschen entschuldigen. Und bei allen die sich selbst töten. Bei allen die arm sind und Kinder mit Beeinträchtigung haben. Ich entschuldige mich bei den Verzweifelten und Einsamen. Für meine Unzulänglichkeit. Für die Unerträglichkeit meiner selbst. Was geschehen ist. Ich hadere nicht mit dem Schicksal. Alles was ich erleben musste, war schlimm, aber es hatte immer auch viel Gutes - im nach hinein. Und es gibt viel, viel Schlimmeres.
Wenn die Seele kein Licht mehr sieht.
Ich suche nicht nach GrĂĽnde. Aber ich bin mir sicher, dass es GrĂĽnde gibt. Es ist naiv zu glauben, alles sei Zufall. Da alles in diesem Dasein von Ursache und Wirkung bestimmt ist.
Diese vielen Menschen, die gelebt und geschrieben haben. Die sehr klug und in ihrem individuellen Dasein das menschliche Dasein im Allgemeinen immer wieder in sich trugen.
Ich zähle die Tage nicht. Sie rauschen vorbei oder tröpfeln dahin. Sie vergehen. Sie verschwinden. Der Tod kommt. Er kommt immer – irgendwann.
Warum sind wir da? Um auf ihn zu warten, wie auf einen Freund, der versprochen hat zu kommen, aber nicht sagen konnte wann. Vielleicht weiß er auch nicht wann er kommen kann, wann er kommen darf. Wir haben unseren freien Willen. Und so können wir früher krank werden oder wir können einen Unfall haben, wenn wir ständig unvorsichtig in Gedanken sind. Wir können achtlos sein, wenn wir uns selbst nicht lieben und so locken wir den Tod, damit er uns besucht, so wie er es uns versprochen hat. Aber wir können auch über uns selbst nachdenken. Wir können das Leben lieben. Wir können unserer Seele Raum geben um „zu sein.“

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