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Unser tägliches Brot gib uns heute
Eingestellt am 29. 05. 2008 12:42


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Wolfgang Bessel
Routinierter Autor
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Unser tägliches Brot gib uns heute ...

Irgendwie scheint mir diese fromme Bitte derzeit absurd.

Wir verheizen Unmengen hochwertiger Nahrungsmittel in Biogasanlagen oder produzieren damit Biosprit und Bio-Ethanol, während in vielen Regionen der Welt die Menschen am Hungertuch nagen.
Sind die Hirne unserer verantwortlichen Politiker vom Biowahn bereits konterminiert? Ist das Wort „Ethik“ für sie nur noch eine Phrase?

Ungefähr 1 Milliarde (1000.000.000) Menschen hungern weltweit oder sind chronisch unterernährt. 220 Millionen Unterernährte leben allein in Indien.
Hungernde Kinder sterben vor laufenden TV-Kameras, und wir vernichten unser „tägliches Brot“ in Gasanlagen und Raffinerien!

Fast sechs Millionen Kinder sterben jedes Jahr an Hunger und Unterernährung, das sind jede Minute elf Kinder! Diese erschreckenden Zahlen stehen im Welthungerbericht der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO).

Die Menschheit sollte eigentlich eine Schicksalsgemeinschaft bilden – auch mit den Ärmsten der Armen! Niemand dürfte hungern m ü s s e n ! Das Gegenteil ist der Fall:
1 Milliarde hungernden Menschen stehen 1,2 Milliarden Übergewichtige gegenüber.

Das Verheizen von Nahrungsmittel ist ein Frevel und ein Skandal erster Ordnung. Es ist ein abscheulicher, menschenverachtender Beitrag unserer angeblich humanen Gesellschaft.
„Menschenverachtung ist eine schlimme Form der Gotteslästerung“ (Alfred Kerr, Schriftsteller).

Allein in den USA wird ein Drittel der Maisernte zu Ethanol verarbeitet. Vom Kalorien–Gegenwert z w e i e r Tankfüllungen könnte sich laut UNO ein Mensch e i n J a h r lang ernähren!

Die Nahrung wird in den Schwellenländern immer unbezahlbarer und knapper.
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen versorgt derzeit etwa 75 Millionen vom Hunger bedrohte Menschen, doch das Budget reicht nicht mehr. Die ohnehin bescheidenen Nahrungsmittel-Zuteilungen wurden deshalb rationiert.
Pflanzenschädlinge, Überflutungen der Getreidefelder, unzureichende Logistik (Transport und Lagerung der Lebensmittel), fehlendes Geld für Düngemittel, Pestizide und Insektizide sind weitere Gründe für den Hunger und Elend der Menschen.
Hier ist die Forschung gefragt. Pflanzen mit Schädlings- Krankheits- Trockenresistenz und Salztoleranz gilt es noch schneller und effizienter zu erforschen. Genveränderter Reis mit Vitamin A Gehalt und Gen-Mais dürfen nicht länger Tabuthemen sein.
„Die internationale Agrarforschung ist jahrelang vernachlässigt worden“. (Stefan Tangemann, Leiter der OECD-Abt. für Landwirtschaft).

Zunehmende Wasserknappheit, dürrebedingte Missernten, Bürgerkriege, soziale Ungerechtigkeit, Übernutzung und Zerstörung von Böden und Regenwäldern werden weltweit die Zahl der hungernden Menschen noch ansteigen lassen.

Zukunftsforscher sagen voraus, dass in einigen Jahrzehnten Kriege nicht mehr um Öl, sondern um Wasser und Nahrung geführt werden und auch Europa nicht davon verschont werde.
Daher ist Ressourcenschonung, Umweltschutz, Aufklärung, nachhaltiges Wirtschaften und ein e h r l i c h e r Handel mit der Dritten Welt überlebensnotwendig.

„Humanität besteht darin, dass niemals ein Mensch einem Zweck geopfert wird.“ (Albert Schweizer).
Der Zweck heißt bei uns u. a.: Biokraftstoffe aus Lebensmitteln herstellen, die durch unsinnige Steuerbefreiungen gefördert werden und damit nicht mehr als Ü b e r -lebensmittel den Menschen zur Verfügung stehen.

Hunger gehört in die Kategorie: „Verletzung der Menschenwürde“.
Menschenwürde bedeutet auch, Menschen, vor allem die hungernden Mittellosen dieser Welt, zu achten und zu versorgen.

In dreiunddreißig Ländern kam es wegen der Verteuerung und Verknappung von Lebensmitteln vor einigen Wochen zu massiven Ausschreitungen mit zig Toten und tausenden Verletzten. Beispielsweise Haiti:
Haiti ist das ärmste Land Amerikas. 80 Prozent der 8,7 Millionen Einwohner haben nicht mehr als 82 Cent am Tag zum Leben.
In den letzten drei Jahren sind dort die Preise für Weizen, Mais und Reis um 180 Prozent gestiegen.
Kann man den Menschen verdenken, dass Sie unter diesen Umständen auf die Barrikaden gehen? Sie haben nichts mehr zu verlieren, und Hunger macht aggressiv.

Die USA überschwemmen diesen Staat mit Nahrungsmitteln. Ihre Exporte ruinieren die einheimischen Bauern, denn Sie können unmöglich mit den subventionierten US-Preisen konkurrieren.

Tausende Menschen wühlen dort in Müllhaufen. Lehmkekse aus Salz, Fett und Lehm sind für viele Haitianer die einzige Mahlzeit. Sie betäuben lediglich das Hungergefühl. Eine Schüssel Reis ist kaum mehr erschwinglich.

Hungernde Menschen und unbezahlbare Lebensmittel führten auch zu Revolten in Nordafrika, im Nahen Osten, Süd-Asien, Usbekistan und Lateinamerika.
Selbst in unserem so beliebten Reiseland Ägypten brodelt es weniger im Kochtopf als im Schädel erzürnter Ägypter.

32 Millionen Ägypter müssen in diesem großen, fruchtbaren Agrarstaat, der nicht auf Weizenimporte angewiesen sein müsste, mit einem Euro pro Tag vegetieren. 16 Millionen mit noch weniger. Mehl und Speiseöl haben sich dort um 40 Prozent verteuert. Mit 2,5 Milliarden Dollar subventionierte der Staat die Lebensmittel, um die aufgebrachte Bevölkerung zu beschwichtigen. Für den Preisanstieg macht man Monopolisten auf dem Lebensmittelmarkt verantwortlich, die derzeit den hohen Bedarf schamlos ausnutzen

Die neue Mittelschicht in Indien, China oder Brasilien hat sich westlichen Essgewohnheiten angepasst und will ebenfalls mehr Fleisch und Milchprodukte verzehren.
Weltweit marschieren 36 Prozent der Getreideernte und 70 Prozent der Soja-Ernte in Tiermägen. In den Entwicklungsländern wird die Getreideproduktion gesteigert, aber nicht, um Unterernährte zu sättigen, sondern nur, um damit Fleisch zu produzieren. Das ist eine katastrophale Fehlentwicklung.

China hat fast ein Viertel der Weltbevölkerung zu ernähren, besitzt aber nur sieben Prozent der weltweiten Anbauflächen. Ähnlich verhält es sich mit Indien.
Diese Länder importieren so unglaublich hohe Mengen Nahrungsmittel, dass viele Exportländer Ausfuhrquoten verhängen mussten, um die eigene Bevölkerung nicht Kohldampf schieben zu lassen.

Bis in Indien eine neue Reissorte oder eine neue Anbaumethode den Bauer erreicht hat, vergehen in der Regel 10 bis 15 Jahre. Die Menschen leben von der Hand in den Mund und hätten einen höheren Ernteertrag dringend nötig.
Trotz der Gefahren für die Gesundheit und Umwelt wären die Bauern froh, wenn für sie Pestizide, Insektizide und Düngemittel zur Verfügung stünden. Ob sie diese ertragsteigernden Hilfsmitel überhaupt bezahlen könnten, steht auf einem anderen Blatt.
Hier sollte eine kontrollierte, zielgenaue Entwicklungshilfe ansetzen. Leider landet das Steuergeld „Entwicklungshilfe“ allzu oft in den Taschen skrupelloser Politiker.

Die weltweiten Getreidelager sind so leer wie noch nie.
Deshalb fordern mittlerweile nicht nur Dritte-Welt-Organisationen, sondern auch die OECD (Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) den „moralisch verwerflichen Ausbau“ der Biospritproduktion zu stoppen.
Die Welthungerhilfe „Brot für die Welt“ und „Oxfam“ (unabhängige Hilfsorganisation), stellen ebenfalls die Förderung von Biosprit in Frage und fordern eine Abkehr vom Ausbau der Biosprit-Produktion in der heutigen Form. Sie fordern ferner die Förderung kleinbäuerlicher Landwirtschaft und eine gerechte Handelspolitik.
Der indische Finanzminister bezeichnet die Umwandlung von Anbauflächen für Biosprittreibstoffe als „Verbrechen an der Menschheit.“
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht in diesem Zusammenhang bereits von einem eingetretenen Notfall, der sieben Jahre Fortschritt bei der Bekämpfung der globalen Armut zunichte gemacht hat.
Der Präsident des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, betrachtet den weltweiten Anstieg der Lebensmittelpreise als ebenso großes Problem wie die globale Finanzkrise.
Die internationale Gemeinschaft ist also endlich aus ihrer Trance aufgewacht. Hoffentlich findet sie bald eine vernünftige, koordinierte Antwort auf den Hunger der Welt.

Kehren wir einmal vor unserer eigenen Haustür.

Der nachwachsende Rohstoff fasziniert gegenwärtig noch immer die Politiker aller Parteien. Sie schwärmen von der „grünen Energie“. Die ehemalige Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) sah in Deutschlands Bauern bereits die „Ölscheichs von morgen“.
Heute bepflanzen unsere Bauern schon doppelt so viel Flächen mit Raps für den Tank wie mit Getreide für Nahrungsmittel.

Derzeit werden in Deutschland bereits auf 1,75 Millionen Hektar Land Nahrungsmittel zur Gewinnung von Treib- und Brennstoff angebaut. Das sind zirka 14 Prozent der 12 Millionen Hektar Ackerfläche der Bundesrepublik. In einigen Jahren soll sich dieser Anbau verdoppeln.
Das ist ein fataler Irrweg und das unerträgliche Ergebnis von Anreizen, die der Steuerzahler bezahlen muss: Bauern können beim EU-Agrarministerium eine Prämie von 45 Euro (neu: 31,65 €) pro Hektar beantragen, wenn sie Energiepflanzen anbauen!

Auch wir spüren mittlerweile sehr empfindlich die Preisspirale bei Lebensmitteln und Brennstoffen.
Die Teuerungsraten im Großhandel lt. Stat. Bundesamt:

Getreide, Saaten, Futtermittel, plus 52 %
Milch, Eier, Öle Nahrungsfette plus 23,5 %
Brennstoffe plus 20 %

Zurück zur Ökologie:

Endlich schlägt auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Alarm.
Die Umweltschützer warnen vor den negativen ökologischen Folgen des Biomasse-Booms.
Weil nur aus dem Rapssamen, nicht aber aus der ganzen Pflanze Biodiesel gewonnen wird, ist der Kraftstoff vom Acker sogar ein ökologischer Flop. Also reine Verschwendung!

Die Intensivierung der Landwirtschaft nimmt zu, der Flächenverbrauch steigt, kostbare Biotope verschwinden. Monokulturen von Mais und Raps fördern die Bodenerosion.

Seit einigen Jahren beobachte ich landauf, landab die Umwandlung von Wiesen- und Stilllegungsflächen in riesige Getreideschläge.
Der ausufernde Anbau von Raps und Mais und der damit verbundene Verlust pflanzlicher Artenvielfalt trifft auch unsere freilebende Tierwelt. Das ganzjährige Äsungsangebot ist knapper geworden. Auch diese Entwicklung muss uns nachdenklich stimmen.
Die Fauna verträgt keine Mono-Getreideschläge, sondern benötigt pflanzenreiche Lebensräume, die das ganze Jahr verfügbar sind.
Auch wir Bürger dürfen eine artenreiche Feldflur und intakte Landschaften in unserem Land erwarten.

Eine Blamage ersten Ranges war die bundesweit geplante Einführung des Biosprits. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zog die umstrittene Biosprit-Verordnung in letzter Minute zurück. 3,3 Millionen Kfz-Halter wären davon betroffen gewesen, teuren Super-Plus Sprit zu tanken - weil ihre Fahrzeuge nicht den höheren Biosprit-Anteil vertragen hätten.
Diese Tatsache war der Industrie längst bekannt und wurde von Gabriel ungenügend recherchiert! Er hätte seinen Hut nehmen müssen.

Mittlerweile haben Wissenschaftler erkannt, dass der Ertrag aus Knollen und Feldfrüchten zu gering ist. Die Ökobilanzen sind negativ.

Es gibt eine ausgereifte Alternativmethode
.

Statt Zuckerrüben und Rapssamen, kann wesentlich ertragreicher Holz und Stroh verarbeitet werden.
Diese neue zweite Generation der Biospritproduktion schneidet ökologisch wie ökonomisch weit besser ab.
Die Energieernte des „Choren-Verfahrens“ (Herstellung des synthetischen Kraftstoffs "BtL" -Biomass-to-liquid aus Holz und Stroh) liegt bei etwa 4000 Liter Pro ha und Jahr – ist also dreimal so hoch wie bei den bisherigen Methoden der Bio-Spritproduktion.
Dieses neue Verfahren liefert, anders als bei Rapsöl oder Ethanol, hochreinen Dieselkraftstoff ohne Schwefel und Aromate. Außerdem fallen hier beste Abgaswerte an.
Etwa fünf Tonnen Trockenmasse Altholz erzeugen eine Tonne Kraftstoff. Schnellwachsende Bäume wie beispielsweise Weiden und Pappeln sollen künftig verstärkt in Holzplantagen angebaut werden. Da ist noch ein weiterer Effekt: Holz benötigt fast keine Pestizide oder Düngemittel.

Die EU-Landwirtschaftskommissarin hält an ihrem ehrgeizigen Ziel fest, den Anteil von Biosprit in Europa bis 2020 auf zehn Prozent zu steigern (bisher in Deutschland etwa 4.3 Prozent). Die Streichung der widersinnigen Subventionen in Höhe von 90 Millionen Euro Fördermittel für den Anbau von Energiepflanzen steht zur Diskussion.
Das V o l u m e n der Beihilfen soll allerdings nicht gesenkt, sondern lediglich mit 50 Milliarden Euro im Jahr fortgeschrieben werden. Die Kommission schichtet nur um, anstatt die Hilfen endlich drastisch zu verringern.
Dem Steuerzahler dürfte das wegen der steigenden Preise nicht zu vermitteln sein.
Die Kleinbauern in den sogenannten Entwicklungsländern können unmöglich mit den subventionierten Lebensmitteln aus der EU konkurrieren. Sie sind durch diesen bezuschussten Unsinn weiterhin die Leidtragenden.

Man muss kein grüner Aktivist, ideologischer Schützengrabenkämpfer oder religiöser Fanatiker sein, um mit Wut im Bauch den Schwachsinn der Politik und der Nahrungsmittelvernichtung anzuprangern.
Der Druck auf Politiker, Forscher und Monopolisten muss sich bei wachsender Weltbevölkerung drastisch verschärfen, denn sie tragen die Hauptverantwortung wenn Lebensmittel knapp und unbezahlbar werden.

Die Staatsmänner kennen hoffentlich das Sprichwort:
„Wenn dein Nachbar hungert, kommen die Mäuse in deinen Keller.“
Hunger erzeugt Neid, Missgunst, Hass, Selbstjustiz. Hunger entwickelt ein machtvolles Eigenleben, das ganze Nationen trennen und zu Kriegen führen kann. Wer Frieden ernsthaft möchte, möge sich für eine gerechte Verteilung von Nahrungsmitteln einsetzen.
Dies ist bei den weltweit existierenden korrupten Politikern und schmierenden Lobbyisten eine harte Nuss.
Motivierte Hilfsorganisationen und anständige Politiker müssen mit Nachdruck daran arbeiten, diese faule Nuss zu knacken.

„Die Schäden, die in einem Land geschehen, gehen alle Länder an“. (Hans-Dietrich Genscher). Er hat Recht. Umweltschäden und Hunger gehen uns alle an.

... und vergib uns unsere Schuld, wie auch w i r vergeben unseren Schuldigern“.
I c h vermag den verantwortlichen Politikern und Lobbyisten nicht zu vergeben, wenn jede Minute weltweit elf Kinder an Hunger sterben und hierzulande Feldfrüchte verheizt und Milch in den Rinnstein geschüttet werden.




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Wolfgang M. A. Bessel
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gareth
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Vera-Lena und jon haben m.E. zunächst einmal angemessen reagiert auf diesen Text.

Lieber Wolfgang Bessel, es ist eine Menge an Recherche und Arbeit erforderlich, einen solchen Beitrag zu schreiben. Das aufzeigen und publizieren von bedrohlichen Fehlentwicklungen ist verdienstvoll und notwendig. Ich denke aber, dass bei derart komplizierten Sachverhalten auch immer herauszuhören sein sollte, dass man möglicher Weise nicht alles versteht, was da geschieht und nicht jede Folge, die sich aus bestimmten Maßnahmen ergibt, im Voraus einzuschätzen vermag.
Insofern nur eine kurze Anmerkung zu:

...Wir verheizen Unmengen hochwertiger Nahrungsmittel in Biogasanlagen oder produzieren damit Biosprit und Bio-Ethanol, während in vielen Regionen der Welt die Menschen am Hungertuch nagen...

Die Überlegung, fossile durch erneuerbare Energieträger zu ersetzen, ist klar, logisch, zwingend und alternativlos. Dass auf dem Weg dorthin von Fehleinschätzungen bis zu hochkriminellen und z.T. staatlich geförderten Bereicherungsvorgängen alles vorkommt, entspricht der Lebenserfahrung. Wir sollten uns aber davor hüten, deshalb den Gedanken an sich zu verwerfen und zu den alten Zeiten zurückzukehren, in denen (aus Unkenntnis und Mangel an Alternativen) der Weg in die Erderwärmung eingeschlagen worden ist. Ich glaube, es kann nicht darum gehen ob, sondern nur auf welche Weise diese Wende herbeigeführt wird.

Dies meint gareth,
der am liebsten alle Energie aus der Sonne gewinnen würde, weil sie genau dafür da ist.


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Wie hässlich ist ein schräges Treiben,
da lob ich mir mein träges Schreiben.

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Wolfgang Bessel
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Unser tägliches Brot gib uns heute

Lieber Gareth,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Mir ging es besonders um den Satz:

„Das Verheizen von Nahrungsmittel ist ein Frevel und ein Skandal erster Ordnung.“

Ich habe auf eine ausgereifte Alternativmethode zur energetischen Verwendung von Holz und Stroh zur Biogasgewinnung hingewiesen, die uns vom G e t r e i d e total unabhängig machen könnte.

„Biogas und Biosprit = Hunger in der Dritten Welt“ greift natürlich zu kurz. Ich denke, dass ich das Thema so simpel auch nicht interpretiert habe.

Ich bin voll bei Dir, dass wir uns von den fossilen Energieträgern weitestgehend frei machen und so schnell wie möglich verabschieden sollten. Wind-, Sonnen-, Wasserenergie, Energie aus Holz und Geothermik werden immer schneller einen großen Teil unseres Energiebdarfs sichern und uns von den Öl- und Gasmultis weitestgehend unabhängig machen.

Beim Atomstrom sind wir Bürger wegen des CO2-Ausstoßes belogen worden. Bezüglich Energiebilanz, CO2-Emissionen und langfristige Versorgungssicherheit ist die Kernenergie deshalb auch keine gute Option.
Das ständige Risiko eines schweren Unfalls und das ungelöste Endlagerproblem erfordern den baldigen Ausstieg aus dieser Hochrisikotechnologie.


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Wolfgang M. A. Bessel
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