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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Unsterblichkeit
Eingestellt am 20. 04. 2004 21:31


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Kadira
???
Registriert: Jan 2003

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Unsterblichkeit

Das helle Tageslicht brennt mir ebenso unbarmherzig in den Augen, wie zuvor das kalte Licht der Neonr├Âhren. Vielleicht noch grausamer, denn es ist real. Ich w├╝nschte, die Sonne w├╝rde aufh├Âren zu scheinen, w├╝rde der Welt nicht etwas vorgaukeln, was nicht mehr da ist, und somit das was passiert ist verh├Âhnen und verspotten mit ihrer Existenz. Ich will das es dunkel wird, so dass ich die Maske, die sich ├╝ber meine Gesichtsz├╝ge gelegt hat, fallen lassen kann, dass ich mir einreden kann, das nicht nur meine Welt so kurzfristig zusammengebrochen ist, sondern die Welt sich meiner Stimmung anpasst. Ich will, dass es gewittert. Ein Spektakel von Donner und Blitzen, die den Himmel erhellen, so das der Vorhang zu einem Schlussakt f├Ąllt, der der Show die sein Leben war, w├╝rdig ist, wenn nicht sogar ├╝bertrifft. Es w├Ąre das verdammt mindeste, was diese Welt ihm schuldet nachdem er sie so derma├čen und immer wieder in ihren Grundfesten ersch├╝ttert hat. Ein letzter Applaus f├╝r ihren gefallen und ungew├╝rdigten Helden.

Ich schlie├če f├╝r einen kurzen Augenblick meine Augen, hoffend, beinahe betend, dass sich etwas ├Ąndert, aber als ich sie ├Âffne, ist noch alles beim Alten. Die Sonne scheint noch immer, die Welt dreht sich noch immer, und die Leute hasten um mich herum, als wenn nichts geschehen w├Ąre. Nat├╝rlich. Die Welt interessiert einen Schei├čdreck was passiert ist. Was auch sonst. Genau wie Gott, oder besser dieser Illusion, dem die Leute nachlaufen, der Geschichte, welche die Kirche ersonnen hat, um sie unter Kontrolle zu halten. Denn was k├Ânnte es anderes sein? W├╝rde Gott existieren in seiner angeblich immer w├Ąhrenden Liebe und seiner niemals endenden F├Ąhigkeit zu vergeben, h├Ątte er ja wohl kaum zu lassen k├Ânnen, dass einer seiner eigenen Anh├Ąnger eine solche Tat begeht. Und falls es ihn wieder erwarten doch gibt, kann er mir gestohlen bleiben - in all seiner Herrlichkeit.

Zynisch? Vielleicht. Aber ich habe von dem Besten gelernt und sp├Ątestens heute ist der ideale Zeitpunkt aufzuh├Âren an diese Scheinwahrheit zu glauben. Immerhin m├╝ssen wir alle auch irgendwann aufh├Âren an den Weihnachtsmann und den Osterhasen zu glauben, und das hier ist nur ein weiterer kleiner Schritt ins wirkliche Erwachen.

Die Menschen die ich passiere, scheinen gleichm├╝tig, kalt ... tot. Wie er, nur schrecklicher, denn sie w├Ąhlten diesen Zustand der emotionellen Stagnation. Bald wird sich der Gleichmut, die kalte Gleichg├╝ltigkeit regen, wird Risse bekommen, wenigstens f├╝r ein paar Stunden, vielleicht sogar Tage oder Wochen. Sobald die Erkl├Ąrung drau├čen ist, dass es diesmal nicht nur ein Ger├╝cht war, dass ihre zweifelhafte Ber├╝hmtheit #1 diesmal tats├Ąchlich nicht wieder erscheinen wird, um alles was sie jemals geglaubt haben und andere Leute glauben machen wollten lautstark anzuprangern.

Bis auf den Teil, der seine Freude dar├╝ber, nicht verkneifen k├Ânnen wird, die die am Ende f├╝r das Geschehene verantwortlich waren, und die wenigen anderen, die ihn nicht zu einem Mythos erheben werden, sondern die, die hinter dieser Fassade sahen. Verehrt, geliebt und gehasst - bis in den Tod und dar├╝ber hinaus. Ich kann mir ein Grinsen bei dem Gedanken, dass dies genau das ist, was ihm gefallen w├╝rde, nicht verkneifen. Es f├╝hlt sich genauso hohl und leer an, wie mein Inneres.

Der Boden unter meinen F├╝ssen wurde mir weggezogen - von jetzt auf gleich, ohne Warnung, ohne das wir irgendeine Chance auf irgendetwas hatten. Jedenfalls was uns anging. Zu viele Verpflichtungen, zu viele Reisen, ohne das wir noch mal wirklich zusammen kommen konnten. Heute abend, nach dem letzten Konzert auf dieser Tour, w├Ąre es endlich so weit gewesen. Ein Abendessen, vielleicht auch einfach nur irgendwo abh├Ąngen, reden, Spa├č haben, die letzten Monate wettmachen.

Das war wenigstens der Plan. Gestern abend, als wir telefoniert haben, und auch noch heute morgen. Zum Teufel! Es war noch bis vor zwei Stunden der Plan, als das Telefon auf einmal klingelte und meine Welt ├╝ber mir zusammenbrach.

Ohne weiter dar├╝ber nachzudenken, ├╝berquere ich die Strasse irgendwo mitten drinnen. Das Hupkonzert der Autos nehme ich nur nebenher wahr, bevor es beinahe sofort mit dem allgegenw├Ąrtigen L├Ąrmpegel meiner Umgebung verschmilzt und unwichtig wird - wie alles andere um mich herum.

Ich schrecke zusammen, als sich eine Hand auf meinen Arm legt.

┬╗Alles in Ordnung, Mister?┬ź

D├Ąmliche Frage. Nichts ist in Ordnung. Nie wieder wird etwas in Ordnung sein. F├╝r einen kurzen Augenblick bin ich verf├╝hrt genau das der alten Lady zu erz├Ąhlen, meine Wut und meinen Schmerz herauszubr├╝llen, dann habe ich mich wieder unter Kontrolle. Oder vielleicht liegt es auch nur an dem Gewicht das sich auf meine Brust gelegt hat, als ich den Anruf bekam und sich seitdem nur noch verst├Ąrkt hat, oder an meiner zugeschn├╝rten Kehle aus der kein Ger├Ąusch entkommen kann, oder ...

Ich sage nichts, nicke nur, ringe mir sogar noch ein Dankesl├Ącheln ab. Es scheint allerdings nicht den gew├╝nschten Effekt zu haben. Die alte Frau sieht mich stirnrunzelnd an. ┬╗Sind sie ganz sicher? Sie sehen aus wie eine wandelnde Leiche.┬ź

Ich habe M├╝he ein hysterisches Lachen zu unterdr├╝cken. Wenn sie w├╝sste, wie nahe sie an der Wahrheit dran ist. Ich wundere mich, ob ihr die Neuigkeiten etwas sagen w├╝rden, oder ob sie zu der kleinen Gruppe von Leuten geh├Ârt, die das gro├če Gl├╝ck haben - oder Pech, das h├Ąngt wohl von der Sichtweise ab - niemals von ihm geh├Ârt zu haben, und die das Ganze nicht weniger interessieren k├Ânnte. Ich zwing mich ihren Blick zu halten, in ihre Augen zu sehen, die, wie sollte es auch anders sein, die beinahe identischen Anteile von gr├╝n und braun haben wie deine. Mir wird ├╝bel.

┬╗Ich bin in Ordnung┬ź, w├╝rge ich hervor. ┬╗Es ist nur eine Erk├Ąltung┬ź, erg├Ąnze ich ebenso m├╝hevoll, als sie keine Anstalten macht mich alleine zu lassen, oder wenigstens woanders hin zu sehen.

┬╗Sie sollten zum Arzt gehen, junger Mann. Sie sehen wirklich gar nicht gut aus┬ź, sagt sie, zieht ihre Hand aber von meinem Arm zur├╝ck. ┬╗Diese Bakterien sind ├╝berall. Und jedes Jahr entdecken sie eine neue Art von Grippe, die uns irgendjemand von irgendwo eingeschleppt hat. Wenn ich was zu sagen h├Ątte, m├╝sste ja jeder erst mal in Quarant├Ąne und aufs gr├╝ndlichste untersucht werden, der einreisen will!┬ź, sagt sie voller Inbrunst und sieht mich dann erwartungsvoll an.

Ich widerstehe der Versuchung ihr zu sagen, dass mich das einen Schei├čdreck interessiert, und l├Ąchle sie stattdessen noch einmal an, darauf hoffend, dass es diesmal glaubw├╝rdiger ist, so das ich endlich wieder meine Ruhe haben kann.

Es scheint zu wirken. Oder vielleicht habe ich ihre Hoffnung entt├Ąuscht, als ich nicht aktiv auf ihren Gespr├Ąchsversuch eingestiegen bin, oder ihr aber zumindest mein Herz ausgesch├╝ttet habe. Mit einem beinahe l├Ącherlichen Gef├╝hl der Erleichterung, drehe ich mich um und sehe sie noch aus den Augenwinkeln mit einem Kopfsch├╝tteln in die entgegengesetzte Richtung davon schlurfen.

Ich habe keine Ahnung wo ich bin oder welchen Weg ich genommen habe, aber pl├Âtzliches Kindergeschrei rei├čt mich aus meinen krampfhaften Bem├╝hungen an nichts zu denken heraus. Die Sonne ist leicht abgeschirmt und als ich aufsehe, vielleicht in der absurden Hoffnung, dass wenigstens einer meiner W├╝nsche in Erf├╝llung gegangen ist, stelle ich fest, dass ich in einem Park gelandet bin, und das einzig alleine die B├Ąume an der Lichtver├Ąnderung schuld sind.

Meine Schritte verlangsamen sich, bis ich an einer niedrigen Umz├Ąunung zum stehen komme, die einen Spielplatz vom Rest des Parks abtrennt. Das Bild das sich mir bietet wirkt surreal. Spielende Kinder, M├╝tter und einige vereinzelte V├Ąter, die entweder sinnlos herumstehen, oder den neusten Klatsch auf den vereinzelten B├Ąnken unter den B├Ąumen austauschen. Beinahe wie aus einem dieser schlechten Filme, ├╝ber die wir uns immer lustig gemacht haben.

┬╗Ich hab dich getroffen! Du bist tot┬ź, dringt es in mein Unterbewusstsein, und meine Aufmerksamkeit wird auf zwei kleine, vielleicht 6-j├Ąhrige Jungens gezogen, die sich beide mit t├Ąuschend echt aussehenden Spielzeugpistolen gegen├╝berstehen.

┬╗Du kannst mich nicht umbringen! Ich bin unverwundbar. Ich bin unsterblich!┬ź, qu├Ąkt der kleine Blonde, und ich f├╝hle, wie der Boden unter mir sich noch weiter aufl├Âst, bis das einzige, dass mich noch zu halten scheint, mein eiserner Griff um das B├Ąumchen neben mir ist.

~~~~~~~~

Unsterblich. Das glaubtest du auch zu sein.

Ich f├╝hle mich unsterblich, also muss ich wohl f├╝r immer leben

- einer deiner liebsten Spr├╝che, wenn ich dich gebeten habe, doch etwas vorsichtiger zu sein, sei es in bezug auf das was du dir selber abgefordert hast, auf deinen Drogenkonsum, deinen Lebensstil, oder sogar auf die Drohungen, dicht gefolgt von:

Ich habe noch viel zu viel zu tun, als das ich sterben k├Ânnte.

Ich schlie├če meine Augen, als ich dein Lachen h├Âre, so deutlich, als wenn du gleich neben mir stehen w├╝rdest. Einzig alleine das Wissen, dass ich dich nur kurz zuvor auf einem Metalltisch in einem wei├č-gekachelten Raum habe liegen sehen, kalt und tot, h├Ąlt mich davon ab, mich nach dir umzudrehen.

Warum? Warum hast du die Bedrohungen nicht etwas ernster genommen? Dich um mehr Sicherheit gesorgt? Wolltest du als Held oder M├Ąrtyrer in die Geschichte eingehen? Der gro├če letzte Auftritt, der sich unwiderruflich in den K├Âpfen der Leute festsetzen w├╝rde? Waren das wirklich deine Pl├Ąne, vielleicht unterbewusst? Oder hast du dich tats├Ąchlich f├╝r unsterblich gehalten? Ich halte alles f├╝r m├Âglich soweit es dich betrifft.

Nicht die, die mir offen drohen, sind gef├Ąhrlich, sondern die, die nichts sagen

- spielt sich ein Gespr├Ąch in meinem Kopf wieder. Eins von vielen. Wann immer, du deine Post durchgegangen bist, Fanmail von Drohungen getrennt hast, bis beides einen ungef├Ąhr gleich gro├čen Stapel ergeben hat, den du dann mit einem selbstzufriedenen L├Ącheln begutachtet hast, bevor du dich deiner Drohpost zugewandt hast und sie nach den kreativsten Beschreibungen durchgegangen bist.

Bitterkeit kommt in mir auf bei der Erkenntnis, wie bereitwillig ich mitgemacht habe, nachdem es dir wieder einmal gelungen war, meine Besorgnis beiseite zu schieben, sei es mit gut gew├Ąhlten Worten, oder einer einfachen Ber├╝hrung, oder einem Kuss.

Und jetzt?

Mir wird ├╝bel, als ungebeten das letzte Bild von dir vor meinem inneren Auge auftaucht. Ich w├╝nschte mir, es w├Ąre nicht von dir wie du auf dem rollenden Metalltisch liegst. Lange, schwarze Haare runterh├Ąngend, Augen geschlossen und wie gewohnt blass, beinahe so, als wenn du jeden Moment aufspringen w├╝rdest, und es als Retourkutsche f├╝r meinen letzten Scherz outen w├╝rdest. Und w├Ąre es nicht f├╝r die unnat├╝rliche K├Ąlte gewesen, die von dir ausginge, oder den f├╝nf kleinen L├Âchern in deinem Brustkorb, h├Ątte ich es fast glauben gekonnt.

Ich wollte es glauben. Aber selbst dieser Glauben verlie├č mich, als ich deine Hand in meine nahm, wie ich es so oft tat, wenn du schliefst, einfach um dich Nahe zu sp├╝ren. Nur gab es mir diesmal keinen Komfort. Anstatt meine Hand zu dr├╝cken, wie du es sonst immer tatst, selbst, wenn du schliefst, lag sie kalt und steif in meiner, erlaubte mir noch nicht einmal die Illusion, dass ich in einem Alptraum gefangen bin!

Ich will dich nicht so erinnern. Ich will dich erinnern, wie an meinem Geburtstag, oder als wir das letzte Mal einen drauf gemacht haben, oder im Studio, oder in mitten von unseren Freunden. Alles - aber nicht so! Ein weiterer Wunsch, der nicht in Erf├╝llung gehen wird, wei├č ich doch mit ziemlicher Sicherheit, dass sich dieses Bild f├╝r immer in mir eingegraben hat, mir folgen und mich verfolgen wird wohin auch immer ich mich wende. Deine Hinterlassenschaft an mich, viel st├Ąrker als all die anderen Momente, die uns miteinander verbinden, beinahe so, als wenn es sie ausl├Âschen will. Und ich habe nicht die Kraft dem zu widerstehen. Nicht jetzt und vielleicht nie wieder.

Das erkenne ich, als ich zwanghaft versuche mir unser letztes Beisammensein vorzustellen. Der Abend, als du w├Ąhrend meines Konzertes auf die B├╝hne gekommen bist und wir gemeinsam das Stadium zum beben gebracht und unsere Fans in Extasse versetzt haben. Definitiv ein H├Âhepunkt, wenn auch gerade, hier und jetzt, ein sehr schmerzhafter. Noch viel mehr die Stunden danach, bevor wir wieder in die verschiedenen Ecken der Welt mussten - du um dein neues Album zu promoten, und ich um an meinem zu arbeiten.

Bitter-s├╝├č und ├Ąu├čerst schmerzhaft. Beinahe schmerzhafter, als der Rest, denn es war unwiderruflich unser letztes Treffen, auch wenn es damals keiner von uns wusste. Oder war nur ich derjenige, der es vorzog in Ignoranz zu leben? War dir vielleicht bewusst, was dir bevorsteht? War das der Grund, dass du einfach so nachgegeben hast, bevor unsere letzte kleine Meinungsverschiedenheit in einen Streit auswachsen konnte?

H├Âchstwahrscheinlich bin ich einfach nur paranoide. Wir beide wissen, dass ich einen Hang dazu habe Dinge zu sehen und aufzubauschen, die so vielleicht gar nicht da sind.

Meine Lippen verziehen sich zu einem schmerzvollen L├Ącheln, als ich an deine Sp├Âttereien denke, die mir das eingebracht hat. Aber damit ist jetzt Ende. Schluss, aus, vorbei. Keine Kabbeleien mehr, keine gemeinsam durchwachten N├Ąchte, keine ewiglangen Diskussionen ├╝ber Gott und die Welt, keine Streitereien mit anschlie├čenden Vers├Âhnungen mehr. Kein Gegenseitiges wieder Aufbauen nach einem schlechten Trip oder der gemeinsamen Suche nach dem Sinn allen Lebens - nichts.

Und es ist dieses nichts, was mich droht zu ersticken. Dieses Absolute, Unwiderrufliche. Kein vielleicht morgen, oder sonst halt n├Ąchsten Monat, sondern nie wieder. Endg├╝ltig und besiegelt. Da tut sich keine T├╝r mehr auf, wenn es gar nicht mehr geht. Kein Telefonanrufe mehr mitten in der Nacht, weil einer von uns den Zeitunterschied vergessen hat, oder ein unerwartetes Sturmklingeln. Kein pl├Âtzliches 'Es war alles nur ein Scherz' oder sogar ein 'es war nur ein Missverst├Ąndnis'.

Aus und vorbei.

Keine zweite M├Âglichkeit, keine Wiederholungsperformance, kein Zerrei├čen eines Papiers, wenn einem der Liedtext nicht gef├Ąllt und einfach noch mal von vorne anfangen.

So sehr ich es mir w├╝nsche.

Wir haben den perfekten Traum gelebt, zwei Seiten, die sich gesucht und gefunden haben, die perfekte Erg├Ąnzung f├╝r beinahe zwei Dekaden. Durch dick und d├╝nn, von Anfang bis Ende. Und einige Male war das Ende sogar erschreckend nahe, wenn auch nicht in diesem Sinne. Wie viel Zeit haben wir mit dummen Streitereien ├╝ber nichts verschwendet? Nur wegen zu gro├č geratenen Egos, bessere Verkaufszahlen und intensivere Performanzen? Und gerade als wir uns wieder richtig zusammengefunden haben, das. Ein weiteres Ende. Nur diesmal eins, dass man nicht mit unerwarteten Aktionen, Telefonanrufen oder Gespr├Ąchen beiseite schieben kann.

Bis das der Tod uns scheidet

Ich kann ein leises Lachen nicht unterdr├╝cken, auch nicht als ein kleiner Teil von mir sehr wohl die unterliegende Hysterie erkennt. Mit M├╝he halte ich mehr zur├╝ck, denn ich wei├č, es w├Ąre unm├Âglich aufzuh├Âren, wenn der Damm einmal Risse bekommt. Und an einem ├Âffentlichen Platz nicht nur erkannt zu werden, sondern das auch noch flennend, ist wirklich das Letzte, was ich momentan brauche oder will, und das nicht zwangsl├Ąufig wegen der interessanten Publicity, die es mit Sicherheit bringen w├╝rde. So hole ich tief Luft, bis ich meine Gef├╝hle wieder so weit unter Kontrolle habe, dass man mir hoffentlich nicht meilenweit entfernt ansieht, dass etwas nicht stimmt.

Erst als ich mir sicher sein kann, dass das Brennen in meinen Augen nicht ins n├Ąchste Stadium ├╝berwechselt und das meine Beine mir auch garantiert nicht den Dienst versagen, l├Âse ich meinen Stahlgriff um das kleine B├Ąumchen und gebe es wieder frei.

Mein Blick bleibt an den beiden Jungens h├Ąngen. Sie scheinen sich mittlerweile geeinigt zu haben, denn nun rennen sie mit lautem 'Peng-Peng' zwischen den B├Ąnken herum. Die missbilligenden und entnervten Blicke der herumlungernden Erwachsenen ignorieren sie so komplett, wie es wohl nur Kinder k├Ânnen.

Von rechts dringen Wortfetzen wie 'muss das sein?' ├╝ber 'lass sie nur spielen' und 'gute Vorbereitung f├╝rs Leben' zu mir her├╝ber, letzteres von einem ├Ąlterer Herren, komplett ausgestattet mit Spazierstock und gr├╝nem Lodenhut. Unter normalen Umst├Ąnden w├╝rde mich sein Auftreten wohl eher am├╝sieren als alles andere. Wie die Situation jedoch liegt, muss ich dagegen ank├Ąmpfen nicht zu ihm r├╝ber zu gehen und Verstand in ihn reinzusch├╝tteln.

Ich gewinne den Kampf nur teilweise. Bevor ich mir dessen wirklich bewusst bin, stehe ich rechts hinter ihm und beuge mich ├╝ber den Zaun. ┬╗Sagen sie das auch noch wenn er eines Tages mit einer echten Waffe vor ihnen steht und es dann wirklich peng macht?┬ź, h├Âre ich mich ihn fragen, meine Stimme tonlos, aber zur gleichen Zeit auch belegt mit den verschiedensten Emotionen, die ich weder identifizieren kann noch will, denn jede von ihnen ist so schmerzhaft wie die andere.

Langsam dreht sich sein Kopf, und f├╝r einen Moment sieht er mich fassungslos an. Ein schwaches Gef├╝hl des Triumphes durchflie├čt mich, nimmt der Hilflosigkeit die ich f├╝hle wenigstens f├╝r einen winzigen Augenblick ihre Sch├Ąrfe. Es h├Ąlt nicht l├Ąnger als h├Âchstens 5 Sekunden, genauso lang wie mein Gegen├╝ber braucht um sich von seiner ├ťberraschung zu erholen. ┬╗Guter Mann┬ź, beginnt er, in einer Tonlage, die ich nur zu gut von meinem Gro├čvater kenne und die er immer benutzt hat, wenn er meinte mich - das kleine, unwissende Kind (in seinen Augen) - ├╝ber das Leben aufkl├Ąren zu m├╝ssen. Meine Fingern├Ągel graben sich unwillk├╝rlich in meine Handballen, der Schmerz vielleicht das Einzige, dass mir hilft den Fokus beizubehalten.

┬╗Guter Mann┬ź, wiederholte er, wahrscheinlich um einen tieferen Eindruck zu hinterlassen. ┬╗Sehen sie das Ganze vielleicht nicht etwas zu negativ? Es ist ein Spiel. Nicht mehr. Abgesehen davon, ist es falsch, wenn sie sich irgendwann durchzusetzen und zu verteidigen wissen? Nur die Starken ├╝berleben in dieser Welt, und ich werde meinen Enkel sicherlich nicht zu einem Weichei erziehen, dass G├Ąnsebl├╝mchen pfl├╝ckt, anstatt Kriegsdienst zu machen, und irgendwann unter die R├Ąder kommt. Aber ich erwarte nicht, dass sie das verstehen. Sie kommen sicherlich aus einer dieser krankhaft pazifistischen Familien, nicht? Alle lieben sich und Gewalt und Waffen sind des Teufels und all so ein Bl├Âdsinn. Abgesehen davon, erziehe ich meinen Enkel dazu, ein rechtschaffender B├╝rger zu sein, der seinesgleichen akzeptiert.┬ź

Er mustert mich. Noch bevor sich unsere Blicke wieder treffen wei├č ich, in welche Kategorie ich f├╝r ihn falle. Enge dunkelbraune Lederhosen mit dazu passender Jacke, schwarzes Shirt gepaart mit Septum Piercing scheint f├╝r ihn nicht unter 'rechtschaffender B├╝rger' oder auch nur 'akzeptanzw├╝rdig' zu fallen. Ich bezweifele, dass 'Musiker' es tun w├╝rde ...

Eine Welle der ├ťbelkeit schl├Ągt ├╝ber mir zusammen bei seinen Worten. Ich bin versucht mich einfach noch etwas weiter nach vorne zu beugen, um sie ├╝ber meinem Gespr├Ąchspartner zu ergie├čen. Nur meine doch recht gute Erziehung h├Ąlt mich davon ab. Meine Gedanken ├╝berschlagen sich, als ich nach einer passenden Antwort suche, aber gerade da, wo sie wahrscheinlich w├Ąre, befindet sich nur ein gro├čes, schwarzes Loch.

Und wieder einmal w├╝nsche ich, du w├Ąrst hier. Im Gegensatz zu mir, w├╝rde dir sicherlich das Richtige einfallen, um ihn seine Klappe halten zu lassen. Du warst schon immer der extrovertiertere von uns beiden. Es ist Teil des Grundes, dass dich mindestens die H├Ąlfte der Bev├Âlkerung f├╝rchtet und hasst.

Nicht mehr.

Wie ein Schlag trifft mich dieser Gedanke auf einmal wieder. Es gibt kein Jetzt mehr und erst recht keine Zukunft. Nicht f├╝r dich, nicht f├╝r uns. Es gibt keinen Grund mehr dich zu hassen oder zu f├╝rchten. Vergangenheitsform, f├╝rchtete und hasste, denn du fielst einem ach so rechtschaffendem B├╝rger zum Opfer, der neben seiner Ganztagsbesch├Ąftigung, flei├čige Kirchg├Ąnge und Gebetskreise, noch immer Zeit fand auf dich zu schie├čen.

Deinem Leben ein Ende zu setzen.

Dich zu t├Âten

- arbeite ich mich langsam vor.

Du bist tot. Du wirst nie wieder offen das aussprechen, was andere - mich eingeschlossen - nicht wagen, oder vielleicht auch nicht aussprechen k├Ânnen, weil ihnen der Mut oder auch einfach die passenden Worte fehlen.

Du wolltest die Leute, solche wie mein Gegen├╝ber mit dem geringsch├Ątzigen Blick, zum Denken anregen, sie aus ihrer Lethargie und ihrem festgesetzten Denken befreien, die Welt verbessern. Nur um was f├╝r einen Preis? War er es wirklich wert bezahlt zu werden? Gibt es in dieser beschissenen, egoistischen Welt, in der Kinder schon dazu angehalten werden Gewalt zu ├╝ben, noch irgendwas zu retten oder auch nur zu verbessern? Ist da ├╝berhaupt noch Hoffnung? Sind solche Leute es ├╝berhaupt wert wachger├╝ttelt zu werden? Leute, wie der Mann auf dieser Parkband und seinesgleichen? Leute, die einfach nur blind folgen, unf├Ąhig f├╝r sich selbst zu denken? Leute, die dich willentlich missinterpretiert haben, um ein Hassobjekt zu haben, mit dem sie von ihren eigenen Fehlern ablenken k├Ânnen? Leute, die die Bibel so auslegen, dass sie zu Hass und Verachtung aufruft? Leute wie der, der auf dich geschossen hat?


Hass kommt in mir auf. Nicht nur ein fernes Echo oder verworren mit anderen Emotionen, sondern alles verzehrender Hass, dessen Flammen so hoch schlagen, dass ich beinahe k├Ârperlich f├╝hlen kann, wie er in meinem Inneren w├╝tet und sich langsam einen Weg nach drau├čen brennt. Es ist Hass auf diese beschissene Welt, auf ihre Politiker, auf ihre Gesetze, auf ihre ungeschriebenen Normen, die etwas wie dies zu lassen konnten, auf meinen Gegen├╝ber, der vielleicht dabei ist einen weiteren rechtschaffenden B├╝rger heranzuziehen, auf Gott, auf deinen Sch├╝tzen, auf mich, und auch auf dich.

Auf dich vielleicht am meisten. Hass darauf, dass du es so weit hast kommen lassen, dass du nicht besser aufgepasst hast, dass du so ├╝berzeugt von deiner eigenen Unsterblichkeit warst, dass ich es selber fast geglaubt habe. Daf├╝r, dass du mich einfach so alleine zur├╝ck gelassen hast, in dieser beschissenen Entschuldigung dessen, was man Leben nennt, mit dem Bild von deinem toten K├Ârper f├╝r immer eingebrannt in meinem Kopf! Daf├╝r hasse ich dich am meisten.

Das Brennen in meinen Augen nimmt zu. Ich halte mich an meinem Hass und dem Schmerz in meinen Handballen fest, den meine Fingern├Ągel dort hinterlassen, als ich mich so weit vorlehne, dass ich nur noch Millimeter von meinem Gegen├╝ber entfernt bin, bis ich jede der kleinen Adern in seinen Augen erkennen kann. Die Unsicherheit, die auf einmal in seinen vormals kalten braunen Augen erscheint, regt nichts in mir. Auch nicht dann, als er sich immer weiter zur├╝cklehnt, bis er fast wieder stur geradeaus guckt.

┬╗Dann hoffe ich f├╝r sie mit, dass er sich nicht auf einmal gegen ihre sogenannten rechschaffenden Leute wendet, und sie - oder irgendjemand der ihnen nahe steht - sein erstes Ziel sind. Es w├Ąre ja nicht das erstemal, dass sich eine Kreatur gegen ihren Erschaffer wendet ┬ź, sage ich ihm mit tonloser Stimme.

Ohne einmal wegzusehen, ziehe ich mich langsam zur├╝ck. Der Mann sagt weder etwas, noch r├╝hrt er einen Muskel. Erst als ich mich abgewendet habe und mich bereits einige Schritte entfernt habe, h├Âre ich ein entr├╝stetes, wenn auch ziemlich leises: ┬╗Verdammtes, arbeitsloses Pack!┬ź

Ich drehe mich weder um noch reagiere ich in sonst irgendeiner Art und Weise. Meine Wut, der unglaubliche Hass, ist so schnell verflogen wie er gekommen ist, und ich f├╝hle mich jetzt nur noch unendlich m├╝de und alleine. Es ist es einfach nicht wert. Das zumindest erz├Ąhle ich mir wieder und wieder, versuche ein leichtes Schuldgef├╝hl damit zu ├╝berdecken, das sich in mir festgesetzt hat, als ich den Park durchquere auf meinem Weg nach ... irgendwo.

Ich war nicht wirklich fair, aber ist es der Rest? Ist es fair, das du sterben musstest? Das ich jetzt hier bin, ganz alleine? Das wir niemals eine Chance hatten? Das Leben ist nicht fair, warum also sollte ich es sein.

~~~~~~~~

Die Tasse liegt schwer in meiner Hand, als ich sie anhebe und beinahe mechanisch trinke, ungeachtet dessen, dass der Kaffee viel zu hei├č ist um auch nur im entferntesten angenehm zu trinken zu sein. Nicht das ich wirklich Durst habe, aber diese Illusion des Normalen hilft irgendwie, verankert mich wieder einmal auf der Erde, erlaubt mir Luft zu holen und wieder zu mir selber zu finden - soweit das ├╝berhaupt m├Âglich ist.

Nun da mein Hass mich verlassen hat, f├╝hle ich mich wie eine ausgebrannte H├╝lle, kalt und leer, die einzige Emotion, die ich wirklich noch f├╝hlen kann, dieser unwiderrufliche Schmerz, der seitdem ich dich habe dort liegen sehen, mein konstanter Begleiter ist. Und wieder einmal, und ohne das ich es verhindern kann, stellt sich mir eine Frage, steht ├╝ber allem: Warum?

Ich nehme einen weiteren Schluck, und ziehe eine Grimasse. Nicht nur hei├č, sondern ich habe auch den Zucker vergessen. Trotzdem trinke ich weiter, halte mich weiter an dem kleinen, zerbrechlichen Porzellangef├Ą├č fest, als wenn es meine einzige noch immer existierende Verbindung zu dieser Welt w├Ąre.

Vielleicht ist es das auch.

Die lokale Tageszeitung und ein ├╝berregionales Blatt liegen aufgeschlagen neben mir. Das Bild eines Mannes, der gerade von der Polizei abgef├╝hrt wird, sticht mir ins Auge. Die Schlagzeile informiert die Leser davon, dass ein h├Ąuslicher Disput t├Âdlich ausgegangen ist. Dann, in etwas kleiner darunter: Der Polizist Torsten F. (42) t├Âtete nach einem h├Ąuslichen Streit erst seine Frau (38) und dann seine beiden Kinder (8 und 13). Als er seine Dienstwaffe gegen sich selber einsetzen wollte, konnte er von den gerade eintreffenden Polizisten daran gehindert werden. Die Beamten wurden von einer besorgten Nachbarin gerufen, als diese den ersten Schuss h├Ârte. Die Hintergr├╝nde dieser Trag├Âdie sind bisher unbekannt.

Das ganz allt├Ągliche Drama der menschlichen Existenz also nur wieder, denke ich mir, w├Ąhrend es mich innerlich sch├╝ttelt. Abwesend sch├╝tte ich mir Zucker in meinen Kaffee.

Auf Seite drei ein Artikel ├╝ber Gewalt in Schulen, und ob man ihr mit noch mehr autorit├Ąrer Gewalt Herr werden kann. Auf Seite f├╝nf erkl├Ąrt die sp├Ąrlich bekleidete Sonya, dass der Sommer nun in der Tat da sei, w├Ąhrend Politiker auf Seite sechs bis sieben versuchen sich mit noch mehr L├╝gen aus unbequemen Situationen herauszureden und mit Sch├Ânrederei W├Ąhlerstimmen zu bekommen. Dann der Sportteil, den ich wie immer ├╝berspringe (etwas, dass ich von dir ├╝bernommen habe), gefolgt von sinnloser Werbung, R├Ątsel und Preisausschreiben. Die vorletzte und letzte Seite ist reserviert f├╝r die kleinen und gro├čen Schicksalsschl├Ąge des Lebens, die nicht durchschlagend genug sind, um es auf die Titelseite zu schaffen - Peter W., 53, verlor seinen Job, trank sich dann besinnungslos und fuhr gegen eine Eiche. Rebecca, 22, amtierende Miss Soundso wurde wegen Drogenbesitz festgenommen. Rentner Ronald S. verstarb in seiner Wohnung an Herzversagen, wurde erst Wochen sp├Ąter aufgefunden. Hausfrau fiel w├Ąhrend des Fr├╝hjahrsputzes von der Leiter und brach sich die H├╝fte. Der kleine 10-j├Ąhrige Mark wurde auf dem kurzen Weg von der Schule nach Hause von einem Sch├Ąferhund angegriffen - und so weiter und so fort.

Nat├╝rlich steht noch nichts ├╝ber den Vorfall drinnen. Es ist noch zu fr├╝h. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dar├╝ber ver├Ąrgert oder erleichtert sein soll, entscheide mich aber dann f├╝r letzteres. Es gibt mir Zeit noch die Dinge zu erledigen, die erledigt werden m├╝ssen, egal wie unangenehm sie sind, wie den Anruf bei seinen Eltern.

Wieso habe ich dem nur jemals zugestimmt, dass wir beide die ersten Kontaktpersonen in Notf├Ąllen sind? War es die Illusion, dass uns gar nichts passieren kann? Dein Gerede von Unsterblichkeit? Das ich niemals erwartet habe, dass ich derjenige bin, der zur├╝ck bleibt?

Du h├Ąttest leben m├╝ssen. Immerhin warst du derjenige, der so ├╝berzeugt davon war unsterblich zu sein. Es ist unfair mich hier in dieser beschissenen Welt alleine zu lassen. Noch unfairer mir das Versprechen abzunehmen, weiter zu machen - egal was passiert. Ich verdr├Ąnge erfolgreich den Gedanken, dass es ein gegenseitiges Versprechen war. Immerhin ist das ja jetzt auch irrelevant, oder? Ich bin noch hier. Du nicht mehr. Du kannst nicht mehr mit mir ├╝ber solche Kleinigkeiten argumentieren, und mich damit in den Wahnsinn treiben.

┬╗Soll ich ihnen die Speisekarte bringen?┬ź, rei├čt mich eine kleine, h├╝bsche rothaarige Kellnerin aus meinen Gedanken heraus.

Ihr L├Ącheln wankt etwas, als ich nicht direkt antworte. ┬╗Es ist bereits Mittagszeit, aber wir haben auch noch das eine oder andere vom Fr├╝hst├╝ck da┬ź, f├Ąhrt sie fort, und ich beobachte f├╝r ein paar Sekunden fasziniert, wie ihre Zunge immer wieder leicht ihre Lippen befeuchtet, vielleicht unbewusst ihrer Nervosit├Ąt Ausdruck verleiht.

┬╗Ich bin nicht hungrig. Nur noch einen Kaffee, danke.┬ź


Das ist die Zungenspitze wieder. Sie scheint ziemlich nerv├Âs zu sein. Sicherlich nicht unbedingt von Vorteil in ihrem Beruf. ┬╗Es tut mir leid, aber das geht nicht. Wir sind auf Mittagsg├Ąste spezialisiert. Es ist eine feste Regel.┬ź

Und das soll mich wieso interessieren? frage ich mich. Aber das hat man wohl davon, wenn man in einer atypischen Umgebung versucht unterzutauchen. Unter normalen Umst├Ąnden w├╝rde ich mich hier niemals sehen lassen. Viel zu spie├čig mit dem ganzen M├Âchtegern Bauern Getue, den - wahrscheinlich nachtr├Ąglich - eingezogenen schwarzen Balken, um das Ambiente noch zu unterst├╝tzen, und den beinahe unertr├Ąglich h├Ąsslichen blau-wei├č karierten Tischdecken, komplettiert bei irgendwelchen Trockenblumenstr├Ąu├čen. Vielleicht sollte ich dankbar daf├╝r sein, dass die Musik wenigstens so leise eingestellt ist, dass ich diesen nervenzehrenden Volksmusikpop leicht ausblenden kann

Die perfekte Umgebung, wenn man sein Toleranzlevel testen will. Oder zum untertauchen und vergessen. Die Chance das mich hier jemand erkennt ist gleich Null, was mir genau in den Kram passt. Au├čerdem, und das noch viel mehr, wie ich mir sehr wohl bewusst bin, erinnert hier nichts an ihn. Es ist genau die Art Bar (oder was immer es sein soll), die er gehasst und vermieden hat. Es macht es einfacher. Das habe ich wenigstens gehofft. Letztendlich ├Ąndert es gar nichts. Vergessen ist unm├Âglich, scheint es. Nicht, wenn die Wunde noch so verdammt frisch ist. Und vielleicht will ich es auch gar nicht. Vielleicht sollte ich es nicht. Und falls doch, ist Kaffee mit Sicherheit das falsche Getr├Ąnk. Ich l├Ąchele m├╝de bei dem Gedanken, ob eine ganze Flasche Whiskey auch als Mittagessen gelten w├╝rde, denn die w├╝rde mich vielleicht wenigstens tempor├Ąr vergessen lassen.

┬╗Wie bitte?┬ź Der entgeisterte Gesichtsausdruck der Kellnerin macht mir bewusst, dass ich das Letzte vielleicht doch laut ausgesprochen habe, und das dies scheinbar nicht auf dem Mittagsplan steht. Damit bleibt mir die Alternative rauszugehen, und mich dem zu stellen, was ich tun muss, wie Anrufe t├Ątigen (ich bin mir ziemlich sicher, dass seine Eltern es vorziehen w├╝rden, nicht erst was aus der Presse oder von der Polizei zu erfahren), oder mir was zu bestellen.

┬╗Nichts. Es war nur ein Scherz┬ź, winke ich ab und versuche mich an einem bes├Ąnftigenden L├Ącheln. Die Kellnerin sieht mich an, als wenn ich ihr gerade er├Âffnet h├Ątte, das ich sie und ihre gesamte Familie verschlingen wolle. So viel also dazu. ┬╗Was gibt ...┬ź, beginne ich, stoppe aber wieder, als eine nur allzu bekannte Tonfolge aus dem Radio ert├Ânt, gefolgt von noch mehr T├Ânen, die eine mir ebenso bekannte Melodie ergeben. Dann die Stimme ... schmerzhaft vertraut. Gott! Noch nicht einmal hier. Das Gewicht um meine Brust nimmt wieder zu, ebenso das Brennen in meinen Augen. Ich bin froh, dass ich meine Sonnenbrille beim Eintreten nicht abgenommen habe.

Irritiert wendet die Kellnerin den Blick von mir ab. ┬╗Marcel, kannst du den L├Ąrm mal abstellen? Versuch mal Kanal 5, da l├Ąuft doch eigentlich immer was Gescheites.┬ź Dann, mir wieder zugewandt: ┬╗Entschuldigen sie, Aushilfen ...┬ź und sieht mich mit peinlicher Ber├╝hrung an.

Die folgende, pl├Âtzliche Stille schmerzt. Beinahe mehr als die unerwartete Konfrontation, sicherlich mehr, als das Erklingen eines Schmuses├Ąngers, der von ewiger Liebe singt. Ich m├Âchte lachen und schreien - am besten zur gleichen Zeit. Stattdessen frage ich nur: ┬╗Kannten sie die Musik?┬ź

Verwirrt sieht sie mich an. ┬╗Ist nicht wirklich meine Richtung. Ich stehe eher auf Madonna und so. Ist es nicht dieser Schockrocker der immer ├ärger macht?┬ź

'Der immer Ärger macht ...' Und für solche Leute musstest du sterben ...

┬╗Wissen sie schon was sie wollen, oder soll ich ihnen doch die Karte bringen?┬ź, setzt sie beinahe sofort hinzu.

┬╗Ich habe ihn gekannt┬ź, sage ich, bevor ich mich selber stoppen kann. ┬╗Er wird keinen ├ärger mehr machen. Er ist tot. Wurde erschossen. Heute morgen┬ź, sage ich beinahe beil├Ąufig, als wenn wir gerade nur ├╝ber etwas banales wie das Wetter reden w├╝rden.

Ein 'oh', und ein umherschweifender Blick, ist ihre erste Reaktion. Dann, als sie offensichtlich nichts entdeckt, was sie vor mir und der unangenehmen Situation retten kann, sieht sich mich wieder an, jedoch trifft ihr Blick nicht meiner. ┬╗Das tut mir leid┬ź, sagt sie und schafft es sogar etwas wie Anteilnahme mitschwingen zu lassen. ┬╗Wollen sie ...┬ź, fragt sie, und zeigt auf eine kleine halbversteckte Anlage in der Ecke. ┬╗Ich kann den Sender gerne wieder anmachen.┬ź Ihr Angebot ist ehrlich gemeint, soviel sagt ihr Blick, als sie mich doch wieder ansieht.

┬╗Das ist nicht n├Âtig┬ź, sage ich und stehe auf. ┬╗Er w├╝rde das nicht wollen. Trotzdem Danke f├╝r das Angebot.┬ź

Ich krame Kleingeld heraus, lege es auf den Tisch. Nach einem Blick auf ihren nun doch ehrlich betroffenem Gesichtsausdruck, lege ich noch ein gro├čz├╝giges Trinkgeld drauf, bevor ich mich auf die T├╝re zu bewege.

┬╗Vielen Dank und einen sch├Ânen Tag noch. Wir hoffen, dass sie ihren Aufenthalt hier genossen haben und uns bald wieder beehren┬ź, t├Ânt mir nach. Es klingt, als wenn es von einem schlechten Tonband kommt.

Als ich mich noch mal umdrehe, steht die Kellnerin noch immer an der gleichen Stelle. Sie wendet ihren Bestellblock nerv├Âs hin und her und sieht mich an. ┬╗Es ... es tut mir leid┬ź, bringt sie heraus, bevor sie fluchtartig hinter der Theke verschwindet.

~~~~~~~~

Auf dem Weg zu meinem Hotel passiere ich die Einkaufsstrasse, f├╝r die diese Stadt so ger├╝hmt ist. Ein Gesch├Ąft nach dem anderen, strahlenden Fensterscheiben gefolgt von Fassaden, deren letzter Neuanstrich den Dreck darunter nicht wirklich verbergen kann, verglaste Eing├Ąnge zu Passagen mit noch mehr Gesch├Ąften, ├╝berf├╝llte M├╝lleimer und Abfall, der auf der Strasse liegt, und den die Stra├čenreinigung offensichtlich nicht bew├Ąltigen kann. In den Gesch├Ąften und davor dr├Ąngelnde und sinnloses Zeug plappernde Menschen mit Einkaufst├╝ten, die mehr oder weniger eilig ziellos umher zuhasten scheinen. Die Gruppe Mormonen, die die Strasse um die H├Ąlfte verengt, als sie sich um einen der ihrigen schart, der, um besser gesehen zu werden, auf einer Orangenkiste steht, passt mit ihren adretten Klamotten und ihren blankpolierten Schuhen wesentlich besser ins Bild, als die beiden Punks, die mich anschnorren.

Abwesend gebe ich der Frau mit den gr├╝nen Spikes auf dem Kopf etwas Kleingeld, und dr├╝cke mich dann an einer Gruppe von Gesch├Ąftsleuten vorbei, die mit gewichtiger Miene ihre Mittagessenpl├Ąne besprechen. Die Strasse und die Menschenmenge droht mich zu ersticken, anstatt Ablenkung oder sogar nur Erleichterung zu bieten. Diese dauerhafte ziel - und sinnlose Gesch├Ąftigkeit macht mich nerv├Âs und erweckt in mir den Wunsch zu fliehen. Mal wieder. Nur wohin, wei├č ich nicht. Denn das, wovon ich wirklich fl├╝chten will, l├Ąsst mich nicht los.

Egal wohin ich mich wende, egal in welcher Umgebung ich bin, alles scheint mich an dich zu erinnern. Und es schmerzt. Der Gedanke, dass wir niemals wieder zusammen durch die Strassen gehen werden, dass wir nie wieder irgendetwas gemeinsam machen werden, tut weh.

Meine H├Ąnde ballen sich zu F├Ąusten in meiner Hosentasche und ich laufe schneller und schneller, bis ich renne, bis die Menschen nur noch an mir vorbeifliegen, ihre verst├Ârten und missbilligenden Blicke nichts weiter als aufdringlich flackernde Blinklichter, die auftauchen und wieder in Vergessenheit geraten, sobald sie stoppen. Ich renne an sonnenlichtreflektierenden Schaufenstern vorbei, an kleinen Marktst├Ąnden, an ├╝berf├╝llten M├╝lleimern und kl├Ąffenden Hunden, bis alles zu einer einzigen grauen, gesichtslosen Masse verschwimmt.

Ich w├╝nsche, dass gleiche w├╝rde mit meinen Schmerzen passieren. Ich will nicht mehr denken, nicht mehr f├╝hlen, nicht mehr wissen. Ich will das was passiert ist vergessen, will den heutigen morgen komplett aus meinem Ged├Ąchtnis streichen, will dich vergessen.

Ich renne ohne nach rechts und links zu gucken, bis ich keine Luft mehr bekomme und keuchend gegen eine Wand sacke. Noch w├Ąhrend ich nach Luft schnappe rutsche ich an ihr herunter, bis ich auf dem Boden sitze. Ich nehme meine Sonnenbrille ab und wische mir den Schwei├č aus dem Gesicht. Zumindest versuche ich mir einzureden, dass es nur Schwei├č und nichts anderes ist.

Nein, ich will nicht ihn - dich - vergessen. Nicht wirklich. Zu viel ist daf├╝r passiert. Zu sehr waren unsere Wege daf├╝r verkn├╝pft. Und egal wie schwierig und hoffnungslos es manchmal war und schien, ich will es nicht vergessen oder herabsetzen, was ich bei dem blo├čen Wunsch des Vergessens schon tue. Ich beneide nicht die Leute, die dich niemals gekannt haben, au├čer vielleicht durch deine Musik oder Ger├╝chte oder B├╝cher oder Interviews, denn sie wissen nicht, was ihnen entgangen ist, wissen nichts von dir. Sie haben keine Ahnung, wie du Leute pr├Ągen konntest, wie es ist, war, mit dir zusammen zu sein. Nicht auf oder vor der B├╝hne, sondern einfach so. Das Gef├╝hl von Sicherheit, dass du einem vermitteln konntest, wie du einen in jeder Situation aufmuntern konntest, wie du mich immer zum Lachen bringen konntest, wie es war mit dir zu diskutieren, wie es sich anf├╝hlte einfach in deiner N├Ąhe zu sein, die Tage und N├Ąchte mit dir zu verbringen, wie du jeden Tag gelebt hast, als wenn es dein letzter w├Ąre. Oder zu sehen, wie du dein volles Potential entwickelst und ├╝ber dich selber hinausw├Ąchst. Nichts von all dem m├Âchte ich missen, auch nicht die Tage, in denen du so von Selbstzweifeln gequ├Ąlt warst, dass ich Angst vor dem hatte, was du selber dir antun k├Ânntest, oder wie ich dich nach einer besonders aktiven Nacht mit viel zu vielen Drogen im Krankenhaus besucht habe, noch nicht einmal unsere Streitereien. Nichts von dem, was wir in unserer Zeit zusammen erlebt haben ...

In mir wirst du immer unsterblich bleiben - daf├╝r werde ich sorgen. Ich werde dich nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Als mich das unangenehme Quietschen einer T├╝re wieder in das Hier und Jetzt zur├╝ckholt, ist das Erste, dass ich wirklich wahrnehme ein grell gelbes Plakat mit feuerroter Schrift das in meinen Augen brennt, und das sich an alle gequ├Ąlten Seelen richtet.

Inneren Frieden - wir k├Ânnen dir helfen ihn zu finden

verk├╝ndet es gro├čspurig, und ich kann ein hartes Lachen nicht unterdr├╝cken. M├╝hevoll und mit vor Trockenheit brennenden Augen komme ich wieder auf die Beine, als zwei der Gestalten vor dem Geb├Ąude auf mich zukommen. Eine Diskussion mit irgendwelchen Leuten von dubiosen Gruppen ist das letzte was ich brauche. Trotzdem komme ich nicht umher mich zu wundern, ob du deinen inneren Frieden jetzt im Tod gefunden hast, als ich das kleine Seiteng├Ąsschen entlang laufe, bis mich die Gesch├Ąftigkeit der Einkaufsstrasse wieder in sich absorbiert.

Die Leute scheinen mich nicht mehr zu erdr├╝cken, auch wenn ich dem Schmerz und der ├╝berw├Ąltigenden Leere in mir nicht entkommen bin. Ich bezweifele, dass ich es jemals werde. Und vielleicht will ich es auch gar nicht mehr, denn es ist nun ebenso Teil von dem was uns verbindet, wie alles andere. Das erkenne ich langsam.

Ich w├╝nsche dir, dass du deinen inneren Frieden gefunden hast, mehr, als in deiner Unsterblichkeit, in der du immer auf der Suche nach mehr warst, nach dem n├Ąchst gr├Â├čeren Kick, nach noch mehr Aufmerksamkeit, nach noch mehr.

Vor einem gro├čen Musikgesch├Ąft halte ich automatisch an. Mein Blick bleibt an einer wei├čen Tafel h├Ąngen, die verk├╝ndet, dass man dort Konzertkarten kaufen kann und f├╝r welche Konzerte. Auch du stehst da darauf. Allerdings befindet sich anstelle des Preises ein dickes 'ausverkauft'.

Ich grinse unter den unwillkommenen Tr├Ąnen, die sich, versteckt hinter meiner Sonnenbrille, schon wieder ansammeln. Ja, es h├Ątte dir wohl gefallen. Keine Zweifel. Bevor ich mir dessen wirklich bewusst bin, habe ich den Laden betreten. Zielstrebig durchquere ich ihn, bis ich zur Kategorie 'Alternativ' komme. Ich gehe die Reihe ab, scanne die Namen, bis ich dich finde, in der Mitte, dritter von oben.

Sie haben nur drei von deinen Alben da, und noch nicht einmal dein Neustes. Ich schnappe mir den Verk├Ąufer, der eine Reihe weiter scheinbar sinnlos in den CDs rumw├╝hlt und frage.

┬╗Wir warten auf die neue Lieferung┬ź, erkl├Ąrt er mir wie aus der Pistole geschossen. ┬╗Wir sind restlos ausverkauft seit der Ank├╝ndigung des Konzertes. Die Leute kaufen es wie verr├╝ckt. Man k├Ânnte meinen, wir reden hier von den Stones. Wir haben aber bereits neu bestellt.┬ź

Ich nicke und erwidere sein L├Ącheln. ┬╗Ihr solltet alle seine Alben nachbestellen┬ź, sage ich und wedele mit den drei CDs in meiner Hand. ┬╗Das hier ist alles was ihr noch habt, und ich habe das Gef├╝hl, als wenn die Nachfrage in den n├Ąchsten Tagen noch immens steigen wird.┬ź

┬╗Warum?┬ź, fragt er, und ich kann sehen, dass er nicht wei├č, was er von meiner Aussage halten soll.

┬╗Sp├Ątestens heute abend wirst du es erfahren┬ź, sage ich nur, bevor ich ihm den R├╝cken zuwende und einen Schritt in Richtung Kasse mache.

┬╗Du meinst das ernst, nicht?┬ź

Ich drehe mich noch mal um und grinse ihn an. ┬╗Sonst w├╝rde ich es nicht sagen.┬ź

┬╗Aber was ... kenne ich dich nicht irgendwo her?┬ź

Ich zucke mit den Schultern. ┬╗Vielleicht┬ź, sage ich. Dann, bevor ich mich wieder umdrehe: ┬╗Glaubst du an die Unsterblichkeit ├╝ber den Tod hinaus?┬ź

Ich verschwinde in einer Menschentraube von Jugendlichen, tauche in ihr unter, bis ich die Kassen erreiche, seinen verst├Ąndnislosen Blick in meinem R├╝cken. Nicht das ich deine CDs gebraucht h├Ątte, immerhin habe ich jede CD mindestens einmal signiert bei mir im Regal stehen, aber es ist ein erster Schritt.

Nachdem ich meinen Einkauf bezahlt habe, verlasse ich den Laden. Vor dem Gesch├Ąft nehme ich meine Brille ab und sehe das erste Mal an diesem Tag in die Sonne, nicht mit dem Wunsch sie verschwinden zu sehen, sondern einfach so. Lass die Sonne scheinen so viel sie will. Lass die Leute in Lethargie versinken, solange sie noch k├Ânnen, denke ich mir, bevor ich meine Brille wieder aufsetzte, mir die T├╝te unter dem Arm klemme, und mein Handy heraushole. Heute Abend w├╝rde es mit der Lethargie vorbei sein. Ich dr├╝cke eine der Kurzwahltasten.

┬╗Ich bin es. Wo bist du gerade? Hast du Zeit heute?┬ź

Ohne meinem Gespr├Ąchspartner wirklich Zeit zum antworten zu geben, fahre ich fort, erkl├Ąre ihm was passiert ist, und wann und wo er sein soll mit den anderen. Sobald ich seine Zustimmung habe und die Verbindung unterbrochen ist, tippe ich die n├Ąchste Nummer, wiederhole das Gespr├Ąch fast Wort f├╝r Wort. Der Schock ist da, aber auch die Bereitwilligkeit mir zu helfen. Ich l├Ąchele als ich meinen letzten Anruf beendet habe, und in Richtung meines Hotels eile. Die Geste ist nicht mehr erf├╝llt von Bitterkeit, sondern nur noch von Trauer und Entschlossenheit.

Das Konzert wird stattfinden. Es wird ein Spektakel sein, dass dir nicht nur w├╝rdig ist, sondern unvergesslich f├╝r jeden sein wird. Daf├╝r werde ich sorgen. Deine Fans werden dich vielleicht nicht mehr bekommen, aber daf├╝r jeden, dem du etwas bedeutet hast. Sie alle werden da sein, und in deinem Andenken spielen, werden zu deiner Unsterblichkeit beitragen.

Ich werde deine Unsterblichkeit leben - jedenfalls solange ich kann.

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