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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Unter dem Kastanienbaum (Aus Schreibwerkstatt)
Eingestellt am 08. 01. 2002 15:38


Autor
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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

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Neufassung und neuer Titel

Unter der alten Linde
von Willi Corsten

In der Mitte des Dorfes stand seit vielen, vielen Jahren eine prĂ€chtige Linde. Die Kinder turnten oft und gerne in ihren Ästen herum und legten im Herbst die herzförmigen BlĂ€tter zum Trocknen in ein dickes Buch. Sie halfen auch beim sammeln der BlĂŒten, die der Baum in reicher FĂŒlle schenkte, und trugen sie als heilsames Mittel gegen Fieber und ErkĂ€ltungen nach Hause.
Rings um den mĂ€chtigen Stamm hatte der Schreiner eine Bank gezimmert. Dort ruhten sich die Alten des Dorfes aus, zĂŒndeten ihr Pfeifchen an und lauschten dem Wind, der in den weitausladenden Zweigen des Baumes spielte und Geschichten aus vergangenen Zeiten erzĂ€hlte. An lauen Sommerabenden schlenderten die jungen Leute herbei und drehten sich vergnĂŒgt im Tanz. Manche Freundschaft wurde unter dem Baum geschlossen und ewige Treue geschworen.
Eines Tages kam ein griesgrĂ€miger Gnom daher, blinzelte aus kleinen Schweinsaugen missmutig zu dem Baum empor und schimpfte: „Du verdunkelst mir die Sonne, stehst mir im Weg und hast mehr Erfolg als ich. Gestern erst wurde wieder einmal ĂŒber dich in der Laubinger Heimatzeitung berichtet. Nun will man dir in der Dorfchronik sogar einen Ehrenplatz einrĂ€umen.“
Der Zwerg stampfte wie ein ungezogenes Kind mit dem Fuß auf und schimpfte: „Potz paus. Ei der Daus! Ich werde allen Leuten verbieten, weiterhin gut ĂŒber dich zu reden oder zu schreiben.“
In den Zweigen des Baumes hörte ein Rabe den Gnom schimpfen und wunderte sich, warum der törichte Mann gegen dieses Sinnbild der Gerechtigkeit und des unbeschwerten Miteinander wetterte. Tiefes Mitleid regte sich in seinem kleinen Vogelherzen und er dachte bei sich: Vielleicht kann man dem armen Tropf ja helfen. Er wippte mit dem Schwanz und kleckerte dann treffsicher etwas auf das erhitzte Haupt des Störenfriedes. Vergebliche LiebesmĂŒh, denn gegen verstockte Dummheit kĂ€mpften selbst die Götter ohne Erfolg. Gut gemeintes DĂŒngen hilft da auch nicht weiter, aber einen Versuch war es ja wert.
Der Zwerg fuhr mit seinem Taschentuch ĂŒber das schĂŒttere, rötlich glĂ€nzende Haar, putzte erbost den Klecks weg und tanzte wie ein nĂ€rrisches Äffchen im Kreis herum. Als er endlich begriffen hatte, was da geschehen war, nahm er einen Kieselstein in die Hand und schleuderte ihn hoch zu dem schwarzgefiederten Gesellen. Mit stumpfsinnigem Blick verfolgte er den Flug des Steines und merkte viel zu spĂ€t, dass der Stein sein Ziel verfehlte, wie ein Bumerang retour kam und ihm geradewegs in den offen stehenden Mund purzelte. Die ZĂ€hne des Wurzelzwerges kullerten ins Gras, sein Poltern verstummte, und der himmlische Friede kehrte zurĂŒck an den vertrĂ€umten Ort.
Diesen Vorfall hatte der Förster beobachtet und so fand der Gnom wenige Tage danach endlich auch einmal seinen Namen gedruckt. Im VogelschutzblĂ€ttchen hatte man ihm drei Zeilen reserviert. Unter ‚Kurioses‘ stand dort geschrieben: ‘MissgĂŒnstiger Wurzelzwerg erlebte sein blaues Wunder.‘




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Rote Socke
Guest
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Na prima!

Nun hat auch diese Geschichte ihren verdienten Weg ins "fertige" Forum gefunden. Aber viel gab es ja nicht zu basteln am Text. Er hatte mir in der Werkstatt bereits gut gefallen.
Aber mir scheint Du hattest nochmal ein wenig Hand angelegt. Kann das sein?
Mir gefÀllt sie Willi und so soll jeder seinen eigenen Sinn daraus erkennen können.

LG
Volkmar

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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

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Danke fĂŒr Dein Interesse, lieber Volkmar.
Du hast ja auch fleißig geholfen in der Schreibwerkstatt.
Ja, ich habe noch einiges geÀndert, um den "mÀrchenhaften" Charakter deutlicher herauszustellen.
Sagst Du mir bitte, ob speziell dieser Aspekt gelungen ist.

Mit besten GrĂŒĂŸen
Willi

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Der MĂ€rchencharakter kommt m.E. nach sehr gut rĂŒber und ist Dir gut gelungen. Deswegen sagte ich ja, nun hat jeder die Möglichkeit seinen eigenen Nutzen aus der Geschichte zu ziehen.

LG
Volkmar

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Uschi Sieberichs
Hobbydichter
Registriert: Dec 2001

Werke: 7
Kommentare: 95
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Kastanienbaum

Hallo Willi,


Du weißt, daß ich die Geschichte gut finde, jedoch gefiel mir die vorherige Version besser. Was mich hieran stört ist folgendes:
unter die triefende Nase - in seinen erstaunt,offenstehenden Mund flog ...
2. enfĂ€ltiger Wurzelzwerg fas am eigenen Zorn erstickt, ist mir zu beleigend und zu negativ. Solche Beleidigung wĂŒrde auch der Vogelschutzverband nicht in seiner Zeitung verbreiten. Alte Version war besser.
unter absurdes Verhalten -- keine Rubrik
Vorschlag unter "Kurioses" oder "Lokales" oder "Der Witz von Seite 3"
Laß mich mal wissen was Du von meinen VorschlĂ€gen hĂ€lst.

Liebe GrĂŒĂŸe
Uschi
__________________
Uschi Sieberichs

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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

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Liebe Uschi,
du hast mich ĂŒberzeugt.
Nach nochmaligem Lesen habe ich deine VorschlĂ€ge ĂŒbernommen. Ist wirklich besser so.
Es bedankt sich lieb
Willi

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