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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Unter sich
Eingestellt am 07. 06. 2008 18:44


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Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

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Geborgenheit tut gut. Man/frau ist unter sich, f├╝hlt sich verstanden, muss keine gro├čen Erkl├Ąrungen f├╝r ihr/sein Verhalten abgeben und kann mit ein paar vielsagenden Andeutungen mitteilen, was die Lieben schon richtig auszulegen wissen.
Das gilt zu Hause und f├╝r Literaturgruppen, in denen nicht wenige Schreiber, Autoren und Literaten jene Vertrautheit genie├čen.
In seiner Literaturgruppe kann jeder seine Lyrik und Prosa vorlesen, hier findet jeder die Texte erst einmal gut ÔÇô bis auf Kleinigkeiten, die einem immer wieder unterlaufen und die jedem Gruppenmitglied l├Ąngst bestens bekannt sind. Jeder sch├Ątzt den feinsinnigen oder auch deftigeren Humor, den gewohnten Hang zu Tragik und Herzschmerz, den untr├╝glich pers├Ânlichen Stil. Hier kennt jeder die lebensgeschichtlichen und philosophischen Hinter- und Abgr├╝nde und selbstverst├Ąndlich die ganz besonderen Empfindlichkeiten jedes Einzelnen.
In der Gruppe werden Mitglieder und deren Texte liebevoll geschont, um von Mit-Literaten mit allzu harscher Kritik verschont zu werden. Verrisse sind unerw├╝nscht und allenfalls bei Gedichten solcher Autorinnen und Autoren ├╝blich, die ohnehin besser l├Ąngst die Gruppe verlassen h├Ątten. Und der Star der Gruppe mit mindestens einem Buch, das in einem richtigen Verlag, und einigen B├╝chern, die im Selbstverlag per Books on Demand verlegt wurden, ist ├╝ber jede Kritik erhaben, darf selbst aber am heftigsten austeilen. Er hat das allerletzte Wort, wenn es zu entscheiden gilt, welcher Text bei den traditionellen Gruppenlesungen vorgetragen wird. Seine Kritik wird verst├Ąndnisvoll Kopf nickend akzeptiert. Und geschickt wie er ist, l├Ąsst er sich gelegentlich auf einige Fl├╝chtigkeitsfehler aufmerksam machen, um zu zeigen, dass selbst er nicht vollkommen ist.
Man/frau kennt sich, hilft sich, schont sich und entwickelt sich dabei wenig und wenn, dann im H├Âchstfall bis an jene heimlichen Grenzen, die den nun einmal sensiblen Autorinnen und Autoren eigen sind.
Soziale Gebilde geraten bekanntlich h├Ąufig schnell zu jener treuen Beharrlichkeit, die allem Ungewohnten und Fremden jeglichen Einfluss verwehrt. Und hat eine solche Gruppe erst einmal entschieden, was wahre Literatur ist, beginnt sie sich von lebendiger Literatur zu verabschieden.
Dies ist ├╝brigens kein grunds├Ątzliches Pl├Ądoyer gegen Literaturgruppen oder gar ein m├╝hsam getarntes gegen Literaturforen.
Zum Gl├╝ck gibt es derer auch sehr lebendige, die ungew├Âhnliche Ideen und neue Mitglieder aufnehmen und die besonders treue Mitglieder erleichtert verabschieden, wenn die sich, da sie Kritiken nicht ertrugen, beleidigt zur├╝ckzuziehen drohen.

__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

Version vom 07. 06. 2008 18:44

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