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Leselupe.de > Veröffentlichungen unserer Autoren
Uriel
Eingestellt am 02. 02. 2006 19:34


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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 45
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Im MĂ€rz erscheint der erste Band meiner SF Saga
"Uriel"
bei Hary Production:
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Uriel ist ein Klon, der ohne Erinnerung aufwacht und sich im beschaulichen Mittelrheintal durch das Leben schlagen muss:

Leseprobe:
Meine Lider heben sich und geben den Blick frei. Im ersten Moment will ich sie wieder schließen, die Helligkeit ist fast unertrĂ€glich, doch bezwinge ich den Reflex und stelle mich der Farbexplosion. Meine Netzhaut passt sich den Gegebenheiten an, filtert die aufkeimenden Blindflecken.
Weniger als eine Minute ist vergangen, mein Blick ist klar. Ich liege auf einem Bett. Drei breite, widerstandsfĂ€hige Riemen fesseln mich daran. Ich spanne leicht die Muskeln an, um ihre Festigkeit zu prĂŒfen.
Das Ergebnis befriedigt meine Erwartungen. Sie werden mich nicht aufhalten können.
Um mich herum ein Gewirr von SchlĂ€uchen und Apparaturen. Ihre Funktion ist mir bewusst. Der weiß bekittelte Mann direkt vor mir ist Professor Arnheim, drei Assistenten flankieren ihn.
Moment! Woher weiß ich das alles?
Nach meinem subjektiven Empfinden ist mein Wissen immens, ich könnte stundenlang ĂŒber Arnheims Biografie und den Inhalt des Zimmers referieren. Meine Augen zoomen und erkennen eine Narbenstruktur an Arnheims Hals. Luftröhrenoperation, mĂ€ĂŸig durchgefĂŒhrt. Er hat braunen Augen und eine Nickelbrille, drei Dioptrien, das erkenne ich an dem Schliff der GlĂ€ser. Seine Augen verharren selten auf einer Stelle, ein untrĂŒgliches Zeichen seiner NervositĂ€t.
GefĂŒhle!

Ich weiß von ihnen, kann sie aber nicht praktisch nachvollziehen. Mein Erinnerungsspeicher zeigt ihr Vorhandensein und ihre Auswirkungen. Mehr nicht.

Ich bin leer!

Keinerlei Vergangenheit. Keinerlei Persönlichkeit. Ich korrigiere: Erinnerungsspeicher ist das falsche Wort. Bei Menschen nennt man es GedÀchtnis.

Ich bin ein Mensch. Die Erkenntnis ist da. Trotzdem spĂŒre ich weder Angst noch Aufregung, nicht einmal Neugier. Das mĂŒsste aber da sein. Ein Widerspruch an sich. Ich bewege mich im Nirwana zwischen Maschine und Lebewesen. Bin ich nun ein Mensch oder nicht?

”Hallo, Professor Arnheim. Bin ich ein Mensch?”
Meine Frage löst Aufregung aus. Einem der Assistenten fÀllt eine Spritze herunter. Seine Hand zittert, seine Augen flackern vor Angst.

Arnheim zieht hörbar die Luft ein. Sein Mundwinkel zuckt. Dann hat er sich wieder unter Kontrolle.

”Wir hoffen es. Rein biologisch sind Sie es. Doch es gibt Unterschiede. Ihre Frage verweigert sich einer pauschalen Antwort. Aus welcher Sicht soll ich diese Frage beantworten? Philosophisch, theologisch oder streng nach den Gesetzen der Naturwissenschaft?”

Mein Gehirn arbeitet einwandfrei, logisch und emotionslos. Ich spĂŒre die WĂ€rme in mir, die Druckempfindlichkeit meiner Haut, die Notwendigkeit zu atmen. Ich bin natĂŒrlich, wenn auch nicht natĂŒrlichen Ursprungs. Ein Klon. Das Wissen in mir lĂ€sst keinen anderen Schluss zu. Doch das absolute Fehlen von GefĂŒhlen stellt diesen Sachverhalt in Frage. Es gibt nur einen Weg, dies herauszubekommen.

”KlĂ€ren Sie mich ĂŒber meine Person auf. Worin liegt der Unterschied zu meinen VorgĂ€ngern? Und warum fehlt mir das Wissen ĂŒber meine Person?”

Das verrĂ€terische Aufblitzen in seinen Augen lĂ€sst mich handeln. Ich zentriere meine Muskelkraft an den richtigen Stellen und zerreiße die BĂ€nder. Endlich kann ich mich frei bewegen, die Spritze des Assistenten zerquetsche ich in seiner Hand, eher er nur blinzelt. Ich packe Arnheim am Kragen und werfe ihn den beiden heranstĂŒrmenden Assistenten entgegen. Dann begebe ich mich zum Fenster und zerschlage die Scheibe. Das widerstandsfĂ€hige Material erfordert zwei AnlĂ€ufe, dann ist es vollbracht.

Ich springe aus dem Fenster, ein Salto vorwĂ€rts, und lande vier Meter tiefer auf dem Boden. Ein Blick in die Runde zeigt schweres GerĂ€t. Entweder fĂŒhrt Arnheim Krieg oder er schĂ€tzt mich gefĂ€hrlicher ein als ich erwarte.

Ich konzentriere mich auf die Situation und verschwinde ich im nahe gelegenen Wald. Im Moment habe ich Wichtigeres zu tun, als mich mit potentiellen Verfolgern auseinander zu setzen.
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Der ErnstFall Michael Schmidt

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Michael Schmidt
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Im BĂŒcherbrief von Erik Schreiber gibt es eine Rezension zu Uriel
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Das Fazit habe ich mal herauskopiert:
URIEL ist ein ungewöhnlicher Roman. Er spielt in der nahen Zukunft der Erde,
hat ein wenig von den Cyberpunk-Romanen der spÀten 80er Jahre und ein wenig der
neuen Verschwörungstheorien. Das Heft ist schnell zu lesen, bietet gute und
spannende Unterhaltung.
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Der ErnstFall Michael Schmidt

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